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Daniel X

Daniel X ist drei Jahre alt, als seine Eltern von einem blutrünstigen Alien namens „Prayer“ ermordet werden. 12 Jahre später hat sich Daniel in die Fußstapfen seines Vaters begeben und bekämpft als Alienjäger den kriminellen Abschaum des Universums, der sich auf der Erde eingenistet hat. Dabei hilft ihm „Die Liste“, deren Verteidigung seine Eltern damals das Leben kostete. Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Mission zeigt die Liste Daniel als nächstes Ziel ein Alien namens „Ergent Seth“ an, einen besonders gefährlichen Gegner, der sich in LA aufhalten soll. Unterstützt von seinen Freunden und seiner Familie, die er mithilfe seiner besonderen Fähigkeiten aus dem Nichts erschaffen kann, stellt sich Daniel der größten Herausforderung seines Lebens.
Daniel X ist die Mangaumsetzung zur gleichnamigen Romanreihe von James Patterson. Band 1 des Mangas deckt dabei den kompletten ersten Roman ab. Knapp 300 Seiten geschriebener Geschichte werden hier also auf 248 Mangaseiten gepresst, sodass kaum Zeit zum Luftholen bleibt. Neue Stadt, neue Freunde, neuer Planet, all das passiert in nur wenigen Kapiteln. Trotz der Fülle der Informationen kann man der Geschichte aber gut folgen, da die Seiten klar strukturiert und sehr übersichtlich gestaltet sind.

Wie schon bei den meisten anderen Mangaumsetzungen des amerikanischen Verlags Yen Press ist auch bei Daniel X wieder ein Koreaner für die Zeichnungen verantwortlich; diesmal SeungHui Kye. Seine Zeichnungen mit den rundlichen Gesichtern haben mich an Chrno Crusade erinnert und gefallen mir sehr. Die weiblichen Charaktere haben Oberschenkel und Hüften, ist das nicht erstaunlich? :-)

Titel:

Daniel X
Daniel X
Erscheinungsjahr(e)

seit 2010
seit 2012
Bände:

bisher 3
bisher 1

Charaktere

Daniel X: Daniel Daniel X ist Hauptfigur und Namensgeber der Reihe. Seine Eltern wurden ermordet, als er drei Jahre alt war und er hat es sich zum Ziel gemacht, sie zu rächen. Er führt den Beruf seines Vaters weiter und reist als Alienjäger durch das Land. Er hat „Die Liste“ geerbt, die er systematisch abarbeitet. Unterstützung erhält er dabei von seinen Freunden und seiner Familie, die er dank seiner Fähigkeiten bei Bedarf einfach aus dem Nichts erschafft.
Ein James Patterson Fan werde ich wohl nicht mehr. Daniel X ist zwar ganz nett, kann mich aber nicht vollauf begeistern. Daniel selbst ist mir schon nicht sonderlich sympathisch. Ein 15-jähriger Junge, dessen einzige soziale Interaktionen aus imaginären Freunden und einer ausgedachten Familie bestehen? Was für eine blöde Idee! Wo und mit wem hat er denn gelebt, bevor er alt genug war, sich alleine auf die Reise zu machen? Es kann doch nicht sein, dass er sich mit drei Jahren schon alleine durchgeschlagen hat. Und dann noch „Die Liste“: die ist mindestens 12 Jahre alt, die Datenbestände darauf sind aber immer noch aktuell. Ist das nicht ein bisschen unglaubwürdig, dass sich ein gesuchtes Alien all die Jahre nicht vom Fleck bewegt, sondern geduldig auf den Jäger wartet? Sorry, aber da gucke ich doch lieber nochmal Men in Black. Gleiche Idee, aber besser umgesetzt!

Blood Lad

Der japanbegeisterte Vampir Staz führt in der Dämonenwelt ein recht angenehmes Leben als Territorialboss. Dementsprechend angesehen ist er bei seinen Untergebenen. Nach außen hin gibt er den coolen Herrscher, doch in Wahrheit ist er ein Nerd und absolut japanbegeistert. Als sich das japanische Schulmädchen Fuyumi in die Dämonenwelt verirrt, wird für Staz ein Traum wahr. Doch bevor er sich richtig mit Fuyumi beschäftigen kann, wird sie versehentlich von einer fleischfressenden Pflanze getötet und ersteht als Geist wieder auf. Kurzerhand verspricht Staz ihr, sie wiederzubeleben. Dies ist nur der Beginn einer wahnwitzigen Odyssee durch die Dämonenwelt auf der Suche nach dem „Buch der Wiederbelebung“.

