Best of Kunden

Ich denke mir öfters mal, dass ich ja eigentlich meine teils merkwürdigen Erlebnisse mit Kunden niederschreiben könnte. Und heute hat unser Lehrer aus einem Buch vorgelesen, in dem es um eben solche Kunden geht, da dachte ich mir, ich fang jetzt einfach mal an. Ich hoffe einfach, dass ich nichts doppelt schreibe. Beginnen möchte ich mit zwei Klassikern:

Ist der Preis auch ab?
Da wäre einmal unser Einpackservice für Geschenke. Außer zu Weihnachten machen wir das direkt an der Kasse. Neben den vielen Kunden, die sich nett bedanken und von dannen ziehen, gibt es natürlich auch diejenigen, die einen für absolut blöd halten. Was mache ich als erstes, bevor ich überhaupt nach dem Geschenkpapier greife? Ich suche das Buch oder was auch immer ich einpacken soll nach sichtbaren Preisetiketten oder -aufdrucken hab. Entferne diese oder überklebe sie. Wobei mir besagte Kunden meist aufmerksam zuschauen. Sobald ich dann aber das Geschenkpapier zur Hand nehme und um das Buch o.ä. schlage, die obligatorische Frage: „Haben sie auch den Preis abgemacht?“ Was soll ich da sagen? An einem Tag war ich dann von dieser Frage so genervt, dass ich einer Kundin tatsächlich geantwortet habe: „Nein, den habe ich natürlich extra für sie drangelassen.“ Dazu habe ich sie dann angelächelt und sie musste Gott sei dank darüber lachen, weil ihr bewusst wurde, wie dämlich diese Frage doch war. Glück gehabt.

Dieses Buch ist vergriffen.
Zweiter Fall. Ein Kunde sucht ein ganz bestimmtes Buch und ich finde beim Bibliographieren leider nur die Information, dass dieser Titel vergriffen ist und keine Neuauflage geplant ist. Also sage ich dem Kunden. „Tut mir Leid, das Buch ist leider vergriffen.“ Und setze, da mir ja bewusst ist, dass viele Leute das Wort „vergriffen“ nicht verstehen oder als „haben wir nicht da“ interpretieren, noch dahinter: „Das gibt es leider nicht mehr.“ „Das kann ich ihnen nicht mehr bestellen.“ Sowas in der Art halt. Und was fragt der liebe Kunde dann? „Können sie mir das denn nicht bestellen?“ oder auch ganz toll, hatte ich vor ein paar Tagen gerade erst: „Meinen sie wenn ich woanders hingehe, die können mir das bestellen?“ Ja klar, nur unsere Deppenbuchhandlung ist sich zu fein, das Buch zu besorgen, also gehen sie in einen anderen Laden, die machen das schon.

Können sie da nicht mal im Computer gucken?
Ebenfalls diese Woche kam ein Kunde, der ein ziemlich altes Buch dabeihatte, welches von einem regionalen Verlag herausgegeben wurde. Eine Kollegin begleitete den Kunden und fragte mich, ob es den Verlag noch gibt und ich vielleicht herausfinden könnte, ob das Buch noch erhältlich ist. Regionale Titel hat der Großhändler eher selten und in dem Fall könnte man gut beim Verlag anrufen. Ja, den Verlag gibt’s noch. Bevor ich allerdings vorschlagen konnte, dort anzurufen, erklärte der Kunde, er habe sich mit dem Verlag bereits in Verbindung gesetzt und die wollten mal im Archiv nachschauen. Ob wir denn nicht mal im Computer nachgucken könnten. Ã"h…..hä? Ja er dachte vielleicht haben wir noch andere Möglichkeiten. Als der Verlag. Der das Buch herstellt. Wenn die schon nicht wissen, ob sie das Buch noch haben, wieso soll ich dann im PC danach suchen? Ich habe wirklich lange gebraucht, um ihm zu erklären, dass er da mit dem Verlag selbst schon die beste Quelle an der Angel hat, die es gibt. Und er doch einfach mal warten soll, ob sie im Archiv noch was finden.

Da ist keiner.
Kunde kommt zur Kasse und beschwert sich, dass ja an der Taschenbuchinfo niemand ist. Ob denn niemand da sei. Ich war an dem Tag an der Taschenbuchinfo, da ich da aber nicht festgeklebt bin, stand ich in just diesem Moment an der Jugendbuchinfo und unterhielt mich mit zwei Kolleginnen. Rein dienstlich natürlich ;) Die Kassiererin weist ihn also darauf hin, dass sie nicht alleine ist, sondern drei Kollegen an der Jugendbuchinfo bereit stehen und ihm nur zu gerne helfen, wenn er denn möchte. Sie hat ihm wohl auch gesagt, dass es nunmal vorkommt, dass die Buchhändler was besprechen müssen. Ich gehe sofort zu ihm und er beschwert sich auch bei mir, dass niemand an der Taschenbuchinfo ist. Das könne ja nicht sein. Und ich habe ihm dann auch gesagt, dass wir halt auch mal miteinander reden müssen und nicht ständig an der Info stehen können. Naja, danach war er ganz umgänglich und hat nicht weiter damit genervt. Es ist doch auch vollkommen egal, ob wir jetzt an der einen oder anderen Info stehen, hauptsache wir sind da. Aber da sieht man mal wieder, das man es niemandem recht machen kann. Die einen wollen, dass man an der Info rumsteht und nur darauf wartet, sich um sie zu kümmern. Die anderen beschweren sich, wenn wir an der Info stehen, ob wir denn nichts zu tun hätten und wenn wir das nächste Mal auch an der Info stehen und reden würden, würden sie nicht mehr wiederkommen. Ehrlich schon passiert. Was nun?

