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Thompson, Jessica: Eindeutig Liebe

Originaltitel:
This is a Love Story
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 462
Preis: 9,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783404167876
Erscheinungsdatum: 21.09.2012
Bewertung:

Alles beginnt mit einem Eichhörnchen: auf dem Weg zur Arbeit begegnet Sienna im Zug einem gutaussehenden Mann, der sich genau wie sie köstlich über einen Eichhörnchenartikel in einer Gratiszeitung amüsiert. Für Sienna ist es Liebe auf den ersten Blick, doch viel zu schnell verliert sie ihren Traumprinzen aus den Augen. Sie trifft ihn allerdings schneller wieder, als sie erwartet hätte, denn der Mann stellt sich als ihr Arbeitskollege Nick heraus, den sie bisher noch nicht kennengelernt hat.
Auch Nick verliebt sich sofort in Sienna. Es könnte der Beginn der perfekten Liebesgeschichte sein, würden die zwei sich nicht gegenseitig alle Steine in den Weg legen, die die Welt zu bieten hat. Und so werden sie statt eines Liebespaars beste Freunde.

Was trotz der Vorhersehbarkeit der Geschichte im Klappentext noch faszinierend klang, wird im Verlaufe des Buches sehr ermüdend. Sienna und Nick, aus deren Sicht das Buch abwechselnd geschildert wird, sind beide nicht nur blind für die von allen anderen deutlich sichtbaren Gefühle füreinander, sie reden sich auch selbst ständig ein, dass der jeweils andere garantiert nichts für sie/ihn empfindet. Grundlage dafür: keine. Mir ist völlig unverständlich, wieso die Autorin die „Wir sind nur Freunde“ Situation so dermaßen konstruiert aufrecht erhält. Für mich wirkt es so, als hätte sie sich am Anfang in den Kopf gesetzt, dass Sienna und Nick unter keinen Umständen vor dem letzten Kapitel zusammenfinden dürfen, egal ob sie diese Geschichte glaubhaft rüberbringen kann oder nicht.

Leider sind fast die kompletten 462 Seiten nur Mittel zum Zweck, nämlich mit der Beschreibung der bereits erwähnten in den Weg gelegten Steine zu begründen, warum Sienna und Nick einfach nicht zusammen sein können. Und dabei weiß man doch sowieso schon, dass all die Beziehungen und Tragödien und sonstige Vorkommnisse vergehen werden, damit die zwei ihr Happy End bekommen. Normalerweise stört es mich nicht den Ausgang schon vorher zu wissen, solange der Weg dorthin unterhaltsam ist. Aber dieses Mal hat es mich genervt. Um aber auch noch etwas positives zu sagen: gefallen hat mir Siennas Vater, der an Narkolepsie leidet und deshalb die Wohnung nicht verlassen kann. Anstatt in Selbstmitleid zu versinken lässt er seine Fantasie spielen und stellt sich einfach vor, was er „da draußen“ alles erleben könnte.

Statt der erwarteten romantischen Liebesgeschichte mit verzückten „Hach“ Seufzern bekommt man hier leider eine von der Autorin zu konstruierte „Sie kriegen sich jetzt noch nicht, weil ich es KANN!“ Geschichte serviert. Von mir gibt es deshalb keine Leseempfehlung.


Sabbag, Britta: Pinguinwetter

Originaltitel:
-
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 254
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783404166527
Erscheinungsdatum: 22.06.2012
Bewertung:

Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erwartet Charlotte eine Beförderung zur Cheflektorin. Stattdessen bekommt sie eine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen. Völlig überfordert von der Situation und den Ratschlägen der Arbeitsagenturmitarbeiterin („Sie sollten sich vielleicht ernsthaft überlegen, schwanger zu werden.“) verkriecht sie sich zuhause, schlüpft in ihre Babyelefantenhose und stopft sich mit Junk-Food voll. Charlottes schwangere Freundin Trine sieht ihre Chance auf ein wenig Entspannung gekommen und drückt Charlotte ihren kleinen Sohn Finn (irgendwas zwischen drei und fünf Jahre alt) aufs Auge. Charlotte geht mit dem kleinen Teufelsbraten in den Zoo – und trifft dabei auf Eric, seines Zeichens alleinerziehender Vater der kleinen Maya, sehr attraktiv und mit dem Hang zu peinlichen Zufallsbegegnungen.

Daneben hat Charlotte aber auch noch eine sehr merkwürdige Mutter, die in der Weltgeschichte herumreist und sich ebenso merkwürdige Männer anlacht. Ihr neuester Fang, über den sie Charlotte per SMS unterrichtet, ist ein Grönländer namens Jörn. Und Charlottes Gelegenheitsfreund Marc ist für sie das i-Tüpfelchen für den Nervenzusammenbruch: ausgerechnet Marc mit seiner Bindungsphobie hat sich verlobt und will heiraten! Dies bedeutet: keine zwanglosen Treffen zu grandiosem Sex mehr!

Pinguinwetter macht einfach Spaß. Ich hatte das Buch mit nach Leipzig genommen und habe einige Kapitel daraus einer Freundin vorgelesen, was nicht nur einmal in lautem Gelächter endete. Besonders Charlotte und ihre Freundin Trine trieben uns die Lachtränen in die Augen. Beide sind so herrlich chaotisch und liebenswert, dass man sie einfach gern haben muss.

Das Buch hat alles, was man für ein paar amüsante Lesestunden braucht: eine chaotische Heldin mit einer Vorliebe für kursiv gedruckte Selbstgespräche; sich sorgende Freundinnen, die Charlotte gerne helfen wollen, dabei aber eigentlich alles nur noch schlimmer machen; attraktive Männer, die Charlotte mit ihren unterschiedlichen Vorzügen umgarnen und eine herrlich schräge Familie, die Charlotte in den Wahnsinn treibt, ohne die sie aber auch nicht leben könnte. Insgesamt ergibt dies ein äußerst lesenswertes Debüt :-)