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When We Dream – was kann das viel diskutierte K-Pop Debüt?

Originaltitel:
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Reihe:
LOVE NXT 1 von 3
Seiten: 408
Preis: 12,90 €, Klappenbroschur
ISBN: 978373631304
Erscheinungsdatum: 30.04.2020

Hier sind wir nun und rezensieren ein Buch, das wir vor ein paar Wochen noch gar nicht lesen wollten, weil es im Vornherein schon zu einer hitzigen Diskussion kam. Zum Kontext: Das Cover von „When We Dream“ lehnt sich stark an das Albumcover von „Love Yourself: Answer“ von BTS an und der Verlag hat bestätigt, dass dies kein Versehen, sondern Absicht war, sprich: Hier wurde ganz gezielt eine Fanbase angesprochen. Eine Marketing-Maßnahme, die nicht allen gefiel. Auf Twitter entsponn sich daraufhin eine sehr unfaire Diskussion, gefolgt von Melde- und Boykottaufrufen. Da wir das sehr überzogen fanden, wollten wir dem Buch eine Chance geben, denn „Don’t judge a book by it’s cover“, richtig?

Aber worum geht’s in When We Dream denn überhaupt? Das ist schnell erzählt. Die 19-jährige Ella lebt in Chicago und ist frustriert von ihrem Wirtschaftsstudium. Bei einer Awardshow lernt sie backstage Jae-yong kennen, der ein Mitglied der südkoreanischen K-Pop-Gruppe NXT ist – die erfolgreichste Boyband der Welt; was Jae-yong Ella allerdings verschweigt. Die beiden verlieben sich ineinander und versuchen eine Beziehung aufzubauen, was aufgrund der räumlichen Distanz und Jae-yongs vertraglichen Verpflichtungen allerdings nicht gerade einfach ist.

Unsere Meinung zum Buch lest ihr im folgenden Gespräch, das wir farblich passend zum Buch kodiert haben.

Anja in rosa

Tabi in lila

When We Dream Cover

Ella und Jae-yong: ein Traumpaar?

Ich war sehr neugierig, da ich „Star und normalsterbliche Person verlieben sich“ als Plot mag, schließlich hat das schon bei „Notting Hill“ und „Cinder & Ella“ funktioniert. Ich finde den Einstieg in die Beziehung von Ella und Jae-yong jedoch nicht nur sehr problematisch, sondern auch zutiefst unglaubwürdig. Ella sitzt in der Garderobe einer großen Awardshow, als Jae-yong den Raum betritt. Mal davon abgesehen, dass sie ihn aufgrund seiner Erscheinung sofort als Künstler identifizieren müsste, was sie nicht tut, bleibt mir völlig schleierhaft, warum Jae-yong den Raum nach Beendigung seines Telefonats nicht sofort wieder verlässt. Nichts an Ellas Auftreten ist so faszinierend, dass es sein Bleiben erklären würde. Im Gegenteil, Ellas Verhalten ist so klischeehaft und peinlich, dass er eigentlich rückwärts hätte flüchten müssen. Zuallererst geht sie davon aus, dass er kein Englisch spricht; das kann ich noch nachvollziehen, da er auf koreanisch telefoniert. Aber nein, als nächstes stimmt sie ihm zu, dass er nicht wie „ein typischer Amerikaner“ aussieht und tauft Jae-yong dann in „Jay“ um, weil sie nicht in der Lage ist, seinen Namen nachzusprechen (der btw wirklich einfach ist). Dieses Othering versucht die Autorin damit zu entschuldigen, dass Ella vor Scham im Erdboden versinkt und ihr selbst bewusst ist, wie peinlich das ist, was sie da gerade sagt. Haha, wie niedlich, das kleine weiße Mädchen ist mit dem Anblick eines Asiaten überfordert. Und das, obwohl Chicago ca. 5 % asiatischstämmige Einwohner hat (laut United States Census 2010).

