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[Rezension] Eleanor & Park

Originaltitel:
Eleanor & Park
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 368
Preis: 16,90 €, Hardcover
ISBN: 9783446247406
Erscheinungsdatum: 02.02.2015
Bewertung:

Die Handlung

Durch ihr bloßes Auftreten an ihrem ersten Tag in der neuen Schule wird Eleanor zum Mobbingopfer. Park hilft ihr widerwillig aus der Patsche, indem er ihr einen Sitzplatz im Bus anbietet. Anfangs versuchen sich die beiden so gut es geht zu ignorieren, aber nach und nach entwickelt sich sowas wie eine stillschweigende Übereinkunft: Eleanor liest Parks Comics mit, er passt sein Lesetempo an und leiht ihr schließlich stapelweise Lesestoff. Über die Comics und Musik kommen sie schließlich ins Gespräch, freunden sich an und verlieben sich ineinander. Doch Eleanors gewalttätiger Stiefvater schwebt wie ein Damoklesschwert über der Beziehung.

Das war gut

Eleanor und Park sind beide Außenseiter. Keiner der beiden ist ein strahlender Übermensch, der vom Himmel herabgestiegen ist, um die bemitleidenswerte andere Person zu erlösen. In Zeiten von Edwards und Christians ist das für mich ein dicker, fetter Pluspunkt. Beide Figuren haben Ecken und Kanten und nachvollziehbare Probleme.

Die Busszenen. Hach <3 Es war so süß, die zwei dabei zu beobachten, wie sich ganz zaghaft eine Beziehung zwischen ihnen entwickelt. Vom angespannten Nebeneinandersitzen über das heimliche Comic-Mitlesen bis hin zum ersten Händchenhalten ist alles dabei. Von mir aus hätte das ganze Buch auch während der Busfahrten erzählt werden können, diese Teile waren mir die liebsten. 80er Jahre Flair! Mein persönliches Highlight war die Erwähnung von "Zurück in die Zukunft", aber Musikliebhaber und Comicleser werden hier genauso fündig.

Das hat mir nicht gefallen

Dieses Ende!! Ich hätte gerne ein paar Sätze mehr aus Eleanors Sicht gehabt, um zu verstehen, wieso sie sich so verhält. Oder am Ende eine Erklärung der Autorin. Irgendwas! Zwar gibt es noch eine vielversprechende Andeutung, aber mir reicht das nicht :(

Ingesamt fehlte mir noch die ein oder andere Erklärung. Zu Eleanors Familie. Zu Richie. Wer Eleanors Klamotten versteckt hat. Warum Eleanors Vater nichts tut. Für viele vielleicht nur Kleinigkeiten, für mich offene Fragen zu Details, die ich gerne gewusst hätte.

Und daraus folgt

Die größte aller Fragen kann nur jeder für sich selbst beantworten: wieso bleibt Eleanors Mutter bei ihrem durchgeknallten und gewalttätigen Ehemann und gefährdet sich und ihre Kinder? Leider entspricht diese Situation noch immer viel zu oft der Realität.

Ich für meinen Teil stelle mir einfach vor, dass Eleanor nicht in das gleiche Verhaltensmuster wie ihre Mutter fällt und sich nach dem Ende des Buches zu einer selbstbewussten Frau entwickelt, die sich nicht für ihre Kurven schämt und für sich einsteht.

Ist irgendwem beim Lesen aufgefallen, dass Eleanor sich selbst als dick bezeichnet, Park dieses Wort aber nicht ein einziges Mal über die Lippen kommt? Dass er sie stattdessen als sehr sexy und kurvig beschreibt? Der deutsche Verlag hat sich leider in seiner Inhaltsangabe nur von Eleanors Seite „inspirieren“ lassen und bezeichnet Eleanor als pummelig. Ich möchte glauben, dass die Autorin ihre Worte absichtlich so gewählt hat, um in versteckten Hinweisen zu zeigen, wie unterschiedlich die Wahrnehmung verschiedener Personen sein kann.

