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White, Kiersten: Flames ’n‘ Roses – Lebe lieber übersinnlich

Originaltitel:
Paranormalcy
Autor/in:

Verlag:

Themen:
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Reihe:
Paranormalcy 1 von 3
Seiten: 380
Preis: 17,95 €, Hardcover
ISBN: 9783785572382
Erscheinungsdatum: 06.06.2011

Seit sie ein kleines Kind war arbeitet Evie für die Internationalen Behörde zur Kontrolle Paranormaler. Sie hat die einzigartige Fähigkeit, hinter die „Cover“ übernatürlicher Wesen blicken zu können. Wo andere z. B. einen umwerfend gutaussehenden Menschen sehen, erkennt Evie hinter dem Cover die vermoderte Leiche eines Vampirs. Eine sehr hilfreiche, aber auch unangenehme Fähigkeit, mit der sie die Paranormalen fangen und mittels Fußfessel außer Gefecht setzen kann. Eigentlich will Evie aber lieber normal sein, wie die Figuren ihrer Lieblingssoap „Easton Heights“ zur Highschool gehen und – ihr größter Traum – einen eigenen Spind haben! Eines Tages ist es allerdings vorbei mit Evies entspannter Routine. Paranormale werden ermordet aufgefunden und ein jugendlicher Gestaltwandler bricht in die Behörde ein und stellt Evies bisheriges Leben auf den Kopf!

Im Vorfeld ist mir das Buch vor allem durch eins aufgefallen: die zahlreichen Coverdiskussionen, die sich über die deutsche Aufmachung des Buches beschweren. Besonders schön finde ich das Cover zwar auch nicht, aber im Gegensatz zum Original passt es sehr gut zur Geschichte. Denn Evie es mädchenhaft und rosa, trägt Kleidchen und Stiefel. Sogar ihr Taser, den sie liebevoll „Tasey“ getauft hat, ist rosa und mit Strasssteinchen beklebt. Purer Kitsch also. Und ich liebe es! Auch in mir schlummert heimlich eine kleine Barbie, sodass ich mich mit Evie sehr gut identifizieren konnte.

Besonders fasziniert hat mich tatsächlich die Rolle der Elfen, man glaubt es kaum. Normalerweise mache ich um Bücher mit Elfen einen großen Bogen, weil die Geschichten immer so langweilig klingen. Hier spielen die Elfen allerdings nicht die Hauptrolle und als Nebencharaktere gefielen sie mir gut. Allen voran natürlich Reth, der undurchsichtige „Ex-Freund“ von Evie, der ständig unvermittelt auftaucht und Evie auch gerne mal entführt, sobald er die ihm erteilten Befehle dahingehend zurechtbiegen kann.

Wer bei Flames ’n‘ Roses ernsthafte Fantasy erwartet, sollte sich lieber ein anderes Buch suchen. Denn die von Evie erzählte Geschichte ist alles, nur nicht ernsthaft. Oberflächlich, mädchenhaft, romantisch und sehr sehr unterhaltsam. Wer nach einer locker flockigen Lektüre zum entspannten Lesen sucht, ist hier genau richtig! Und wie das bei Jugendbüchern gerade so üblich ist, erwarten uns noch zwei weitere Teile um Evie, Lend und andere paranormalen Wesen.

Die Serie


Reichs, Kathy: Virals – Tote können nicht mehr reden

Originaltitel:
Virals
Autor/in:

Verlag:

Themen:
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Reihe:
Tory Brennan 1
Seiten: 480
Preis: 18,99 €, Hardcover
ISBN: 9783570152881
Erscheinungsdatum: März 2011

