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Drei Theater in London

Mitte Februar ging es für mich eine Woche nach London. Über ein Jahr zuvor hatte ich Tickets für Harry Potter and the Cursed Child und Hamilton gekauft. Statt eines gewöhnlichen Urlaubsrückblicks möchte ich euch ein bisschen über die drei Theater und Shows erzählen, die ich besucht habe. Los geht es mit dem:

Bridge Theatre


Links: Ben Whishaw als Brutus – Rechts: David Calder als Julius Caesar | Fotos © Manuel Harlan

Das Bridge Theatre wurde erst im Oktober 2017 eröffnet und kommt entsprechend modern daher. Besonders beeindruckt hat mich die Bühnenflexibilität, die in dem Theater möglich ist und für jedes Stück anders sein kann. Aktuell wird eine zeitgenössische Produktion von Shakespeares Julius Caesar gezeigt. In den Hauptrollen sind David Calder als Julius Caesar, Ben Whishaw als Marcus Brutus, Michelle Fairley als Caius Cassius und David Morrissey als Mark Antony zu sehen.

Shakespeare. Puh. Nicht unbedingt die Literatur, die ich zu meinen Interessen zählen würde. Die begeisterte Beschreibung des Stücks durch Bloggerkollegen führte dazu, dass wir uns trotzdem spontan „Mob Tickets“ kauften. Das besondere an der Produktion ist nämlich, dass man mit einem Stehticket aufs Parkett geht – zusammen mit den Schauspielern. Der Boden besteht aus Rechtecken, die flexibel hoch- und runtergefahren werden können und auf diese Weise eine erhöhte Bühne bilden (auf dem zweiten Bild sieht man das gut). Und so passierte es mehr als einmal, dass die Schauspieler sich plötzlich hinter mir nach vorne drängten und mich dabei zur Seite schoben. Oder dass die Crew einen Tisch direkt vor meiner Nase abstellte und ich in der nächsten Szene Ben Whishaw direkt gegenüberstand.

Mein Highlight: wie sich Mark Antony (David Morrissey) „im Krieg“ schützend vor mich stellte und (als die Luft rein war) dazu aufrief, ihm zu folgen. Nieder mit den Rebellen XD

Auch wenn ich Shakespeare weiterhin sehr anstrengend finden werde, war Julius Caesar sehr beeindruckend. So kreativ in ein Theaterstück eingebunden zu werden und den Schauspielern so nah sein zu können fand ich viel spannender, als oben in der Galerie zu sitzen und nur auf das Geschehen hinabblicken zu können. Das Bridge Theatre werde ich im Auge behalten. Vielleicht gibt es ja bei meinem nächsten Londonbesuch (wann auch immer der sein wird) wieder eine interessante Produktion, die man sich ansehen könnte.

Palace Theatre


Links: Der Cast in der ersten Szene am Gleis 9 3/4 – Rechts: Scorpius, Rose und Albus treffen sich im Hogwarts Express | Fotos © Manuel Harlan

Das Palace Theatre wurde 1891 eröffnet, bietet Platz für 1.400 Besucher und sieht von innen so aus, wie ich mir ein edles Theater vorgestellt habe (ein Klick auf den Link zeigt euch ein paar Impressionen). Hier sieht man einfach, dass das Haus Geschichte hat. Seit Mitte 2016 beherbergt das Palace Theatre Harry Potter and the Cursed Child. Es hat nur drei Ticketrunden bis zum Kauf und dann noch ein Jahr Wartezeit gedauert, um das Stück live erleben zu können…

War es so gut wie Harry Potter 1 – 7? Nein, dafür war es einfach zu anders. Theater „fühlt“ sich nicht wie Buch oder Film an und damit bin ich nun mal aufgewachsen.
Albus mochte ich sehr, Scorpius war mir zu überdreht. Von den Erwachsenen war mir lustigerweise AUSGERECHNET Draco am sympathischsten. Wie konnte das passieren? Haha. Harry, Ron und Hermine sind in der Geschichte offensichtlich keine Kinder mehr und wirken dadurch ganz anders – weniger naiv und idealistisch, dafür mehr in der Realität angekommen. Am Ende musste ich weinen, wie es sich für eine gute Geschichte gehört bzw. war das Ende natürlich auch ein trauriger Blick zurück auf Harrys Vergangenheit, was gleich für noch mehr Emotionen sorgte.

Es war eine tolle Erfahrung, die Fortsetzung zu Harry Potter im Theater sehen zu können. Die Zauberei haben sie auch gut auf die Bühne gebracht, wobei ich mit mehr Effekten gerechnet hatte. Am meisten beeindruckt hat mich der Zauber, mit dem Harry seinen Schreibtisch aufräumt. Enttäuscht war ich von Feuerzaubern, die so unflexibel waren, dass man gleich sah, dass sie in der Bühne eingebaut waren. Ein zweites Mal muss ich das Stück nicht unbedingt sehen. Sollte aber der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass ich in London bin und es sehr günstige Tickets gibt, würde ich es mir vielleicht nochmal überlegen.