Der erste Band der Blood Lad Reihe bietet eine kurzweilige Einführung in Staz‘ Welt. Yuuki Kodama fackelt nicht lange und bringt Fuyumi direkt im ersten Kapitel um die Ecke, um die Weichen für die nachfolgende Handlung zu stellen. Denn Staz ist vom ersten Moment an vernarrt in das schüchterne und (dem Klischee entsprechend) vollbusige Schulmädchen und will sie vom Tode auferstehen lassen. Dafür beschließt er sogar recht emotionslos seinen Job als Territorialboss an den Nagel zu hängen. Die Charaktere entsprechen zumindest auf den ersten Blick den gängigen Stereotypen: Staz ist der coole Anführer, Fuyumi das naive Schulmädchen, das einen Großteil ihrer Intelligenz in zwei Melonen vor dem Körper trägt. Am Endes des Bandes kommt dann noch der grimmig dreinblickende Erzrivale hinzu.

Der Zeichenstil entspricht dem gängigen Stil der für die männliche Zielgruppe ausgelegten Mangamagazine und wirkt durch die geraden Panels, die nur ab und zu durch ganzseitige Bilder abgelöst werden, erfreulich aufgeräumt.

Titel:
ブラッドラッド
Blood Lad
Blood Lad
Erscheinungsjahr(e)
seit 2009
seit 2012
seit 2012
Bände:
bisher 7
bisher 1
bisher 5

Charaktere

Blood Lad: Staz Staz ist ein Vampir und Territorialboss in der Dämonenwelt. Er war noch nie in der Menschenwelt und hat auch noch keinen Menschen ausgesaugt. Wenn er nicht gerade sein Territorium verteidigt, ist er der absolute Japan Fanboy und hängt vor seiner Spielekonsole. Sein Zimmer ist mit Manga und Videospielen vollgestopft. Deswegen ist er auch total begeistert, als sich Fuyumi in die Dämonenwelt verirrt. Nach ihrem unfreiwilligen Tod beschließt er, sie wiederzubeleben.
Blood Lad: Fuyumi Fuyumi ist ein schüchternes japanisches Schulmädchen, das sich versehentlich in die Dämonenwelt verirrt, weil sich in ihrem Zimmer ein Portal geöffnet hat. Bevor sie wieder zurück nach Hause gehen kann, wird sie von einer Monsterpflanze gefressen und kehrt als Geist ins „Leben“ zurück. Staz will sie wiederbeleben, um ihr Blut saugen zu können. Fuyumi arrangiert sich recht schnell mit ihrer neuen Situation, auch wenn sie natürlich schnellstmöglich wieder ein normaler Mensch sein will.
Der erste Band entlockte mir durch Staz‘ „Fangirling“ in der Menschenwelt und die Andeutungen bezüglich Dragon Ball und Final Fantasy den ein oder anderen Schmunzler, für Begeisterung reicht es aber noch nicht. Die gewollt jugendliche Sprache ließ mich auf den ersten Seiten ein wenig zusammenzucken (Staz fragt sich z. B. „Welche Mucke wäre fett?“), vielleicht bin ich dafür inzwischen aber auch einfach zu alt geworden ;-) Die Klappentexte der folgenden Bände lassen mich auf jeden Fall neugierig werden, wie es mit dem japanverrückten Vampir und dem Geistermädchen weitergeht. Und für die äußerliche Gestaltung der Reihe hat Tokyopop definitiv die volle Punktzahl verdient! In der ersten Auflage glänzen die einzelnen Bände nämlich mit einem dem Cover angepassten neonfarbigen Schnitt. Ein echter Hingucker!

HAL

HAL ist die erste Mangaveröffentlichung von Aoi Makino und besteht aus folgenden Kurzgeschichten:

HAL, die Titelgeschichte, handelt von Shizuku, einer verzogenen und eingebildeten Mittelschülerin, die ihren Status an der Schule bedroht sieht, als eine neue Mitschülerin ihr erst den 1. Platz auf der Rangliste streitig macht und dann auch noch beliebter als sie zu werden scheint. Da kommt ihr der Todesgott Hal gerade recht, der ihr anbietet, drei von Shizuku gewählte Existenzen auszulöschen.