Noch bevor Jae-yong überhaupt den Raum betritt erfüllt Ella außerdem ein typisches Protagonistinnen-Klischee: Sie versinkt über mehrere Minuten lang in einem Buch. Ein unscheinbares Mädchen, das ein Bücherwurm ist – es wäre so erfrischend gewesen mal etwas anderes als das zu lesen. Sie vergisst darüber hinaus auch äußerst schnell den Grund, weshalb sie eigentlich da ist: Um auf ihre Schwester Liv aufzupassen. Die verläuft sich natürlich auch prompt in die Garderobe eines anderen Stars. Einfacher hätte Liv wirklich nicht entkommen können! All das dient als Aufhänger für das erste Treffen, aber die Stränge, die dafür gespannt wurden, sind einfach eine Spur zu offensichtlich.

Das ganze Buch über wurde mir nicht klar, was Ella und Jae-yong eigentlich aneinander finden. Ihre Gespräche bleiben belanglos und hölzern, ohne das großartige Chemie aufkommen würde.

Ihre Wortgefechte sind witzig und unterhaltsam, aber bis auf einige wenige Momente fehlt den beiden die Tiefe. Das liegt vielleicht auch daran, dass mit den Beschreibungen nicht gegeizt wird, wenn die beiden sich face to face sehen: Jede Aussage muss mit einer Geste ausstaffiert sein. Das führt dazu, dass unzählige Blicke ausgetauscht, ein Lächeln nach dem anderen aufgesetzt und ein ums andere Mal an einer Cola genippt wird (obwohl Ella eingangs sagt, dass sie nicht versteht, wie ihre Schwester bei der Masse an Zucker, die sie konsumiert, noch gute Zähne haben kann). Diese Wiederholung von den immer gleichen Gestiken schärft die Charaktere und die Beziehung zwischen Ella und Jae-yong jedoch nicht – sie erstickt sie mit Füllmaterial. Ihre Worte sprechen dabei doch so gut für sich allein – oder zumindest hätten sie das Potenzial dazu.

Ich glaube, „When We Dream“ funktioniert für mich vor allem deshalb nicht, weil ich Ella und Jae-yong nicht abkaufe, dass sie sich aufgrund der Ausgangssituation ineinander verlieben. Das Fundament, auf dem ihre Beziehung aufbaut, ist für mich einfach zu dünn. In „Cinder & Ella“ von Kelly Oram geht es ebenfalls darum, dass sich ein Star (hier: Schauspieler) und eine normalsterbliche Person ineinander verlieben. Aber die beiden kennen sich zu diesem Zeitpunkt bereits lange und sind befreundet, da ist es für mich nachvollziehbar, dass der schwer beschäftigte Star Zeit in die Beziehung investiert. Bei Jae-yong hingegen reichen fünf Minuten Gespräch voller Klischees und Vorurteile, um Ella wiedersehen zu wollen. I don’t get it.

Der Stil des Buches

When We Dream Cover

Fangen wir mit dem Positiven an: „When We Dream“ besticht oft und gerne durch den Humor der Autorin. Der kommt besonders schön zum Tragen, wenn Ella mit ihren Schwestern Mel und Liv oder mit Jae-yong interagiert. Das formt besonders die drei zuletzt genannten Charaktere und macht sie charmant und interessant. Ansonsten fällt der Stil jedoch durch: Besonders in der ersten Hälfte stolpert man über immer und immer wiederkehrende Phrasen wie „im nächsten Moment“. Das trägt leider sehr zu dem Gefühl bei, dass das Buch – wie eine Art To-Do Liste – eine Abfolge von mehr oder minder trivialen Handlungen ist. Natürlich gibt es viele wichtige Szenen – aber fast ebenso viel Füllmaterial. Das macht das Buch nicht nur langatmig an manchen Stellen, sondern es geht auch kostbarer Platz verloren, in dem Nebencharaktere wie Matt oder sogar Ella selbst interessanter und kantiger hätten definiert werden können. So bleiben beide sehr konstruiert und leer, besonders Ella wirkt in vielen Momenten wie ein Gefäß, das Leser:innen mit ihren eigenen Ideen ausstaffieren können.

