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Schmidt, Eva Heike: Purpurmond

Originaltitel:
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Autor/in:

Verlag:

Themen:
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Reihe:
-
Seiten: 352
Preis: 14,99 €, Hardcover
ISBN: 9783426283660
Erscheinungsdatum: 01.03.2012

Frisch mit ihren Eltern nach Bamberg gezogen, wird die 17-jährige Cat von einigen Mitschülerinnen zu einer Party im alten Drudenhaus eingeladen. Obwohl sie Bedenken hat, sagt Cat in einem naiven Moment zu. Selber Schuld möchte man da sagen, denn natürlich sperrt die zickige Anführerin der Clique Cat in dem dunklen Gemäuer ein. Auf der Suche nach einem Ausweg ertastet Cat in der Dunkelheit einen alten Halsreif, probiert diesen an (was soll auch schon passieren?) und landet dadurch unvermittelt im Jahre 1632 – das letzte Jahr der Hexenverfolgung in der Stadt. Sehr gefährlich für das moderne Mädchen, denn sie kleidet sich für die Zeit nicht nur unangemessen, sondern hat zudem auch noch rote Haare. Außerdem stellt Cat recht schnell fest, dass sie den Halsreif nicht mehr abnehmen kann. Mehr noch, mit dem abnehmenden Mond wird der Reif immer enger und droht ihr die Luft abzuschnüren. Cat muss nicht nur schnellstmöglich einen Weg finden, um den Fluch zu brechen, sondern gleichzeitig auch ihre in der Vergangenheit neugewonnene Freundin Dorothea vor dem Scheiterhaufen bewahren.

Hexen und ein historisches Setting sind zwei Themen, denen ich eigentlich nicht so zugeneigt bin. Trotzdem wollte ich Purpurmond eine Chance geben und wurde auch nicht enttäuscht. Cats Geschichte ist spannungsgeladen und actionreich und hat mich sehr gut unterhalten. Die Autorin erklärt in ihren Anmerkungen am Ende des Buches, dass sie sich historischer Fakten bedient, diese jedoch für ihre Geschichte verändert hat. Trotzdem erschien mir ihre Darstellung des vergangenen Bambergs sehr realistisch und ich fühlte mich gut in die damalige Zeit zurückversetzt.

Natürlich darf auch in diesem Jugendbuch die obligatorische zarte Liebe nicht fehlen. Cats Gefühle für Dorotheas Bruder Jakob sind zwar ganz süß, für die Geschichte aber nicht wirklich notwendig. Cat käme auch gut ohne den zögerlichen Mönch zurecht, der zwischen seiner Pflicht und der aufkeimenden Liebe hin- und hergerissen ist.

Punktabzug gibt es, weil mir Cats Art zu anstrengend und unglaubwürdig war. Sie ist eine starke Persönlichkeit und lässt sich nicht leicht unterkriegen, was natürlich äußerst positive Eigenschaften sind. Leider schießt Frau Schmidt bei Cats Charakterisierung aber über das Ziel hinaus. Cat ist mir einfach viel zu vorlaut und altklug. Auf gefühlt jeder Seite wirft sie mit Vergleichen um sich, die mit der Zeit immer verrückter werden und mich 1. fragen ließen „Woher weiß ein 17-jähriges Mädchen sowas?“ und mir 2. schon nach kurzer Zeit gehörig auf die Nerven gingen. Es ist ja schön und gut, mit Vergleichen ein Bild vor dem inneren Auge heraufbeschwören zu wollen, aber ein bisschen Fantasie muss man dem Leser bitte auch noch lassen. Außerdem weiß ich im Gegensatz zu Cat z. B. nicht, wie „von der Sonne ausgebleichte Knochen“ (S. 291) aussehen – und ehrlich gesagt kann ich auch gut darauf verzichten, es je live herauszufinden.

Insgesamt handelt es sich bei Purpurmond um einen sehr lesenswerten Fantasyroman. Wenn die Autorin noch ein wenig an ihrer zu bildreichen Sprache feilt, werden mir die nächsten Bücher bestimmt noch besser gefallen :-)


Whitcomb, Laura: Silberlicht

Originaltitel:
A Certain Slant of Light
Autor/in:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
A Certain Slant of Light 1 von 2
Seiten: 310
Preis: 14,95 €, Hardcover
ISBN: 9783426283288
Erscheinungsdatum: 11.03.2010

Seit vielen Jahren schon wandelt Helen als Lichtgestalt auf Erden. Als Muse flüstert sie Schriftstellern, die sie ihre Bewahrer nennt, Ideen ins Ohr und löst ihre Schreibblockaden. Obwohl sie sich immer in der Nähe ihrer Bewahrer aufhält, ist sie doch einsam, da niemand sie sehen kann. Bis zu dem Tag, an dem sie von James wahrgenommen wird. James entpuppt sich ebenfalls als Lichtgestalt, die in den Körper eines jugendlichen Mannes gefahren ist. Helen wählt ihn als ihren neuen Bewahrer, um bei ihm zu sein. Es dauert nicht lange, und die beiden verlieben sich ineinander. Sie beschließen ein Gefäß für Helen zu suchen, um sich auch körperlich nahe sein zu können.

Doch damit fangen die Probleme erst richtig an: James und Helen besitzen nicht die Erinnerungen der ursprünglichen Besitzer der Körper, weshalb sie sich natürlich anders benehmen, als ihre Umwelt es gewöhnt ist. Vor allem Helen hat es nicht leicht. Ihre neue Familie ist tief religiös und die Eltern sind ganz und gar nicht damit einverstanden, dass ihre „Tochter“ einen Verehrer hat. Besitzt James‘ und Helens Liebe unter diesen Umständen eine Chance?

Die Autorin Laura Whitcomb legt mit Silberlicht ein wunderschönes Debüt vor, das verdient mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Zwar folgt die Veröffentlichung dem allgemeinen Trend der Romantic Fantasy, doch sind Helen und James keine Vampire mit übernatürlichen Fähigkeiten oder ähnliches, sondern ganz normale Menschen, die nach ihrem Tod statt in den Himmel aufzufahren als Licht auf der Erde spuken. Beide sind darüber hinaus erst als Erwachsene verstorben und damit geistig reifer als die jugendlichen Protagonisten anderer Romane dieser Art. Im Gegensatz zu James hat Helen deswegen auch einige Schwierigkeiten, sich der heutigen jugendlichen Sprache anzupassen, ganz zu schweigen vom Autofahren, zu dem ihr Vater sie animieren will, waren doch in ihrer Zeit die Autos noch nicht einmal erfunden.
Ein Buch für Fans romantischer Geschichten, die auch einem leicht kitschigen Ende nicht abgeneigt sind.