Archiv der Kategorie: Berufliches

Noch neulicher beim Buchhändler

Ein Witz oder Gedächtnis wie ein Schweizer Käse?
Ein Mädchen sucht eine bestimmte Schullektüre – da wir einen Klassensatz des Buches am Abholfach liegen haben, frage ich, ob ihr Lehrer es vielleicht bestellt hat.

Kundin: Weiß ich nicht.
Ich: Ich kann ja mal nachgucken, wie heißt denn der Lehrer?
Kundin: Weiß ich nicht, ist für meine Schwester.

Daneben steht ein Junge und sagt, nachdem das Mädchen weg ist:
„Ich bin in der gleichen Klasse, ich brauch das Buch auch. Wir lesen das.“ o___O

Eine Marktlücke!
Dieses Gespräch durfte ich als Beobachterin miterleben:

Kundin: Guten Tag. Ich suche eine Straßenkarte von Mönchengladbach. Als Hörbuch.
Kollegin: Als Hörbuch? Ist mir jetzt nicht bekannt. Haben Sie das denn schon mal gesehen, dass es das gibt?
Kundin: Nein, ich hab nur eben die Hörbücher gesehen und dachte ich frag mal.
…(und sie suchte keinen Navi!)

Wo arbeite ich eigentlich?
Kunde: Haben sie von diesem Buch hier auch den ersten Teil da?
Ich: Nein, leider nicht.
Kunde: Aber auf ihrer Internetseite haben sie das da.
Ich: Das können sie auf unserer Internetseite gar nicht sehen, da steht nur „sofort lieferbar“, nicht „vorrätig“.
Kunde: Doch, da stand sie haben noch 8 Exemplare da!
Ich: Das kann nicht sein, auf may*er*sche.de können sie nicht sehen, ob und wie viele Bücher wir davon vorrätig haben.
Kunde: Nee ich hab nicht auf may*er*sche*.de geguckt, auf Amazon!
Ich: … (bitte erschießt mich!)

Namen sind doch nur Schall und Rauch!
Kunde: Ich suche „Mario und der Zauberer“!
Ich: Welche Ausgabe brauchen Sie denn? Es gibt auch eine, wo noch „Tonio Kröger“ mit drin ist.
Kunde. Nee, ich brauch die von Thomas Mann.

Neulich beim Buchhändler

Vor einer Weile habe ich einige Kollegen auch mal nach lustigen Geschichten gefragt. Wie das so ist, wollten die meisten Geschichten aber nicht spontan ans Rampenlicht gezerrt werden. Sprich, die Kollegen erinnern sich nicht mehr. Zwei kurze Begebenheiten (bei denen ich gerne dabei gewesen wäre) darf ich hier aber dennoch präsentieren. Darunter eine Premiere: auch die Buchhändler stehen anscheinend manchmal auf dem Schlauch ;-)

Einmal die Kündigung bitte! (Kollegenerzählung)
Kunde: Ist Effi Briest da?
Buchhändler: Die arbeitet hier nicht!

Der Klassiker? (leider noch nicht selbst erlebt) (Kollegenerzählung)
Kunde: Haben Sie Goethes Faust von Schiller?

Rotwerden deluxe
Kunde möchte wissen, wann das nächste Buch einer Reihe erscheint und nennt mir den Namen der Autorin.
Ich: *such*….(finde nichts). Huch, ich habe den Namen der Autorin falsch geschrieben, na da kann ich dann ja auch nichts finden! *korrigier*
Kunde: Das macht nichts. Einer schönen Frau verzeihe ich doch alles.
Ich (ganz verlegen): Oh, dankeschön!
Kunde: Manchmal muss man etwas offensichtliches auch einfach mal aussprechen :-)

Wie schreibt man das? Mit blau!
Kunde: Ich suche ein Buch, der Autor heißt Viktor Blabla.
Ich: Viktor mit c oder mit k?
Kunde: Mit V!

