Mythos Amazon

Seht ihr auch ständig diese Amazon in den Himmel lobenden Kommentare? Amazon hier, Amazon da. Es ist so toll, es ist so einfach und so weiter und so fort. Ich will hier gar keine Grundsatzdiskussion darüber führen, ob man bei Amazon bestellen sollte oder nicht. Ich selbst kaufe dort auch, hauptsächlich DVDs, weil sie meist günstiger sind als offline. Aber es nervt mich, wenn die Leute ihre rosarote Brille partout nicht absetzen wollen. Und dann hört man so Dinge wie:

Bei Amazon bestellte Ware ist viel schneller da

Klar. Wenn ihr Prime habt und dafür 49 € im Jahr zahlt. Dann bekommt ihr eure Sendung nach einem statt nach zwei Tagen. Denn die Post bevorzugt eure Sendung und stellt sie schneller zu. Wenn ihr kein Prime habt, ist eure Sendung eine wie jede andere auch und wird von der Post genauso behandelt. Ob ihr also bei Amazon bestellt oder beim Händler XY, macht da keinen Unterschied. Manchmal habe ich eher das Gefühl, dass Nicht-Prime-Sendungen von Amazon inzwischen länger brauchen als andere Sendungen, also dass die Post sie absichtlich erst einen Tag später ausliefert. Irgendwoher müssen die Argumente für Prime ja kommen, ne?

Genauso schnell wie mit Prime geht’s übrigens (zumindest bei Büchern) in der nächsten Buchhandlung. Die Logistik der buchhändlerischen Großhändler ist nämlich nicht von der Post abhängig und liefert zuverlässig und noch am gleichen Tag in der Nacht, damit die bestellte Ware pünktlich zur Ladenöffnung abholbereit ist.

Und seien wir doch mal ehrlich: wie oft seid ihr zum Shoppen eh in der Stadt und hättet Zeit, das bestellte Buch abzuholen? Nicht jeder wohnt doch am Arsch der Welt, wo die nächste Buchhandlung 3 Stunden und 4 Busverbindungen entfernt ist.

Umtausch und Rückgabe ist viel einfacher als bei XY

So oft liest man Kommentare, dass Amazon den besten Kundenservice hat und ohne Probleme alles zurücknimmt und das Geld zurückerstattet und und und. Aber wie sieht es denn in der Realität aus?

Wenn euer bestellter Artikel fehlerfrei ist:

Gemäß BGB hat man bei Onlinekäufen ein 2-wöchiges Widerrufsrecht. D.h. Amazon muss eure bestellten Sachen innerhalb dieser Frist zurücknehmen (Ausnahmen sind z. B. geöffnete CDs, DVDs usw.) und das Geld zurückzahlen. Auch bei der Erstattung der Versandkosten hält sich Amazon in den AGB an die gesetzlichen Vorgaben. Bei Warenwert unter 40 € bezahlt der Kunde die Versandkosten der Rücksendung, ab 40 € Amazon.

Darüber hinaus bietet Amazon eine „freiwillige Rückgabegarantie“ über die zwei Wochen hinaus und erweitert den Zeitraum damit auf 30 Tage. Nach Ablauf der gesetzlichen zwei Wochen bekommt der Kunde allerdings auch über 40 € Warenwert die Versandkosten nicht mehr erstattet.

30 Tage Rückgabefrist bieten die meisten Offline-Geschäfte aber auch und zwar ganz ohne Versandkosten ;) Oft bekommt man auch hier das Geld zurück, bei anderen erhält man einen Gutschein. Theoretisch können die Geschäfte die Rücknahme der Ware komplett verweigern, aber das habe ich bisher noch nicht erleben müssen.