Tory Brennan ist 14 Jahre alt und hat vor sechs Monaten ihre Mutter verloren. Infolge dessen lernte sie ihren Vater kennen und lebt seitdem bei ihm auf Morris Island, einer Insel vor Charleston, South Carolina. Sie erfährt auch, dass sie mit der berühmten forensischen Anthropologin Tempe Brennan verwandt ist, mit der sie auch die gleiche wissenschaftliche Leidenschaft teilt.
Gemeinsam mit ihren drei Freunden entdeckt Tory eines Tages eine Erkennungsmarke des Militärs, die der Ausgangspunkt eines großen Abenteuers wird. Die Tochter des Soldaten, dem die Erkennungsmarke gehörte, Katherine Heaton, verschwand vor vierzig Jahren spurlos, nur kurz nachdem ihr Vater im Krieg gefallen war. Dank ihrer Beobachtungsgabe und ihres Scharfsinns findet Tory schon bald die Leiche, bzw. das Skelett des vermissten Teenagers, ohne zu wissen in welche Gefahr sie sich damit begibt. Denn Katherine Heatons Mörder setzt alles daran, dass sein Geheimnis nicht aufgedeckt wird. Zu allem Überfluss wird Torys Clique bei der Rettung eines Wolfshunds von einem genetisch veränderten Virus infiziert, der ihre DNA für immer verändert.

Virals schien mir als erstes Buch einer Reihe ein perfekter Einstieg in das Werk von Kathy Reichs zu sein, da ich zuvor noch nie einen Roman von ihr gelesen hatte. Leider hat mir das Buch überhaupt nicht gefallen. Die Grundidee einer Teenagerclique, die einen Mord aufklärt, gefällt mir dabei eigentlich noch ganz gut und auch die Charaktere selbst sind mir recht sympathisch, aber das ganze Drumherum ist gewöhnungsbedürftig. Zuerst die Sprache: Tory tritt als Ich-Erzählerin auf und begleitet einen durch die Geschichte. Dabei bemüht sie sich, dem unwissenden Leser alles genau zu erklären, was mich schon sehr irritiert hat. Tory spricht mit mir! Und das ging mir schon ziemlich bald auf den Keks. Diese betonte Coolness und Jugendlichkeit nervt einfach tierisch. Ich will nicht, das die Protagonistin ständig Sätze wie „Hab ich schon erwähnt[…]?“ oder „Was, ihr seid nicht beeindruckt?“ vom Stapel lässt, um mich als quasi fünftes Mitglied in der Clique einzubeziehen.
Dann wäre da noch die Konstruktion der Geschichte. Alles ist geheimnisvoll und verschwörerisch und Katherine Heaton wurde ganz offensichtlich von einer machtvollen Person umgebracht. Auch der Leiter des Instituts, in dem Torys Vater arbeitet, führt zwielichtige Geschäfte und scheint der große Böse zu sein. Und dann vergisst er, den Werkscode seiner ach so geheimen und hochgesicherten Labortür zu ändern, damit die Clique dort einfach hindurchspazieren kann?! Genauso unglaubwürdig sind einige andere Stellen, an denen Tory oder einem der Jungs etwas schier unglaubliches gelingt und Tory keine andere Erklärung hat als „Fragt mich nicht, wie ich das gemacht habe[…]“ Ist Frau Reichs da etwa nichts besseres eingefallen? Überhaupt hat es sich die Autorin mit der Einführung der Infizierung der Protagonisten sehr einfach gemacht. Immer wenn Gefahr droht oder Hindernisse unüberwindbar scheinen macht es einfach KLICK und die Virals, wie sich die vier später nennen, verwandeln sich in eine bessere, wolfsartige Version ihrer selbst, damit ihnen niemand etwas anhaben kann. Ist doch praktisch, oder? Schwächen? Anscheinend keine.

Zusammengefasst erscheint mir Frau Reichs Virals als schlechte Kopie ihrer Bestsellerreihe um Tempe Brennan mit unnötigen SciFi-Elementen. Überhaupt ist die Verwandschaft zwischen Tory und Tempe eigentlich völlig unerheblich für die Geschichte, bietet aber in Zukunft wahrscheinlich noch einigen Raum für gegenseitige Gastauftritte. Apropos Verwandtschaft, vielleicht kann jemand für mich Licht ins Dunkel bringen? Tory sagt, dass ihr Vater Kit bis zum Tod ihrer Mutter keine Ahnung von seiner Vaterschaft hatte. Er trägt auch einen anderen Namen als Tory. Es liegt also nahe, dass Tempe Brennan eine Verwandte von Tory Brennan mütterlicherseits sein muss. Aber Tory erfährt erst von ihrem Vater, dass Tempe mit ihr verwandt ist, was diese automatisch zur Tante von Kit (Tempe ist die Schwester der Großmutter von Tory) machen müsste. Und zu einer alten Schachtel. Wie kommt dann die Namensgleichheit zustande? Wäre für Hinweise sehr dankbar!