Der Buchhändler weiß alles
Kunde: So, jetzt aber hier!
Ich: ??? Guten Tag *extrafreundliches Lächeln aufleg*
Kunde: Ich suche das Buch XY!
Ich: Das hatten wir sonst immer oben in der Geschenkbuchabteilung, ich schau aber nochmal kurz nach, ob das noch vorrätig ist.
Kunde: Sie müssen sich doch wohl auskennen hier!!
Ich: (gucke das Buch im PC nach, sehe, dass es vorrätig ist, aber theoretisch in der Romanabteilung stehen müsste, was mich irritiert) Ich arbeite hier unten, da ist es etwas schwierig, auch alle Bücher von oben zu kennen. Ich rufe mal kurz oben an und frage, ob das Buch da ist.
Kunde: Entrüstete Ausrufe…
Ich: (lasse das Buch von der Kollegin am Telefon schon mal zur Info holen)
Ich: Das Buch ist da und die Kollegin wartet damit an der Info auf sie.
Kunde: brummelt irgendetwas unverständliches, das weit von „danke“ entfernt ist und zieht ab.
Ich: *hinterherruf* ICH WÜNSCHE IHNEN NOCH EINEN SCHÖNEN TAG! (natürlich mit der freundlichsten Stimme, die ich aufbringen konnte)*

*An manchen Tagen kann mich sowas glücklicherweise NICHT aus der Ruhe bringen :D

Der Buchhändler weiß nichts
Kunde: Ich suche „Herr der Fliegen“!
Ich: Muss es eine bestimmte Ausgabe sein? (wird ja gern als Schullektüre gelesen)
Kunde: Nee.
Ich: (gucke nach, ob das Buch vorrätig ist)
Kunde: Ich weiß nur, dass das ein Roman ist. (ach nee!)
Ich: (suche dem Kunden die einzige vorrätige Ausgabe heraus und gebe sie ihm – allerdings eine eher ungewöhnliche Ausgabe)
Kunde: Ist das denn auch der gleiche Text?
Ich: …

Wo genau?
Kunde: Haben Sie auch eine Filiale in München?
Ich: Nein, wir sind nur in NRW vertreten. Und in Trier und Koblenz.
Kunde: Ach so….(Schweigen).
Kunde: Was ist denn in der Nähe von München?
Ich: Nur NRW!
Kunde: Sind sie gar nicht in München?
Ich: Wir. Sind. Nur. In. NRW!

Manchmal hätte ich gerne ein T-Shirt mit der entsprechenden Botschaft. Oder eine CD, die man auf Repeat stellen kann. Seufz.

Fleißiges Bienchen oder Lausbubenstreich?

In der letzten Zeit laufe ich des Öfteren mit einem sehr irritierten Gesichtsausdruck durch die Buchhandlung. Der Grund dafür: Meine Frontalpräsentationen in der Mangaabteilung machen sich selbstständig!
Gerade heute war es wieder so. Morgens habe ich das Chaos des vergangenen Tages in Ordnung gebracht (Mangaleser sind leider meist sehr rücksichtslos und chaotisch :-() und da war noch alles so, wie es sein sollte. Abends tauchten dann plötzlich die Neuheiten von Tokyopop auf. Die waren wohl den ganzen Tag im Laden unterwegs und fanden erst zu später Uhrzeit zu mir. Beim Verräumen fiel mir dann auf, dass die Frontalpräsentationen komplett ausgetauscht worden waren. Und es war nicht einfach nur so, dass mir jemand etwas durcheinander gebracht hat. Nein, die Mangas, die ich frontal präsentiert hatte, standen alle fein säuberlich im Alphabet einsortiert und waren durch neue Titel ausgetauscht worden.