Wenn euer bestellter Artikel beschädigt ist:

Hier gibt es eine gesetzliche Gewährleistung: der Verkäufer muss gewährleisten, dass der Artikel zum Zeitpunkt des Kaufs mängelfrei war. Ist er das nicht, hat der Käufer zwei Jahre lang Zeit, dies zu reklamieren und einen Umtausch oder Reparatur zu verlangen. Allerdings muss man nach sechs Monaten als Käufer beweisen können, dass der Mangel bereits beim Kauf bestand. Gut, ist bei Büchern recht einfach, wenn Seiten fehlen oder andere offensichtliche Fehler zu sehen sind ;) Aber bei äußerlichen Beschädigungen wäre das z. B. schwieriger.

Auf jeden Fall gilt diese Gewährleistung für alle, also auch für Amazon. Wenn der Artikel fehlerhaft ist, müsst ihr auch die Versandkosten für die Rücksendung nicht zahlen, schließlich schickt ihr die Ware nicht aus einer Laune heraus, sondern weil sie kaputt ist.

Amazon empfiehlt in seiner Hilfe übrigens, „sich für die Nachbesserung Ihres Artikels zunächst im Rahmen der Herstellergarantie direkt an den Hersteller zu wenden“ und nur „falls der Hersteller keine Lösung anbietet“ den Kundenservice zu kontaktieren. Die Garantie ist aber eine freiwillige Leistung des Herstellers und hat nichts mit den gesetzlichen Vorschriften zu tun. Ich würde also zuallererst immer die Gewährleistung in Anspruch nehmen.

Fazit

Amazon macht auch nicht viel anders als andere Versandhändler und Geschäfte. Außer Werbung, die ist besser, denn erst dadurch kommt es ja zu diesen Vorstellungen in den Köpfen der Leute. Ich habe kein Problem damit, wenn ihr bei Amazon bestellt. Aber bleibt dabei wenigstens realistisch: woanders ists auch nicht schlechter. Amazon hat das Rad nicht neu erfunden und ist genau wie alle anderen von der Deutschen Post abhängig. Es ist nur einfach der bekannteste Händler.

28 thoughts on “Mythos Amazon

  1. Für mich hat die Prime-Mitgliedschaft einen entscheidenden Vorteil: Der Entfall eines Mindestbestellwertes. Ich kann alles vorbestellen ohne darauf achten zu müssen, dass mit der Bestellung mindestens 20 Euro erreicht werden. Dafür zahle ich dann schon recht gern die 24 Euro so, denn das würde ich mit etwa einen Dutzend Bestellungen auch so erreichen. Die anderen Vorteile sind zwar nett, aber nicht der Hauptgrund.

      1. Ja, das ist klar. Da muss dann jeder für sich abwägen, wie oft er etwas bestellt (was kein Buch ist) und ob er Wert auf Vorbestellungen legt oder es nicht doch irgendwie koppeln kann :)

  2. Also ich bin selbst bei Amazon auch Prime-Kunde. Das zwar noch nicht lange, aber ich sehe durchaus die Vorteile. Die Sendung ist nicht nur am nächsten Tag da, sie kostet auch fast schon grundsätzlich keinen Versand. Die Kindle Leihbücherei tut da sein übriges und es stimmt nicht, dass dort keine neuen Bücher zu finden wären oder keine Bestseller. Naja :)
    Klar kann ich verstehen, wenn viele garnicht mehr dort kaufen aber seien wir ehrlich – was wird sich ändern? Nichts, richtig. Amazon ist nun mal der größte Markt zur Zeit.
    Das ist sehr schade, ja…
    Ob Amazon besser ist als andere? Nein bestimmt nicht. Aber bei mir spielt eben die Lieferzeit eine ausschlaggebende Rolle ;) Und die Eigenmarke Amazon Basics ist echt nicht schlecht und oft nicht sehr teuer. Demletzt hab ich bei diversen Kabeln einfach mal die Hälfte gespart und ein besseres Produkt bekommen. Wobei das meiste eben teurer geworden ist *grml*

    Ich finde das kann man schon fast mit Massentierhaltung vergleichen. Es gibt Menschen die interessiert es nicht, andere finden es nützlich und wiederum andere finden es richtig übel.