Die Lohnsteuerkarte
Das ist ja mein persönlicher Favorit der Woche. Als ich an der Kasse stand, hielt eine Kundin plötzlich eine Lohnsteuerkarte hoch. Hatte wohl jemand verloren. Nett wie ich ja manchmal bin, habe ich die Telefonnummer des guten Mannes, nennen wir ihn Herr Schmitz, herausgesucht. „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ ertönte es da. Also bin ich noch einen Schritt weitergegangen und habe auf dasoertliche.de nach Herr Schmitz gesucht. Da stand dann eine andere Nummer. Ich rufe also an und am anderen Ende der Leitung meldet sich eine männliche Stimme. Da ich den Namen nicht verstanden habe sage ich: „XY Buchhandlung, MeinNachname, guten Tag. Spreche ich mit Herr Schmitz?“ Und da legt der Kerl einfach auf! Also rufe ich nochmal an und melde mich diesmal mit den Worten „Ich will ihnen nichts verkaufen, sie müssen nicht auflegen.“ „Aso. Ja ich leg da immer sofort auf.“ So ein Arsch. Man kann doch wenigstens mal warten, bis man gehört hat, worum es geht. Außerdem hab ich noch nie von einer Buchhandlung gehört, die telefonisch versucht einem Bücher anzudrehen ~_~ Na egal, es stellte sich heraus, dass es sich um den Bruder von Herr Schmitz handelte und er versprach ihm auszurichten, dass seine Lohnsteuerkarte bei uns liegt. Bin mal gespannt, ob der die inzwischen abgeholt hat.

7 thoughts on “Best of Kunden

  1. oh, diese frage nach dem preisschild kann ich allerdings nur zu gut nachvollziehen! müsste ich die bücher einpacken, würde mich diese fragerei wohl auch total nerven, aber so als kundin habe ich aber auch immer total panik davor, dass das preisschild noch dran sein könnte…^^

  2. Zu herrlich, ich liebe deine Themen und dein trockener Humor, der wunderbar durch den Post führt. Ich glaub beim ersten, tun dies viele, da sie denken, dass die Verpacker es vergessen könnten, aufgrund von Stress oder ähnliches (also könnte ich mir jetzt vorstellen), natürlich gibt es auch Kunden, die so Hochnäsig sind und wirklich denken, dass man zu blöd dafür sei. Wow, immerhin hat die Kundin gelacht und dies verstanden, sonst hätts böse werden können (finds aber gut, dass du das gesagt hast!). Ich liebe das auch, wenn man irgendwem etws erklärt, verstehen die Vergriffen nicht, wie blöd kann man sein? (Unterm strich sollte DIESE Kunden das blöde Buch da unten kaufen und es sich einpacken lassen |D Denn über sie wird darin gesprochen xD ). Ich Muss aber auch imemr wieder schmunzeln, wenn ich an die Info gehe und die PErson vor mir soetwas dummes von sich gibt. OMFG! Ich hab grad so einen Lachanfall! Das sit ja die Krönung des ganzen! WIE BLÖD kann man bitte sein?! Wenn der Verlag das schon nicht genau weiß, dann weiß die nächst naheliegende Buchhandlung dies sicherlich |D Herrlich! (Gott, du arme, was du das tagtäglich ertragen musst). Das mit der Lohnsteuerkarte war ja nett. In solch einer Situation sagt man sonst ja „Ja“ und dann könnte ein Text kommen, von einer Ansage und man kann auflegen. Finds aber schon heftig, dass der einfach so aufgelegt hat :/

    Bis dann, Bye Greetings erri

  3. gott ja mit kunden hat man doch echt manchmal streß man will ihnen nur wa sgutes und sie behandeln einen wie abschaum..
    kommt bei mir auch oft vor..ich mache manchmal kunden umstellunsgangebote wo sie bis zu 100 euro sparen und die rufen mich an und fragen mich was der scheiß soll O__O

  4. Ich mein, meine Mama hat mich ja gut erzogen und ich lasse meistens den älteren Damen oder Herren den Vortritt, aber ich finds total unverschämt das die das als selbstverständlich ansehen. ich frage mich, wie ich wohl im Alter sein werde oO?

    jaa backen macht spaß. ich mach das total gerne. Ich koche eigentlich auch gerne, aber die ganzen fehlschläge mindern da meine motivation oO..

    ohh man. du hast das ja echt nicht so dolle mit manchen kunden. aber ich muss gestehen, das ich glaub ich auch so eine wäre oO.. haha.. zum glück für dichd as ich wohl nie in deiner buchhandlung einkaufen werde =D

  5. Oh Gott jaaaa, Kunden können ja so schei*e manchmal! Ob nun in der Buchhandlung, im Supermarkt oder in einer Werbeagentur, ist in dem Fall egal, glaub ich XD Manchmal hab ich das Gefühl, die kommen alle aus einem Nest gekrochen, um uns den Arbeitsalltag zu erschweren.

    Der Typ mit der Info ist echt die Härte. Klar, ich finds auch doof, wenn man an der Info niemanden stehen hat, aber ihr seid ja sicher markiert und somit leicht erkennbar. Da schnappt man sich einfach den nächstbesten Mitarbeiter und fragt nach XD

  6. ich werde dank dir nun also viel entspannter geschenke einkaufen gehen! ;) zumindest in einem buchladen…^^ *g*

    ach, diese platten… wie ich dieses thema gehasst habe! dieser „stift“ mit dem man ritzt liegt auch noch bei mir hier rum… wird zeit, dass ich den zurück gebe und dieses kapitel damit endgültig hinter mir lasse! ;)

  7. Okee wenn du nach dortmund kommst, steigt die wahrscheinlichkeit natürlich. falls das passiert, kannst du gerne über mein nerviges kaufverhalten hier schreiben XD

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