Welche Diskrepanzen sich im Stil auftun, wird dann gegen Ende noch deutlicher: Schlüsselszenen wie im Hotel, als Ella im Zugzwang ist und eine schnelle Entscheidung unter Druck treffen muss, sind in ein bis zwei Seiten abgehandelt. Sicherlich ist ein Großteil dessen der Situation geschuldet: Ella ist verwirrt, bestimmt auch schockiert. Aber auch wenn alles an ihr vorbeirauscht ist es trotz allem sehr, sehr schwammig. Das Ende von „When We Dream“ hetzt sich dann selbst ziemlich ab und man wünscht sich als Leser:in, dass es einige der Details vom Anfang und Mittelteil eher hierher geschafft hätten.

Das mit der To-Do-Liste empfand ich auch so. Die Aufzählungen, was Ella in welcher Reihenfolge mit welcher Hand macht, waren sehr anstrengend und überflüssig. Bei den Figuren kann ich dir aber nur bedingt zustimmen: für mich blieben alle gleich blass. Und ich hatte das Gefühl, dass jede Nebenfigur aus einem ganz bestimmten Grund eingebaut wurde und darüber hinaus keine Eigenschaften hatte.

Matt: Notiz-Beschaffungsmaßnahme für versäumte Vorlesungen
Mel: Finanzierung des Lebensunterhalts
Liv: K-Pop-Expertin und Aufhänger für den Besuch der Awardshow
Lana: Übernahme von Arbeitsschichten, um Jae-yong treffen zu können
Sam: der Chauffeur (Wer ist er? Jae-yongs Management darf nichts  von seiner Beziehung wissen, also ist er nicht Management. Warum arbeitet er dann für NXT/Jae-yong?)

Was ich im obigen Abschnitt schon einmal erwähnt habe, setzt sich dann bis zum Ende fort. Wurde vorher mit Beschreibungen und Ähnlichem nicht gegeizt, ist das Ende ziemlich schnell abgehandelt. Das gilt auch für Jae-yongs Bedenken bezüglich dieser ganzen Sache zwischen ihm und Ella. Es ist als wäre er sich vorher nicht bewusst gewesen, was alles auf dem Spiel steht – und das obwohl die Risiken (und Nebenwirkungen) vergleichsweise oft und schnell auf dem Tisch waren. Zumindest nachdem Ella klar wurde, wen sie da kennengelernt hat. Natürlich erwischt einen die Realität manchmal wie ein Eimer kaltes Wasser, plötzlich und unerwartet, aber das ging mir eben einfach ein bisschen zu schnell. Zudem haben sich Charaktere wie Mel und Liv um fast 180 Grad gedreht und mit teilweise extremen Reaktionen aufgewartet, die man in dieser Intensität nicht erwartet hätte.

Es frustriert mich, dass Autor:innen es anscheinend verlernt haben, Enden zu schreiben. Erst kürzlich habe ich mich darüber geärgert, als ich „Falling Fast“ und „Flying High“ gelesen habe, denn hierbei handelt es sich um ein Buch, das einfach an einer Cliffhanger-Stelle durch zwei geteilt wurde. „When We Dream“ hat ebenso kein Ende. Bzw. es hat ein Kapitelende, aber kein BUCHende. Auf der nächsten Seite könnte es nahtlos mit der nächsten Szene weitergehen und ich prophezeie an dieser Stelle, dass es auch so kommen wird, denn wenn die Fortsetzung später ansetzt und dann in Rückblicken erzählt, was geschah, schreie ich.

Das Echo

Nachdem sich, besonders auf Twitter, noch vor dem Release des Buches einige Fronten aufgetan und Block-Chains in Kraft getreten waren, wollten viele Blogger:innen und Leser:innen der Autorin den Rücken stärken und kauften sich das Buch. Das Echo der Meinungen fiel daraufhin fast einheitlich sehr positiv aus. „When We Dream“ gilt – um es hier kurz zu pauschalisieren – als ein Wohlfühl-Buch, etwas, was man angenehm weglesen kann. Auch deshalb haben wir uns so sehr dafür interessiert – schließlich wäre das ja ein schwieriger Auftakt mit einem Happy End für das Buch und die Autorin gewesen. Dass das Buch bei uns beiden durchgefallen ist, ist eine ebenso subjektive Sache wie die vielen guten Reviews. Was uns jedoch auch aufgefallen ist, ist dass der Diskurs vor dem Erscheinen des Buches einige Ecken und Kanten glattgeschliffen hat, die unter anderen Umständen durchaus zur Sprache gekommen wären und auch unbedingt müssten. Wären die Meinungen ohne diese vorherige Diskussion trotzdem so ausgefallen? Vielleicht. Sollte auch ein Wohlfühlbuch denselben kritischen Diskurs erfahren, für den so lange gekämpft und um den so lange diskutiert wurde? Unbedingt!