    Liebste Grüße,
    Liz :*

    1. Es geht hier ja nicht um Prime XD Ich habe Amazons normale Bedingungen mit den normalen Bedingungen anderer Händler verglichen. Wenn du Prime versus normaler Versand machst, ist das ja ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen ;)

  3. Ich kaufe eigentlich immer bei Amazon und Thalia abwechselnd. Amazon hat einfach „inhaltlich“ einen besonderen Reiz für mich, da ich auch gerne „seltene“ Bücher lese und die fast immer nur bei Amazon erhältlich sind. Und da ich eine Menge Bücher und DVDs kaufe, ist der Preisvorteil einfach gut.

  4. Ich versteh, was du meinst … es ist manchmal regelrecht albern, wie manche Leute Amazon hochjubeln. Aber das ist genauso als wenn man sich einen Artikel kaufen will, der vielleicht unnötig ist, und den Kauf vor sich selbst und anderen mit tausend guten Gründen rechtfertigen will.

    Ich kaufe auch bei Amazon, klar, und das nicht zu wenig. Aber ich wiege das mit der aktuellen Situation ab. Ich brauche etwas und je nachdem, ob ich die Zeit habe innerhalb der kommenden Tage in die Stadt zu kommen oder eben nicht, entscheidet darüber, wo ich kaufe.
    Naja, und wie du schon sagtest, DVDs fast nur noch bei Amazon. Zumindest die Serien. Es ist eine Tatsache, dass die online um 1-2€ billiger sind – da bestell ich natürlich lieber bei Amazon als in die Stadt zu fahren, wenn ich weiß, dass ich dafür auch noch Sprit verfahren muss.

    Es ist Okay, dass es Leute gibt, die lieber bei Amazon kaufen als in der Stadt. Aber das dann mit Gründen zu argumentieren, die auf jeden Vor-Ort-Händler auch zutreffen …

    (BTW würde ich nie wieder ein technisches (größeres) Gerät bei Amazon kaufen. Ich fahr lieber in den Laden, wo ich es her habe, kriege direkt Antworten, als mich mit dem Kundenservice von Amazon rumzuschlagen.)

    1. Bei großen Geräten schrecke ich auch immer zurück. Ich würde mir nie einen Fernseher oder ne Waschmaschine oder sowas im Internet kaufen. Kleinere Sachen gehen noch finde ich. Mein Handy hab ich von Rebuy und meinen Laptop hab ich tatsächlich auch bei Amazon bestellt. Da ging die Reklamation auch ganz unkompliziert, ist ja alles automatisiert, da musste ich nicht mal mit jemandem sprechen oder so.

      1. Ich schrecke davon zurück, seit ich mir 2012 über Amazon eine Digitalkamera gekauft habe. Aber alleine, wenn es um Reklamationen geht, kauf ich mir Geräte nur noch im Laden. Da anrufen, zurückschicken, darauf warten, dass etwas zurückkommt … Das hab ich bei zwei Laptops mitgemacht und wie gesagt, bei einer Kamera, und natürlich wartet man da mindestens 1-2 Wochen drauf. Nur weil ich G**** heiße, bedeutet das schließlich nicht, dass meine Sachen Vorrang haben. ;D
        Aber ich habe eben auch die Erfahrung gemacht, wie „schnell“ das geht, wenn man Geräte vor Ort kauft. Und wenn ich es dann zurückbekomme und es macht Probleme, kann ich es gleich wieder da lassen (ja, auch das kam schon mal vor :)).

        Tatsache ist: Wenn es um den Versand von Amazon geht und auch die Rücksendung, dann geh ich lieber vor Ort kaufen. Der direkte Kontakt ist mir halt immer noch lieber.

        1. Also mit sowas hatte ich bei Amazon noch nie ein Problem!
          Die antworten immer innerhalb der nächsten 1-2 Tage.
          Da hab ich vor Ort schon vieeel schlimmeres erlebt.

          Aber das ist denke ich immer individuell.

