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In der Kürze liegt die Würze: Skoobe Version

Heute gibt es mal wieder drei kurze Meinungen auf einmal. Alle Bücher habe ich bei Skoobe gelesen. Dass sie thematisch so gut zusammenpassen, ist übrigens reiner Zufall ;)

Davids Liste ist mit 208 Seiten recht kurz und schnell gelesen. Die autobiographische Geschichte wurde vom Lehrer David Menasche geschrieben, der seinen Beruf über alles liebt, aber leider an Krebs erkrankt ist. Sein Herzblut und Engagement ist auf allen Seiten zu spüren und ich finde es sehr schade, dass ausgerechnet so ein leidenschaftlicher Lehrer seinen Beruf aufgeben musste. In seinem Buch erzählt Menasche von der Reise, die ihn 2012 quer durch die USA geführt hat, um einige seiner ehemaligen Schüler zu besuchen. Diese kommen ebenfalls nach jedem Kapitel zu Wort, um zu berichten, wie ihr Lehrer ihr Leben verändert und/oder bereichert hat. Ich habe das Buch größtenteils auf der Arbeit in meiner Mittagspause gelesen und musste mehrmals Tränen unterdrücken, um nicht vor meinen Kollegen loszuheulen. Sehr rührend. Menasche lebt übrigens immer noch, obwohl die Ärzte ihm 2006 nur wenige Monate in Aussicht stellten. Ich drücke ihm die Daumen, dass er sich noch viele weitere Jahre erkämpfen kann!
Das Geheimnis meiner Mutter basiert auf einer wahren Geschichte und erzählt von Franciszka Halamajowa und ihrer Tochter Helena, die zur Zeit des zweiten Weltkriegs in einer kleinen polnischen Stadt zwei jüdische Familien und einen deutschen Soldaten verstecken. Unglaublich, dass die beiden all diese Menschen in ihrem kleinen Haus untergebracht haben, ohne aufzufliegen. So beeindruckend und aufwühlend die Geschichte auch ist, hätte ich mir doch mehr Fokus auf einzelne Figuren und ihre Gefühle gewünscht. Stattdessen setzt das Buch insgesamt vier Mal neu an. Zuerst, um dem Leser Franciszka und Helena vorzustellen und danach um zu zeigen, wie die beiden Familien und der Soldat ihren Weg in das Haus gefunden haben. Dabei vergehen auch schon mal zwei Jahre in einem Satz. Schade, aber dennoch lesenswert.
Einer da oben hasst mich rief bei mir zwiespältige Gefühle hervor. Auf der einen Seite ist es sehr erfrischend, mal über einen krebskranken, bockigen Teenager zu lesen, der sich nicht ans Leben klammert und alles tut, um gesund zu werden, sondern sich mit seiner Situation abgefunden hat. Richard weiß, dass er höchstwahrscheinlich innerhalb der nächsten 30 Tage sterben wird und akzeptiert das. Immerhin liegt er in einem Hospiz, da gibt es nichts zu beschönigen. Seine restliche Energie verwendet er darauf, Zeit mit seiner Raumnachbarin Sylvie zu verbringen und Streiche auszuhecken. Aber einige Szenen finde ich einfach zu krass für ein Jugendbuch, wie z. B. Richards Ausflug nach draußen und seine dortige Begegnung mit Marie Antoinette. Oder wie sich seine Beziehung zu Sylvie entwickelt, das war schon hart. Definitiv keine leichte Kost.

In der Kürze liegt die Würze: Teil 5

Wer kennt das nicht? Der Autor kündigt eine Trilogie an, braucht ewig um die zu schreiben, dann fällt ihm plötzlich noch Stoff für einen vierten Teil ein und dann…ja dann schreibt er auch noch einen fünften Teil, den doch eigentlich eh kein Schwein mehr lesen will. Willkommen also zu einer neuen Ausgabe von „Ich war zu faul Rezensionen zu schreiben“ „In der Kürze liegt die Würze“!

Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner war damals das aktuelle Buch von Kerstin Gier und damit natürlich Pflichtlektüre direkt nach Erscheinen! Ich habe noch lange nicht alle ihre Bücher gelesen, aber bisher wurde ich immer wunderbar unterhalten. Auch dieses Buch ist da glücklicherweise keine Ausnahme. Ich finde es einfach toll, wie Kerstin Gier es schafft, an und für sich ernste Themen wie hier die Zweifel am bisherigen Lebensweg und der eigentlich glücklichen Partnerschaft so unglaublich lustig und fantasievoll (Yay, Zeitreise!) zu verpacken. Und genau deswegen habe ich ihre Bücher auch so gerne Kundinnen empfohlen, die eine leichte und witzige Lektüre z. B. für den Urlaub brauchten :-)
Barfuß in Manhattan von Colin Beavan hat mich erst mit der Covergestaltung neugierig gemacht und nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, musste ich dieses Buch unbedingt haben. Ich gestehe, beendet habe ich das Buch bis heute nicht. Auf den letzten Seiten waren irgendwie ständig andere Bücher anziehender – ich vermute, ich wollte mich so (erfolgreich) vor dem Schreiben der Rezension drücken *lach*
Ein Jahr lebt der Autor mit seiner Familie klimaneutral und beschreibt dieses faszinierende Experiment in seinem Buch. Allein die Unterschiede zwischen USA und Deutschland (selbst die Umstellung von Aufzug auf Treppe ist eine Herausforderung!) machen es lesenswert. Inzwischen gibt es auch eine im Titel und Cover veränderte Taschenbuchausgabe namens „Alles öko! Ein Jahr im Selbstversuch“.
Belladonna von Karin Slaughter war mein erster Versuch, mich mal in eine der bekannten Krimireihen einzulesen. Tascha hatte einige Bücher aus der Grant County Serie aussortiert, was mir gerade recht kam. Wie ich schon mehrmals betont habe, lese ich nicht gerne Krimis. Eigentlich komisch, wo ich doch einige TV-Serien aus der gleichen Ecke total gerne gucke. Jedenfalls war das Buch erwartungsgemäß sehr eklig, aber spannend. Nur die Übersetzung ist grauenvoll, ich bin sehr froh, dass der Übersetzer in den späteren Bänden gewechselt wurde. Außerdem gibt es eine Täterandeutung, die ins Leere läuft, was mich sehr geärgert hat. Lektoratsfehler oder beabsichtigt? Zumindest den zweiten Band werde ich aber noch lesen. Irgendwann. Haha.
Ewig dein von Daniel Glattauer erschien perfekt, um mir endlich ein Bild des Autors machen zu können, denn ich hatte sein hochgelobtes „Gut gegen Nordwind“ noch nicht gelesen. Was für ein Reinfall. Nicht nur hat mir die Inhaltsangabe des Buches ein völlig falsches Bild über die zu erwartende Handlung vermittelt (ich dachte nämlich, ich bekomme hier eine herzzerreissende und romantische Liebesgeschichte zu lesen – stattdessen ging es um einen verrückten Stalker o_O), noch dazu konnte ich mich auch überhaupt nicht mit dem für mich viel zu nüchternden Schreibstil anfreunden. Leider nichts für mich. Gut gegen Nordwind fand ich dann auch doof.

In der Kürze liegt die Würze: der überraschende vierte Teil

Auch das kennt man ja. Die eigentlich als Trilogie angelegte Reihe wird ganz plötzlich um eine dritte Fortsetzung erweitert XD Ich habe immer noch so viele Cover in meinem „keine Rezi geschrieben“ Ordner, die abgearbeitet werden wollen. Und es werden immer mehr, da mich regelmäßig die Rezensionsunlust packt. Seuuuufz. Das hier sind die neuesten Exemplare:

