Schlagwort-Archive: Kundengeschichten

Best of Kunden Folge 3

Die Rolltreppe fährt immer nur in eine Richtung
Ein (erwachsener!) Kunde fragt mich nach Büchern über Waffen. Sowas ist mir ja sowieso immer unsympathisch. Ich sage ihm also, dass er diese Bücher im Untergeschoss findet. Und der Kunde macht sich auf den Weg zur Rolltreppe, die nach oben fährt und beginnt diese runterzulaufen!! Ich rufe ihm nach, dass er das bitte lassen und wieder hochkommen soll, woraufhin er grinsend hochrollt und mich fragt, wo er denn dann runterkönne. Ich wünschte der Typ wäre nochmal an mir vorbeigekommen, ich hätte ihn gefragt, in welchem Laden man denn bitte die Rolltreppe falschrum runterrennen muss, um einen Stock tiefer zu gelangen!!!

Dreistheit siegt!
Immer wieder toll die Folienfrage: kurz vor Schluss ein Kunde an der Kasse, der ein nicht mehr eingeschweißtes Buch in der Hand hält. Ob er das jetzt günstiger bekomme fragt er. Ich antworte, dass er die Folie ja sowieso wegschmeißen würde und wir darauf keinen Rabatt geben können, Buchpreisbindung und so, blabla, interessiert die Kunden ja sowieso nicht. „Ja aber die Ecken…“ antwortet er. Da ist überhaupt nix an den Ecken. Aber man kanns ja mal versuchen. Ist klar. Im Pausenraum erzählte dann eine Kollegin, dass sie den Kunden einige Tage vorher bereits hatte und er sie da gebeten hatte, die Folie von exakt dem selben Buch zu entfernen. Ganz schön schlau der Kerl.

Psychischen Druck aufbauen?
Noch mehr Folie: ein Ehepaar kommt mit einem Bildband an die Information und fragt, ob das Buch noch ein zweites Mal da sei, weil der Bildband nicht mehr eingeschweißt und außerdem schon sehr „vergriffen“ (interessanter Kontext für das Wort) aussehe. Nach einem Blick aufs Buch frage ich: „Wo?“, weil ich keine Schäden erkennen kann. Die Ehefrau zeigt mir nochmal dramatisch unterlegt die nicht vorhandenen Schäden. Ich sehe immer noch nichts, biete aber trotzdem an, ein neues und dann hoffentlich eingeschweißtes Exemplar zu bestellen. Die beiden sind aber nicht „von hier“ und nach einer bedeutungsvollen Kunstpause sagt die Frau zu ihrem Mann „Dann müssen wir das im Internet bestellen.“ Gefolgt von einer weiteren erwartungsvollen Pause. Natürlich weiß ich genau, dass die Kunden erwarten, dass ich dazwischengehe und ihnen das Buch am besten für einen Appel und nen Ei lasse, aber ich schweige diese Situationen immer aus. 1. Wer sich noch nicht mal traut nach Rabatt zu fragen hat bei mir sowieso schon verloren und 2. kann ich auf neuwertige Bücher keine Rabatte geben, Preisbindung sei Dank. Ätsch.

Was für ein Bild haben die Leute eigentlich von Buchhändlern?
Kundin: Kennen Sie sich ein bisschen aus mit den Jugendbüchern?
Ich (in der Abteilung räumend): Das hoffe ich doch, ich arbeite hier :-)
Kundin: Achso. Naja das heißt ja nichts.
Na danke auch!

Elefant, Hase!!!
Ist wirklich so passiert!
Kunde: Elefant, Hase.
Ich: ? (ich war sprachlos)
Kunde: Elefant! Hase!
Ich: Könnten Sie vielleicht einen ganzen Satz bilden, damit ich verstehe was sie meinen? (ich weiß dass der Satz echt unverschämt war, aber ich war so irritiert!)
Kunde: Es gibt eine Sendung mit Elefant und Hase statt Maus.
Ich: Meinen Sie die Sendung mit dem Elefanten?
Kunde: Ja.

Ich: Und was ist Ihre Frage?