  5. Ich gehöre wohl eher zu den Leuten, die Amazon wohl nicht so verwenden wie gedacht. Zwar besitze ich seit kurzem einen Kindle und kaufe auch meistens meine eBooks eben dort, aber da hört es schon auf. Hier gilt für mich auch das große Angebot und vor allem auch die große Auswahl, die mir doch relativ wichtig ist, was zumindest eBooks betrifft, da ich auch viele englische Bücher lese. Da, gerade bei den englischen Romanen, keine Preisbindung herrscht, sind sie im Durchschnitt einfach am Günstigsten. Da können andere nicht mithalten.
    Anders verhält es sich, wenn ich „normal“ einkaufe. Meistens bestelle ich nicht über Amazon, sondern nutze Amazon Marketplace, da ich ein Gebrauchtwarenkäufer bin. Da ist natürlich es besonders praktisch (speziell bei englischen Büchern), da man über andere Seiten nicht die Auswahl hat oder sich alle Shops zusammensuchen muss. Die bieten dann aber meist auf Amazon sogar günstiger an als in ihrem eigenen Onlineshops.
    Doch da hört es für mich eben schon auf, zumindest was Bücher betrifft. Neue Bücher kaufe ich lokal, weil meine Buchhandlung die wirklich ohne Ausnahme am folgenden Tag bei sich hat. Und da mal schnell vorbeizuflitzen und es abzuholen ist überhaupt kein Problem. Online kann ich da auch bestellen… Kostet ja auch nicht mehr, solange es deutsche Bücher sind. Amazon ist da eher eine gute Suchmaschine und schlussendlich bekommt mein persönlicher Buchdealer meine Bestellung.
    Bei englischen Büchern weiche ich meistens auf Amazon aus, aber auch nur auf Marketplace, da die Anbieter oft günstiger sind als Amazon selbst, auch wenn sie Versandkostenzwang haben und Amazon seine Bücher kostenlos versendet.
    Das ist die Buchebene.

    Bei DVDs oder anderen Sachen weiß ich übrigens nicht wie Leute immer sagen, es wäre beim großen A immer alles günstiger. Seltsamerweise hab ich schon Staffeln von Serien gekauft, die bei Amazon 4 € teurer waren, aber im entsprechenden Elektromarkt günstiger waren. Und das war bei mir nicht nur ein Einzelfall… zwar hat da Amazon (Massenbestellung macht es möglich) die Nase vorne, aber sie sind nicht immer die Günstigsten… ganz im Gegenteil!
    Seltenere Sachen oder spezielleres kaufe ich auch wieder gerne auf Amazon, was aber auch wieder mehr über Fremdanbieter läuft.

    Also in kurz:
    Bei Amazon selbst kaufe ich eigentlich sehr selten ein. Eben meistens nur eBooks. Das Argument: Sie sind schneller, stimmt ja meistens nicht. Der neue Käufer bekommt es ja oft erst später (wie du ja geschrieben hast)… das Retourensystem ist aber wirklich sehr einfach gehalten, was man bei anderen Versandhändlern leider nicht so sehen kann. Die Abwicklung ist flott, bei kleineren Sachen muss man es teilweise nicht mal zurücksenden, was aber am hohen automatischen Ablauf hängt und das Management ganz gut ist (ich geh da jetzt nicht genauer darauf ein… ihr versteht schon). Aber Amazon ist grundsätzlich auch nicht besser als andere Onlinehändler… und die große Auswahl kommt oft nicht nur Amazon, sondern eher durch die Fremdanbieter, die das Angebot erweitern, nicht Amazon…
    So, das war es schon von mir.

    1. Achso, ganz vergessen… hat sich verschluckt.

      Mir ist aber einer vor Ort trotzdem viel lieber. Dem kann ich seinen Müll hintragen, sagen: KAPUTT! Und der muss dann handeln… bei Amazon muss halt erst eingeschickt werden und gemacht werden und so weiter. Sie sind zwar kulanter als andere, aber besser bei weitem nicht… bei Büchern geht das vielleicht noch ganz gut, aber der Zeitaufwand ist trotzdem ziemlich hoch.

