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[Rezension] Für immer und ehrlich

Originaltitel:
Yours Truly
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 448
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783442480937
Erscheinungsdatum: 20.10.2014
Bewertung:

Die Handlung

Nathalie Butterworth ist in ihrem Leben bisher immer den Weg des geringsten Widerstands gegangen. Sie lügt sich durch, um niemandem auf den Schlips zu treten und vernachlässigt sich selbst dabei. Kurz vor ihrer Hochzeit wird sie unfreiwillig hypnotisiert und kann von da an nur noch die Wahrheit sagen, wenn sie etwas gefragt wird. Klar, dass besonders ihr Verlobter nicht begeistert davon ist, was sie z. B. über ihr Sexleben zu sagen hat. Nathalie muss schleunigst den Hypnotiseur wiederfinden, wenn ihre Hochzeit nicht ins Wasser fallen soll.

Das war gut

Die Szenen, in denen Nathalie die Wahrheit sagen muss, weil sie etwas gefragt wird, sind fast immer unglaublich witzig, auch wenn Nathalie mir natürlich ganz schön leid tat. Andererseits ist die Hypnose eigentlich das Beste, was ihr passieren konnte, denn sie kann unmöglich ihr Leben lang weiterhin so rückgratlos weitermachen.

Das kleine Dorf in Little Trooley ist zauberhaft. Besonders eingeschneit klingt es wie ein Märchen-Winterwunderland. Auch wenn es in Wahrheit wahrscheinlich ein furchtbar langweiliges Kaff wäre. Die schrulligen Dorfbewohner tragen nur noch zum Charme bei. Und ganz vorne dabei ist natürlich Riley, der Pubbesitzer, der Nathalie schöne Augen macht und sie mit seinen nicht vorhandenen Kochkünsten in den Wahnsinn treibt.

Das hat mir nicht gefallen

Es gibt keine wirklich Überraschungen. Man muss eigentlich nur den Klappentext lesen und weiß schon, wie das Buch ausgehen wird. Das ist so schade. Es muss doch auch im Bereich der Liebeskomödien noch mehr geben als Schema F!

Natürlich ist Nathalie es auch ein bisschen selbst schuld, aber ihre Familie ist unausstehlich. Ihre Mutter und Schwester sind überhaupt nicht daran interessiert, was Nathalie will und denken im Grunde nur an sich, auch wenn sie Nathalies Hochzeit planen. Mir ist bewusst, dass die Autorin die Figuren absichtlich so gestaltet hat, aber haben die beiden denn gar keine Empathie?

Es gibt nur schwarz und weiß. Zwei Extreme. Wenn man genauer darüber nachdenkt, müsste die Moral der Geschichte eigentlich sein, dass es NICHT ratsam ist, die Wahrheit zu sagen. Denn Nathalie plaudert zu 99 % nur Gemeinheiten aus. Sie hat also nicht nur ihre Fähigkeit zu lügen verloren, sondern auch ihre Höflichkeit.

Und daraus folgt

Mal wieder leidet ein Buch an der typischen Chick Lit Krankheit: verheißungsvolle Grundidee, 0-8-15 Ausführung. Ich würde mir wünschen, dass die Autoren ein wenig experimentierfreudiger wären. Ja, das Buch ist lustig. Ja, ich konnte Nathalies Ängste total nachvollziehen, denn ich tue mich auch oft schwer damit, nein zu sagen. Aber es ist einfach immer das gleiche Schema. Frau hat schönes Leben. Durch einschneidendes Erlebnis soll Frau merken, dass Leben doch nicht so schön ist. Frau stellt Beziehung zu Mann infrage. Und den Rest könnt ihr euch jetzt selber denken, weil ich nicht zu viel spoilern will ;)
Es heißt also wieder: netter Zeitvertreib fürs leichte Lesen zwischendurch mit vorhersehbarem Verlauf.


