Wie ich zur Auskunft wurde und eine Karriere als Handmodel begann

Heute war ein merkwürdiger Tag. Ok, eigentlich passieren bei der Arbeit dauernd mehr oder weniger merkwürdige Sachen, aber die von heute habe ich so noch nicht erlebt ;-)

Zuerst einmal die Auskunft: da kam doch tatsächlich ein älterer Herr zu mir (ich grübele immer noch, ob das nicht mal einer meiner Lehrer war…) und fragte mich, ob ich die Adresse eines Schreibbüros in der Stadt kenne. Wie meistens musste ich verneinen. Ich kenne eigentlich so gut wie nichts in der Stadt, und das, obwohl ich nun schon drei Jahre hier wohne. Peinlich peinlich. Ich habe dem Mann aber angeboten, noch bei ein paar Kollegen nachzufragen. Er zeigte daraufhin auf den PC und sagte, ich solle doch mal „da drin“ nachgucken. Ööööh…da war ich schon etwas irritiert und habe geantwortet, dass auf dem PC kein Adressbuch drauf ist.
Die Kollegen konnten leider auch nicht weiterhelfen, was ich so auch weitergegeben habe. Anstatt sich aber einfach zu bedanken und von dannen zu ziehen, drängte der Mann mich erneut dazu, im PC zu recherchieren. Ich habe dann vorsichtig gefragt „Haben Sie es vielleicht schon bei der Auskunft probiert? Die kennen sich mit sowas ja viel besser aus.“ (Wink mit dem Zaunpfahl!!) Natürlich verstand er nicht, worauf ich hinauswollte und meinte „Ich bin mir sicher, dass sie das im Internet finden werden.“ Also, was habe ich gemacht? Richtig, ich habe nach Schreibbüros gegoogelt…ich hätte ihm einfach die Gelben Seiten in die Hand drücken sollen! Aber immerhin habe ich ihn die Adressen selbst abschreiben lassen. Pah. Ich hätte Geld dafür verlangen sollen. Bei der Telefonauskunft wäre er wohl mehrere Euro losgeworden. Wie praktisch, dass man uns dafür ausnutzen kann.

Nachmittags kam dann plötzlich ein Kollege zu mir und sagte „Streck deine Hände mal so aus“ (er hielt die Hände nach vorne). Ich streckte also die Hände aus und schwupps war ich das neue Handmodel für Fotos für irgendein IHK Magazin O___o (Natürlich hat der Fotograf gefragt, ob ich einverstanden bin) Danach haben wir an verschiedenen Regalen mit kompetent wirkenden Büchern gefühlte 1000 Aufnahmen gemacht. Wie ich ein Buch aus dem Regal ziehe; wie ich ein Buch schwungvoll aus dem Regal ziehe; wie ich ein Buch gekippt schwungvoll aus dem Regal ziehe. Wie ich vor einem Regal stehe und in einem Buch lese; wie ich vor einem Regal stehe und ein Buch mit halb umgeblätterter Seite lese… usw. *lol* Wenn ihr also demnächst ein IHK Magazin lest und darin sind Hände mit Buch abgebildet, die irgendwie krampfhaft aussehen…dann sind das wahrscheinlich meine!

Übrigens war das Shooting so anstrengend, dass ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen habe, meine kurze aber steile Karriere als Handmodel zu beenden ;-)
Hätte nie gedacht, dass rumstehen und ein Buch halten so schwierig sein können!

13 thoughts on “Wie ich zur Auskunft wurde und eine Karriere als Handmodel begann

  1. xD Haha!
    Glückwunsch, du Handmodel! Freu dich doch! (Gab es denn auch etwas dafür? ;-)

    Und wegen der Auskunft: Das ist bei uns selten anders. Im Pc steht ja alles, da muss man auch was nachgucken können. Also! Stell dich nicht so an. Es steht doch auch schließlich Info auf dem Schild, oder? ;-P

    1. Ganz ehrlich, wenn die Kunden in irgendeiner Form durchblicken lassen, dass sie auch daran interessiert sind, in der Buchhandlung BÜCHER zu kaufen, dann gebe ich ihnen auch gerne mehr Info als nötig. Aber DAS war einfach nur dreist. Langsam wundert mich aber gar nichts mehr, die Leute wollen von uns ja alles haben. Manchmal alles außer Bücher…

      Ach so: nein, fürs Modeln gab es nichts außer ein Dankeschön und einen festen Händedruck ;-)

      1. Sicher war das dreist. Manche Kunden glauben aber, dass du da zum Spaß und zur Info stehst *seufz* Aber was tut man nicht alles…
        Das wird bestimmt noch schlimmer werden, wetten?!

  2. Ein wirklich sehr amüsanter Tag! :)

    Vielleicht hättest Du dem guten Herren noch einen Kaffee anbieten sollen während Du seine To-Do-Liste googelst, damit er sich währenddessen wenigstens gemütlich zurücklehnen kann. ^^

    Wow, ein echtes Handmodel in der Bloggerwelt! :D Wo kann man denn die Autogrammkarten bestellen? Oder am besten komme ich mal mit der IHK-Zeitschrift in Deinen Laden und lass es vor Ort signieren. ;D

  3. Buchhandlung als Internetcafé – wieso bin ich da noch nicht drauf gekommen?

    Jetzt musst du aber auch versuchen, an das Magazin ranzukommen und uns deine Modelhände präsentieren ;D

  4. Gestern bei unserem verkaufsoffenen Sonntag wurde ich auch gefragt, ob ich über den PC nicht mal eine Telefonnummer für eine Apotheker raussuchen könnte. Ich verneinte das direkt und verwies auf die Apotheke im Erdgeschoss des Einkaufscenters. Ich musste sofort an dich denken ;-)

    Liebe Grüße,
    Mondscheinblume

    1. Das ist praktisch, wenn man eine Alternative bieten kann. Aber in unserer Galerie war grad kein Schreibbüro verfügbar ;-) Nächstes Mal werde ich ihn aber höflich darauf hinweisen, dass ich ihm gerne weiterhelfen, wenn er Fragen zu Büchern hat und ihm die Gelben Seiten in die Hand drücken. Irgendwo hört doch der Service auf.

  5. Bei manchen Leuten weiß ich wirklich nicht, ob sie witzig oder verflucht deprimierend sind … Menschen. ^^‘ Ich weiß, warum ich viele davon nicht mag. xD

    Die Arbeit als Handmodel klingt aber sehr spaßig. ;D

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