    2. Daumen hoch fürs Vorbeiflitzen :D
      Lohnt sich das mit dem Marketplace denn wirklich? Immer wenn ich da mal geguckt hab waren die Bücher mit den 3 Euro Versandkosten dann doch nicht wirklich günstiger…

      Und bei den DVDs hab ich ja gesagt MEIST ;) Ich hab auch schon oft Serien bei Media Markt und Co. gekauft, besonders wenn sie diese 3 für 2 Aktionen haben und so. Ich vergleiche da auch gerne mal und wenn ich nur eine DVD bzw. Blu-Ray kaufen will, muss ich ohne Prime natürlich bei Amazon auch noch den Versand berappen. Doof. Dann kauf ichs auch lieber offline.

  6. Hach ja, toll, dass du das mal ansprichst. Bei den Rücknahmebestimmungen kannte ich mich bisher noch gar nicht aus, aber den Rest seh ich genauso. Besonders wenn es um deutsche Bücher geht, kaufe ich viel lieber im Laden – bei Amazon habe ich da, glaube ich, noch nie etwas gekauft. Mag daran liegen, dass der Unterschied zwischen der Packstation und einem meiner Lieblingsbuchläden knapp 50 Meter beträgt.
    Außerdem ist es mir bisher schon öfter untergekommen, dass von Amazon ausgelieferte „neue“ Ware durch blöde Verpackung oder sonstigen Murks beim Transport abgeschabt und nicht mehr so ganz schön angekommen ist. Kam bisher zwar selten vor, dass es so schlimm war, dass ich es zurückschicken musste, und generell stören mich Abnutzungserscheinungen auch nicht, aber ich finde es trotzdem ärgerlich. Wenn ich für einen Buch den Neupreis bezahle, dann möchte ich auch, dass es so aussieht. Da finde ich TBD zum Beispiel auch viel kulanter, die erstatten einem dann ja teilweise oder ganz die Kosten oder schicken die Kopie noch mal zu. Das ist mir bei Amazon bisher noch nie passiert, da konnte ich immer nur das Buch zurückschicken als Option. Im Laden ist mir sowas bisher auch noch nie passiert.
    Hab letztes Jahr auch über Amazon Student ein Jahr Prime Mitgliedschaft gehabt. War ganz nett, aber ees war nur ein einziges Mal so, dass ich das Buch am nächsten Tag brauchte. Sonst fang ich eigentlich eh immer ein paar Tage später an, sodass diese „schnellere“ Lieferung auch hinfällig ist.
    Für englische Bücher nutze ich es dann auch ganz gerne, da geht’s mir aber meist eher um die günstigeren Preise.

    1. Wenn Packstation und Buchhandlung quasi nebeneinander liegen, gibt’s bei deutschen, neuen Büchern echt keine Argumente mehr gegen einen Kauf im Laden ^^

      Mit der Erstattung bei der Beschädigung kann ich jetzt natürlich nur Vermutungen anstellen. Vielleicht liegt das an der Preisbindung? Wenn das Buch bei dir liegt, kann man ja nicht überprüfen, ob es wirklich beschädigt ist und auf Neuware darf man keinen Rabatt geben. Da würde ich auch lieber zurückfordern und neu schicken, um auf der sicheren Seite zu sein. TBD hats da natürlich einfacher.

      Und DANKE für den Teil mit dem „Ich brauchs gar nicht am nächsten Tag“! So oft liest man von Jammerei, dass das bestellte Buch nicht innerhalb von 24 Std da ist und dann lesen es die Leute eh erst 3 Monate später. Das nervt sooooo.