[Rezension] Die Drei

Originaltitel:
The Three
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
Die Drei 1 von 2
Seiten: 512
Preis: 14,99 €, Trade Paperback
ISBN: 9783442313716
Erscheinungsdatum: 11.08.2014
Bewertung:

Die Handlung

Vier Flugzeuge stürzen kurz nacheinander an vier unterschiedlichen Orten ab. Niemand hätte diese furchtbaren Unfälle überleben können – und doch findet man an drei der Absturzstellen jeweils ein Kind. Sämtliche Medien stürzen sich auf „die Drei“. Man spricht von einem Wunder, vermutet hinter den Abstürzen Anschläge von Terroristen. Doch die hastig aufgenommene Handynachricht einer sterbenden Passagierin verändert alles.

Das war gut

Die Autorin hat sich etwas sehr interessantes ausgedacht: anstatt die Geschichte „normal“ zu erzählen, liest man hier das fiktive Sachbuch einer ebenso fiktiven Autorin, die dem Leser mithilfe von Zeitungsartikeln, Interviews, Chatprotokollen und Skype-Telefonaten einen Einblick in die Monate nach den Flugzeugabstürzen gewährt. Dabei kristallisieren sich einige Personen heraus, die die Hauptrollen in den weltweiten Verschwörungstheorien spielen. Die meisten davon sind Charaktere aus dem direkten Umfeld der drei überlebenden Kinder, aber auch ein fanatischer Prediger, der fest davon überzeugt ist, dass die Kinder drei der vier apokalyptischen Reiter sind und das Ende naht.

Über das Buch hinweg bleibt offen, ob es sich bei den Kindern um ganz normale, traumatisierte Menschen handelt und die Leute sich dazu manipulieren lassen, Gespenster zu sehen, oder sie vielleicht wirklich übernatürliche Wesen sind, die das Ende der Welt planen. So kann sich jeder Leser das aussuchen, was ihm am besten gefällt. Ich persönlich bevorzuge z. B. die erste Theorie.

Das hat mir nicht gefallen

Durch das Nachwort wird meiner Meinung nach die Interpretationsmöglichkeit stark eingeschränkt, da hier recht unmissverständlich in eine bestimmte Richtung gedeutet wird. Das fand ich vor allem im Hinblick auf eine mögliche Fortsetzung (die bisher nur vom deutschen Verlag wirklich kommuniziert wird) sehr schade.

Und daraus folgt

Die Autorin liefert einen stilistisch ungewöhnlichen und trotz der Sachbuchanleihen spannenden Thriller ab. Erst gegen Ende des Buches wird eine grausame Wahrheit enthüllt, die über weite Strecken nur angedeutet wurde, sodass man gar nicht anders kann, als dabei zu bleiben und immer weiter zu blättern.

Besonders gruselig an der Geschichte finde ich, dass ich mir genau vorstellen kann, dass so etwas auch in der Realität passieren könnte. Gerade in den doch immer noch sehr konservativ eingestellten USA könnte die Aussage der sterbenden Passagierin wohl wirklich für so viel Wirbel sorgen, wie sie es in Die Drei geschafft hat. Die meisten Menschen sind in dieser Hinsicht einfach sehr beeinflussbar. Hoffen wir also, dass niemals der verrückte Zufall eintreten wird, dass vier Flugzeuge gleichzeitig abstürzen und es dabei unmögliche Überlebende gibt ;)

Die Reihe

Die Drei Day Four (The Three #2)


Brooke, Amanda: Das Geheimnis der Monduhr

Originaltitel:
Yesterday's Sun
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 368
Preis: 9,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783442478101
Erscheinungsdatum: 21.01.2013
Bewertung:

Holly und Tom sind gerade frisch aus der Großstadt London in das kleine Dorf Fincross gezogen. In ihrem neuen gemütlichen Heim möchten die beiden sesshaft werden. Nach Toms Vorstellungen gehört in die Familienplanung auch Nachwuchs, aber aufgrund ihrer schwierigen Kindheit glaubt Holly, keine gute Mutter sein zu können. Ihre Meinung ändert sich jedoch schnell, als sie im verwilderten Garten hinter dem Haus eine geheimnisvolle Monduhr entdeckt. Neugierig legt sie den dazugehörigen Mechanismus ein und wird in einer Vollmondnacht in die Zukunft transportiert. Dort begegnet sie nicht nur einem völlig am Boden zerstörten Tom, sondern auch einem Baby, das bei ihr sofort Muttergefühle heraufbeschwört. Das kleine Mädchen ist ihre noch ungeborene Tochter. Doch der Preis für dieses neue Leben ist hoch, denn Holly wird bei der Geburt sterben! Diese Erkenntnis stellt Holly vor eine furchtbare Wahl: soll sie die Zeugung ihrer Tochter verhindern und so ihr eigenes Leben retten, oder sich für das Leben ihres Kindes opfern?

Das Cover verrät es schon: dieses Buch ist für LeserInnen von „Die Frau des Zeitreisenden“ gedacht. Und auch von der Thematik passt es eigentlich ganz gut: eine romantische Liebesgeschichte mit Fantasytouch soll es sein. Nur blöderweise ist Hollys Ehemann Tom einen Großteil des Buches beruflich unterwegs in der Weltgeschichte und Holly allein zuhause. Statt der großen Liebesgeschichte geht es hier also vor allem um Hollys Entscheidung pro oder contra Baby bzw. ihr eigenes Leben oder Sterben und ihre Freundschaft mit einigen Dorfbewohnern, allen voran die betagte Jocelyn, die ein Café betreibt und in jüngeren Jahren selbst die Fähigkeiten der Monduhr ergründet hat. Sie steht Holly mit Rat und Tat zur Seite und wird für die junge Frau zu der Mutter, die sie nie hatte.

Die Charaktere waren mir zwar alle sehr sympathisch und ich habe das Buch auch recht zügig gelesen, aber im Grunde wollte ich nur wissen, ob Holly nun stirbt oder nicht, der Rest hat mich weniger interessiert. Denn dass sie sich für die Schwangerschaft entscheidet, wird schon im Prolog enthüllt und nimmt damit die Hälfte der Spannung. Deswegen ist Hollys ganze Zerissenheit und das Hin und Her darum, ob sie sich oder das Baby opfern soll, leider ziemlich überflüssig, denn der Leser weiß ja schon, was letztendlich passieren wird. Auch war ich mir nicht sicher, welche Botschaft die Autorin mir als Leser vermitteln wollte: Holly will keine Kinder, beim Anblick ihrer Tochter gerät sie aber in Verzückung und ändert ihre Meinung sofort. Heißt das also, dem Ehemann ein Kind zu schenken ist die größte Erfüllung einer Frau, selbst, wenn sie dafür ihr Leben geben muss?

Leider konnte mich Hollys Geschichte nicht so berühren, wie die Autorin es wahrscheinlich beabsichtigt hat. Normalerweise hätte ich nämlich sonst am Ende des Buches zumindest ein paar Tränen vergossen.


Mafi, Tahereh: Ich fürchte mich nicht

Originaltitel:
Shatter Me
Autor:

Verlag:

Themen:
, , ,
Reihe:
Shatter Me 1 von 3
Seiten: 320
Preis: 16,99 €, Hardcover
ISBN: 9783442313013
Erscheinungsdatum: 23.07.2012
Bewertung:

Seit 264 Tagen ist Juliette eingesperrt. In der ganzen Zeit hat sie keinen einzigen Menschen gesehen, war völlig allein. Ihre eigenen Eltern haben sie in diese Situation gebracht, denn Juliette hat eine ungewöhnliche Gabe ist ein „Monster“. Mit ihrer Berührung saugt sie Menschen das Leben aus und sie kann diese Fähigkeit nicht kontrollieren.
Am 264. Tag wird plötzlich ein junger Mann namens Adam in ihre Zelle gesperrt. Juliette kennt ihn noch von früher aus der Schule, aber er scheint sich nicht an sie zu erinnern. Er sieht aus wie ein Häftling, doch als die Zelle gestürmt wird und Adam und Juliette an einen anderen Ort verschleppt werden, stellt sich heraus, dass er in Wahrheit ein Soldat des skrupellosen Reestablishment ist, dass die Welt regiert ins Chaos gestürzt hat. Adam sollte Juliette testen, herausfinden, ob sie nach all der Zeit in Isolationshaft noch bei klarem Verstand oder verrückt verrückt verrückt ist.

Adams Vorgesetzter Warner enthüllt Juliette, dass er sie bzw. ihre Kräfte für seine Zwecke nutzen will, weshalb er sie seit langer Zeit gesucht hat. Verständlicherweise will Juliette keine Mörderin sein und verweigert sich Warners Wünschen. Mit Hilfe von Adam, der sie überraschenderweise ohne Gefahr berühren kann und in den sie sich verliebt, plant Juliette ihre Flucht.

Wenn ich rückblickend versuche, mich detailliert an den Inhalt des Buches zu erinnern, habe ich Schwierigkeiten. Mehr als – Juliette ist gefangen, Juliette wird in in ein anderes, luxuriöses Gefängnis verlegt und flieht mit Adam – will mir nicht mehr einfallen. Und dann gibt es natürlich noch die X-Men Anleihen am Schluss des Buches. Der Rest sind die üblichen Zutaten: eine besondere Fähigkeit, die nur bei DER einen Person nicht funktioniert, sodass man sich fragt, ob sich die beiden wirklich ineinander verlieben oder die Person mit der Gabe sich nur in die Tatsache verliebt, dass die Fähigkeit bei der anderen Person nicht funktioniert. Das fünfte Rad am Wagen, hier in Gestalt von Warner, der aus welchem Grund auch immer natürlich auch scharf auf Juliette ist. Hervorragend, um für die geplante Verfilmung Team Adam und Team Warner zu bilden. Und nicht zu vergessen natürlich die dystopische Außenwelt am Rande der Zerstörung oder vielmehr weit darüber hinaus. Da sich Juliette aber im Großteil des Buches in geschlossenen Räumen aufhält und mit nicht mehr als einer Handvoll Personen interagiert, bekommt man von der Welt „da draußen“ kaum etwas mit. Genauso gut hätte Juliettes Geschichte also auch in der heutigen Zeit spielen können, aber „kaputte Welt mit machtgeilen Herrschern“ verkauft sich momentan einfach besser als „Oh, spielt 2012 – willkommen in der Gegenwart!“.

Um auch noch etwas positives zu sagen: der Anfang des Buches hat mir wirklich gut gefallen. Juliette ist seit 264 Tagen isoliert isoliert isoliert und ihr einziger Gesprächspartner ist ihr Notizbuch. Die Autorin vermittelt Juliettes Wahnsinn innere Zerissenheit durch die durchgestrichenen Sätze und Wortwiederholungen hervorragend. Nur leider hört Juliette damit nicht auf. Der Anteil reduziert sich zwar erheblich, aber trotzdem tauchen hin und wieder weiterhin die Dreier-Wiederholungen einzelner Wörter auf, was mich als Leser irgendwann nur noch genervt hat. Weniger ist mehr!

Wer noch nicht so viele Bücher nach dem Schema F gelesen hat, wird mit Ich fürchte mich nicht ganz gut bedient sein. Ich persönlich setze meine Hoffnungen auf den zweiten Teil, denn sollte sich der mehr auf den Superheldenaspekt konzentrieren, könnte es noch ganz interessant werden.

Die Serie