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[Rezension] Selbst wenn du mich belügst

Originaltitel:
Even when you lie to me
Autor:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
-
Seiten: 416
Preis: 16,99 €, Hardcover
ISBN: 9783570163849
Erscheinungsdatum: 31.08.2015
Bewertung:

Die Handlung

Die 17-jährige Charlie ist ein klassisches Mauerblümchen. Sie fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut und hat eigentlich nur eine richtige Freundin, Lila. Die ist das genaue Gegenteil von Charlie: sie sprüht vor Lebensfreude, lässt in Bezug auf Jungs nichts anbrennen und ist bei allen beliebt. Erst als Charlie im neuen Schuljahr einen neuen Lehrer bekommt, taut sie etwas auf: der Literaturlehrer Mr Drummond fasziniert sie und auch er scheint in Charlie mehr als eine Schülerin zu sehen.

Das war gut

Viel positives kann ich über das Buch leider nicht sagen, aber wenn es eins gibt, dann, dass die Autorin Charlies Unsicherheiten glaubwürdig dargestellt hat. Ich konnte ihre Selbstzweifel sehr gut nachvollziehen und es tat mir jedes Mal leid, wenn ihre Mutter versucht ihr zu vermitteln, dass sie mit ein bisschen Schminke „endlich“ einen Jungen an Land ziehen könne und damit alle Probleme gelöst seien. Charlie wehrt sich glücklicherweise dagegen und lässt sich nicht verbiegen, nur um dazu zu gehören.

Das Ende hat mich ein wenig versöhnlich gestimmt. Eine der Figuren zieht aus ihren Handlungen die entsprechenden und richtigen Konsequenzen, ohne dass es zu viel Drama kommt/kommen muss.

Das hat mir nicht gefallen

Die Charaktere sind beinahe durchgehend unsympathisch. Von der Mutter über Lila und die anderen Schüler bis zu Mr Drummond gibt es keinerlei positive Identifikationsfiguren. Selbst die Protagonistin Charlie ist einfach nur nervig. Die einzigen Figuren, mit denen ich mich anfreunden konnte, waren die Zwillinge Asha und Dev, nur leider bleiben ihre Rollen viel zu nebensächlich, um wirklich Tiefe zu erhalten.

Die Autorin konnte mich nicht davon überzeugen, dass es sich bei der Beziehung von Charlie und Mr Drummond wirklich um Liebe handelt. Vielmehr hat man das Gefühl, dass Mr Drummond ein kleiner Junge ist, der eigentlich gar keine Ahnung hat was er will. Und Charlie liebt eine Idealvorstellung von ihm. Als die beiden sich endlich näherkommen, ist die Szene alles andere als romantisch. Stattdessen mutiert Charlie zur Teenie-Domina und befiehlt ihrem Lehrer, was er sagen soll. Und zwischendurch ist Charlie sogar angeekelt von dem Mann, den sie doch eigentlich so sehr will. Wer weiß, vielleicht wollte die Autorin genau diese falsche Liebe zu Idealbildern kritisieren, aber wenn, dann ist das leider überhaupt nicht angekommen.

Der Erzählzeitraum erstreckt sich über ein ganzes Schuljahr und das Buch ist in die einzelnen Monate unterteilt. Wären diese Einschübe nicht gewesen, hätte ich leider keine wirklich zusammenhängende Handlung erkennen können, denn die Geschichte springt ohne gelungene Übergänge von einer Szene zur nächsten und wiederholt sich dabei viel zu oft. So besteht Charlie und Lilas Freundschaft hauptsächlich aus Diskussionen mit herabwürdigenden Beleidigungen, nach denen sich beide dann gegenseitig entschuldigen, nur um wieder von vorne anzufangen. Wenn sie nicht gerade Mr Drummond in immer wieder gleich ablaufenden Szenen anhimmeln.

Und daraus folgt

Ich habe generell keine Abneigung in Bezug auf verbotene Liebesgeschichten und so habe ich bei Selbst wenn du mich belügst auf eine Lehrer-Schüler-Liebesgeschichte auf Augenhöhe gehofft, bei der man die Anziehung nachvollziehen kann und den beiden Figuren nur das Beste wünscht. Bekommen habe ich stattdessen ein recht inhaltsleeres Buch, bei dem man sich nicht sicher sein kann, ob die Autorin es ernst meint oder eigentlich ein kritisches Buch zum Thema schreiben wollte – was ihr in diesem Fall nicht geglückt ist. Das Lesen kann man sich sparen.