Dinge, die ich gerne mal laut aussprechen würde!

Kunde fragt: Piept das nicht, wenn ich durchgehe?
# Wenn es piept stürmt sofort die Hundertschaft aus allen Ecken unserer Buchhandlung. Also laufen sie schnell!
# Ja und wenn sie nicht schnell genug sind kriegen sie einen Stromschlag.
# Sie haben drei Versuche. Wenns beim ersten Mal nicht klappt kommen sie nochmal runter!

Kunde sagt: Mein Kind/Enkel/Neffe (z. B. 8 Jahre alt) ist ja schon so weit, ich weiß nicht ob er sich bei dem Buch nicht langweilt.
# Keine Sorge, die Hochbegabung des Kindes ist in die Altersempfehlung der Verlage immer schon eingerechnet!

Best of Kunden Folge 2

Nancy hat sich mal wieder mehr Kundengeschichten gewünscht. Leider vergesse ich fast immer, verrückte Erlebnisse aufzuschreiben. Hier sind aber schon mal drei:

Die Folie ist ab.
In Teilen spielt sich diese Situation fast täglich ab. Aber nicht jeder ist so unverschämt. Es kommt nunmal vor, dass wir eingeschweißte Bücher aufmachen. Weil ein Kunde reingucken will, z. B. Wir reißen die Folie ja nicht ab, weil wir hungrig sind oder so. Hat schon einen Grund. Dann passiert es auch, dass die Bücher ein bisschen dreckig werden. Also kommen die Kunden dann, schlau wie sie sind, und fragen nach einem eingeschweißten Exemplar. Haben wir es, ist alles super. Haben wir es nicht, gibt es zwei Möglichkeiten. 1. wir bestellen es neu. oder 2. der Kunde bettelt um Nachlass. Schön immer die Variante „Haben sie das nochmal eingeschweißt, ich will das Buch verschenken.“ Und wenn es dann das letzte Exemplar ist: „Bekomm ich das billiger?“ Wird es dadurch schöner? Ich würd sowas nicht mehr verschenken wollen, wenns nicht mehr gut aussieht, auch nicht für weniger Geld. Aber egal, jedem das seine.
Dann gibt es, wie ich leider feststellen musste, die dreisten Kunden. Eine Frau interessierte sich für ein Babyalbum. Die Frau war mir ja sowieso schon unsympathisch weil sie unfreundlich war. Sie kam also mit einem einwandfreien, nicht mehr eingeschweißten Album zu mir und fragte mich nach dem Preis. Als ich ihn nachgeguckt und genannt hatte, verzog sie schon das Gesicht. Und fragte dann allen Ernstes, ob sie da Rabatt bekommt, weil die Folie ja weg ist. Hallo? Mir fiel als Antwort dazu nur noch ein, dass sie die Verpackung ja eh wegschmeißen würde und wir darauf keinen Rabatt geben können. Es gibt schon Leute…

Gibt es das auch andersrum?
Ein Kunde wedelte mit einem bikeline Radtourenbuch (Von Magdeburg nach Cuxhaven) vor meiner Nase herum und fragte mich allen Ernstes, ob es denn nicht auch ein Buch für „Von Cuxhaven nach Magdeburg“ gäbe. Meinen perplexen Blick konnte er nicht verstehen. Ob der gute Mann auch versucht, für Hin- und Rückweg zwei Führer zu kaufen?

