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[Rezension] An jedem einzelnen Tag

Originaltitel:
For Once in My Life
Autor:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
-
Seiten: 384
Preis: 9,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783442383894
Erscheinungsdatum: 16.02.2015
Bewertung:

Die Handlung

Tess und George sind sich noch nie begegnet, haben aber einen sich überschneidenden Freundeskreis. Und dieser ist der Meinung, dass die zwei perfekt zusammenpassen würden. Nur leider kommt immer wieder etwas dazwischen und die beiden treffen sich über ein Jahrzehnt hinweg nie. Das Buch begleitet Tess und George über all die Jahre hinweg und erzählt ihre Geschichten bis zu dem Punkt, an dem sie sich endlich über den Weg laufen.

Das war gut

Man bekommt zwar immer nur Ausschnitte zu Gesicht, aber die Hauptfiguren Tess und George werden dabei ganz ordentlich charakterisiert. Ihre Lebensgeschichten sind zwar nicht mit Abenteuern gespickt, aber dafür realitätsnah gezeichnet und bieten eine gute Voraussetzung dafür, sich in die Figuren hineinzuversetzen.

Die Passagen mit George und Mia waren zuckersüß, davon hätte ich gerne noch mehr gelesen. Leider waren sie viel zu kurz.

Das hat mir nicht gefallen

George und Tess haben eigentlich keinen sehr großen Freundeskreis, trotzdem fiel es mir schwer, die einzelnen Personen auseinanderzuhalten, da sie teilweise nur alle paar Jahre auftauchten oder insgesamt einfach von ihren Eigenschaften her austauschbar waren. So bekommt man zu Georges Bandkumpels nur vereinzelte Stichwörter wie „Lehrer“, „umgezogen, will Dichter werden“ oder „Familienvater“ vorgesetzt. Bei Tess ist mir im Grunde nur ihre beste Freundin Kirsty im Gedächtnis geblieben, da sie kontinuierlich dabei ist.

Die ersten 50 Seiten fand ich das Buch sehr langweilig und hatte mich schon darauf eingestellt, dass es mal wieder eine Leseflaute verursachen würde. Die Fast-Begegnungen von George und Tess sind hier noch so vage, dass man wirklich sehr zwischen den Zeilen lesen muss, um zu verstehen, dass der namenlose Mann einen Tisch weiter wahrscheinlich George sein soll. Später wird das aber konkreter und auch interessanter.

Und daraus folgt

An jedem einzelnen Tag ist ein insgesamt sympathisches Debüt mit leichten Schwächen. Tess und George sind interessante Charaktere, denen man ihr Glück gönnt. Der Rest der „Besetzung“ bleibt dagegen leider blass oder wird auf nur einen Charakterzug reduziert.

Die Kapitellängen sind etwas gewöhnungsbedürftig, da hier nicht einzelne Abschnitte, sondern direkt Jahre unterteilt werden und diese teilweise recht lang geraten sind. Wenn man jedoch den holprigen Anfang geschafft hat, bekommt man einen ganz ordentlichen Unterhaltungsroman geliefert. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass hier nicht die romantische Liebesgeschichte im Vordergrund steht, sondern stattdessen ein Jahrzehnt in den Leben zweier Figuren, die von der Autorin vom Schicksal dazu auserkoren sind, sich gegen Ende des Buches zu begegnen. Ich fand es auf jeden Fall sehr angenehm, dass es nicht die ganze Zeit um die große Liebe ging, sondern die Charaktere auch noch etwas anderes zu tun hatten.


Forman, Gayle: Lovesong

Originaltitel:
Where She Went
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
If I Stay 2 von 2
Seiten: 272
Preis: 12,99 €, Trade Paperback
ISBN: 9783764504021
Erscheinungsdatum: 27.06.2011
Bewertung:

Die Handlung

Drei Jahre sind seit dem schrecklichen Unfall von Mia aus Wenn ich bleibe vergangen. Sie ist inzwischen eine gefeierte Cellistin, ihr Freund Adam ein bekannter Rockstar. Und doch ist Adam nicht glücklich. All die Zeit ist er nicht darüber hinweg gekommen, dass Mia ihn ohne ein Wort der Erklärung verlassen hat. Als er durch Zufall entdeckt, dass Mia ein Konzert in der Nähe gibt, kauft er sich ein Ticket, um sie noch einmal zu sehen. Aber so leicht kommt er nicht davon, denn Mia entdeckt ihn im Publikum und holt ihn zu sich. Zeit, sich endlich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen.

