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Ahern, Cecelia: Ein Moment fürs Leben

Originaltitel:
Time Of My Life
Autor:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
-
Seiten: 448
Preis: 16,95 €, Hardcover
ISBN: 9783810501479
Erscheinungsdatum: 21.10.2011
Bewertung:

Die Handlung

Lucy Silchester hat eine Verabredung mit ihrem Leben – und das im wörtlichen Sinn. Denn ihr Leben hat genug davon, dass Lucy es ignoriert und bittet sie um ein Treffen. Lucy ist das gar nicht recht: sie hat sich in ihrer winzigen Wohnung komplett eingeigelt, arbeitet in einem Job, den sie nicht leiden kann, lügt ihre Familie und Freunde an und ist trotz allem eigentlich ganz zufrieden damit. Doch ihr Leben hat nicht die Absicht, sich so leicht wieder verscheuchen zu lassen. Es wird Zeit, die Wahrheit ans Licht zu zerren!

Das war gut

Die Idee, einen Menschen mit einer Personifikation seines Lebens zusammentreffen zu lassen, ist wirklich originell. Insgeheim habe ich mir gewünscht, das sowas auch in Wirklichkeit existiert, denn ich könnte einen gepflegten Arschtritt meines Lebens auch ganz gut gebrauchen. Zu Beginn des Buches ist Lucy innerlich leer. Sie merkt überhaupt nicht, dass ihr Leben auf dem Abstellgleis steht und sie eigentlich komplett unglücklich mit ihrer Situation ist. Der Mann, der sich als ihr Leben vorstellt, öffnet ihr Stück für die Stück die Augen und zeigt ihr, wie sie aus ihrem Lügengeflecht und der verfahrenen Situation wieder herauskommt.

Lucys Freundeskreis ist eine laute und lustige Runde, ungeachtet all ihrer Probleme. Bis auf Adam waren sie mir alle sympathisch und sie taten mir leid, dass Lucy sie so vernachlässigt. Trotzdem habe ich mich ein bisschen geärgert, dass die ganze Truppe so blauäugig ist und Lucy all die Lügen abkauft.

Das hat mir nicht gefallen

Der Anfang des Buches war etwas zäh und ich habe kurz überlegt, ob ich weiterlesen soll. Mein letzter Versuch mit Cecelia Ahern ist schon eine Weile her und da habe ich das Buch (Vermiss mein nicht) nach unter 100 Seiten abgebrochen. Ich bin allerdings froh, dass ich diesmal durchgehalten habe, denn nachdem Lucys Leben auftaucht und all die Probleme angesprochen sind, wird es sehr viel interessanter.

Lucys Nachbarin finde ich sehr irritierend. Sie taucht nur in einer kleinen Nebenrolle auf, aber für ihrer tragischen Geschichte hätte ich mir mehr Raum gewünscht, oder sie weggelassen. Ihr Geheimnis wird in einem Nebensatz aufgedeckt und einfach hingenommen, was ich sehr schade fand.

Und daraus folgt

Ich habe meine Cecelia Ahern Flaute wohl überwunden und werde möglichst bald wieder ein Buch von ihr aus dem Regal zupfen. Mit Ein Moment fürs Leben hat sie es wunderbar geschafft, eine Prise Magie mit einer ansonsten realistischen Geschichte über die Suche nach Glück und Zufriedenheit zu verknüpfen. Manchmal war es geradezu erschreckend, wie sehr ich mich mit Lucy identifizieren konnte. Das macht mich sehr nachdenklich, finde ich aber auch gut. So kann ich mir auf jeden Fall sicher sein, dass das Buch nicht innerhalb von zwei Tagen aus meinem Gedächtnis verpufft.


Rush, Jennifer: Escape

Originaltitel:
Altered
Autor:

Verlag:

Themen:
, , ,
Reihe:
Altered 1 von 3(?)
Seiten: 320
Preis: 12,95 €, Trade Paperback
ISBN: 9783785575161
Erscheinungsdatum: 16.01.2013
Bewertung:

Die Handlung

Ich empfehle euch, sofern noch nicht geschehen, den deutschen Klappentext nicht zu lesen, da er zuviel von der Handlung verrät. Deshalb an dieser Stelle nur so viel: es geht um die Jugendliche Anna, die zusammen mit ihrem Vater ein genetisches Projekt betreut, das aus den vier jungen Männern Sam, Trev, Cas und Nick besteht, die in einem Labor in Annas Keller leben. Als die Jungs von der „Sektion“ abgeholt werden sollen, fliehen sie zusammen mit Anna und machen sich auf die Suche nach Sams Vergangenheit.

