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[In wenigen Worten] Was ich dich träumen lasse

Originaltitel:
-
Autor/in:

Verlag:

Themen:
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Reihe:
-
Seiten: 256
Preis: 14,95 €, Hardcover
ISBN: 9783785578452
Erscheinungsdatum: 20.01.2014
Bewertung:

Kurzes Fazit

Viele waren glaube ich richtig begeistert von Was ich dich träumen lasse. Ich fand das Buch auch gut, aber es hat mich nicht so tief berührt, wie ich gedacht hatte. Die Protagonistin ist ein schwieriger Charakter, auf den man sich einlassen muss, denn ihre Erzählungen wirken recht gefühllos. Die Rückblenden auf Elena und Ricos Beziehung waren zugleich interessant und irritierend. Denn wenn man genauer hinguckt, war da nicht nur alles eitel Sonnenschein, vor allem in Hinblick auf Ricos Familie. Elenas Vergangenheit wird leider auch nur angedeutet, ihre Beziehung zu Rico steht im Vordergrund. Schön fand ich, dass die Protagonistin auch Fehler machen darf, nicht alles glattgebügelt ist und die Autorin so sehr realistisch das echte Leben aufzeigt.


Pitcher, Annabel: Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims

Originaltitel:
My Sister lives on the Mantelpiece
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, , ,
Reihe:
-
Seiten: 224
Preis: 16,99 €, Hardcover
ISBN: 9783442312535
Erscheinungsdatum: 21.05.2012
Bewertung:

Zu seinem zehnten Geburtstag bekommt Jamie mit einigen Tagen Verspätung ein Spider-Man T-Shirt von seiner Mutter geschenkt, welches er von da an nicht mehr auszieht. Schließlich will er, dass seine Mutter es bei ihrem baldigen Besuch zu Gesicht bekommt und er will den Zeitpunkt nicht verpassen. Auf die Dauer wird das T-Shirt immer dreckiger und fleckiger und fängt an zu stinken, aber Jamie wartet weiter darauf, dass seine Mutter ihn besuchen kommt.

Schon alleine dieser Teilaspekt der Geschichte lässt einen schlucken und zeigt unmissverständlich, womit man es zu tun hat. Zwar lächelt Jamie den Leser niedlich und unschuldig vom Buchcover aus an, doch so unbeschwert, wie der erste Eindruck vermittelt, ist Jamies Leben ganz und gar nicht. Er ist das jüngste Kind der Familie und deshalb nicht von dem tragischen Ereignis der Familienvergangenheit gezeichnet. Stattdessen steht er abseits und lässt den Leser an seinen Beobachtungen teilhaben. Fünf Jahre zuvor starb Jamies Schwester Rose bei einem terroristischen Bombenanschlag in London. Seine Eltern können den Verlust nicht überwinden und ihre Ehe zerbricht an dem Tod der geliebten Tochter. In ihrer Welt der Trauer bemerken sie gar nicht, wie ihre anderen beiden Kinder für sie unsichtbar werden. Jamies ältere Schwester Jasmine kümmert sich um ihren kleinen Bruder, weil ihr Vater auch nach dem Umzug in eine „muslimfreie“ Gegend mehr Interesse für Bierflaschen und Roses Urne auf dem Kaminsims als für seine lebenden Kinder aufbringt. Wenn er nicht gerade trinkt, wettert er gegen Muslime, die in seinen Augen alle Terroristen sind und das Land zugrunde richten werden.

Wie es der Zufall will, freundet sich Jamie in der Schule ausgerechnet mit einem muslimischen Mädchen namens Sunya an, wohlwissend, dass er dieses Geheimnis unter allen Umständen für sich behalten muss.

Das Buch wird aus Jamies Sicht geschildert, was es mir ermöglichte, voll und ganz in seine Gedanken einzutauchen. Der Autorin gelingt es hervorragend, die Gefühle des Jungen auf den Leser zu übertragen, sodass ich genau wie Jamie keine Tränen für Rose übrig hatte, die ein Schatten der Vergangenheit bleibt und nicht greifbar wird. Ich habe mit Jamie am Fenster gesessen und gehofft, dass das nächste vorbeifahrende Auto das seiner Mutter ist und mit ihm gezittert, als Sunya zu Halloween unter einem Laken versteckt bei seinem Vater mit im Auto saß.

