Schlagwort-Archive: Erschienen 2012

Patrick, Cat: Die fünf Leben der Daisy West

Originaltitel:
Revived
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, , ,
Reihe:
-
Seiten: 304
Preis: 14,99 €, Hardcover
ISBN: 9783414820617
Erscheinungsdatum: 20.07.2012
Bewertung:

Im Sportunterricht wird ein Mädchen von einer Biene gestochen. Sie reagiert hochallergisch, bricht zusammen und kann nicht mehr rechtzeitig von den herbeieilenden Rettungshelfern versorgt werden. Sie stirbt. Ende der Geschichte…
…es sei denn, man heißt Daisy West. Denn Daisy ist Teil eines strenggeheimen Forschungsprogramms, in dem seit 11 Jahren ein neues Wundermittel getestet wird. Dieses nennt sich „Revive“ und kann tote Menschen zum Leben erwecken.

Der Bienenstich ist das Ende von Daisys viertem Leben. Um das Programm geheim zu halten, müssen sie und ihre „Eltern“ ihren Nachnamen wechseln und einmal quer durch die USA in ihre neue Heimatstadt reisen. An ihrer neuen Schule freundet sich Daisy zum ersten Mal mit einem Mädchen an. Audrey wird ihre beste Freundin und die beiden werden unzertrennlich. Als sich Daisy auch noch in Audreys Bruder Matt verliebt, scheint die schönste Zeit ihres Lebens anzubrechen. Aber schon bald zeigt sich, dass nicht alles so perfekt ist, wie es auf den ersten Blick aussieht und Daisy muss sich plötzlich intensiver und kritischer mit dem Revive-Programm auseinandersetzen, als ihr lieb ist.

Endlich mal wieder ein Buch, bei dem ich guten Gewissens sagen kann: wow! Die 304 Seiten flogen nur so an mir vorbei. Im Grunde genommen hätte das Buch auch ohne das Wundermittel funktionieren können, da sich die Handlung hauptsächlich um Daisy und die Beziehung zu ihren neugewonnenen Freunden geht, aber das Revive ist eine wunderbare Ergänzung der Geschichte, die im späteren Verlauf für einige Konflikte sorgt. Und davon abgesehen finde ich die Idee eines Auferstehungsmedikaments sehr faszinierend. Passenderweise wird der Leiter des Projekts von seinen Mitarbeitern „Gott“ genannt.

Daisy, Audrey und Matt sind mir schnell ans Herz gewachsen. Besonders Daisy, aus deren Perspektive das Buch geschildert ist, war mir sehr sympathisch. Ich konnte mich zu jeder Zeit in sie hineinversetzen, ihre Gefühle nachvollziehen und sie dabei beobachten, wie sie durch ihre ersten richtigen Freundschaften an Persönlichkeit gewinnt. Daisy ist eine Waise und lebt deshalb mit zwei Agenten des Programms zusammen, die sozusagen ihre Ersatzeltern spielen. Durch die Nähe zum Projekt war Daisy immer mehr in die Aktivitäten involviert als die anderen 20 Revive-Kinder, sodass sie erst, nachdem sie Matt einweiht, ihr Schicksal infrage zu stellen beginnt und dabei ein Geheimnis aufdeckt.

Die fünf Leben der Daisy West ist einfach ein rundum gelungenes Buch, das ich nur jedem ans Herz legen kann, der eine fesselnde, traurige, schöne Geschichte sucht und dabei auch einem leichten SciFi-Einschlag in Form eines wiederbelebenden Medikaments nicht abgeneigt ist.

Die erste Auflage des Buches hat übrigens ein todschickes Abreißcover, das alle fünf Leben von Daisy hintereinander abbildet. Eine tolle Idee!