Grant, Michael: Gone 2 – Hunger

Originaltitel:
Gone 2 - Hunger
Autor/in:

Verlag:

Themen:
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Reihe:
Gone 2 von 6
Seiten: 496
Preis: 17,95 €, Hardcover
ISBN: 9783473353224
Erscheinungsdatum: November 2010

Nach dem Ende des ersten Buches hat Sam, der Bürgermeister der FAYZ, immer noch alle Hände voll zu tun. Nachdem die Kinder und Jugendlichen sich hauptsächlich von Keksen und Konservendosen ernährt haben sind Fleisch und Gemüse verdorben, das Essen geht zur Neige. Abhilfe könnten die Felder außerhalb der Stadt schaffen, doch die ernten sich nicht von allein. Sam und sein Team schaffen es trotz aller Bemühungen nicht, genügend arbeitsfähige Kinder für die Ernte zu mobilisieren. Die Überlebenden verbringen ihre Tage lieber damit, vor dem Fernseher zu hocken oder zu spielen, ohne sich dem Ernst der Lage bewusst zu sein. Erschwerend kommt hinzu, dass die Felder nach und nach von Killerwürmern in Beschlag genommen werden, die ein gefahrloses Betreten unmöglich machen, wie einer der Jugendlichen schmerzhaft am eigenen Leib erfahren muss.
Am liebsten würde Sam seinen Job einfach hinschmeißen, da er sich mit der Situation trotz Unterstützung von Astrid und Co. überfordert fühlt. Doch die plötzliche Rückkehr von Caine ins Geschehen lässt Sam kaum zu Atem kommen. Drei Monate war Caine außer Gefecht gesetzt. Und kaum ist wieder auf den Beinen, will er sich das Kraftwerk unter den Nagel reißen, um Druck auf die Stadt auszuüben. Wer den Strom hat, hat die Macht.

Im zweiten Teil der auf sechs Bücher angelegten Reihe passiert wieder so viel in so kurzer Zeit, dass einem selbst kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt. Während Sam z. B. in der Stadt noch mit der Essensbeschaffung zugange ist und Caine seine Pläne schmiedet, hat die Heilerin Lana ganz andere Vorstellungen davon, was zu tun ist. Sie will die Dunkelheit in der Mine vernichten, da diese sie nicht in Ruhe lässt und sie in Gedanken zu sich ruft. Gegen Ende verdichten sich die Handlungsstränge und führen alle Protagonisten hinaus in die karge Landschaft, um eine weitere Katastrophe zu verhindern.

Gleichzeitig entwickelt sich in der Stadt ein Hass auf die Kinder mit Fähigkeiten. Die „Normalos“ bezeichnen diese abfällig als Freaks und als versehentlich ein Normalo getötet wird, eskaliert die Situation. Unter der Führung eines Jungen namens Zil formiert sich eine Gruppe, die sich „Human Crew“ nennt und für Gerechtigkeit sorgen will, indem sie andere normale Kinder gegen die Mutierten aufstachelt und zur Hetzjagd aufruft. Dieser sich aufbauende Konflikt könnte im nächsten Band für reichlich Zündstoff sorgen, wie die kurze Leseprobe bereits vermuten lässt.

