Archive

Price, Lissa: Starters

Originaltitel:
Starters
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
Starters and Enders 1 von 2
Seiten: 400
Preis: 15,99 €, Hardcover
ISBN: 9783492702638
Erscheinungsdatum: 12.03.2012
Bewertung:

In den sogenannten Sporenkriegen starben in den USA alle Menschen zwischen 20 und 60. Seither teilt sich die Gesellschaft in junge Menschen und alte Menschen, genannt Starters und Enders. Minderjährige ohne Großeltern werden in Heimen zusammengepfercht, Sklavenarbeit wurde wieder legalisiert. Die Enders werden bis zu 200 Jahre alt und sehnen sich nach der Beweglichkeit junger Jahre zurück. Die geheime Firma Prime Destinations kann bei diesem „Problem“ helfen. Sie vermieten die Körper von Starters gegen Geld an Enders, die sich wieder jung fühlen wollen.
Callie ist 16 Jahre alt und schlägt sich zusammen mit ihrem kleinen Bruder Tyler und einem Freund namens Michael gerade so durch. Sie übernachten in verlassenen Bürogebäuden und sind immer auf der Flucht vor den Marshals, die sie einfangen und ins Heim bringen wollen. Tyler ist krank und Callie sieht keinen anderen Ausweg mehr, als ihren Körper an Prime Destinations zu verkaufen, um an Geld zu kommen. Drei Einsätze werden von ihr verlangt. Ihr wird ein Chip ins Gehirn gepflanzt, mit dem das Bewusstsein der Enders in ihr Gehirn übertragen werden kann. Doch etwas geht schief, Callie erwacht in ihrem Körper, bevor die Zeit der Mieterin abgelaufen ist. Als Callie zu Prime Destinations zurückkehren will, hört sie die Stimme der Mieterin, deren Name Helena ist, in ihrem Kopf. Helena warnt sie, zur Firma zu gehen, denn ihrer beider Leben steht auf dem Spiel!

Das Grundsetting mit den Körpern, in die ein Bewusstsein übertragen wird, erinnerte mich an die kurzlebige TV-Serie Dollhouse von Joss Whedon, in der Menschen ihren Körper verkaufen und andere Persönlichkeiten in das Gehirn „geladen“ werden, die dann Missionen erfüllen. Bis auf diese Übereinstimmung haben Buch und Serie aber wenig gemeinsam.

In der Welt von Starters sind junge Menschen nichts wert. Die Enders haben die Herrschaft übernommen und unterdrücken die Starters in allen Bereichen. Erklärt wird dies u.a. damit, dass aufgrund der höheren Lebenserwartung die Enders länger arbeiten und die Starters ihnen die Arbeit wegnehmen würden. Warum die Starters aber vollkommen unterjocht werden und keinerlei Rechte haben – sie dürfen auch nicht wählen – wird nicht zufriedenstellend erklärt. Sollten die Enders die Starters nicht eigentlich fördern und eine Möglichkeit finden, sie wieder fruchtbar zu machen? Seit den Impfungen gegen die Sporen sind Schwangerschaften nämlich ausgeblieben. Früher oder später würde die Gesellschaft also vollkommen aussterben.

Dass ein Krieg die Moral eines ganzen Landes so dermaßen über den Haufen werfen kann, fand ich etwas unglaubwürdig, spannend war die Geschichte aber trotzdem. Prime Destinations mit dem gruseligen „Old Man“ als Oberhaupt verfolgt grausame Ziele, die nur Callie mit der Unterstützung von Helena vereiteln kann. Dabei muss sie sehr genau aufpassen, wem sie vertraut, denn sie kann sich nie sicher sein, wem sie gerade gegenübersteht.
Natürlich darf auch die obligatorische Dreiecksgeschichte nicht fehlen, die allerdings nicht allzu detailliert ausgeschmückt wird und auf jeden Fall in eine andere Richtung geht als normalerweise. Eigentlich streicht sich eine Figur nämlich ganz von selbst aus der Gleichung und wenn sich die Autorin diese Person im nächsten Band trotzdem noch offen hält, möchte ich mir schon jetzt vorsorglich die Haare raufen. Von Romantik keine Spur. Ignorieren wir also die Liebesgeschichte und es bleibt eine spannende Zukunftsvision, bei der man wieder einmal betet, sie möge sich in der Realität niemals so umsetzen lassen!