Dem kann ich nur zustimmen. Bei mir entsteht der (natürlich subjektive) Eindruck, dass aufgrund der Diskussionen das Buch, vielleicht auch unbewusst, wohlwollender aufgenommen wird, als es vielleicht ohne Coverkritik der Fall gewesen wäre. Nach dem Motto „Lieber ein bisschen mehr loben als kritisieren, schließlich hatte die Debütautorin es schon schwer genug.“ Das finde ich sehr schade, denn es gibt durchaus Kritikpunkte, die man anbringen könnte.

Wie steht ihr zu der Diskussion? Werdet ihr neugierig oder nehmt ihr lieber Abstand von Büchern, die vorab einer solchen Debatte unterliegen? Und wie wirkt sich das auf eure Wahrnehmung des Buches aus? Lasst es uns wissen!


[Rezension] Winger

Originaltitel:
Winger
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
Winger 1 von 3
Seiten: 464
Preis: 19,99 €, Hardcover
ISBN: 9783551560278
Erscheinungsdatum: 29.09.2016

Winger, das ist eine Spielposition im Rugby und gleichzeitig der Spitzname des Hauptcharakters Ryan Dean West. Ryan Dean ist 14 Jahre alt und hat zwei Klassen übersprungen, wodurch er der Jüngste in seiner Stufe ist. Dass er aufgrund seiner Intelligenz und seines Alters von seinen Klassenkameraden getriezt wird, ist allerdings nicht sein größtes Problem. Zum Start des neuen Schuljahres wird er in die O-Hall für auffällig gewordene Schüler versetzt und muss zwischen all den verrückten Mitschülern um sein Leben fürchten (nicht wirklich, aber Jugendliche übertreiben gerne mal). Außerdem ist er bis über beide Ohren in seine beste Freundin verliebt, die in ihm aber nur einen kleinen Jungen zu sehen scheint.

Wie in einem klassischen High School Roman üblich, begleiten wir die Figuren durch ihren gesamten Schulalltag, erzählt aus Ryan Deans Sicht. Und der junge Mann hat es wirklich nicht leicht, überall lauern Stolperfallen und Versuchungen in Form von gruseligen Lehrern, pokerbedingten Mutproben oder „heißen“ Mädchen und Frauen in der näheren Umgebung. Ryan Deans lebhafte Fantasie hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Die Attraktivität seiner weiblichen Gegenüber bewertet er mit je nach Situation individualisierter Skala, zwischendurch werden gezeichnete Diagramme eingestreut, die seine Hirnfunktionen oder deren Ausfall erläutern sollen und manchmal verwandelt Ryan Dean Dialoge, die sich in seinem Kopf abspielen, in Comicstrips. Er schreckt allerdings auch nicht davor zurück, so manche Peinlichkeit laut auszusprechen, bei der man unwillkürlich denkt „Echt jetzt?“

Aus feministischer Sicht gibt es in diesem Buch über weite Strecken nichts zu lachen. Der männliche Protagonist pubertiert ausgiebig und objektifiziert jedes weibliche Wesen, das nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Seine beste Freundin Annie ist der kleine Gegenpol, kann aber in den meisten Kapiteln auch nicht viel ausrichten. Gegen Ende merkt man, dass Ryan Dean so langsam etwas reifer wird und erkennt, dass man nicht alle Frauen nach der „Heißheit“ beurteilen sollte, aber es ist ein langer und steiniger Weg dorthin. Auf der einen Seite finde ich es sehr schade, dass das Buch so tief in diese Klischeekiste greift, statt den männlichen Lesern zu zeigen, dass Frauen nicht nur Lustobjekte sind. Auf der anderen Seite denke ich, dass Ryan Deans Gefühlswelt wahrscheinlich ein verdammt realistischer Einblick in die Gedankenwelt eines 14-jährigen Jungen ist und damit sehr viel Identifikationspotenzial für die Zielgruppe bietet (die ich nun mal nicht bin).