Das Einzige, was mich an dem Buch gestört hat, war Jasmines Unfähigkeit, die Familiensituation richtig einzuschätzen, was aber leider auch sehr realistisch ist. Es wäre weitaus besser für sie und ihren Bruder gewesen, wenn sie das Jugendamt eingeschaltet hätte, anstatt alles selbst regeln zu wollen.


Han, Jenny: Ohne dich kein Sommer

Originaltitel:
It's Not Summer Without You
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, , ,
Reihe:
Sommer 2 von 3
Seiten: 256
Preis: 14,90 €, Trade Paperback
ISBN: 9783446238923
Erscheinungsdatum: 06.02.2012
Bewertung:

Ohne dich kein Sommer ist der zweite Teil von Jenny Hans Sommertrilogie, kann aber auch gut ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes gelesen werden, da vorangegangene Ereignisse nochmals erklärt werden. Wer Teil 1 noch lesen möchte oder schon gelesen hat, für den gilt natürlich Spoilerwarnung!

Ein Jahr ist der letzte unbeschwerte Sommer von Belly her. Das erste Mal fährt sie nicht mit ihrer Familie ins Sommerhaus nach Cousins, sondern bleibt zuhause. Der Grund dafür ist, dass Suzannah, die beste Freundin von Bellys Mutter und Besitzerin des Sommerhauses, zwei Monate zuvor gestorben ist. Letztendlich ist daran auch Bellys Beziehung zu Conrad, Suzannahs älterem Sohn, gescheitert. Belly trauert der schönen Zeit hinterher und obwohl der Sommer immer ihre liebste Jahreszeit war, wünscht sie sich jetzt, dass er möglichst schnell vorüberzieht.
Als Conrads Bruder Jeremiah anruft und Belly um Hilfe bittet, weil Conrad verschwunden ist, zögert sie nicht lange. Sie sieht ihre Chance gekommen, mit Conrad wieder ins Reine zu kommen, sich für ihre grausamen Worte zu entschuldigen, die sie ihm bei der Beerdigung an den Kopf geworfen hat. Und so finden sich die drei Jugendlichen – vielleicht das letzte Mal – zusammen im Sommerhaus wieder. Während sie gemeinsam um den Erhalt ihrer zweiten Heimat kämpfen, müssen sich alle drei über ihre Gefühle klar werden. Ergänzt wird die Geschichte durch Erinnerungen an vergangene Zeiten, die teils aus Bellys, teils aus Jeremiahs Sicht erzählt werden.

Endlich wieder zurück in Cousins! Wie schon im ersten Teil vermag es die Autorin, dem Leser die Gefühle und Stimmungen der Figuren perfekt zu vermitteln. Sie fängt den Sommer so gut ein, dass man selbst glaubt am Strand zu sitzen. Aber auch die Trauer um Suzannah ist praktisch greifbar, nicht nur einmal wäre ich fast in Tränen ausgebrochen, als Belly oder Jeremiah über sie reden.

Belly möchte „ihren“ beiden Jungs wirklich zur Seite stehen, ihnen unter die Arme greifen und bei der Trauerbewältigung helfen. Conrad ist noch immer ihre große Liebe, aber er blockt Bellys Annäherungsversuche ab und ignoriert sie so gut wie möglich. Sein verschlossener Charakter macht es nicht leicht ihn gern zu haben, auch wenn hinter der Fassade ein liebenswerter und verletzlicher junger Mann verborgen zu sein scheint. Im dritten und letzten Buch soll ein Teil der Geschichte wohl aus seiner Sicht erzählt werden. Dies wird es hoffentlich leichter machen, Conrads Verhalten zu verstehen.

Bis dahin schlägt mein Herz aber auf jeden Fall für Jeremiah, der liebenswert und witzig ist und sich sehr um das Wohlergehen von Belly bemüht. Es müssen doch nicht immer die verschlossenen, mürrischen Typen sein, die attraktiv sind!

