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[Rezension] Bird Box – Schließe deine Augen

Originaltitel:
Bird Box
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 320
Preis: 19,99 €, Hardcover
ISBN: 9783764531218
Erscheinungsdatum: 16.03.2015

Die Handlung

Gerade als Malorie bemerkt, dass sie schwanger ist, passieren überall auf der Welt merkwürdige Vorfälle, bei denen Menschen wahnsinnig werden und sich auf grauenvolle Weise das Leben nehmen. Schnell wird klar, dass alle Betroffenen etwas gesehen haben, dass sie wahnsinnig gemacht hat. Aber um was es sich dabei handelt, weiß niemand. Die Menschen verbarrikadieren sich in ihren Häusern und verhängen alle Fenster und Öffnungen, in der Hoffnung, verschont zu bleiben. In dieser neuen Welt, die von Dunkelheit und Augenbinden bestimmt ist, wird Malorie ihr Kind aufziehen müssen.

Das war gut

Dem Autor gelingt es hervorragend, eine gruselige Atmosphäre zu schaffen. Obwohl der Schrecken sehr abstrakt ist, reichen schon die Szenen mit Augenbinden, um Gänsehaut hervorzurufen. Und obwohl ich mehr als alt genug bin, um zu wissen, dass Übernatürliches nicht existiert, habe ich den Weg vom Lichtschalter zum Bett im Dunkeln in 3-facher Geschwindigkeit zurückgelegt ;)

Malorie ist Anfang 20 und schwanger und trotz allem der wohl stärkste Charakter in dem Haus voller Überlebender. Sie schreckt nicht vor unangenehmen Wahrheiten zurück und tut, was getan werden muss, auch um ihr Kind zu beschützen.

Das hat mir nicht gefallen

Ich hätte mir – wie so oft – mehr Erklärungen gewünscht: was verursacht den Wahnsinn genau? Warum? Woher kommt das, was man sieht, wenn man verrückt wird usw. Aber im Horrorgenre ist diese Ungewissheit wahrscheinlich üblich, vermute ich.

Ich fand es schade, dass die Figuren rund um Malorie kaum über Statistenrollen hinaus dargestellt werden. Die Gruppe Überlebender macht immerhin die Hälfte des Buches aus und hätte ruhig mehr Hintergrundgeschichte bekommen können. Ich verstehe aber, dass der Autor sich hier voll auf Malories Perspektive und Gefühle konzentriert, um diese spürbar zu machen.

Und daraus folgt

Mit Bird Box ist Josh Malerman ein furchterregendes Debüt gelungen, dass einem die Haare zu Berge stehen lässt, ohne dabei auf effekthaschende Splattermomente setzen zu müssen. Wer wie ich eher subtilen Horror statt Gemetzel bevorzugt, der sollte mal einen Blick riskieren. Aber vergesst eure Augenbinden nicht und schließt eure Türen gut ab!