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Kinsella, Sophie: Kennen wir uns nicht?

Originaltitel:
Remember Me
Autor/in:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
-
Seiten: 416
Preis: 8,95 €, Taschenbuch
ISBN: 9783442466559
Erscheinungsdatum: 08.09.2008
Bewertung:

Lexi Smart ist eine lebenslustige junge Frau mit den drei besten Freundinnen, die man sich nur vorstellen kann, einem schlecht bezahlten Job, einer winzigen Wohnung und einem unzuverlässigen Freund, der sie eines Abends wieder mal versetzt. Auf der Suche nach einem Taxi rutscht Lexi auf einer regennassen Treppe aus…
und erwacht kurz darauf mit Gedächtnisverlust im Krankenhaus. Drei Jahre sind aus ihrem Gedächtnis verschwunden, als hätten sie nie existiert. Blöd nur, dass in diesen drei Jahren verdammt viel passiert ist: Lexi ist zur Abteilungsleiterin in ihrer Firma aufgestiegen, hat einen erfolgreichen, liebevoll wirkenden und verdammt gut aussehenden Architekten geheiratet und sich aus irgendeinem Grund mit ihren Freundinnen zerstritten.

Lexi kann nicht glauben, was ihre Familie ihr erzählt. Sie scheint das perfekte Leben zu führen. Doch dann taucht ein Kollege ihres Ehemanns auf und erzählt ihr, dass sie zwar in einem riesengroßen und durchgestylten Loft lebt und viel Geld hat, aber alles andere als glücklich mit ihrem Leben sei. Wie kann das möglich sein? Stück für Stück versucht Lexi, sich in ihrem scheinbar wahrgewordenen Traum zurechtzufinden und die letzten drei Jahre zu ergründen. Und es sollte ihr schnellstens gelingen, denn zu allem Überfluss versucht ein Arbeitskollege, aus ihrem Unfall Kapital zu schlagen und ihr ihren Job wegzuschnappen…

„Kennen wir uns nicht?“ beleuchtet die allseits beliebte „Hauptfigur verliert Gedächtnis“ Geschichte, die auch gerne für Krimis genutzt wird, von ihrer lustigen Seite. Lexi ist eine sympathische Hauptfigur und viele Dinge, die ihr passieren, sind so herrlich überzogen dargestellt, dass man gar nicht anders kann, als zu lachen. So verfasst Lexis Ehemann Eric als Hilfestellung für seine Frau ein „Ehehandbuch“, in dem er alphabetisch und akribisch genau alle Punkte auflistet, die seiner Meinung nach in ihrer Ehe wichtig sind, inklusive der Beschreibung des üblichen Vorspiels und der Tatsache, dass er jeden Morgen seine Hoden nach Knötchen abtastet. Überhaupt scheint Eric ein ziemlich merkwürdiger Typ zu sein, auch wenn er auf den ersten Blick wie der perfekte Mann erscheint.

Genauso fremd wie Eric ist Lexi aber sich selbst. Drei Jahre zuvor war sie noch eine graue Maus ohne besondere Karriereambitionen und jetzt ist sie plötzlich hübsch und, wie sie von den Beschreibungen anderer hört, absolut karrieregeil. Was kann bloß zu einer solch drastischen Veränderung geführt haben, für die sie sogar ihre besten Freundinnen aufgegeben hat? Und will Lexi wirklich wieder zu dieser Person werden?

Das Buch ist der erste Titel von Sophie Kinsella, den ich gelesen habe. Weitere werden folgen, denn wie ich bereits erwartet hatte, hat mir der Roman sehr gut gefallen. Lockerleichte Lektüre für zwischendurch, die einen gut unterhält.


Brodie, Laura: Ich weiß, du bist hier

Originaltitel:
The Widow's Season
Autor/in:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
-
Seiten: 340
Preis: 14,90 €, Trade Paperback
ISBN: 9783423247856
Erscheinungsdatum: 01.06.2010
Bewertung:

David ist beim Kajakfahren ertrunken. Seine Leiche wurde allerdings nie gefunden. Drei Monate nach seinem vermeintlichen Tod sieht Sarah ihren Ehemann beim Einkaufen im Supermarkt. Dies bleibt nicht ihre einzige Begegnung. Ist Sarah verrückt geworden? Die Frauen in der Witwengruppe von Sarahs Freundin Margaret sind der Meinung, dass es ganz normal ist, seinen toten Ehemann ab und zu zu sehen. Sie ermutigen Sarah, sich Davids Geist zu stellen und mit ihm in Kontakt zu treten, um ihre Trauer besser verarbeiten zu können. Und so lädt Sarah David an Halloween ins Haus ein, als er plötzlich vor der Tür steht. Er scheint allerdings ganz und gar nicht so tot zu sein wie alle glauben, denn er erzählt Sarah, dass er die letzten drei Monate in ihrer Hütte am Fluss verbracht und über sein Leben nachgedacht hat. Sarah weiß nicht, ob sie diese Geschichte glauben soll oder doch nur ein Hirngespinst ihrer selbst vor sich sitzen hat. Und so verschweigt sie erst einmal auf Davids Bitte hin den Mitmenschen ihrer Umgebung von ihrer Begegnung und spielt stattdessen die trauernde Witwe, während David weiterhin in der Hütte am Fluss sein neues, verpflichtungsfreies Leben genießt…

Das Zitat von Publishers Weekly auf der Rückseite des Buches verspricht einen packenden Roman und sagt „Beim Lesen hofft man das Beste und ist dabei auf das Schlimmste gefasst“ Kurz gesagt: bis zum Ende hin ist nicht klar, ob David lebt oder nur ein Geist ist. Ich persönlich allerdings habe nicht unbedingt auf das Beste gehofft. David erscheint als egoistisches Arschloch, das seine Frau und seine Kollegen im Stich lässt, um in einer Holzhütte den Pinsel zu schwingen und sich seinem Hobby, der Malerei, zu widmen. Auch Sarah ist verständlicherweise nicht gerade begeistert von Davids plötzlicher Wandlung, kann sich aber auch nicht von ihm lossagen und besucht ihn stattdessen in der Hütte, um Zeit mit ihm zu verbringen. Ihrer Freundin Margaret und Davids besorgtem Bruder Nate, der ab und zu vorbeischaut, muss sie dafür Lügenschichten auftischen, um David nicht zu verraten. Denn sollte David wirklich noch leben, handelt es sich um vorgetäuschten Tod und damit Versicherungsbetrug.

Mir hat das Buch nicht besonders gut gefallen. Sarahs Leben plätschert dahin und eigentlich wartet man nur darauf, dass endlich enthüllt wird, ob David tot oder lebendig ist. Die Geschichte drumherum ist relativ langweilig und vorhersehbar. Vor dem Tod ihres Ehemanns hat Sarah mehrere Fehlgeburten erlitten, die sie nie richtig verarbeitet hat. Davids Verschwinden bringt sie dazu, ihre Ehe zu analysieren und ihr bisheriges Leben zu reflektieren. Die gute Frau hat bis auf die fehlenden Kinder allerdings ein recht angenehmes Leben gehabt, weiß dies nur leider nicht zu schätzen, sondern vergräbt sich am Anfang des Romans stattdessen in ihrem Bett. Im Laufe der Zeit entwickelt sich Sarah aber doch etwas weiter und ist zum Ende hin tatsächlich bereit, ihr Leben und ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Mir war Sarahs Geschichte trotzdem nicht fesselnd genug.