Divergent von Veronica Roth hat mich sehr begeistert und ich freue mich schon auf den zweiten Teil! Die Gesellschaft in diesem Buch ist wirklich faszinierend (und erschreckend). Im Chicago dieser Welt gehört jeder Mensch zu einer von fünf „Fraktionen“ und es gilt der Leitsatz „Fraktion vor Blut“. Die Hauptfigur ist natürlich anders als die anderen und „Divergent“, d.h. sie kann keiner Fraktion zweifellos zugeordnet werden. Mich interessiert besonders, wie der Rest der Welt aussieht. Denn diese Gesellschaft scheint sich ja nur auf Chicago zu beschränken, wenn ich nichts falsch verstanden habe.
Flüsterherz von Debora Zachariasse hat mir gut gefallen. Aber im Gedächtnis geblieben ist mir das Buch leider überhaupt nicht. Ich weiß noch ein bisschen was von den Charakteren. Tibbys Lebenssituation und dass Anna ihr Haus toll findet. Dass Anna ein Problem damit hat, dass sie ständig blöde Sachen sagt und es nicht merkt. Und das ein Charakter stirbt. Aber das war es auch. Dabei hatte ich am Ende sogar Tränen in den Augen. Die Rezensionen helfen mir wirklich, mich an den Inhalt zu erinnern. Wieso bin ich bloß so faul? Also. Gutes Buch, aber zum Inhalt kann ich nicht mehr viel sagen XD
Auf Maximum Ride von James Patterson hatte ich mich im Vorfeld sehr gefreut, weil die Taschenbuchausgabe jahrelang verschoben wurde. Und es die Trilogie auch als Manga gibt, der mich interessiert. Die HCs wurden als Erwachsenenbücher vermarktet, die TBs erscheinen jetzt bei Baumhaus als Jugendbücher, was sie ja ursprünglich auch sind. Leider wurde ich enttäuscht. Ich werde dem zweiten Teil zwar noch eine Chance geben, hatte mir von der Geschichte um die genetisch veränderten Kinder, die Flügel haben, aber viel mehr erwartet. Und es ist wieder so ein „Ich bin die coole Protagonistin und spreche dich als Leserin direkt an“ Buch wie Virals…kooootz.
Nightshade von Andrea Cremer habe ich bei meinem Lovelybooks Besuch ergattert. Irgendwo irgendwann habe ich wohl mal eine gute Rezension über das Buch gelesen, die mich sehr neugierig auf das Buch gemacht hat. Hmm. Ich kann die Begeisterung leider nicht teilen. Eigentlich fand ich die Idee mit dem Wolfsrudel und der daraus entstehenden Hierarchie ja ganz interessant, aber diese Dauergeilheit von Calla ging mir schwer auf die Nerven. Ständig gerät ihr Blut in Wallung, wenn ihre zwei (nerv) Herzblätter sie auch nur angucken. Und sobald einer der Herren die Alphawölfin berührt, hat man das Gefühl die Gute steht kurz vor dem Orgasmus. Muss das denn sein? Also, worum ging es da jetzt noch? Ach ja, die Wölfe werden von den Wächtern befehligt und verschiedene Wölfe aus zwei Rudeln sollen zu einem dritten Rudel vereinigt werden. Der eine heiße Typ findet das auch voll…heiß. Der andere nicht so, der wittert eine Verschwörung und beginnt mit Calla die Geschichte der Wolf-Wächter Beziehung zu studieren. Klar, dass dabei nichts gutes rauskommt. Was ich noch ganz lustig fand: Shays Eltern sind angeblich bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Hello Harry Potter ;-) Die Larven, die unbeaufsichtigt Jagd auf Menschen machen würden, erinnerten mich auch stark an die Dementoren.
Vampire Academy von Richelle Mead, der erste Teil einer sechsbändigen Reihe über…Vampire natürlich. Es ist schon verdammt lange her, dass ich ein Vampirbuch gelesen habe. Richelle Mead hat sich was Interessantes ausgedacht. In ihrer Welt gibt es lebende und untote Vampire. Die nennen sich dann Moroi bzw. Strigori. Und Kreuzungen zwischen Menschen und Vampiren sind Dhampire, die eher genetisch verbesserte Menschen zu sein scheinen. Die Hauptfigur ist Rose, ein Dhampir. Sie beschützt ihre beste Freundin Lissa, eine Moroiprinzessin. Der erste Band war ganz nett zu lesen, hat mich jetzt aber nicht überragend begeistert. Bin gespannt wohin das in den nächsten Teilen noch führt.