Das war gut

Die nächtlichen Spaziergänge durch New York, auf denen man Mia und Adam begleitet, nachdem sie sich wiedergetroffen haben. Die zwei gehen bowlen, setzen mit der Fähre nach Staten Island über und man hat als Leser auf jeder Seite das Gefühl, dabei zu sein.

Mia. Sie hat sich ein neues Leben in New York aufgebaut, ehrt dabei aber auch gleichzeitig ihre Familie und Vergangenheit. Ich würde zu gerne selbst einmal in ihrer Wohnung auf Entdeckungstour gehen, die Beschreibung hat mir sehr gefallen. Gemütliches Chaos! Trotz ihres unfassbar schweren Verlusts scheint sie glücklich und mit sich im Reinen zu sein.

Das hat mir nicht gefallen

Adam ist zu einem Rockstarklischee mutiert, inklusive Depressionen, Zigaretten und Beruhigungstabletten. Und das anscheinend alles nur wegen Mia (und zu einem Teil vielleicht wegen des Unfalls). Wenn die Trennung ihn so fertig gemacht hat, wieso hat er dann nicht die Initiative ergriffen und nach Mia gesucht, statt einfach nichts zu tun? Wäre zwar noch kitschiger, aber für mich nachvollziehbarer gewesen.

Vor Mia war Adam doch eine eigenständige Person, die Musik geliebt hat. Ich fand es schade, dass die Musik für ihn ohne Mia den „Funken“ verloren hat. Dass er die Liebe zur Musik nicht mehr spürt und an der Band zweifelt.

Und daraus folgt

Wenn ich das Buch als den zweiten Teil von Wenn ich bleibe betrachte, würde das Buch wohl nur drei Sterne bekommen, denn es macht das offene Ende des ersten Buches kaputt. Das ist voller Hoffnung und man kann sich für die Figuren alles frei ausmalen. Die Fortführung der Geschichte aus der Sicht der Autorin zerstört diese perfekte Illusion. Ich habe mir für Mia und Adam nur das Beste gewünscht und stattdessen Lovesong bekommen. Hmm.

Als eigenständige Geschichte funktioniert das Buch aber überraschend gut. Es werden vereinzelte Hinweise und Erklärungen zum ersten Teil geliefert, die ausreichen, um der Geschichte auch ohne Kenntnis des Vorgängers folgen zu können. Und von diesem Standpunkt aus betrachtet gefällt mir das Buch dann wieder sehr gut. Adams Suche, Mias Zweifel und Angst, ihre Gefühle und Beweggründe nach all der Zeit zu offenbaren und eine kleine Reise durch New York sind die Pluspunkte des Buches. Also: lesen, aber dabei nicht zu sehr an die Mia und Adam aus dem ersten Teil denken. Vielleicht eher an ein Paralleluniversum oder so ;)

Die Reihe

Wenn ich bleibe Lovesong


Cabot, Meg: Der will doch nur spielen

Originaltitel:
Boy Meets Girl
Autor:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
Boy 2 von 3
Seiten: 480
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783442375677
Erscheinungsdatum: 21.06.2011
Bewertung:

Kate MacKenzie arbeitet in der Personalabteilung des New York Journal und ist nicht nur mit einer unmöglichen Chefin gestraft, die sie und ihre Freundin liebevoll SBT (Schreckliche Büro-Tyrannin) getauft haben, sondern ist derzeit auch noch obdachlos und schläft bei besagter Freundin auf der Couch. Schuld an ihrer Wohnungssituation ist ihr Ex-Freund Dale, der sich weigert sie zu heiraten und auch sonst merkwürdige Ansichten von einer Beziehung hat.
Kates weiteres Unglück beginnt harmlos: mit einem Stück Kuchen. Die hauseigene Kuchenbäckerin Mrs. Lopez verweigert dem unsympathischen Anwalt Stuart Hertzog dieses Dessert und handelt sich damit die Kündigung ein, denn Hertzog ist der Geliebte der SBT. Blöd gelaufen. Noch blöder allerdings, dass Kate aufgrunddessen nicht mehr dazu kommt die schriftliche Abmahnung an Mrs. Lopez fertigzustellen, sondern von der SBT dazu angewiesen wird direkt das Kündigungsschreiben aufzusetzen. Mrs. Lopez verklagt das New York Journal wegen der unrechtmäßigen Kündigung und Kate ist gezwungen, eine eidesstaatliche Erklärung gegenüber Mitch Hertzog abzugeben – noch ein Anwalt und zudem auch noch der Bruder von Stuart. Allerdings ist Mitch sehr viel netter als sein Bruder…und attraktiver.

Nun, man kann sich denken wohin das alles führt, Chick Lit ist in dem Punkt doch sehr vorhersehbar. Der Weg zum Happyend ist allerdings sehr amüsant und die Charaktere sind so überspitzt gezeichnet, dass man sich mit Kate gemeinsam einfach über sie lustig machen MUSS. Die Handlung setzt sich dabei ausschließlich aus E-Mails, Zettelwirtschaften und Direct Messenger zusammen, was ich kurzerhand auf „Zettelroman“ getauft habe. Dies hat mich am Anfang ein wenig geärgert, vor allem weil es von außen nicht ersichtlich ist, letztendlich hat es mich aber nicht mehr gestört. Obwohl man auf die Informationsbereitschaft der einzelnen Charaktere angewiesen ist und so nicht alle Situationen und Begegnungen 100%ig mitbekommt, hatte ich nicht das Gefühl etwas zu verpassen.

An manchen Stellen des Buches war ich allerdings irritiert. Kate ist großer Charmed Fan und schaut sich fast jeden Abend eine Episode an. Und sie ist total begeistert vom DSL Anschluss einer Kollegin. Was ist denn da los? Ein kurzer Blick in das Impressum bringt Aufklärung: „Der will doch nur spielen“ ist ursprünglich schon 2004 erschienen. Da lief Charmed noch im US-Fernsehen und DSL war noch eine Erwähnung wert. Faszinierend.

Zusammengefasst ist das Buch ein unterhaltsamer Frauenroman, der durch seine ungewöhnliche Textgestaltung aus der Masse hervorsticht, ansonsten aber nicht wirklich Innovationen zu bieten hat. Zum Abschalten und Lachen aber sehr gut geeignet :-)

Die Bücher „Um die Ecke geküsst“, „Der will doch nur spielen“ und „Aber bitte für immer“ gehören wohl lose zusammen. Alle drei sind Zettelromane und zumindest die ersten zwei spielen beim New York Journal. Auf dem dritten Buch ist allerdings eine Katze statt eines Hundes abgebildet…wieso dieser Bruch? Sind Katzen jetzt die neuen Hunde?

Die Serie

1. Um die Ecke geküsst
2. Der will doch nur spielen
3. Aber bitte für immer


Milne K. A.: Glückstreffer

Originaltitel:
Sweet Misfortune
Autor:

Verlag:

Themen:
, , ,
Reihe:
-
Seiten: 352
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783442377060
Erscheinungsdatum: März 2011
Bewertung:

Sophie geht als unverbesserliche Pessimistin durchs Leben. In ihrer Chocolaterie verkauft sie selbstgemachte Unglückskekse, die nicht nur ungenießbar bitter schmecken, sondern ebenso bittere Nachrichten enthalten. Ihre Einstellung lässt sich leicht erklären: an ihrem neunten Geburtstag starb ihre gesamte Verwandtschaft und nur sie überlebte. Zudem gibt sich Sophie die Schuld am tödlichen Autounfall, der einen weiteren Mann das Leben und einen anderen vier Finger kostete. Seither hat sie große Probleme damit an Glück zu glauben. Trotzdem schafft es der gutaussehende Garrett, ihr Herz zu erobern. Er verspricht ihr, sie nie zu verletzen – um sie dann eine Woche vor der Hochzeit ohne Erklärungen zu verlassen und aus ihrem Leben zu verschwinden. Auch nach einem Jahr hat Sophie dies immer noch nicht verkraftet, da taucht Garrett plötzlich wieder auf und verlangt ein klärendes Gespräch. Sophie ist nicht bereit ihm diese Chance zu geben und stellt Garrett vor die schier unmögliche Aufgabe, per Zeitungsannonce 100 gute Gründe für das Glück zu finden. Erst dann will sie ihn anhören.

K. A. Milne hat anscheinend ein Händchen für Tragödien. Nicht eine tragende Person dieses Romans wird davon verschont. Da ist Sophie, die ihre Eltern und Großmutter in dem Unfall verlor. Ihre Pflegeschwester Evalynn, deren Mutter Drogen konsumierte, deshalb ihre Tochter verlor und Evalynn damit das Gefühl gab, nicht geliebt zu werden. Ellen, die Pflegemutter der beiden, deren Ehemann kaltblütig ermordet wurde. Und natürlich Garrett, der sein ganz eigenes Päckchen zu tragen hat, dies aber erst zum Ende des Romans hin enthüllt. Und bis auf Ellen scheinen sich auch alle selbst zu bemitleiden oder sich die Schuld für irgendetwas zuzuweisen. Das Gejammer von Sophie und die ewige Vertrauensfrage an Garrett hätten auch mich vor dieser Frau flüchten lassen, auch wenn dies im Buch (leider) nicht der Grund für Garretts Handlungen ist. Nein, der ist natürlich viel tragischer.

Die Grundidee des Buches gefällt mir eigentlich sehr gut, nämlich die Suche nach Glück. Leider spielen die zahlreichen Zusendungen zu diesem Thema eine Nebenrolle und nur vereinzelt erfährt man etwas genaueres zum Inhalt der Briefe. Meistens werden sie einfach nur in Stapel sortiert und das war es dann. Dafür gibt es zum Anfang jedes Kapitels einen Unglückskeksspruch als Einleitung. Überhaupt sind die Unglückskekse das Beste an dem ganzen Buch, so einen möchte ich auch mal essen!

Ich kann nicht sagen, dass ich mich durch die 352 Seiten quälen musste. Das Buch lässt sich leicht lesen und ist auch sprachlich nicht sonderlich anspruchsvoll. Spaß gemacht hat mir die Lektüre aber nicht besonders. Schon nach ca. der Hälfte des Buches ahnte ich, worauf die Geschichte hinausläuft und wartete von dort an nur noch darauf, dass Sophie sich endlich einen Ruck gibt und mit Garrett redet. Ich verstehe sowieso nicht, wieso sie sich nicht einfach Garretts Erkärung angehört hat, so hätte sie sich viel Quälerei erspart. Aber halt, sie musste ja einen Grund haben, sich in Selbstmitleid zu suhlen…
Außerdem: für jemanden, der sich zwanzig Jahre lang täglich als Mantra vorbetet, Schuld am Unfall der Eltern zu sein, ist Sophies Wandlung zum Ende des Buches hin meiner Meinung nach absolut unglaubwürdig und viel zu abrupt.

Fazit: Obwohl ich tragische Geschichten eigentlich sehr mag, ging mir die Tragik in Glückstreffer im wahrsten Sinne des Wortes nur auf den (Unglücks)Keks. Ich hätte vielleicht auf den Hinweis „Für alle Leserinnen von Nicholas Sparks und Cecelia Ahern“ achten sollen. Für Leserinnen von Nicholas Sparks, weil K. A. Milne ebenfalls ein männlicher Schmonzettenautor ist…für Leserinnen von Cecelia Ahern, weil ständig von Vorsehung und Schicksal gefaselt wird und alle Ereignisse auf wundersame Weise miteinander verknüpft sind. Na dann. Viel Spaß an die Leserinnen dieser beiden Autoren. Nichts für mich.