Victoria Palace Theatre


Links: Alexander Hamilton (Jamael Westman) – Rechts: Die Schuyler Schwestern | Fotos © Matthew Murphy

Das Victoria Palace Theatre wurde 1910 gebaut und hat um die 1.550 Sitze. Von innen sieht es ähnlich pompös aus wie das Palace Theatre, mit der Beinfreiheit bei den Sitzen kann es aber leider bei weitem nicht mithalten. Im Flugzeug sitzt man dagegen geradezu luxuriös.

Wenn ich zwischen den drei Vorstellungen wählen müsste, würde Hamilton haushoch gewinnen. Ich bekam nur am Rande mit, welchen Hype das Musical in den USA ausgelöst hatte und als es dann die Ankündigung für London gab, habe ich mich gleich für den Newsletter registriert, um beim ersten Kartenverkauf dabei sein zu können. Ich lasse mich leicht von Begeisterung anstecken! Bis zur Show wusste ich nur grob, dass es um einen der Gründerväter der USA geht. Den Soundtrack kannte ich auch nicht, mit Ausnahme von dieser „leicht“ abgewandelten Version des ersten Songs bei den Tony Awards und der Saturday Night Live Version von „My Shot“.

Knapp einen Monat später könnt ihr mir ein Foto des Original Broadway Casts vorlegen und ich benenne euch jeden Darsteller und seine Rolle. Der Soundtrack läuft auf dem Weg zur Arbeit in Dauerschleife und auf YouTube habe ich fast alle Castinterviews und Ham4Hams gesehen, die ich finden konnte (meine Favoriten sind die Schuyler Georges. WORK!). Nur mit dem Mitsingen klappt es nicht so, rappen ist nicht gerade meine Stärke.

Es hat übrigens Vor- und Nachteile, den Soundtrack vorher nicht zu kennen: von Vorteil ist, dass man so völlig unvoreingenommen an die Sache herangehen und die Casts nicht vergleichen kann. Deshalb kann ich auch nicht sagen, wer nun besser oder schlechter ist. Ich finde z. B. Daveed Diggs, der auf dem Broadway Lafayette und Jefferson war, auf CD grandios. Aber Jason Pennycooke hat die Rolle in London auch genial gespielt. Ich bin ein bisschen verliebt in den amerikanischen Aaron Burr, gespielt von Leslie Odom Jr. – aber Giles Terera hat mir auf der Bühne auch richtig gut gefallen, usw.
Nachteil: ich habe den Großteil des Inhalts erst auf CD kapiert. Es ist alles so laut und schnell und die Eindrücke sind so überwältigend, dass ich die meiste Zeit gar nicht im Detail verstanden habe, worüber gerade gesungen wurde. Und der Text Erzählt. Verdammt. Viel. Aber trotzdem war ich ziemlich begeistert. Genau wie bei Harry Potter flossen am Ende reichlich Tränen. Hach.

Kurz gesagt: es ist das beste verdammte Musical, das ich bisher gesehen habe und ich will nochmal!

Also: wenn ihr in London seid, schaut euch auf jeden Fall Hamilton an. You wanna be in the room where it happens! Wenn ihr Harry Potter Fans seid und Tickets ergattern könnt, besucht auch Cursed Child. Und experimentiert ein bisschen: London hat so viele Theater, da ist sicherlich immer irgendein Star auf der Bühne oder der nächste Geheimtipp wartet hinter der nächsten Ecke <3

Wer ist das? Was will sie? Wer hat sie hier rein gelassen?

Ich bin Michelle, 1990 geboren, zwischen Ruhrpott und Sauerland aufgewachsen und mittlerweile stolze Bielefelderin. Oder wie ich mich lieber nenne: Liebefelderin!
Meine Liebe gilt schon seit jeher Büchern. Aufgezogen von Harry, gelehrt von Tolstoi und abgefuckt von Murakami, kann ich mir ein Leben ohne Literatur nicht vorstellen. Ob Roman, Sachbuch oder Kaffeetischbuch, für jede Lebenslage gibt es das richtige Buch.

Vor jetzt fast 10 Jahren habe ich meine Leidenschaft zu meinem Lebensinhalt gemacht. Ich wurde Buchhändlerin und während der Ausbildung lernte ich Anja kennen. Wir haben zusammen die Buchhändlerschulbank gedrückt und zelebrieren seitdem mal mehr mal weniger regelmäßige Sushi-Buchhandlungs-Kino-Tage, um über das Leben und andere Groß- oder Kleinartigkeiten zu philosophieren.
Und schon seit Jahren fand immer wieder folgende Diskussion statt:

„Boah, ich würde ja auch gerne mal irgendwas über Bücher und tolle Sachen schreiben!“
„Dann schreib doch mal einen Gastbeitrag für meinen Blog!“
„Das mach ich! Jetzt aber wirklich!“