Das war gut

Ich habe das Buch im Rahmen einer Notizbuchrunde gelesen und hatte sehr viel Spaß daran, das Buch mit meinen Gedanken vollzukritzeln. Vielleicht war es deshalb auch ganz gut, dass es mir nicht so gut gefallen hat, sonst hätte ich vielleicht nicht so viel zu sagen gehabt ;)

Mir gefällt die Grundidee sehr gut, eine Art Bourne Identität für Jugendliche zu schaffen. Ich hätte mir aber mehr Erklärungen gewünscht. Zu welcher Zeit spielt z. B. die Handlung? Es wirkt nicht wie eine zukünftige Gesellschaft und ich möchte mir einfach nicht vorstellen, dass in den heutigen USA Menschenversuche von der Regierung abgesegnet werden.

Die fünf Hauptcharaktere waren für mich gut unterscheidbar, alle hatten ihren eigenen Kopf und wirkten nicht wie der Klon des jeweils anderen. Besonders gefallen haben mir Trev, Annas bester Freund (soweit das unter den Umständen möglich ist…), und Nick, der zwar ständig miese Laune hat, dafür aber als einziger die bittere Wahrheit ausspricht.

Das hat mir nicht gefallen

Leider verrät der deutsche Klappentext bereits im Vorfeld das wohl größte Geheimnis des Buches, was der Geschichte einen Großteil der Spannung nimmt. Für mich waren die daraufhin folgenden Wendungen nicht wirklich überraschend, da ich mir diese ja schon aus der vorweggenommenen Enthüllung denken konnte. Lieber Verlag, wieso macht ihr mir als Leser das Buch so kaputt?

Schon auf Seite 3(!) bekommt man Edward Nr. 3543680423466 der Literatur präsentiert. „Selbst seine Narben waren perfekt.“ KOTZ! Ich habe sowas von keine Lust mehr auf diese geheimnisumwitterten, perfekten fanserviceorientierten Männer, die sich bereitwillig die Klamotten vom Leibe reißen und an denen einfach alles unglaublich ist, nur damit die geneigte Leserin die Seiten vollsabbern kann. Es reicht!

Anna hat ein total gestörtes Verhältnis zu Sam. Wie kann man jemanden fünf Jahre lang in seinem Gefängnis besuchen und glauben, derjenige ist ein Freund, obwohl er doch ein Gefangener ist? Stockholm-Syndrom mal andersrum, oder wie?

Die Autorin dreht und wendet die Geschichte so, wie es ihr gerade passt: um die Spannung zu erhöhen, verwendet Anna im Labor ein Betäubungsmittel, das nur wenige Minuten wirkt, obwohl es doch auch Mittel gibt, die ihre Arbeit sehr viel sicherer machen würden. Auf der einen Seite wissen die Figuren unglaublich wenig, auf der anderen Seite sind sie in manchen Dingen plötzlich allwissend, wenn es in die Handlung passt. Das führt dann z. B. zum Tod von acht Agenten, ohne dass man weiß, ob sie überhaupt was Böses wollten. Ihre Absichten konnten sie nämlich nicht mehr erklären, bevor sie ermordet wurden. An einer Stelle weiß Anna dann anscheinend ganz plötzlich, dass eine Person tot ist, ohne es wissen zu können. Ach, ich könnte ewig so weitermachen. Für den Fanservice sperren sich zwei Charaktere in einem Badezimmer ein, weil sie es dunkel brauchen. Dabei wird ein paar Sätze vorher gesagt, dass es auch im größeren Hotelzimmer fast stockduster ist…allgemein habe ich das Gefühl gehabt, dass die Autorin nicht wirklich darüber nachgedacht hat, was sie da tut, sondern solche Sachen eher nach dem Kriterium „Coolness“ mit reingenommen hat.

Und daraus folgt

Dieses Buch ist nichts für mich, obwohl die Grundzutaten in der richtigen Mischung zu einem meiner Lieblingsbücher hätten werden können. Spaß gemacht hat es trotzdem, denn normalerweise ärgere ich mich im Stillen über schlechte Bücher. Diesmal konnte ich meine Meinung ganz ungeniert direkt ins Buch schreiben, was ich normalerweise ja nie machen würde. Gerne mehr davon :D

Die Reihe

Forged (Altered, #0.5) Escape (Altered, #1) Betrayed (Altered, #1.5) Hide (Altered, #2) Reborn (Altered, #3) Played (Altered, #3.5)


Sabbag, Britta: Pinguinwetter

Originaltitel:
-
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 254
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783404166527
Erscheinungsdatum: 22.06.2012
Bewertung:

Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erwartet Charlotte eine Beförderung zur Cheflektorin. Stattdessen bekommt sie eine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen. Völlig überfordert von der Situation und den Ratschlägen der Arbeitsagenturmitarbeiterin („Sie sollten sich vielleicht ernsthaft überlegen, schwanger zu werden.“) verkriecht sie sich zuhause, schlüpft in ihre Babyelefantenhose und stopft sich mit Junk-Food voll. Charlottes schwangere Freundin Trine sieht ihre Chance auf ein wenig Entspannung gekommen und drückt Charlotte ihren kleinen Sohn Finn (irgendwas zwischen drei und fünf Jahre alt) aufs Auge. Charlotte geht mit dem kleinen Teufelsbraten in den Zoo – und trifft dabei auf Eric, seines Zeichens alleinerziehender Vater der kleinen Maya, sehr attraktiv und mit dem Hang zu peinlichen Zufallsbegegnungen.