Als sehr positiv empfand ich dagegen die Einbindung eines schwulen Nebencharakters, bei dem sich die Handlung nicht um seine sexuelle Selbstfindung oder das Outing der Figur dreht. Joey ist schwul und so ist das, Punkt. Selbst ebenfalls Bewohner der O-Hall und Teil des Rugbyteams, entwickelt er sich im Verlauf des Buches zu Ryan Deans bestem männlichen Freund, der immer ein Ohr für seinen jüngeren Kumpel hat und allgemein die gute Seele des Teams darstellt. Aber auch hier der Zwiespalt: es ist wahrscheinlich (leider) immer noch sehr realistisch, dass Ryan Dean sich ständig genötigt fühlt, sein „unschwules“ Verhältnis zu seinem besten Freund zu betonen, aber auf der anderen Seite hätte ich mir gewünscht, dass der Autor nicht bei jeder Gelegenheit darauf herumreitet, wie unschwul das doch alles ist.

Auch wenn hier jetzt zwei große „Ja aber!“ stehen: das Buch hat mich sehr gut unterhalten. Schon lange habe ich nicht mehr so viele Seiten am Stück gelesen. Ryan Dean ist nervig, kann ein ziemliches Arschloch sein und ist kindisch (hihi, Brüste!), aber Autor Andrew Smith schafft es trotz allem, ihn als halbwegs liebenswert darzustellen. Ich bin ja immer der Meinung, dass man die Figuren in einem Buch nicht sympathisch finden muss, um das Buch zu mögen. Ryan Deans High School wird von einer Menge Umsympathen bevölkert, aber gerade das macht das Buch so besonders. Von mir gibt es eine Leseempfehlung mit Anmerkung: über Ryan Deans Vorstellung von Frauen und Homosexuellen sollte man beim Lesen etwas kritischer nachdenken.

Weitere Meinungen

Bücherwanderin mit 5 von 5 Punkten
Stellette Reads mit 4 von 5 Stellettes
Nightingale’s Blog

Die Reihe

Winger (Winger, #1) Stand-Off (Winger, #2) Untitled (Winger, #3)


[Rezension] Der verschollene Prinz

Originaltitel:
Captive Prince
Autor/in:

Verlag:

Themen:
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Reihe:
Captive Prince 1 von 3
Seiten: 320
Preis: 12,99 €, Trade Paperback
ISBN: 9783453316089
Erscheinungsdatum: 15.06.2015

Die Handlung

Eigentlich ist der Kriegerprinz Damen der rechtmäßige Erbe von Akielos, doch dann gerät er in Gefangenschaft und wird in die Sklaverei verkauft – ausgerechnet an Laurent, den Kronprinzen des verfeindeten Königreiches Vere. Laurent ist eitel, arrogant und grausam, und er steht für alles, was Damen hasst. Doch noch während er Fluchtpläne schmiedet, lernt Damen Laurent besser kennen, und schon bald weiß er nicht mehr, was wichtiger für ihn ist: Seinen eigenen Thron zurückzugewinnen oder an Laurents Seite zu kämpfen und das Geheimnis um dessen eiskaltes Herz zu lösen.

Quelle: Heyne

Meine Meinung

Ich habe es schon auf Twitter geschrieben: „Wenn ich bei einer Rezension Schwierigkeiten habe, die Themen des Buches zu definieren, ist das immer ein schlechtes Zeichen.“ Wenn ich ein Buch mit den Schlagwörtern „Politik“ und „Sklaverei“ markiere, dann denke ich eigentlich nicht an eine Geschichte wie Der verschollene Prinz, aber es kommen Sklaven und politische Spannungen vor, also immerhin.