Die Geschehnisse in Gone 2 – Hunger bestätigen meine Einschätzung, dass die Reihe sich an Jugendliche ab mindestens 14 Jahre richtet, auch wenn der Ravensburger Verlag auf seiner Website an der Altersempfehlung ab 12 festhält. Allein der Anfang, als ein Jugendlicher vor den Augen seiner Freunde von den Würmern bis auf die Knochen abgenagt wird, ist so grausam, dass ich schockiert war. Michael Grant erspart seinen Protagonisten keine Tortur und scheint dem Horror sehr zugetan zu sein. So lässt er sein Buch auch genretypisch mit einer albtraumhaften Szene enden, die bei mir für Gänsehaut sorgte :-(
Obwohl meine Lektüre des ersten Teils bereits einige Zeit zurückliegt, hatte ich keine Schwierigkeiten, mich wieder in die Geschichte einzufinden. Mindestens so spannend wie Teil 1!


Ward, Rachel: Numbers: Den Tod im Blick

Originaltitel:
Numbers
Autor/in:

Verlag:

Themen:

Reihe:
Numbers 1 von 3
Seiten: 368
Preis: 13,95 €, Trade Paperback
ISBN: 9783551520074
Erscheinungsdatum: 01.04.2010

Die 15-jährige Jem hat ein Geheimnis, das sie niemandem erzählen kann: wenn sie einem Menschen in die Augen sieht, offenbart sich ihr das Todesdatum der Person. Seit ihre Mutter an genau dem Datum, das sie gesehen hatte, an einer Überdosis Drogen starb, weiß sie, dass die Zahlen nicht lügen. Um der Last dieses Wissens zu entgehen, hat sich Jem im Laufe der Zeit mehr und mehr von ihrer Umwelt abgekapselt. Vom Sozialamt von einer Pflegefamilie zur anderen weitergereicht, fasst sie zu niemandem Vertrauen und hält so viel Abstand, wie es nur geht, um die Zahlen nicht zu sehen und keine Beziehungen aufzubauen. Bis zu dem Tag, an dem sie mit Spinne konfrontiert wird, einem schlaksigen, unhygienischen farbigen Jungen aus ihrer Klasse. Ohne es zu wollen, beginnt sie sich mit ihm anzufreunden.

Als sie beide das Londoner Riesenrad besuchen wollen, passiert es. In der Schlange der Wartenden haben alle dieselbe Zahl. Instinktiv bringt Jem sich und Spinne in Sicherheit, gerade rechtzeitig, bevor das Riesenrad explodiert und die Menschen in den Tod reißt. Doch jemand hat sie gesehen und verrät sie an die Polizei. Spinne und Jem beschließen zu fliehen und werden schon bald von ganz England gejagt…

Ich stehe diesem Buch etwas zwiespältig gegenüber: einerseits fand ich die Geschichte spannend, andererseits gibt es viele „aber“s, die ich nicht ignorieren kann. Erstens wäre da die Sprache. Jem und Spinne würde ich eher am unteren Bildungsrand ansiedeln und dementsprechend reden die zwei auch. Klar, auch bei Gezeichnet hat es mich genervt und ich habe letztendlich darüber hinweg gesehen, aber Jem erzählt die komplette Geschichte und redet mit dem Leser nicht anders. Und sie redet wirklich mit dem Leser, fragt einen z. B. zwischendurch, ob man verstanden hat was sie meint. Zweitens finde ich die Ausgangssituation des Buches unlogisch. Zwei Jugendliche rennen weg, kurz bevor ein Riesenrad explodiert und die zwei gehen davon aus, dass die Polizei sie als Terroristen sucht? Überzeugungsarbeit seitens Erwachsenen, dass sie nur als Zeugen gesucht werden, blocken Jem und Spinne damit ab, dass die Polizei sich die Arbeit einfach machen wolle und sie ins Gefängnis stecken würde. Als ob die Polizei nicht dazu in der Lage wäre herauszufinden, dass der Attentäter bei der Explosion selber umgekommen ist. Und das Ende hat mich auch gestört. Plötzlich ist das Thema Riesenradexplosion vollkommen unerheblich, die landesweite Verfolgung von Jem und Spinne nebensächlich und die Autorin eröffnet einen Nebenplot mit Jem als Messias. Wie schon gesagt, zwiespältig. Trotz all der negativen Punkte hat mich das Buch durchaus gefesselt. Den zweiten Teil (musste das schon wieder sein?) werde ich aber wohl nicht mehr lesen.