Ich habe drei Erklärungen für dieses Mysterium:

1. Ein Kollege erlaubt sich einen Spaß (ich habe schon eine Verdächtigenliste erstellt ;-))
2. Ein Kunde kann meine Auswahl in der Präsentation absolut nicht leiden und geht bei der Änderung sehr ordentlich vor.
3. Ich habe einen Poltergeist in der Abteilung.

Eigentlich sind alle drei Punkte nicht sehr wahrscheinlich. Spendiert mir jemand eine Überwachungskamera? Ich kann mich ja nicht den ganzen Tag auf die Lauer legen!

Wie ich zur Auskunft wurde und eine Karriere als Handmodel begann

Heute war ein merkwürdiger Tag. Ok, eigentlich passieren bei der Arbeit dauernd mehr oder weniger merkwürdige Sachen, aber die von heute habe ich so noch nicht erlebt ;-)

Zuerst einmal die Auskunft: da kam doch tatsächlich ein älterer Herr zu mir (ich grübele immer noch, ob das nicht mal einer meiner Lehrer war…) und fragte mich, ob ich die Adresse eines Schreibbüros in der Stadt kenne. Wie meistens musste ich verneinen. Ich kenne eigentlich so gut wie nichts in der Stadt, und das, obwohl ich nun schon drei Jahre hier wohne. Peinlich peinlich. Ich habe dem Mann aber angeboten, noch bei ein paar Kollegen nachzufragen. Er zeigte daraufhin auf den PC und sagte, ich solle doch mal „da drin“ nachgucken. Ööööh…da war ich schon etwas irritiert und habe geantwortet, dass auf dem PC kein Adressbuch drauf ist.
Die Kollegen konnten leider auch nicht weiterhelfen, was ich so auch weitergegeben habe. Anstatt sich aber einfach zu bedanken und von dannen zu ziehen, drängte der Mann mich erneut dazu, im PC zu recherchieren. Ich habe dann vorsichtig gefragt „Haben Sie es vielleicht schon bei der Auskunft probiert? Die kennen sich mit sowas ja viel besser aus.“ (Wink mit dem Zaunpfahl!!) Natürlich verstand er nicht, worauf ich hinauswollte und meinte „Ich bin mir sicher, dass sie das im Internet finden werden.“ Also, was habe ich gemacht? Richtig, ich habe nach Schreibbüros gegoogelt…ich hätte ihm einfach die Gelben Seiten in die Hand drücken sollen! Aber immerhin habe ich ihn die Adressen selbst abschreiben lassen. Pah. Ich hätte Geld dafür verlangen sollen. Bei der Telefonauskunft wäre er wohl mehrere Euro losgeworden. Wie praktisch, dass man uns dafür ausnutzen kann.

Nachmittags kam dann plötzlich ein Kollege zu mir und sagte „Streck deine Hände mal so aus“ (er hielt die Hände nach vorne). Ich streckte also die Hände aus und schwupps war ich das neue Handmodel für Fotos für irgendein IHK Magazin O___o (Natürlich hat der Fotograf gefragt, ob ich einverstanden bin) Danach haben wir an verschiedenen Regalen mit kompetent wirkenden Büchern gefühlte 1000 Aufnahmen gemacht. Wie ich ein Buch aus dem Regal ziehe; wie ich ein Buch schwungvoll aus dem Regal ziehe; wie ich ein Buch gekippt schwungvoll aus dem Regal ziehe. Wie ich vor einem Regal stehe und in einem Buch lese; wie ich vor einem Regal stehe und ein Buch mit halb umgeblätterter Seite lese… usw. *lol* Wenn ihr also demnächst ein IHK Magazin lest und darin sind Hände mit Buch abgebildet, die irgendwie krampfhaft aussehen…dann sind das wahrscheinlich meine!

Übrigens war das Shooting so anstrengend, dass ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen habe, meine kurze aber steile Karriere als Handmodel zu beenden ;-)
Hätte nie gedacht, dass rumstehen und ein Buch halten so schwierig sein können!