Piept’s?
Unsere Buchhandlung hat zwei Etagen, Erd- und Untergeschoss. Gerade morgens ist die Kasse im Untergeschoss oft geschlossen, sodass dort dann Schilder mit der Aufschrift „Bitte bezahlen sie im Erdgeschoss.“ zu lesen sind. Ich habe schon mehrmals festgestellt, dass die Kunden damit ihre Probleme haben. Denn viele sind der Meinung, dass sie sich bereits im Erdgeschoss befinden, obwohl sie mit der Rolltreppe oder dem Aufzug eine Etage tiefer gefahren sind o_O
Dann haben wir an den Treppen nach oben eine Warensicherung stehen. Daran steht „Bitte bezahlen sie auf dieser Etage.“ Natürlich können wir die Dinger nicht jedes Mal abschrauben, wenn die Kasse geschlossen ist. Aber wenn an der Kasse steht, es ist geschlossen und ich soll oben bezahlen, dann geh ich da halt hin! Stattdessen fragen die Kunden „Wo kann ich denn jetzt bezahlen?“ Man selbst hat die Frage an dem Tag schon 100x gehört, sagt trotzdem mit einem Lächeln „Bitte gehen sie nach oben an die Kasse!“ Innerlich betet man bereits „Bitte sag es nicht, bitte sag es nicht.“ und DANN kommt es. „Ja, aber piept das nicht?“ … Na und? Dann piept es halt, geht davon die Welt unter? Stürmen aus allen Ecken 100 bewaffnete Polizisten wenn es piept? Wieso glaubt man uns nicht, wenn wir doch die Erlaubnis zum Durchgehen erteilen?

Best of Kunden

Ich denke mir öfters mal, dass ich ja eigentlich meine teils merkwürdigen Erlebnisse mit Kunden niederschreiben könnte. Und heute hat unser Lehrer aus einem Buch vorgelesen, in dem es um eben solche Kunden geht, da dachte ich mir, ich fang jetzt einfach mal an. Ich hoffe einfach, dass ich nichts doppelt schreibe. Beginnen möchte ich mit zwei Klassikern:

Ist der Preis auch ab?
Da wäre einmal unser Einpackservice für Geschenke. Außer zu Weihnachten machen wir das direkt an der Kasse. Neben den vielen Kunden, die sich nett bedanken und von dannen ziehen, gibt es natürlich auch diejenigen, die einen für absolut blöd halten. Was mache ich als erstes, bevor ich überhaupt nach dem Geschenkpapier greife? Ich suche das Buch oder was auch immer ich einpacken soll nach sichtbaren Preisetiketten oder -aufdrucken hab. Entferne diese oder überklebe sie. Wobei mir besagte Kunden meist aufmerksam zuschauen. Sobald ich dann aber das Geschenkpapier zur Hand nehme und um das Buch o.ä. schlage, die obligatorische Frage: „Haben sie auch den Preis abgemacht?“ Was soll ich da sagen? An einem Tag war ich dann von dieser Frage so genervt, dass ich einer Kundin tatsächlich geantwortet habe: „Nein, den habe ich natürlich extra für sie drangelassen.“ Dazu habe ich sie dann angelächelt und sie musste Gott sei dank darüber lachen, weil ihr bewusst wurde, wie dämlich diese Frage doch war. Glück gehabt.

Dieses Buch ist vergriffen.
Zweiter Fall. Ein Kunde sucht ein ganz bestimmtes Buch und ich finde beim Bibliographieren leider nur die Information, dass dieser Titel vergriffen ist und keine Neuauflage geplant ist. Also sage ich dem Kunden. „Tut mir Leid, das Buch ist leider vergriffen.“ Und setze, da mir ja bewusst ist, dass viele Leute das Wort „vergriffen“ nicht verstehen oder als „haben wir nicht da“ interpretieren, noch dahinter: „Das gibt es leider nicht mehr.“ „Das kann ich ihnen nicht mehr bestellen.“ Sowas in der Art halt. Und was fragt der liebe Kunde dann? „Können sie mir das denn nicht bestellen?“ oder auch ganz toll, hatte ich vor ein paar Tagen gerade erst: „Meinen sie wenn ich woanders hingehe, die können mir das bestellen?“ Ja klar, nur unsere Deppenbuchhandlung ist sich zu fein, das Buch zu besorgen, also gehen sie in einen anderen Laden, die machen das schon.