Daneben hat Charlotte aber auch noch eine sehr merkwürdige Mutter, die in der Weltgeschichte herumreist und sich ebenso merkwürdige Männer anlacht. Ihr neuester Fang, über den sie Charlotte per SMS unterrichtet, ist ein Grönländer namens Jörn. Und Charlottes Gelegenheitsfreund Marc ist für sie das i-Tüpfelchen für den Nervenzusammenbruch: ausgerechnet Marc mit seiner Bindungsphobie hat sich verlobt und will heiraten! Dies bedeutet: keine zwanglosen Treffen zu grandiosem Sex mehr!

Pinguinwetter macht einfach Spaß. Ich hatte das Buch mit nach Leipzig genommen und habe einige Kapitel daraus einer Freundin vorgelesen, was nicht nur einmal in lautem Gelächter endete. Besonders Charlotte und ihre Freundin Trine trieben uns die Lachtränen in die Augen. Beide sind so herrlich chaotisch und liebenswert, dass man sie einfach gern haben muss.

Das Buch hat alles, was man für ein paar amüsante Lesestunden braucht: eine chaotische Heldin mit einer Vorliebe für kursiv gedruckte Selbstgespräche; sich sorgende Freundinnen, die Charlotte gerne helfen wollen, dabei aber eigentlich alles nur noch schlimmer machen; attraktive Männer, die Charlotte mit ihren unterschiedlichen Vorzügen umgarnen und eine herrlich schräge Familie, die Charlotte in den Wahnsinn treibt, ohne die sie aber auch nicht leben könnte. Insgesamt ergibt dies ein äußerst lesenswertes Debüt :-)


Rallison, Janette: Echte Feen, falsche Prinzen

Originaltitel:
My Fair Godmother
Autor:

Verlag:

Themen:
, , ,
Reihe:
My Fair Godmother 1
Seiten: 424
Preis: 6,00 €, Taschenbuch
ISBN: 9783401502908
Erscheinungsdatum: August 2011
Bewertung:

Eigentlich hat Savannah das perfekte Leben: sie sieht gut aus, ist in der Schule beliebt und hat einen gutaussehenden Freund. Leider verlässt dieser sie für ihre ältere Schwester, das Mauerblümchen. Savannah ist tieftraurig und wünscht sich, dass sie ein echter Prinz zum Abschlussball begleitet. Wie praktisch, dass in ihrem Zimmer eine gute Fee erscheint, um ihr drei Wünsche zu erfüllen. Weniger praktisch ist, dass sich diese Fee namens Felicitas Everstar noch in der Ausbildung befindet, ihre Fähigkeiten eher tragisch als magisch sind und sie lieber mit ihren Freundinnen shoppen geht, anstatt sich Savannahs Wünsche genau anzuhören. Und so kommt es, dass Savannah erst als Aschenputtel und dann als Schneewittchen im Mittelalter landet. Leider erweisen sich die wahren Geschichten nicht als annähernd so märchenhaft, wie man sie aus den Erzählungen kennt…

Märchen, yay! Mir gefällt das Image der tollpatschigen Fee sehr gut, schon in der TV-Serie Once Upon a Time habe ich in Bezug darauf des öfteren schmunzeln müssen. Felicitas hat Savannahs Fall als zusätzliche Hausaufgabe angenommen, um ihre Note zu verbessern. Leider biegt sie sich Savannahs Wünsche nach ihren eigenen Vorstellungen zurecht und verschwindet dann für halbe Ewigkeiten, um neue Schuhe kaufen zu gehen.

Savannah ist am Anfang keine große Sympathiefigur, wächst einem aber schnell ans Herz. Sie kann einem wirklich Leid tun, das Mittelalter ist wahrlich kein Zuckerschlecken! Abgesehen von dem Geschichtenverlauf, den man aus den Märchen schon kennt, stellen sich die Prinzen als aufgeblasene Wichtigtuer heraus und die sieben Zwerge halten Schneewittchen für beschränkt und können sie nicht leiden. Savannah hat so einige Abenteuer zu bestehen, um ihren Traumprinzen zu finden. Was sich Felicitas noch alles einfallen lässt, um Savannah Steine in den Weg zu legen, sei an dieser Stelle nicht verraten. Es wird auf jeden Fall noch sehr spannend. Da es das Buch in einer günstigen 6,00 € Ausgabe gibt, gibt es auch kein einziges Argument, das Buch nicht zu kaufen ;-)

Die Serie