The Rainbow of Seven Years After beschäftigt sich auf ungewöhnliche Art mit dem Thema Mobbing. Konoha lernt auf dem Nachhauseweg einen merkwürdigen Jungen kennen, der sie auszulachen scheint und die Vermutung äußert, dass Konoha gemobbt wird. Doch letztlich kommt es ganz anders, als es zunächst aussieht.

Leb wohl, Engel! erzählt die Geschichte von Mona Amane, die aufgrund einer unglücklichen Bemerkung ihrerseits von allen Klassenkameraden geschnitten wird. Sie hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden, doch ihr Mitschüler Chihaya setzt sich für sie ein, um ihre Situation zu verbessern. Schon kurz danach bekommt er die Rechnung dafür, denn nun wird er von allen gemieden.

Blaue Flügel ist das Debüt der Mangaka aus dem Jahre 2008. Dem Mädchen Honoka fällt eines Morgens der jüngere Akira im wahrsten Sinne des Wortes in die Arme. Fortan treffen sich die zwei öfters auf dem Dach eines verlassenen Hauses. Akira ist ein berühmter Schauspieler, dessen großes Vorbild der ehemalige Kinderstar Ririka ist. Bei Honoka reißt allein die Erwähnung dieses Namens alte Wunden auf…

Wie in Japan üblich beginnt die Mangaka Aoi Makino ihre Karriere mit Kurzgeschichten. Aufgrund der zeichnerischen Weiterentwicklung lässt sich sehr leicht erkennen, dass „Blaue Flügel“ die älteste und „HAL“ die neueste Geschichte im vorliegenden Werk ist. Letztere ist zwar das schönste, aber leider auch schwächste Glied der Sammlung und unverkennbar eine entschärfte, weibliche Version von Death Note.
Da es sich „nur“ um Kurzgeschichten handelt, gehen die einzelnen Kapitel nicht allzu sehr in die Tiefe, beschäftigen sich aber dennoch nicht mit belanglosen Themen, die man so oft in Shoujomanga findet. Besonders „The Rainbow of Seven Years After“ sticht hier hervor, wirft es doch die Frage auf, ob Mobber immer die „Bösen“ sind oder sich auch zum Positiven verändern können.
Wer hier unter Berücksichtigung der angepeilten Zielgruppe keine allzu anspruchsvolle Kost erwartet, wird mit einem hübsch gezeichneten Manga und unterhaltsamen Geschichten belohnt.

Titel:
HAL

HAL
Erscheinungsjahr(e)
2010

2011
Bände:
1

1

Charaktere

HAL: Miyazaki Shizuku Miyazaki Shizuku ist eine eingebildete Schülerin, die glaubt besser als die Allgemeinheit zu sein. Sie sieht die Leute in ihrer Umgebung als Menschen zweiter Klasse an. Als sie auf der Schulrangliste nicht mehr auf Platz 1 steht, beginnt ihre coole Fassade zu bröckeln. Sie will sich ihren Status nicht streitig machen lassen, doch anstatt zu kämpfen, lässt sie ihre Konkurrenz einfach von Hal auslöschen.
HAL: Hal Der Todesgott Hal taucht ganz plötzlich in Shizukus Zimmer auf. Er erklärt ihr, dass ihre negative Aura ihn angelockt habe und wie ein Lebenselixier für ihn sei. Als Ausgleich für diese Energie kann Hal drei Existenzen für Shizuku auslöschen, die sie frei bestimmen darf. Hal selbst bleibt mysteriös und gibt nicht viel von sich preis.
Die Zeichnungen von Aoi Makino sind wirklich eine Augenweide. Wenn sie sich in Zukunft weniger „Inspiration“ bei renommierten Manga holt und weiterhin interessante Themen auswählt, hat sie mich auf jeden Fall als Fan gewonnen. Mein Lesetipp aus diesem Band ist definitiv „The Rainbow of Seven Years After“, aber auch die anderen Kurzgeschichten sind einen Blick wert. In Japan existieren bisher zwei weitere Einzelbände der Zeichnerin, über deren Veröffentlichung in Deutschland ich mich sehr freuen würde :-)