Die Serie

Enders - Porträt eines Marshals: Die Bonus-Story (Starters, #1.25) Porträt einer Spore (Starters, #1.5)


Barreau, Nicolas: Die Frau meines Lebens

Originaltitel:
-
Autor/in:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
-
Seiten: 144
Preis: 8,95 €, Taschenbuch
ISBN: 9783492253567
Erscheinungsdatum: April 2009
Bewertung:

Eines Tages in seiner Mittagspause begegnet der Buchhändler Antoine der Frau seines Lebens – in seinem Lieblingscafé sitzt sie auf seinem Lieblingsplatz und sieht einfach umwerfend aus. Obwohl die Frau Interesse signalisiert traut sich Antoine nicht den ersten Schritt zu machen. Und die schöne Unbekannte begrüßt nur einige Minuten später liebevoll einen anderen Mann; alle Hoffnung scheint zerstört. Doch im Vorbeigehen wirft sie dem geknickten Buchhändler eine Karte mit ihrer Telefonnummer zu!
Antoine schwebt auf Wolke 7 und gibt sich in einem Park Träumereien hin, während er darauf wartet, seine Angebetete anrufen zu dürfen. Das Schicksal scheint es jedoch nicht gut mit ihm zu meinen, denn eine Taube erledigt ihr Geschäft genau auf dem Kärtchen, sodass die letzte Ziffer der Nummer unleserlich ist. Antoine hat deshalb die Wahl zwischen zehn verschiedenen Telefonnummern, um die Frau seines Lebens zu erreichen.

Die Frau meines Lebens ist mit seinen 144 Seiten eine schnelle Lektüre. Antoines Weg ist gepflastert mit Enttäuschungen und vorhersehbaren Missverständnissen, die in das ebenso vorhersehbare Ende münden. Der Weg dorthin ist jedoch recht amüsant und unterhaltsam. So hat Antoine neben einem Metzger und einer einem amourösen Abenteuer nicht abgeneigten rüstigen Dame auch eine alte Frau am Telefon, die ständig nach einem Dimitri schreit, der bald heiratet. Antoines Hang zur Dramatik fand ich ein wenig übertrieben, aber das liegt vielleicht auch einfach daran, dass mir die Liebe auf den ersten Blick noch nicht begegnet ist. Oder ist es einfach typisch französische Art? Ich weiß es nicht. Der liebeskranke Buchhändler lässt jedenfalls nichts unversucht um seine Traumfrau wiederzufinden und trägt natürlich mit seinen Fantasien zu dem ein oder anderen Missverständnis bei. Dabei durchquert er halb Paris und weckt in mir die Lust an einer Reise in die Stadt der Liebe.

Wer eine locker-leichte Liebesgeschichte in französischem Stil lesen möchte, ist hier definitiv gut bedient. Und wer die eigene wahre Liebe noch nicht gefunden hat, kann hier zumindest mit Buchhändler Antoine auf der Suche nach der Frau seines Lebens mitschmachten.


Hosseini, Khaled: Drachenläufer

Originaltitel:
The Kite Runner
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 385
Preis: 10,95 €, Taschenbuch
ISBN: 9783833301490
Erscheinungsdatum: 08.09.2007
Bewertung:

Amir und Hassan sind ungleiche Freunde im Afghanistan der 70er Jahre. Amir gehört zu den Paschtunen und ist der Sohn eines reichen und beliebten Mannes, Hassan gehört zu den Hazara, die diskriminiert und verachtet werden. Er ist der Sohn des Hausdieners und verehrt Amir sehr.
Nach einem Drachenturnier im Winter 1975 wird Hassan missbraucht und Amir kommt ihm nicht zuhilfe, weil er zu viel Angst hat. Daran zerbricht letztendlich ihre Freundschaft, da Amir es nicht ertragen kann, dass Hassan weiterhin seine Nähe sucht. Amir und sein Vater verlassen Afghanistan und wandern nach Amerika aus. Jahre später erhält Amir einen Anruf aus der Vergangenheit. Es ist 2001, die Taliban haben Afghanistan fest im Griff. Amir macht sich auf in sein altes Heimatland, um seine Schuld, die ihn all die Jahre über quälte, zu tilgen. Dabei muss er sich auch mit dem vom Krieg zerstörten Land auseinandersetzen, das so gar nicht zu seinen Kindheitserinnerungen passen will.