  7. Ich bestelle nichts bei Amazon aus folgenden Gründen:
    1) Die Arbeitsbedienungen beim Versand grenzen an der Unmenschlichkeit; die Arbeiter sind stark unterbezahlt für den harten und anstrengend Job den sie haben.
    2) Wenn man Bücher in einer Bücherei bestellt, kommen sie in den meisten Fällen genauso schnell an wie bei Amazon.
    3) Die Anonymität killt jede Buchhandlung. Die Buchempfehlungen auf Amazon sind mit Computer generiert und sind vollkommen zufällig. Ein Buchhändler aus Fleisch und Blut hingegen wird jedem das richtige Buch zuweisen können

  8. Den Großteil habe ich eben schon bei Facebook kommentiert. Ich bestelle ca. zweimal monatlich bei Amazon, einfach, weil sie zuerst da waren und auch, weil sie eben alles haben. Da bekomme ich dann eben nicht nur Bücher sondern auch Spulen für die Nähmaschine oder Hülle und Schutzfolie fürs Handy, eine neue Laptop-Maus… Wenn ich keine Zeit habe im Laden alles durchzuschauen und zu vergleichen, ist das einfach das praktischste. Sonst müsste ich wieder mehrmals bestellen, bei verschiedenen Anbietern – und bei Non-Book-Artikeln eben Versandkosten bezahlen, die ich durch Prime (aktuell bei mir durchs Probejahr gratis) einspare. Das kann sich dann auch mit Mitgliedsbeitrag oft einsparen. Oder ohne eben indem ich mir ein Buch dazu bestelle oder die 20 € knacke. Bei vielen spezialisierten Shops ist das nicht möglich.

    Weil oben der Marketplace noch aufkam: Das Vergleichen lohnt sich da schon. Medimops, rebuy, Drittanbieter und Amazon unterbieten sich da ja gegenseitig und zwar immer so, dass die Versandkosten quasi schon mit drin sind. „Der Wolkenkratzerthron“ habe ich beispielsweise für 83 Cent oder so gekauft – damit dann ein Verkaufspreis von 3.83 herauskam. Zu dem Zeitpunkt lagen Medimops und Rebuy bei dem Buch auf ihren eigenen Seiten beide leicht über 4 € (normalerweise bieten sie bei sich selbst etwas günstiger an als bei Amazon, inkl. Versand, da sie ja selbst auch Mindestbestellwert oder Versandkosten verlangen).

    LG

  9. Ich bin auch seit ein paar Jahren Prime-Kunde, das hatte damals aber eher den Hauptgrund dass der Mindestbestellwert wegfällt und nicht unbedingt die schnellere Lieferzeit – bei Büchern ist mir das eigentlich herzlich egal ob das nun ein oder zwei Tage länger dauert, meistens liegen die Sachen eh bei mir ein paar Tage in der Packstation weil ich in der Regel 2, 3 Pakete auf einmal abhole und nicht für jede Lieferung sofort zur Station flitze. Sobald ich im nächsten Jahr den neuen Preis bezahlen muss, werde ich Prime auch kündigen – so viel sind mir die Vorteile dann auch nicht wert, vor allem weil der Instant-Video-Service für mich völlig uninteressant ist.

    Warum bestelle ich fast nur bei Amazon und nicht im Laden? Bei Filmen ist mir das bei Saturn, MediaMarkt etc. einfach zu teuer, da zahle ich vor Ort nicht selten das doppelte als bei Amazon. Der Rest ist einfach Bequemlichkeit. Ich bestelle online hauptsächlich englische Bücher, die die Buchhandlung in der Regel nicht vor Ort hat. Ich habe dann einfach keine Lust, die Bücher dort erst zu bestellen und dann einen Tag später abzuholen. Mir ist schon klar dass man die Bestellung auch online oder telefonisch tätigen kann, es ist mir aber einfach zu umständlich. Außerdem ist Parken in der Stadt hier immer schlecht, bei der Packstation kann ich hingegen ohne große Umwege und nervige Parkplatzsuche meine Pakete abholen.