Ohne dich kein Sommer ist ein würdiger Nachfolger des ersten Teils. Belly entwickelt sich weiter, legt kindische Verhaltensweisen ab und wird so langsam erwachsen. Ich drücke ihr die Daumen, dass sie im letzten Band das große Glück findet und nach vorne blicken kann.

Die Serie


Brodie, Laura: Ich weiß, du bist hier

Originaltitel:
The Widow's Season
Autor/in:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
-
Seiten: 340
Preis: 14,90 €, Trade Paperback
ISBN: 9783423247856
Erscheinungsdatum: 01.06.2010
Bewertung:

David ist beim Kajakfahren ertrunken. Seine Leiche wurde allerdings nie gefunden. Drei Monate nach seinem vermeintlichen Tod sieht Sarah ihren Ehemann beim Einkaufen im Supermarkt. Dies bleibt nicht ihre einzige Begegnung. Ist Sarah verrückt geworden? Die Frauen in der Witwengruppe von Sarahs Freundin Margaret sind der Meinung, dass es ganz normal ist, seinen toten Ehemann ab und zu zu sehen. Sie ermutigen Sarah, sich Davids Geist zu stellen und mit ihm in Kontakt zu treten, um ihre Trauer besser verarbeiten zu können. Und so lädt Sarah David an Halloween ins Haus ein, als er plötzlich vor der Tür steht. Er scheint allerdings ganz und gar nicht so tot zu sein wie alle glauben, denn er erzählt Sarah, dass er die letzten drei Monate in ihrer Hütte am Fluss verbracht und über sein Leben nachgedacht hat. Sarah weiß nicht, ob sie diese Geschichte glauben soll oder doch nur ein Hirngespinst ihrer selbst vor sich sitzen hat. Und so verschweigt sie erst einmal auf Davids Bitte hin den Mitmenschen ihrer Umgebung von ihrer Begegnung und spielt stattdessen die trauernde Witwe, während David weiterhin in der Hütte am Fluss sein neues, verpflichtungsfreies Leben genießt…

Das Zitat von Publishers Weekly auf der Rückseite des Buches verspricht einen packenden Roman und sagt „Beim Lesen hofft man das Beste und ist dabei auf das Schlimmste gefasst“ Kurz gesagt: bis zum Ende hin ist nicht klar, ob David lebt oder nur ein Geist ist. Ich persönlich allerdings habe nicht unbedingt auf das Beste gehofft. David erscheint als egoistisches Arschloch, das seine Frau und seine Kollegen im Stich lässt, um in einer Holzhütte den Pinsel zu schwingen und sich seinem Hobby, der Malerei, zu widmen. Auch Sarah ist verständlicherweise nicht gerade begeistert von Davids plötzlicher Wandlung, kann sich aber auch nicht von ihm lossagen und besucht ihn stattdessen in der Hütte, um Zeit mit ihm zu verbringen. Ihrer Freundin Margaret und Davids besorgtem Bruder Nate, der ab und zu vorbeischaut, muss sie dafür Lügenschichten auftischen, um David nicht zu verraten. Denn sollte David wirklich noch leben, handelt es sich um vorgetäuschten Tod und damit Versicherungsbetrug.

Mir hat das Buch nicht besonders gut gefallen. Sarahs Leben plätschert dahin und eigentlich wartet man nur darauf, dass endlich enthüllt wird, ob David tot oder lebendig ist. Die Geschichte drumherum ist relativ langweilig und vorhersehbar. Vor dem Tod ihres Ehemanns hat Sarah mehrere Fehlgeburten erlitten, die sie nie richtig verarbeitet hat. Davids Verschwinden bringt sie dazu, ihre Ehe zu analysieren und ihr bisheriges Leben zu reflektieren. Die gute Frau hat bis auf die fehlenden Kinder allerdings ein recht angenehmes Leben gehabt, weiß dies nur leider nicht zu schätzen, sondern vergräbt sich am Anfang des Romans stattdessen in ihrem Bett. Im Laufe der Zeit entwickelt sich Sarah aber doch etwas weiter und ist zum Ende hin tatsächlich bereit, ihr Leben und ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Mir war Sarahs Geschichte trotzdem nicht fesselnd genug.