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Winter, Hanna: Die Spur der Kinder

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Reihe:
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Seiten: 342
Preis: 8,95 €, Taschenbuch
ISBN: 9783548282558
Erscheinungsdatum: August 2010
Bewertung:

Vor zwei Jahren wurde Fiona Seebergs kleine Tochter Sophie entführt. Die Ermittlungen verliefen in der Sackgasse, Sophie wurde nie gefunden. Nun steht plötzlich der Kommissar Piet Karstens erneut vor Fionas Tür und teilt ihr mit, dass wieder ein Kind entführt wurde. Der Täter ist zurück und scheint nicht bei einem Kind Halt machen zu wollen. Zur selben Zeit wird eine Jugendliche im Spreewald ermordet. Die Polizei erkennt zwar keinen Zusammenhang, doch die beiden Fälle haben mehr gemeinsam als man ahnt.
Soviel zur Grundgeschichte des Buches. Im Rahmen meiner selbst auferlegten Krimichallenge habe ich mir das Lesexemplar einer Kollegin geschnappt, die kein Interesse an dem Krimi hatte. Vielleicht hatte sie da schon den richtigen Riecher, denn ich fand Die Spur der Kinder furchtbar. Die Protagonisten sind mir allesamt unsympathisch und die vielen Fehler im Buch haben mir die Haare zu Berge stehen lassen. Bin ich zu pingelig? Hier eine Auswahl der Dinge, die mich gestört haben (Achtung, Spoiler!):

# Fiona hat ein Alkoholproblem. Auf einer Party bestellt ihre Bekannte Theresa, die sie von den Anonymen Alkoholikern kennt, deshalb zwei Champagnergläser mit Apfelschorle bei der Kellnerin. Fiona und Theresa trinken ihre Apfelschorle allerdings bereits eine Seite bevor die Kellnerin ihnen die Gläser überhaupt bringt.

# Fiona ist Schriftstellerin und arbeitet an einem Roman. Insgesamt drei Mal wird aus ihrem Manuskript gelesen. Der Name ihrer Protagonistin wechselt dabei von Katrin Taubert zu Katrin Siebig und wieder zurück.

# Fiona hat einen Stalker, der über das Buch hinweg versucht, ihr einen Umschlag zuzustecken. Erst am Ende der Geschichte schaut sie sich den Inhalt an und erfährt so, was wirklich mit ihrer Tochter geschah. Der Stalker hat zwei Jahre zuvor das komplette Verbrechen mit Fotos dokumentiert und ist dann in den Knast gewandert. In all der Zeit hat er es nicht für nötig gehalten, der Polizei davon zu berichten? Es geht hier um den Tod eines Kindes!

# Die Partnerin des Kommissars, Frauke, ist bisexuell (auch ganz wichtig für die Handlung…) und feiert mit ihrer Freundin Astrid in einem Restaurant, als sie über Telefon die Nachricht erhält, dass ihr Partner spurlos verschwunden, womöglich tot ist. Natürlich will Frauke sofort los, um nach ihm zu suchen. Astrid ist daraufhin stinksauer und wirft ihr vor, dass es ja immer nur um sie und ihren Job gehe und macht quasi Schluss mit Frauke. Verzeihung? Der Partner ist vielleicht tot und die Freundin eifersüchtig, weil man deshalb die Feier abbläst?

# Der Täter bzw. die Täterin liefert das dämlichste Klischeegeständnis ab, das es gibt. Nach dem Motto „Haha ihr kommt hier eh nicht lebend raus, na dann erzähle ich euch erstmal meine Lebensgeschichte, bevor ich euch umbringe.“ erklärt sie haargenau ihr (absolut nicht nachvollziehbares) Motiv dafür, die Kinder grausam gefoltert und umgebracht zu haben. Klar.

# Die Mutter der entführten Luna hat sich praktischerweise erhängt, sodass die immer noch um Sophie trauernde Fiona am Ende des Buches ganz ohne Formalitäten die neue Mutter von Luna wird. Das schwer traumatisierte Kind lächelt bei dieser Nachricht auch noch. Kein „Wo ist meine Mama?“ oder ähnliches.

# Luna hat übrigens noch einen Vater. Der hat zwar Vorstrafen und befindet sich gerade in Kolumbien, aber er ist der Vater! Hat der kein Mitspracherecht? Kann man seine Tocher einfach so weiterreichen? Der Vater war zwischendurch auch ein Verdächtiger, weil zum Zeitpunkt der Entführungen verräterische Anrufe von seinem Telefon getätigt wurden. Ach, egal. Handlungsstrang ist gar nicht so wichtig, vergessen wir einfach. Der Vater wird mit keinem Wort mehr erwähnt.

Zusammengefasst: dämliche Ermittler, zu viele Fehler und zwei sinnlose Täter, die einfach nur auf Monster getrimmt wurden, ohne ein wirkliches Motiv erkennen zu lassen. Ich weiß nicht, ob meine schlechte Bewertung nur davon herrührt, dass ich keine begeisterte Krimileserin bin oder ich einfach ein derart schlechtes Händchen für dieses Genre habe. Eins ist jedenfalls sicher: es kann nur besser werden :-(