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Rowell, Rainbow: Liebe auf den zweiten Klick

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Reihe:
-
Seiten: 416
Preis: 8,99 €, Hardcover
ISBN: 9783442474202
Erscheinungsdatum: 17.10.2011
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Lincoln arbeitet als Internet-Sicherheitsbeauftragter bei einem Zeitungsverlag, der in Sachen neue Medien noch hinterm Berg lebt. Immerhin haben die Mitarbeiter inzwischen einen E-Mail Zugang bekommen. Die Geschäftsführung will allerdings sicherstellen, dass damit keine „arbeitsfernen Inhalte“ ausgetauscht werden und installiert ein Filterprogramm. Lincolns Aufgabe im Nachtdienst ist es hauptsächlich, die vom Filter markierten E-Mails zu lesen und Verwarnungen auszusprechen. Lincoln ist davon nicht sehr angetan, erledigt seine Aufgabe aber widerstrebend. Es gibt nur eine Ausnahme: die Freundinnen Beth und Jennifer werden zwar ständig herausgefiltert und unterhalten sich über alles außer Arbeit, doch Lincoln sind die zwei so sympathisch, dass er ihnen keine Verwarnung schickt und stattdessen ihre E-Mail Korrespondenz verfolgt. Besonders Beth hat es ihm angetan und er verliebt sich in die Frau, ohne sie je gesehen zu haben. Aber wie soll er Beth seine Liebe gestehen, wenn er ihr gleichzeitig auch beichten muss, über Monate ihre Geheimnisse mitgelesen zu haben?

Lincoln ist ein richtiges Weichei: er wohnt noch zuhause bei seiner Mutter, hatte seit der Trennung von seiner Highschoolfreundin keine Beziehung und verfügt über keinerlei Selbstbewusstsein. Trotzdem oder gerade deswegen war er mir als Hauptfigur sehr sympathisch. Er hadert mit sich selbst und versucht immer noch seinen Weg im Leben zu finden, obwohl er schon mehrere Studiengänge hinter sich hat und längst mitten im Berufsleben stehen könnte. Stattdessen hockt er nachts im Keller des Verlags, liest Mitarbeiteremails und ist chronisch unterfordert.

Der Zwiespalt bei Liebe auf den zweiten Klick ist, dass man Lincoln eigentlich für seine stalkerhaften Züge verabscheuen müsste, es aber trotzdem süß findet, wie er sich in Beth verliebt und sich ständig Gedanken um sie macht. Denn eigentlich ist er nichts anderes: ein Stalker. Er liest (wenn auch beruflich bedingt) Beth‘ E-Mails, geht sogar zu Konzerten ihres Freundes und schleicht um ihren Arbeitsschreibtisch herum, wenn sie nicht da ist. Eigentlich nicht sehr romantisch. Da Beth aber im Verlauf des Buches ähnliche Tendenzen entwickelt, gleicht sich die Sache dann doch irgendwie aus ;-)

Den Vorgaben des Genres entsprechend kann man sich natürlich denken, wie die Geschichte ausgeht. Schön ist es trotzdem, Lincolns und Beth‘ Entwicklung zu beobachten und ihren die Daumen bis zum Happyend zu drücken.


Glattauer, Daniel: Gut gegen Nordwind

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-
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,
Reihe:
Emmi & Leo
Seiten: 224
Preis: 7,95 €, Taschenbuch
ISBN: 9783442465866
Erscheinungsdatum: 07.07.2008
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Eigentlich möchte Emmi Rothner nur ein Zeitungsabo kündigen. Durch einen Schreibfehler landen ihre E-Mails allerdings nicht bei der Zeitschrift „Like“ sondern bei Leo Leike, der nach mehrmaliger „Belästigung“ Emmi auf ihren Fehler aufmerksam macht. Emmi entschuldigt sich und die Sache ist erledigt. Damit könnte die Geschichte bereits zuende sein. Ist sie aber natürlich nicht. An Weihnachten verschickt Emmi – wieder aus Versehen – eine „Frohe Weihnachten“ Massenmail auch an Leo. Dies ist der Beginn einer monatelangen Konversation zweier sich fremder Menschen, die sich über E-Mails immer näher kommen und sozusagen eine anonyme Liebesbeziehung auf Distanz führen.

Nach Ewig Dein von war ich von Daniel Glattauer sehr enttäuscht. Von Gut gegen Nordwind hatte ich doch immer nur Gutes gehört, vielleicht hatte ich einfach nur das falsche Buch erwischt? Als eine Kollegin mir anbot, mir das Buch mitzubringen, habe ich deswegen nicht lange gezögert und ja gesagt. Leider hat mir Gut gegen Nordwind genauso wenig gefallen wie mein erstes Werk des Autors. Emmi und Leos Unterhaltungen haben mich eigentlich nur gelangweilt. Ein ewiges Blabla mit ständigen Wiederholungen aus verschiedener Perspektive. Mal schlägt er ein Treffen vor und sie redet sich heraus, mal ist es anders herum. Gähn! Noch dazu ist Emmi verheiratet und Leo eigentlich in eine andere Frau verliebt, die ihm aber nicht gut tut. Ich bin derselben Meinung wie Emmis Ehemann: sie hat sich von Leo ein so überirdisches Fantasiebild erschaffen, dass niemand damit konkurrieren kann. Sie hätten sich einfach sofort beim ersten Mal treffen sollen, anstatt die Begegnung über Monate herauszuzögern, bis es zu spät ist. Das hätte mir als Leser nämlich viele langweilige Gespräche erspart.

Vom Ende brauche ich eigentlich gar nicht erst anzufangen. Wie blöd war das denn? Ich wüsste zu gerne, ob Daniel Glattauer dieses Ende anfangs für sich stehen lassen wollte oder von vornherein eine Fortsetzung geplant hatte.

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