Können sie da nicht mal im Computer gucken?
Ebenfalls diese Woche kam ein Kunde, der ein ziemlich altes Buch dabeihatte, welches von einem regionalen Verlag herausgegeben wurde. Eine Kollegin begleitete den Kunden und fragte mich, ob es den Verlag noch gibt und ich vielleicht herausfinden könnte, ob das Buch noch erhältlich ist. Regionale Titel hat der Großhändler eher selten und in dem Fall könnte man gut beim Verlag anrufen. Ja, den Verlag gibt’s noch. Bevor ich allerdings vorschlagen konnte, dort anzurufen, erklärte der Kunde, er habe sich mit dem Verlag bereits in Verbindung gesetzt und die wollten mal im Archiv nachschauen. Ob wir denn nicht mal im Computer nachgucken könnten. Ã"h…..hä? Ja er dachte vielleicht haben wir noch andere Möglichkeiten. Als der Verlag. Der das Buch herstellt. Wenn die schon nicht wissen, ob sie das Buch noch haben, wieso soll ich dann im PC danach suchen? Ich habe wirklich lange gebraucht, um ihm zu erklären, dass er da mit dem Verlag selbst schon die beste Quelle an der Angel hat, die es gibt. Und er doch einfach mal warten soll, ob sie im Archiv noch was finden.

Da ist keiner.
Kunde kommt zur Kasse und beschwert sich, dass ja an der Taschenbuchinfo niemand ist. Ob denn niemand da sei. Ich war an dem Tag an der Taschenbuchinfo, da ich da aber nicht festgeklebt bin, stand ich in just diesem Moment an der Jugendbuchinfo und unterhielt mich mit zwei Kolleginnen. Rein dienstlich natürlich ;) Die Kassiererin weist ihn also darauf hin, dass sie nicht alleine ist, sondern drei Kollegen an der Jugendbuchinfo bereit stehen und ihm nur zu gerne helfen, wenn er denn möchte. Sie hat ihm wohl auch gesagt, dass es nunmal vorkommt, dass die Buchhändler was besprechen müssen. Ich gehe sofort zu ihm und er beschwert sich auch bei mir, dass niemand an der Taschenbuchinfo ist. Das könne ja nicht sein. Und ich habe ihm dann auch gesagt, dass wir halt auch mal miteinander reden müssen und nicht ständig an der Info stehen können. Naja, danach war er ganz umgänglich und hat nicht weiter damit genervt. Es ist doch auch vollkommen egal, ob wir jetzt an der einen oder anderen Info stehen, hauptsache wir sind da. Aber da sieht man mal wieder, das man es niemandem recht machen kann. Die einen wollen, dass man an der Info rumsteht und nur darauf wartet, sich um sie zu kümmern. Die anderen beschweren sich, wenn wir an der Info stehen, ob wir denn nichts zu tun hätten und wenn wir das nächste Mal auch an der Info stehen und reden würden, würden sie nicht mehr wiederkommen. Ehrlich schon passiert. Was nun?

Die Lohnsteuerkarte
Das ist ja mein persönlicher Favorit der Woche. Als ich an der Kasse stand, hielt eine Kundin plötzlich eine Lohnsteuerkarte hoch. Hatte wohl jemand verloren. Nett wie ich ja manchmal bin, habe ich die Telefonnummer des guten Mannes, nennen wir ihn Herr Schmitz, herausgesucht. „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ ertönte es da. Also bin ich noch einen Schritt weitergegangen und habe auf dasoertliche.de nach Herr Schmitz gesucht. Da stand dann eine andere Nummer. Ich rufe also an und am anderen Ende der Leitung meldet sich eine männliche Stimme. Da ich den Namen nicht verstanden habe sage ich: „XY Buchhandlung, MeinNachname, guten Tag. Spreche ich mit Herr Schmitz?“ Und da legt der Kerl einfach auf! Also rufe ich nochmal an und melde mich diesmal mit den Worten „Ich will ihnen nichts verkaufen, sie müssen nicht auflegen.“ „Aso. Ja ich leg da immer sofort auf.“ So ein Arsch. Man kann doch wenigstens mal warten, bis man gehört hat, worum es geht. Außerdem hab ich noch nie von einer Buchhandlung gehört, die telefonisch versucht einem Bücher anzudrehen ~_~ Na egal, es stellte sich heraus, dass es sich um den Bruder von Herr Schmitz handelte und er versprach ihm auszurichten, dass seine Lohnsteuerkarte bei uns liegt. Bin mal gespannt, ob der die inzwischen abgeholt hat.