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[Rezension] Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans

Originaltitel:
The Gentleman's Guide to Vice and Virtue
Autor:

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Themen:
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Reihe:
-
Seiten: 496
Preis: 19,99 €, Hardcover
ISBN: 9783551560384
Erscheinungsdatum: 24.03.2017
Bewertung:

Der junge Adelige Henry ist das schwarze Schaf der Familie Montague. Für gewöhnlich trifft man ihn nackt oder betrunken an, oft auch beides gleichzeitig. Nachdem das renommierte Eton College ihn aufgrund von unsittlichem Verhalten rausgeworfen hat, gibt sein prügelnder Vater ihm noch eine Chance, seinen Ruf zu retten: ein Jahr lang soll er auf seiner Cavaliersreise durch das europäische Festland Anstand zeigen, Kontakte knüpfen und seinen kulturellen Horizont erweitern, bevor er zum Oberhaupt der Familie ernannt wird. Begleitet wird er dabei neben einem Tutor von seinem besten Freund und heimlichen großen Liebe Percy und seiner jüngeren Schwester Felicity.

Neben seinen Gefühlen für Percy kämpft Henry auf dieser Reise gegen seine Schwester, Wegelagerer, Piraten, sich selbst und um sein Leben. Außerdem muss er feststellen, dass auch Percy und Felicity so einige Geheimnisse haben.

Cavaliersreise spielt im 18. Jahrhundert, ist aber nicht mal halb so verstaubt, wie das Setting vermuten lässt. Die Autorin Mackenzi Lee stattet den Abenteuerroman mit einer bunten Charaktermischung aus. Hauptfigur Henry, der verwöhnte Adelsjunge, der sich gleichermaßen mit Frauen und Männern vergnügt und dem Alkohol sehr zugeneigt ist, entspricht dem Klischee des reichen Nichtsnutzes. Viel spannender dagegen sind seine Reisebegleiter. Percy stammt aus gutem Hause, hat es als gemischtrassiger Engländer aber sehr schwer, von seinen Mitmenschen anerkannt zu werden. Er steht dadurch oft im Schatten von Henry, hat aber trotzdem eine eigene starke Meinung und zeigt das auch. Felicity, Henrys jüngere Schwester, soll eigentlich nur bis zu einem Mädcheninternat mitreisen, entpuppt sich allerdings im Laufe der Geschichte als wertvolles Mitglied des Trios. Sie kämpft für Gleichberechtigung und will Ärztin statt Ehefrau werden.

Die Rufe nach Diversity in Büchern werden immer lauter. Glücklicherweise haben das auch die Verlage erkannt und geben Autoren wie Mackenzi Lee eine Plattform. Ihr Buch beweist, dass sich ein spannender Abenteuerroman und kritische Themen wie Sexualität und Feminismus nicht ausschließen, sondern ergänzen können. Ich hoffe sehr, dass Cavaliersreise auch in Deutschland sein Publikum findet und wir noch weitere Bücher der Autorin zu lesen bekommen. Ich freue mich drauf.