Lane, Andrew: Young Sherlock Holmes – Der Tod liegt in der Luft

Originaltitel:
Young Sherlock Holmes 1 - Death Cloud
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
Young Sherlock Holmes
Seiten: 416
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783596193004
Erscheinungsdatum: 17.02.2012
Bewertung:

Der jugendliche Sherlock Holmes soll seine Sommerferien überraschend bei Verwandten auf dem Land verbringen, statt zu seiner Familie nach London zu fahren. Sherlock ist nicht sehr angetan von der Vorstellung, sich den ganzen Sommer zu langweilen. Doch schnell findet er einen Freund, mit dem er durch die Stadt ziehen kann. Nach kurzer Zeit wird Sherlock auf Wunsch seines Bruders Mycroft außerdem noch ein Hauslehrer zur Seite gestellt. In ihrer ersten Unterrichtsstunde entdecken sie im Wald eine Leiche und plötzlich ist es auf dem Land doch gar nicht mehr so langweilig, wie Sherlock befürchtet hatte, denn er steckt mitten in einer Verschwörung, die ganz England zu Fall bringen könnte.

Sherlock Holmes ist durch die zahlreichen aktuellen Umsetzungen in aller Munde und begeistert mich sehr, sodass ich mir natürlich auch Sherlocks ersten Fall nicht entgehen lassen wollte. Bereits als Jugendlicher soll er also seine geniale Kombinationsfähigkeit unter Beweis gestellt haben. Leider nicht. Viel mehr scheint der Autor Sherlocks Mentor Amyus Crowe an der erwachsenen Sherlock Holmes Figur orientiert zu haben, denn der Hauslehrer verfügt über bemerkenswerte Ermittlungsfähigkeiten und leitet Sherlock an. Natürlich ist klar, dass Sherlock nicht als herausragender „Consulting Detective“ geboren wurde und sich seine Fähigkeiten irgendwann im Laufe seines Lebens angeeignet haben muss, aber es entzaubert den Mythos Sherlock Holmes doch ziemlich, wenn man einen Jungen vor sich sieht, der dumme Fragen stellt und wichtige Details vergisst. Könnten natürlich auch Logikfehler im Manuskript sein. So erzählt Virginia Sherlock z. B., welcher Arbeit Amyus vor seiner Tätigkeit als Hauslehrer nachging. Später deutet Amyus dies selber an, was ihm nur verwunderte Blicke von Sherlock und Matty einbringt, die sich keinen Reim auf seine Anspielung machen können?! Auch erkennt Sherlock im entscheidenden Moment ein Tablett nicht wieder, welches er zu einem früheren Zeitpunkt allerdings sogar in verhülltem Zustand identifizieren konnte. Ganz schön launenhaftes Gedächtnis hat der Junge.
Er wirkt sowieso eher wie ein typischer Jugendlicher mit erhöhtem IQ, da er sich auch auf den ersten Blick in Amyus Tochter Virginia verguckt und ihr Anblick reicht, um sein Herz rasen zu lassen und ihm schwitzige Hände zu bescheren.

Handwerklich betrachtet liefert Andrew Lane aber solide Krimikost für Jugendliche ab, auch wenn sich – gerade im Hinblick auf Sherlocks Konfrontation mit den Gegnern – leider einiges wiederholt. Das Setting im viktorianischen England wird durch die Beschreibungen gut vermittelt, ich konnte die stinkenden Kanäle beinahe selbst riechen. Mit Sherlocks Charakterisierung konnte ich mich aber wie gesagt nicht anfreunden. Für meinen Geschmack war zudem Sherlocks Freund Matty viel zu abgebrüht. Gleich zwei Mal ermordert er ohne mit der Wimper zu zucken Handlanger des Barons, der der große Gegenspieler im Buch ist.

Fans von Sherlock Holmes sollten Andrew Lanes Buch mit Vorsicht genießen, da der 14-jährige Junge nicht viel mit seinem zukünftigen genialen Ich gemeinsam hat. Wer darüber hinwegsehen kann, wird vielleicht seinen Spaß mit dem Buch haben.