So, Jahre später, nach einem literatur- und kunstwissenschaftlichen Studium, Wechsel in die Verlagswelt und halber Sesshaftwerdung, ist es so weit. Ob es die gute Bielefelder Luft oder die Angst, irgendwann alt zu sein und meine Liebe zu Büchern und schönen Dingen nicht genügend in die Welt getragen zu haben, ist, ab jetzt werde ich Rezensionen und Gedanken en masse raushauen und bin der lieben Anja unendlich dankbar, dass ich mich hier gemütlich einnisten darf.
Neben Büchern schlägt mein Herz für Musik (Radiohead, Get Well Soon, Beirut), Filme (Kirschblüten Hanami, Hitchcock, Herr der Ringe) und Serien (BBC, BBC, BBC) und ich freue mich schon, euch meine aktuellen Besessenheiten näher zu bringen.
Auf geht’s, es gibt viel zu entdecken!

Ihr findet mich als „Literatante“ auch auf Instagram!

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…


Heute Abend fliege ich in den Urlaub. Sonne, Strand und Meer auf Rhodos, hach was freue ich mich! Packt ihr auch wie ich immer viel zu viel Zeug ein? Ich weiß schon jetzt, dass ich wahrscheinlich nicht alle Outfits tragen werde, die im Koffer gelandet sind, aber sicher ist sicher, oder?! Genauso geht es mir mit Büchern. Letztes Jahr hatte ich meinen E-Book Reader und (wenn ich mich recht erinnere) mehrere gedruckte Bücher dabei. Im Hotel gab es sogar ein Bücherregal mit Büchern in mehreren Sprachen, aus dem man sich bedienen konnte. Letztendlich habe ich nur ein einziges, kurzes Buch mit unter 300 Seiten gelesen und den nächsten Hotelgästen vermacht, damit ich es nicht wieder mit zurückschleppen musste (der Platz im Koffer wurde knapp).

Habe ich daraus gelernt? Nein, natürlich nicht. Mit auf Reisen geht diesmal Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman. Leichte Lektüre mit „nur“ 528 Seiten. Ich freue mich schon darauf, denn es ist ein Notizbuch, das ich gemeinsam mit Dani und Sandy vollkritzeln werde. Auf das Endergebnis bin ich sehr gespannt.

Da ein so kleines Buch ja unmöglich für 9 Tage reichen kann, habe ich zusätzlich die örtliche Onleihe geplündert und mir folgende Titel heruntergeladen:

Dark Matter von Blake Crouch
Engelsnacht von Lauren Kate
Giants von Sylvain Neuvel
Ragdoll – Dein letzter Tag von Daniel Cole

Ich möchte mindestens zwei Bücher schaffen, am liebsten drei. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Bücher sind natürlich mehr als ausreichend als Urlaubsunterhaltung, aber was, wenn mir plötzlich der Sinn nach bewegten Bildern steht? Glücklicherweise hat Netflix inzwischen eine Downloadfunktion für die Eigenproduktionen. Letztes Jahr im Sommerurlaub habe ich die vierte Staffel von Orange Is The New Black gesehen und passenderweise wurde kürzlich die fünfte Staffel veröffentlicht, für die ich bisher noch keine Zeit hatte. Außerdem gibt es eine neue Serie namens GLOW, die die wahre Geschichte der „Gorgeous Ladies of Wrestling“, einer Wrestlingshow in den 80ern, erzählt. Der Trailer sah sehr lustig aus.

Last but not least habe ich schon vor längerer Zeit drei Filme heruntergeladen, es aber noch nicht geschafft, sie auch zu gucken. In Tallulah geht es um eine Frau, die die titelgebende Tallulah (gespielt von Ellen Page) als Babysitterin für ihre Tochter engagiert. Zachary Quinto spielt auch mit <3 Imperial Dreams erzählt die Geschichte eines Kriminellen, der aus dem Gefängnis entlassen wird und versucht, für seine Familie zu sorgen. John Boyega spielt die Hauptrolle. Beasts of No Nation ist eine Buchverfilmung (deutscher Titel des Buches ist „Du sollst Bestie sein!“) über einen Kindersoldaten in einem ungenannten afrikanischen Land. Ich bin hauptsächlich auf den Film aufmerksam geworden, weil Idris Elba mitspielt.

Wieviele Bücher packt ihr üblicherweise für den Urlaub? Könnt ihr besser kalkulieren als ich, oder nehmt ihr den Großteil wieder ungelesen mit nach Hause?

Lolita Transformation

Ich habe es angekündigt und hier ist es: meine Verwandlung in eine Lolita! Leute, ich habe Angst XD Also werde ich jetzt erstmal in Ruhe die Vampire Diaries Episode zuende schauen, die ich eben angefangen habe. Und ihr dürft in der Zwischenzeit schon mal gucken, wenn ihr wollt:

Ich hoffe mein Tschörmän Äkksent ist nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Viel Spaß beim Ansehen!