Lange Rede, kurzer Sinn: wer Jugendbücher über die perfekte erste Liebe zwischen Hollywoodbarbies genauso leid ist wie ich, der sollte sich mal an Eleanor & Park versuchen. Und wer auf Liebesgeschichten aller Art steht sowieso.


Han, Jenny: Ohne dich kein Sommer

Originaltitel:
It's Not Summer Without You
Autor:

Verlag:

Themen:
, , ,
Reihe:
Sommer 2 von 3
Seiten: 256
Preis: 14,90 €, Trade Paperback
ISBN: 9783446238923
Erscheinungsdatum: 06.02.2012
Bewertung:

Ohne dich kein Sommer ist der zweite Teil von Jenny Hans Sommertrilogie, kann aber auch gut ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes gelesen werden, da vorangegangene Ereignisse nochmals erklärt werden. Wer Teil 1 noch lesen möchte oder schon gelesen hat, für den gilt natürlich Spoilerwarnung!

Ein Jahr ist der letzte unbeschwerte Sommer von Belly her. Das erste Mal fährt sie nicht mit ihrer Familie ins Sommerhaus nach Cousins, sondern bleibt zuhause. Der Grund dafür ist, dass Suzannah, die beste Freundin von Bellys Mutter und Besitzerin des Sommerhauses, zwei Monate zuvor gestorben ist. Letztendlich ist daran auch Bellys Beziehung zu Conrad, Suzannahs älterem Sohn, gescheitert. Belly trauert der schönen Zeit hinterher und obwohl der Sommer immer ihre liebste Jahreszeit war, wünscht sie sich jetzt, dass er möglichst schnell vorüberzieht.
Als Conrads Bruder Jeremiah anruft und Belly um Hilfe bittet, weil Conrad verschwunden ist, zögert sie nicht lange. Sie sieht ihre Chance gekommen, mit Conrad wieder ins Reine zu kommen, sich für ihre grausamen Worte zu entschuldigen, die sie ihm bei der Beerdigung an den Kopf geworfen hat. Und so finden sich die drei Jugendlichen – vielleicht das letzte Mal – zusammen im Sommerhaus wieder. Während sie gemeinsam um den Erhalt ihrer zweiten Heimat kämpfen, müssen sich alle drei über ihre Gefühle klar werden. Ergänzt wird die Geschichte durch Erinnerungen an vergangene Zeiten, die teils aus Bellys, teils aus Jeremiahs Sicht erzählt werden.

Endlich wieder zurück in Cousins! Wie schon im ersten Teil vermag es die Autorin, dem Leser die Gefühle und Stimmungen der Figuren perfekt zu vermitteln. Sie fängt den Sommer so gut ein, dass man selbst glaubt am Strand zu sitzen. Aber auch die Trauer um Suzannah ist praktisch greifbar, nicht nur einmal wäre ich fast in Tränen ausgebrochen, als Belly oder Jeremiah über sie reden.

Belly möchte „ihren“ beiden Jungs wirklich zur Seite stehen, ihnen unter die Arme greifen und bei der Trauerbewältigung helfen. Conrad ist noch immer ihre große Liebe, aber er blockt Bellys Annäherungsversuche ab und ignoriert sie so gut wie möglich. Sein verschlossener Charakter macht es nicht leicht ihn gern zu haben, auch wenn hinter der Fassade ein liebenswerter und verletzlicher junger Mann verborgen zu sein scheint. Im dritten und letzten Buch soll ein Teil der Geschichte wohl aus seiner Sicht erzählt werden. Dies wird es hoffentlich leichter machen, Conrads Verhalten zu verstehen.

Bis dahin schlägt mein Herz aber auf jeden Fall für Jeremiah, der liebenswert und witzig ist und sich sehr um das Wohlergehen von Belly bemüht. Es müssen doch nicht immer die verschlossenen, mürrischen Typen sein, die attraktiv sind!

Ohne dich kein Sommer ist ein würdiger Nachfolger des ersten Teils. Belly entwickelt sich weiter, legt kindische Verhaltensweisen ab und wird so langsam erwachsen. Ich drücke ihr die Daumen, dass sie im letzten Band das große Glück findet und nach vorne blicken kann.

Die Serie