    Was die Rückgabe betrifft: Auch hier war das bei mir bisher bei Amazon einfach super bequem. Man braucht nicht groß mit Verkäufern diskutieren sondern klickt sich schnell durch das Rückgabezentrum und hat die Ersatzlieferung in der Regel schon auf dem Postweg bevor man die Reklamation überhaupt abgeschlossen hat. Ich bin auch nicht an Ladenöffnungszeiten gebunden sondern kann die Rücksendung einfach morgens um 7 Uhr vor der Arbeit in die Packstation packen – fertig. Allerdings musste ich bisher auch nie größere Teile umtauschen sondern nur kaputte DVDs oder geknickte Bücher.

    Ich behaupte auch nicht dass Amazon besser ist als andere, für mich ist es ganz einfach am bequemsten. Shame on me…

    1. Ich lese so oft, dass Saturn und MM teuer sind. Klar, das stimmt, es gibt aber auch Preisgarantie. Bei Saturn hat mich sogar eine Verkäuferin darauf Aufmerksam gemacht. Mit der DVD/CD zur Info, sagen: Amazon ist billiger, kurz warten bis der Mitarbeiter den Preis kontrolliert und geändert hat und auf zur Kasse :)

      Da ich auch viel auf Englisch lese, ist mein Stammlieferant aber auch oft Amazon, weil meine Bücher oft schon im Lager sind und ich keine Lust habe zu warten, bis der Großhändler meine Bestellung zum Buchladen schippert.

      1. Oh, ich war immer davon ausgegangen, dass das nicht für Onlineangebote gilt. Bei Saturn steht ja auch „Sollten Sie innerhalb von 14 Tagen ein bei uns gekauftes Produkt bei gleicher Leistung und in der jeweiligen Region günstiger sehen, erstatten wir Ihnen – nach Ihrer Wahl – den Differenzbetrag oder nehmen das Gerät zurück.“

        Aber das muss ich dann bei Gelegenheit mal ausprobieren, ob das wirklich funktioniert ;)

        1. Ich hab es mit der Tochwood DVD-Box ausprobiert. Box im Vorbeigehen mal dort bestellt und beim Abholen auf den günstigeren Amazonpreis aufmerksam gemacht. Hab die DVDs dann auch wirklich zum Onlinepreis bekommen.

  10. Ich bin zwar kein Fan davon, Dinge in den Himmel zu loben, aber Amazon konnte mich zumindest in den letzten Jahren begeistern. Das Handy einer Freundin fing nach nem Jahr an, ständig auszugehen und andere kleine Macken zu haben. Da sie es von Amazon hatte, schrieb sie an Amazon und bekam als Antwort: dass sie es ihnen entweder zur Reparatur schicken kann, was aber einige Zeit dauern kann, oder dass sie es ihnen als Rückgabe schickt und dafür den vollen EINKAUFSPREIS bekommt. Es gab keine große Diskussion, ob die Fehler schon beim Kauf enthalten waren oder ob meine Freundin irgendwas gemacht hat…das find ich an sich schon echt nen tollen Service :)

    Amazon-Student ist natürlich auch klasse :D und die Offline-Buchhandlungen haben mich in letzter Zeit immer mehr enttäuscht. Wenn ich als Bloggerin mehr Ahnung davon hab, welche Bücher gerade auf dem Markt sind als die Verkäuferin, die mich beraten soll, dann nervt mich das. Vor allem sind diese oft genervt oder kurz ab und nicht wirklich hilfsbereit..natürlich gibt es auch großartige BuchhändlerInnen, aber in dem letzten Jahr ist mir keine/r begegnet. Leider :(

    Zu Deinem Argument, dass man ja in der Regel eh öfter als man denkt an der stationären Buchhandlung vorbeikommt: ich bin eine eingeschworene Autofahrerin. Ich fahr nur zur Uni mit dem Zug und das nervt mich schon tierisch. Die Buchhandlungen sind aber entweder nur in der Innenstadt oder auf gewissen Einkaufsmeilen. Also, nirgendwo, wo ich mal spontan anhalten würde ;) wenn ich also extra den Weg auf mich nehme und ggf noch ein Parkticket bezahle, will ich auch ne nette Beratung und vor allem, dass das Buch auch da ist. Das passiert mir auch immer öfter..und dabei sind die Bücher, die ich suche in der Regel gerade erschienen oder zumindest von diesem Jahr…