Die Serie


Schmidt, Eva Heike: Purpurmond

Originaltitel:
-
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 352
Preis: 14,99 €, Hardcover
ISBN: 9783426283660
Erscheinungsdatum: 01.03.2012
Bewertung:

Frisch mit ihren Eltern nach Bamberg gezogen, wird die 17-jährige Cat von einigen Mitschülerinnen zu einer Party im alten Drudenhaus eingeladen. Obwohl sie Bedenken hat, sagt Cat in einem naiven Moment zu. Selber Schuld möchte man da sagen, denn natürlich sperrt die zickige Anführerin der Clique Cat in dem dunklen Gemäuer ein. Auf der Suche nach einem Ausweg ertastet Cat in der Dunkelheit einen alten Halsreif, probiert diesen an (was soll auch schon passieren?) und landet dadurch unvermittelt im Jahre 1632 – das letzte Jahr der Hexenverfolgung in der Stadt. Sehr gefährlich für das moderne Mädchen, denn sie kleidet sich für die Zeit nicht nur unangemessen, sondern hat zudem auch noch rote Haare. Außerdem stellt Cat recht schnell fest, dass sie den Halsreif nicht mehr abnehmen kann. Mehr noch, mit dem abnehmenden Mond wird der Reif immer enger und droht ihr die Luft abzuschnüren. Cat muss nicht nur schnellstmöglich einen Weg finden, um den Fluch zu brechen, sondern gleichzeitig auch ihre in der Vergangenheit neugewonnene Freundin Dorothea vor dem Scheiterhaufen bewahren.

Hexen und ein historisches Setting sind zwei Themen, denen ich eigentlich nicht so zugeneigt bin. Trotzdem wollte ich Purpurmond eine Chance geben und wurde auch nicht enttäuscht. Cats Geschichte ist spannungsgeladen und actionreich und hat mich sehr gut unterhalten. Die Autorin erklärt in ihren Anmerkungen am Ende des Buches, dass sie sich historischer Fakten bedient, diese jedoch für ihre Geschichte verändert hat. Trotzdem erschien mir ihre Darstellung des vergangenen Bambergs sehr realistisch und ich fühlte mich gut in die damalige Zeit zurückversetzt.

Natürlich darf auch in diesem Jugendbuch die obligatorische zarte Liebe nicht fehlen. Cats Gefühle für Dorotheas Bruder Jakob sind zwar ganz süß, für die Geschichte aber nicht wirklich notwendig. Cat käme auch gut ohne den zögerlichen Mönch zurecht, der zwischen seiner Pflicht und der aufkeimenden Liebe hin- und hergerissen ist.

Punktabzug gibt es, weil mir Cats Art zu anstrengend und unglaubwürdig war. Sie ist eine starke Persönlichkeit und lässt sich nicht leicht unterkriegen, was natürlich äußerst positive Eigenschaften sind. Leider schießt Frau Schmidt bei Cats Charakterisierung aber über das Ziel hinaus. Cat ist mir einfach viel zu vorlaut und altklug. Auf gefühlt jeder Seite wirft sie mit Vergleichen um sich, die mit der Zeit immer verrückter werden und mich 1. fragen ließen „Woher weiß ein 17-jähriges Mädchen sowas?“ und mir 2. schon nach kurzer Zeit gehörig auf die Nerven gingen. Es ist ja schön und gut, mit Vergleichen ein Bild vor dem inneren Auge heraufbeschwören zu wollen, aber ein bisschen Fantasie muss man dem Leser bitte auch noch lassen. Außerdem weiß ich im Gegensatz zu Cat z. B. nicht, wie „von der Sonne ausgebleichte Knochen“ (S. 291) aussehen – und ehrlich gesagt kann ich auch gut darauf verzichten, es je live herauszufinden.