Der Autor Khaled Hosseini stammt selbst aus Afghanistan und hat die im Buch beschriebene Zeit vor den Kriegen selbst erlebt. Es ist sehr interessant, mal eine andere Seite dieses Landes gezeigt zu bekommen, das heutzutage doch fast nur noch für seine Selbstmordattentäter und Diskussionen um deutsche Bundeswehrtruppen bekannt ist. Amirs und Hassans Geschichte geht einem sehr nahe. Teilweise sind mir sogar die Tränen gekommen. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, aber soviel sei gesagt: das Buch hält einige überraschende Wendungen bereit.

2007 wurde das Buch in einen Kinofilm umgesetzt. Zumindest die Szenen, die im Trailer gezeigt werden, halten sich eng an die Buchvorlage, sodass mir direkt wieder die Tränen kamen. Den Film möchte ich mir gerne noch irgendwann ansehen.


Picoult, Jodi: Das Herz ihrer Tochter

Originaltitel:
Change of Heart
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 464
Preis: 19,95 €, Hardcover
ISBN: 9783492053006
Erscheinungsdatum: 01.09.2009
Bewertung:

Vor elf Jahren wurde der Zimmermann Shay Bourne für den Mord an dem Polizisten Kurt und seiner Stieftochter Elisabeth Nealon zum Tode verurteilt. Nachdem seine letzte Berufung abgelehnt wurde, wird er in ein neues Gefängnis verlegt und wartet dort auf die Vollstreckung der Todesstrafe. Mit seinem Eintreffen in Block 1 beginnen merkwürdige Dinge: Wein fließt aus den Leitungen, ein toter Vogel erwacht wieder zum Leben und der Häftling Lucius, der an Aids leidet, scheint auf wundersame Weise wieder gesund zu sein. Schnell dringt die Nachricht dieser Wunder in die Außenwelt und es dauert nicht lange, bis die ersten Menschen Shay als den Messias verehren.

Nachdem Shay im Fernsehen davon erfährt, dass Claire Nealon, Tochter des ermordeten Polizisten, eine Herztransplantation benötigt, will er ihr unbedingt sein Herz spenden, was allerdings nicht möglich sein dürfte, da er durch eine tödliche Injektion sterben soll, die das Herz unbrauchbar macht. Dies ruft Maggie, eine Anwältin der Amerikanischen Bürgerrechtsunion auf den Plan. Sie will dafür sorgen, dass Shay stattdessen gehängt wird und begründet dies mit Shays religiöser Überzeugung, nur durch eine Organspende Erlösung zu erfahren. Doch eigentlich will sie mit diesem Fall die Diskussion um die Todesstrafe wieder in die Medien bringen. Ebenfalls involviert ist Father Michael, der vom Gefängnis als Seelsorger angefordert wird. Er war vor elf Jahren einer der Geschworenen, die Shay Bourne zum Tode verurteilt haben. Der Umgang mit Shay erschüttert seinen Glauben. Ist Shay wirklich Jesus?

Also erstmal ist der Titel des Buches absolut unpassend und „Das Herz des Mörders“ wäre genauer gewesen, wenn auch „Das Herz ihrer Tochter“ natürlich viel besser klingt und sich nahtlos in die Reihe der anderen deutschen Jodi Picoult Titel einfügt. Auch die offizielle Inhaltsangabe ist irreführend. June Nealon und ihre Tochter nehmen im Vergleich mit den anderen Charakteren den kleinsten Teil des Buches ein. Vielmehr dreht sich die Geschichte um Shay, die Todesstrafe und den Glauben. Das Buch ist gut zu lesen, aber diese Shay-Jesus-Geschichte war mir doch etwas zu weit hergeholt. Zwar werden am Ende einige offene Fragen aufgeklärt, doch bleibt für mich zweifelhaft, wie es möglich sein soll, dass ein erwachsener Mann einem Kind sein Herz spenden kann.