In der Kürze […]: die sehnlichst erwartete Fortsetzung

Diese Artikel waren eigentlich von vornherein als Reihe geplant, aber nach Teil 1 hatte ich wohl eine Schreibblockade ;-) Leider ist es jetzt schon eine ganze Weile her, dass ich die Bücher gelesen habe, mal schauen was ich noch dazu sagen kann.

Die Radleys von Matt Haig – Das Highlight ist sicherlich, dass dieser Roman für sich steht und keine Reihe ist *g* Es ist zwar ein Vampirroman, aber doch ganz anders als das, was man sonst so hinterhergeschmissen bekommt. Es geht um eine vierköpfige Familie, die eigentlich ein ganz normales, langweiliges Leben führt, bis die Tochter durch einen unglücklichen Unfall erkennt, dass Blut komischerweise echt lecker ist. Leider scheine ich englischen Humor nicht so ganz zu verstehen, jedenfalls fand ich das Buch nicht so lustig, wie es eigentlich sein sollte :-( Die Tasse auf dem Cover gabs beim Leseexemplar übrigens als Deko gleich mit dazu, sehr cool.
Weiß der Himmel von dir von Alicia Bessette – Das Buch wurde speziell für Fans von Cecelia Ahern empfohlen. Ich fühle mich von den Ahernbüchern ganz gut unterhalten und ich mag ja ab und zu Bücher, die auf die Tränendrüse drücken. Wie bei „P.S. Ich liebe dich“ ist hier der Ehemann der Protagonistin, Zell heißt sie, verstorben und sie trauert natürlich um ihn. Erst als sie neue Nachbarn in Form eines alleinerziehenden Mannes und seiner Tochter Ingrid bekommt, kommt Zell langsam wieder aus ihrem Schneckenhaus zurück. Sie verbringt viel Zeit mit Ingrid und entdeckt die Liebe zum Kochen. Ein schönes Buch zur leichten Lektüre :-)
Zehn von Franka Potente – Ein Buch von Franka Potente, und dann auch noch Kurzgeschichten über Japan? Kann das funktionieren? Für mich hat es das. Die zehn Geschichten fühlen sich wie kurze Momentaufnahmen an, so als ob sie beim Lesen gerade wirklich passieren könnten. Einzig und allein die Namen haben mich etwas gestört, eine Person heißt z. B. „Frau Nishki“, da fehlte mir irgendwie ein i im Namen, Nishiki müsste es doch heißen. Wie soll man das sonst im Japanischen schreiben?
Besonders gefallen hat mir die Kurzgeschichte über einen Mann, der ein Reiskorn beim Essen „verliert“ und das ihm nicht aus dem Kopf geht, da in jedem Reiskorn doch viele Götter wohnen und er deshalb jedes Korn respektvoll behandeln muss. Seitdem versuchen wir im Sushirestaurant jedes einzelne Reiskorn aufzuessen, damit uns auch keiner dieser Götter böse ist ;-)
Wintermädchen von Laurie Halse Anderson – zu diesem Buch habe ich bei der Arbeit versucht ein Lesetippkärtchen zu schreiben und das war echt schwierig. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich frage mich aber, ob die richtige Zielgruppe dazu greifen wird. Ich kann und will mir nicht vorstellen, wie es ist magersüchtig zu sein, aber ich hatte das Gefühl, dass Wintermädchen mir da einen realistischen Eindruck verschafft. Wer also mit einem schwierigen Thema klar kommt, sollte definitiv einen Blick riskieren.
Weiblich, Single, tot – spukt von Tamsyn Murray – heißt inzwischen „Spooky Lucy – Mein Date im Jenseits“ und hat ein grauenvolles neues Cover bekommen. Mir gefiel das alte, ich verstehe aber, dass es nicht die richtige Zielgruppe angesprochen hat. Ich hatte zuerst auch eher einen dieser „lustigen“ Vampirpornos für Frauen erwartet, kein Jugendbuch. Trotzdem war es sehr unterhaltsam und allein die Ausgangssituation, dass Lucy in einer ekligen Herrentoilette spuken muss, ist für einige Lacher gut.