Insgesamt handelt es sich bei Purpurmond um einen sehr lesenswerten Fantasyroman. Wenn die Autorin noch ein wenig an ihrer zu bildreichen Sprache feilt, werden mir die nächsten Bücher bestimmt noch besser gefallen :-)


Shorts, Shelena: Zeitenlos – Der Anfang

Originaltitel:
The Pace
Autor/in:

Verlag:

Themen:

Reihe:
The Pace 1 von 4
Seiten: 368
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783843210003
Erscheinungsdatum: 07.04.2012
Bewertung:

Sophie ist mit ihrer Mutter gerade frisch nach Kalifornien gezogen. Um nicht schon wieder „die Neue“ zu sein, hat Sophie sich bei einer Online Highschool angemeldet, die sie von zuhause aus absolvieren kann. Damit sie nicht vollends im Haus vereinsamt, trifft sie sich einmal in der Woche mit ihrer Mutter zum Lunch an der Uni. Nach einem dieser Treffen baut Sophie versehentlich einen Unfall: sie rammt beim Ausparken das Auto des mysteriösen und perfekten Weston. Diese Begegnung und Westons Weigerung, Sophie den Schaden am Auto bezahlen zu lassen, reichen bereits aus, um das Mädchen davon zu überzeugen, der größten (und bisher einzigen) Liebe ihres Lebens begegnet zu sein. Und so nimmt die Geschichte Kurs auf das Unausweichliche…

…nämlich unendliche Langeweile. Die Autorin hat die Hauptfiguren Sophie und Wes nicht nur völlig nichtssagend gestaltet, sie hat sich in Bezug auf Wes leider auch sehr stark von einem gewissen Edward inspirieren lassen. Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie perfekt Wes aussieht, läuft, isst, lächelt und atmet? Nein? Seine ganze Erscheinung, allein seine Anwesenheit ist perfekt. Gott hat sich bei seiner Erschaffung offenbar besonders viel Zeit genommen. Und dann hat er ja auch noch besondere Fähigkeiten. Z. B. stalkt er Sophie mindestens genauso romantisch wie sein vampirisches Ebenbild und kann auch genauso sexy „Nein, kein Sex Liebling, ich kann mich nicht beherrschen!“ sagen. Wow! Was. Für. Ein. Mann!

Schon bald ist Wes neben der Schule Sophies einziger Lebensinhalt. Ist es nicht furchtbar praktisch, dass sie gerade erst in die Stadt gezogen ist, sie ihre Schulaufgaben von zuhause erledigen kann und ihre einzige Freundin nur übers Telefon mit ihr kommuniziert? Wenn man sozial so vereinsamt ist, kommt ein fester Freund, der jeden Tag Zeit hat, natürlich gerade recht. Ich habe allerdings in der Realität schon beobachten dürfen, dass diese Fixierung aufeinander und das Ausblenden der restlichen Welt nicht gut gehen kann. Egal. Wes ist ja perfekt, da klappt das schon.

Um noch etwas Dramatik in die Geschichte zu bringen (denn zwei klettende Teenager sind ja doch auf Dauer „etwas“ langweilig), gibt es dann noch die mysteriösen Enthüllungen aus Westons Vergangenheit, die irgendwie mit Sophie zusammenhängen und für tränenreiche, vorübergehende Abschiede sorgen. Und die tödliche Gefahr darf auch nicht fehlen. Die ist allerdings so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass ich mir selbige gerne ausgerissen hätte. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber die Rachegelüste, die da jemand verspürt, sind ziemlich bescheuert, nicht nachvollziehbar und hätten bei einem normalen Menschen längst verraucht sein müssen.

Ich denke man kann ungefähr erkennen, wie ich das Buch fand. Zeitverschwendung! Wie man sich die DREI Nachfolgebände – deren Inhaltsangaben mich fast schon eingeschläfert haben – freiwillig antun kann, wird mir ein Rätsel bleiben.

Die Serie