Kabushiki Gaisha -Love Cotton-

Die 15-jährige Naru ist mit ihrer Familie schon quer durch die Welt gereist. Doch als ihre Eltern beschließen, nach Kenia aufzubrechen, weigert sie sich zum Wohle ihres kleinen Bruders und besteht darauf, in Japan zu bleiben. Neben der Schule muss sie sich nun also auch um ein kleines Kind kümmern und zu allem Überfluss fällt das Haus auseinander. Der Unterhalt, den ihre Eltern ihr monatlich überweisen wollen, reicht bei weitem nicht um über die Runden zu kommen. Um möglichst schnell viel Geld zu verdienen will Naru aus der erfolglosen Boutique ihrer Oma einen angesagten Modeladen machen. Die nötigen Mitarbeiter rekrutiert sie kurzerhand in der Schule und so startet Narus Karriere als Geschäftsführerin des Modelabels „Love Cotton“!

Titel:
Kabushiki Gaisha -Love Cotton-

Love Cotton
Erscheinungsjahr(e)
2007 – 2008

2009 – 2010
Bände:
6

6

Charaktere

Love Cotton: Kinboshi Naru Kinboshi Naru ist 15 Jahre alt und muss sich dank ihrer reiselustigen Eltern mit ihrem kleinen Bruder allein durchs Leben schlagen. Sie hat ein ehrgeiziges Ziel: sie möchte in den Roppongi-Hills, einem Luxusviertel in Tokyo, wohnen. Also gründet sie mal eben so das Modelabel „Love Cotton“ und heuert Klassenkameraden als Mitarbeiter an, ohne ihnen auch nur einen Yen zahlen zu können. Geld regiert Narus Welt. Dass sie auch ein klein wenig durchtrieben ist, merkt man, wenn sie ihre Mitarbeiter wieder einmal mit Tränen in den Augen zu Höchstleistungen anstachelt, dabei aber eine Zwiebel hinter ihrem Rücken versteckt.
Love Cotton: Saotome Rin Naru sucht nach dem „stylishsten Mädchen der Schule“ und findet Saotome Rin. Sie ist hübsch, schlank und wird von ihren Mitschülerinnen vergöttert. Allerdings ist sie nicht besonders schlau. Naru ködert sie mit einem Aktienangebot und verspricht ihr sehr viel Geld, wenn sie als Verkäuferin anfängt. Rin ist von der Aussicht, mit „Action-Rüben“ reich zu werden begeistert und sagt zu.
Love Cotton: Nishina Mirai Als Designer ist Nishina Mirai für die gesamte Kollektion zuständig. Bevor er für Naru arbeitete, verkaufte er seine komplett selbst hergestellten Kreationen auf dem Markt. Anfangs war er nicht von Narus Idee überzeugt, doch dank Furus Hilfe sagte er schließlich doch zu. Mirai hat einen Narren an Narus kleinem Bruder gefressen.
Love Cotton: Nakano Tadashi Als Schneider setzt Nakano Tadashi Mirais Entwürfe um. Im Umgang mit der Nähmaschine ist er äußerst geschickt und träumt davon, sein Hobby zum Beruf zu machen. Unter seiner Arbeit bei Love Cotton leiden allerdings seine Schulnoten und fast ist er gezwungen, aufzuhören, doch dann schafft Naru es mit einem neu entwickelten Stundenplan, Schule und Arbeit für ihn unter einen Hut zu bekommen.
Love Cotton: Kinboshi Furu Kinboshi Furu ist Narus kleiner Bruder und das Maskottchen von Love Cotton. Mit seiner knuffigen Art gewinnt er die Leute schnell für sich. Besonders Mirai ist in ihn vernarrt.

Love Cotton erzählt die Geschichte eines verrückten Modemärchens, dass nicht gerade aus dem Leben gegriffen ist, aber wunderbar zu unterhalten weiß. Der Manga lebt vor allem durch seine Charaktere mit ihren teilweise schrulligen Eigenheiten, ganz vorn dabei natürlich Naru, die geldgeile Chefin des Love Cotton Modelabels. Wer hier eine typisch romantische Ribongeschichte erwartet, hat sich den falschen Manga gegriffen, denn Liebesbeziehungen spielen eine untergeordnete Rolle.
Leider hat die Mangaka seit Love Cotton keinen neuen Manga mehr gezeichnet. Schade. Ich würde ihn definitiv lesen.