Die Welt des Buches besteht aus den privilegierten Reichen auf der einen und (männlichen) Lustsklaven auf der anderen Seite. Die Welt dazwischen ist für das Setting vollkommen uninteressant und deshalb wird das gewöhnliche Volk nur am Rande erwähnt. Das liegt auch daran, dass sich 99 % der Handlung in einem Palast abspielen. Dieser wird hauptsächlich von männlichen Sklaven bevölkert, weil die adeligen Männer so keine unwillkommenen Nachkommen befürchten müssen, wenn sie sich Gespielen ins Bett holen. Die Erklärung leuchtet mir sogar ein.

Beim Lesen des Buches musste ich unweigerlich an die 16+ Boys Love Sparte bei Mangas denken, denn bei denen hatte ich früher oft das Gefühl, dass die Autorinnen ihre feuchten Träume zu Papier brachten. Das ist hier auch nicht anders. Es gibt regelrechte Orgien, bei denen zwei Sklaven gegenseitig versuchen sich zu vergewaltigen, während das Publikum ringsum sich daran aufgeilt und mit seinen eigenen Sklaven vergnügt. Viel mehr passiert dann auch nicht mehr. Es wird gebadet, gesalbt, geblasen (ja, das meine ich so) und alle paar Seiten mal das Wort „ficken“ eingestreut. Und währenddessen fragt man sich: was ist jetzt nochmal genau die Handlung des Romans?

Pluspunkte und den zweiten Stern bekommt die Autorin erstens dafür, dass sie in einer bestimmten Szene, in der ein unfreiwillig verabreichtes Potenzmittel eine Rolle spielt, auf den klischeehaften Verlauf verzichtet (Mangaleser werden es verstehen wenn ich sage, dass ich mich dabei zuerst sehr stark an „Verliebter Tyrann“ erinnert fühlte *hust*) und ich zweitens trotz allem immer noch wissen will, wie die Geschichte um Damen und Laurent weitergeht. In der Hoffnung, dass mich in der Fortsetzung mehr Handlung und vielleicht etwas Romantik statt Geilheit erwartet, werde ich im Januar 2016 wohl auch Das Duell der Prinzen lesen.

Weitere Meinungen

Amerdales Blog mit 4 von 5 Sternen
Books & Pride mit 4 1/2 von 5 Sternen
Dahlia liest mit 5 von 5 Herzen

Die Reihe

Der verschollene Prinz  (Captive Prince, #1) Das Duell der Prinzen Die Rückkehr des Prinzen (Captive Prince, #3)


[In wenigen Worten] Rendezvous in Paris

Originaltitel:
Isla and the Happily Ever After
Autor/in:

Verlag:

Themen:

Reihe:
Anna and the French Kiss 3 von 3
Seiten: 448
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783570402603
Erscheinungsdatum: 09.02.2015

Kurzes Fazit

Ich habe Stephanie Perkins‘ vorherige Bücher Herzklopfen auf französisch und Schmetterlinge im Gepäck beide sehr gerne gelesen und mich entsprechend auf das dritte und letzte Buch aus dieser lose zusammenhängenden Reihe gefreut. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, noch einmal an das Pariser Internat zurückzukehren, aber im Vergleich zu den zwei anderen Titeln schwächelt Rendezvous in Paris leider. Die Beziehung zwischen den beiden Charakteren Isla und Josh steht hier im Vordergrund und braucht auch nicht lange, um sich zu entwickeln. Deshalb musste wohl noch ein erzwungener Konflikt her, damit das Buch nicht zu dünn wird. So kam es mir zumindest vor, denn das „Problem“ ist lächerlich und von Isla völlig an den Haaren herbeigezogen. Für eine unterhaltsame, jugendliche Liebesgeschichte aber trotzdem immer noch nett zu lesen und deshalb gibt es hier auch noch 4 Sterne :)

Wie auch die beiden Vorgänger funktioniert das Buch gut für sich allein, es gibt allerdings einen kleinen und zuckersüßen Gastauftritt der Figuren aus den anderen Büchern.

Die Reihe

Herzklopfen auf Französisch (Anna and the French Kiss, #1) Schmetterlinge im Gepäck (Anna and the French Kiss, #2) Rendezvous in Paris (Anna and the French Kiss, #3)