    Ansonsten hast Du natürlich Recht. Amazon hält sich an die gleichen Gesetze :D

    Lieben Gruß

    Rica

  11. Der Beitrag kommt mir gerade recht! Da hab ich am Donnerstag Abend was bestellt und es ist heute noch nicht da – Schweinerei! :D

    Die Punkte, die du ansprichst sind alle richtig, aber für mich nicht der Grund, warum ich auf Amazon schwöre. Es ist für mich praktischer als nach der Arbeit noch mal in die Stadt rein zu fahren, Parkgebühren zu bezahlen und mich zum Buchladen zu schieben und das Buch dann zu bestellen, um am nächsten Tag nochmal hinzugehen und es zu holen und mit Prime geht es eben schnell und du musst dich um nichts mehr kümmern. Reklamation bei amazon geht zwar einfach, aber das würde ich dennoch lieber in persona machen. Wenn man einmal über 2 Wochen mit denen per Mail diskutiert hat, wünscht man sich, man hätte einfach anrufen können… Der größte Vorteil ist halt, dass es meist billiger ist und nahezu alles auf Lager ist, wenn man schnell was braucht ;)

    Ich merke aber auch, wie angenervt ich bin, wenn ne Sendung (zB von einem anderen Versandhaus) länger braucht und das nervt mich mittlerweile schon.

  12. Ich mag es auch nicht wie Amazon von vielen ständig erwähnt und genutzt, aber dabei nie kritisch betrachtet wird. Gerade die amerikanischen Booktuber mit ihren Amazon Wishlists im Moment scheinen da 0 drüber nachzudenken (ich vermute Amazon hat fpr Amerikaner eh noch mal rin ganz anderes Image). Ich bestelle inzwischen öfter bei Thalia und bin sehr positiv von ihren Preisen überrascht. Die englischen bÜcher sind fast alle genauso preiswert wie bei Amazon. Viele haben allerdings eine längere Lieferzeit und ich habe das Gefühl, dass die ohne lange Lieferzeit 1-2 Tage später ankommen als wenn ich bei Amazon bestellt hätte. Aber da ist man wohl einfach nur sehr verwöhnt.

  13. Interessanter Post für mich als Amazon-Noob :) Hab dort noch nie bestellt und wüsste nicht, warum ich sollte. Soweit ich weiss braucht man dafür sogar eine Kreditkarte, hat ja auch nicht jeder (ja, ICH), aber was mich am meisten aufregt: Privatpersonen aus Deutschland verschicken nicht mal nach Österreich! 85% der Produkte, die ich mir eventuell gekauft hätte, waren an meine Adresse nicht lieferbar. Ist ja nicht so, als würd ich in ner Gletscherspalte wohnen … Naja, das hat mir Amazon bis jetzt auf jeden Fall extrem unsympathisch gemacht.

    1. Ne Kreditkarte brauchst du nicht, geht auch per Lastschrift oder auf Rechnung (wobei letzteres wohl extra kostet). Dass die Privatleute nicht nach Österreich versenden, kann ich ja sogar noch verstehen, kostet schließlich mehr Porto ;)

  14. Also in Sachen Geschwindigkeit kann Amazon den Buchhändler meines Vertrauens nicht schlagen – das würde selbst mit Prime nichts werden, denn im Normalfall kann ich das Buch am nächsten Tag ab 8 Uhr abholen, die Post kommt aber erst nachmittags. Das doofe ist halt der Preisunterschied bei den englischen Büchern, weshalb ich doch so gut wie nie englische Bücher im Laden kaufe. Dafür habe ich aber Thalia.de für mich entdeckt. Die Preise sind oft gleich und im Normalfall nehme ich auch gerne eine etwas längere Lieferzeit in Kauf, wenn ich dafür Amazon nicht mein Geld in den Rachen stecken muss.

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