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[Rezension] Von wegen Liebe

Originaltitel:
The DUFF
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 352
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783570308394
Erscheinungsdatum: 11.02.2013
Bewertung:

Die Handlung

Als ausgerechnet Frauenheld Wesley ihr auf einer Party eröffnet, sie sei eine DUFF (= Die unattraktive fette Freundin), fällt Bianca aus allen Wolken. Was bildet der sich eigentlich ein? Aber die Bezeichnung trifft sie härter, als sie selbst zugeben möchte, vor allem weil sie auch einen Funken Wahrheit darin erkennt, obwohl sie weder fett noch unattraktiv ist. Und zuhause gibt es auch Stress, weil ihr Vater nicht wahr haben will, dass seine Ehe beendet ist.

Als Bianca für einen Aufsatz mit Wesley zusammenarbeiten muss, entwickeln sich die Dinge ganz anders als geplant, denn mit ihm rumzumachen ist die perfekte Ablenkung von ihrer komplizierten Gedankenwelt. Aber eigentlich hasst sie ihn doch, oder?

Das war gut

Ich finde es sehr amüsant, dass ausgerechnet eine minderjährige Autorin viel unverkrampfter mit dem Thema Sex in einem Jugendbuch umgeht als all die erwachsenen YA Autoren zusammen. Bianca, Wesley und Co. sind keine dieser Püppchen, die sich gegenseitig ewige Liebe schwören und mit dem Sex bis zur Hochzeit warten wollen, wie es überspitzt gesehen in 90 % aller anderen amerikanischen Jugendbücher der Fall ist.

Auch wenn in diesem Buch viel zu oft und leichtfertig mit dem Wort „Schlampe“ um sich geworfen wird, gibt es bei den Charakteren erfreulich wenig Schwarzweißmalerei. Alle haben positive und negative Eigenschaften und es gibt keinen „großen Bösewicht“, den es zu bekämpfen gilt.

Bianca ist nicht auf den Mund gefallen. Wenn ihr was nicht passt, dann sagt sie es und das bekommt u. a. Wesley mehr als deutlich zu spüren. Außerdem hat sie keine Lust, sich mit dem üblichen High School Drama zu beschäftigen und hält sich da lieber raus. Aber…

Das hat mir nicht gefallen

…gleichzeitig gibt sie dann doch viel zu viel darauf, was andere denken. Ihre selbst auferlegten „Ich bin eine DUFF“ und „Mein Hintern ist eh schon fett“ Beleidigungen ziehen sich leider durch das ganze Buch, was mich sehr gestört hat. Andererseits darf man nicht vergessen, dass das Buch von einer 17-jährigen geschrieben wurde und wohl niemand die Gefühlswelt Jugendlicher besser beurteilen kann als die Autorin selbst, sodass man Biancas Charakter hier wohl eine große Portion Authentizität bescheinigen kann. Und am Ende vermittelt Bianca auch eine wichtige Botschaft für alle Leser/innen.

Und daraus folgt

Kody Keplingers Erstlingswerk Von wegen Liebe ist definitiv einen Blick wert, wenn man zwar gerne High School Bücher liest, aber keine Lust mehr auf das typische Drama mit Küsschen links, Küsschen rechts und Keuschheitsgelübde hat. Hier geht es auch mal zur Sache, allerdings driftet es nicht in die New Adult Schiene ab, sondern überlässt das Meiste der Fantasie der Leser, sodass das Buch auf jeden Fall für die Zielgruppe geeignet ist.


[Rezension] Ich und mein anderes Leben

Originaltitel:
The Half Life of Molly Pierce
Autor:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
-
Seiten: 256
Preis: 7,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783570309858
Erscheinungsdatum: 09.03.2015
Bewertung:

Die Handlung

Schon immer hat Molly Erinnerungslücken. Ganze Stunden und Tage: einfach weg. Was während dieser Blackouts passiert, weiß sie nicht, nur, dass sie danach jedes Mal wie aus einem wilden Traum erwacht. Bis eines Tages nach einem Unfall ein tödlich verletzter Junge in ihren Armen liegt und behauptet, sie zu kennen. Aber Molly kennt diesen Jungen nicht. Oder doch? Als sie sich auf die Suche nach Spuren macht, gerät sie in den Sog einer verstörenden Wahrheit: Sie kannte den Toten[…] | Quelle: cbt

Das war gut

Ich habe die offizielle Inhaltsangabe ein wenig gekürzt, denn dies fand ich einen der interessantesten Aspekte an dem Buch: man weiß nicht, womit man es zu tun hat und tappt genauso im Dunkeln wie Molly. Dieser mysteriöse Teil hat mir gut gefallen.

Ich kann nicht zu viel sagen, wenn ich die Auflösung nicht verraten will, aber: es gibt kein Gut und Böse, was bei diesem Plot gerne mal passiert. Ich fand es gut, dass die Autorin dieses Klischee umschifft hat.

Das hat mir nicht gefallen

Die Nebenfiguren bleiben leider blass und sind mehr schmückendes Beiwerk, als die Handlung vorantreibend. Besonders bei Mollys Schulfreunden fiel mir dies auf, bei Sayer ist es aber auch nicht besser. Das Buch hätte gerne ein paar Seiten mehr haben dürfen, um die Figuren besser auszuarbeiten.

Das Verhalten Molly gegenüber erschien mir nach der Auflösung des Rätsels sehr merkwürdig. Ich hatte mir so etwas gedacht, aber irgendwie passte es mit den Vorstellungen, wie die Familie und Freunde mit Molly umgehen sollten, nicht zusammen.

Und daraus folgt

Ich hatte aufgrund des Covers mit einem Fantasyeinschlag in der Geschichte gerechnet, auch weil ich mir die Inhaltsangabe wohl nicht besonders genau durchgelesen habe. Stattdessen erwartet den Leser etwas völlig anderes. Das Geheimnis um Mollys Blackouts verspricht spannende Lesestunden, aber leider kratzt das Buch durch den Fokus auf die Spurensuche nur an der Oberfläche. Im Nachhinein habe ich mir gewünscht, dass die Erklärung früher gekommen wäre und danach der Schwerpunkt auf Mollys Umgang damit gelegt worden wäre. Schade.


[Rezension] Die Bestimmung – Letzte Entscheidung

Originaltitel:
Allegiant
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
Divergent 3 von 3
Seiten: 512
Preis: 17,99 €, Hardcover
ISBN: 9783570161579
Erscheinungsdatum: 24.03.2014
Bewertung:

Nur meine Meinung

Die Inhaltsangabe spare ich mir aus Spoilergründen. Unten ist die Seite des Verlags verlinkt, bei Bedarf kann diese dort nachgelesen werden :)

Zum dritten und letzten Buch von Veronica Roths Divergent-Trilogie gab es sehr kontroverse Ansichten. Den meisten gefiel die Richtung nicht, die die Geschichte nahm und nur wenige lobten die Autorin für ihren Mut und das ungewöhnliche Ende. Ich wurde leider schon kurz nach der Veröffentlichung des dritten Bandes gespoilert und wusste daher ungefähr, was mich erwartet, auch wenn ich die Details wieder vergessen hatte. Deshalb war die Wendung für mich nicht ganz so überraschend, auch weil die Autorin unglücklicherweise gleich zu Beginn eine deutliche Veränderung einführt, die für mich nur den Schluss zulässt, dass das Ende nicht von Anfang an so geplant war. Denn sonst hätte Frau Roth diesen Bruch vermeiden können (siehe Spoilerkasten).

Achtung, Spoiler!

Insgesamt ist die Trilogie auch für mich eine Enttäuschung. Ich finde zwar nicht, dass die Handlung des dritten Teils das Schlimmste ist, was ein dystopisches Buch hervorgebracht hat und auch dieser eine bestimmte Handlungsteil erscheint mir sehr mutig und (für Nichteingeweihte) überraschend, aber die Geschichte ist nicht rund. Im Grunde genommen hat Veronica Roth in allen drei Teilen immer die gleichen Handlungselemente genutzt und das funktioniert einfach nicht. Vom dritten Buch war ich über weite Teile gelangweilt und fühlte mich an eine schlechte Vorabendsoap erinnert, besonders was die Beziehung von Tris und Tobias anging. Diese besteht nämlich von Anfang Band 2 bis fast zum Ende Ende von Band 3 aus „Ich vertraue dir nicht, ich glaube dir nicht, ich verzeihe dir nicht, küss mich!“ und dies in endloser Wiederholungsschleife. Das ist langweilig, unglaublich nervig und ließ mich wünschen, dass die zwei sich bitte endlich trennen mögen.

Zusammengefasst denke ich, dass es die bessere Variante gewesen wäre, es bei einem Buch zu belassen. Das Fraktionssystem war interessant, die Handlung spannend und die Charaktere waren dazu in der Lage, mein Interesse zu halten. All das hat sich für mich bereits im zweiten Band geändert und im dritten bestand die Handlung dann ja eh nur noch aus bla, blabla, blabla bla bla…

Die Reihe

Die Bestimmung (Die Bestimmung, #1) Tödliche Wahrheit (Die Bestimmung, #2) Die Bestimmung - Letzte Entscheidung (Divergent, #3) Die Bestimmung - Fours Geschichte