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Blood Lad

Der japanbegeisterte Vampir Staz führt in der Dämonenwelt ein recht angenehmes Leben als Territorialboss. Dementsprechend angesehen ist er bei seinen Untergebenen. Nach außen hin gibt er den coolen Herrscher, doch in Wahrheit ist er ein Nerd und absolut japanbegeistert. Als sich das japanische Schulmädchen Fuyumi in die Dämonenwelt verirrt, wird für Staz ein Traum wahr. Doch bevor er sich richtig mit Fuyumi beschäftigen kann, wird sie versehentlich von einer fleischfressenden Pflanze getötet und ersteht als Geist wieder auf. Kurzerhand verspricht Staz ihr, sie wiederzubeleben. Dies ist nur der Beginn einer wahnwitzigen Odyssee durch die Dämonenwelt auf der Suche nach dem „Buch der Wiederbelebung“.

Der erste Band der Blood Lad Reihe bietet eine kurzweilige Einführung in Staz‘ Welt. Yuuki Kodama fackelt nicht lange und bringt Fuyumi direkt im ersten Kapitel um die Ecke, um die Weichen für die nachfolgende Handlung zu stellen. Denn Staz ist vom ersten Moment an vernarrt in das schüchterne und (dem Klischee entsprechend) vollbusige Schulmädchen und will sie vom Tode auferstehen lassen. Dafür beschließt er sogar recht emotionslos seinen Job als Territorialboss an den Nagel zu hängen. Die Charaktere entsprechen zumindest auf den ersten Blick den gängigen Stereotypen: Staz ist der coole Anführer, Fuyumi das naive Schulmädchen, das einen Großteil ihrer Intelligenz in zwei Melonen vor dem Körper trägt. Am Endes des Bandes kommt dann noch der grimmig dreinblickende Erzrivale hinzu.

Der Zeichenstil entspricht dem gängigen Stil der für die männliche Zielgruppe ausgelegten Mangamagazine und wirkt durch die geraden Panels, die nur ab und zu durch ganzseitige Bilder abgelöst werden, erfreulich aufgeräumt.

Titel:
ブラッドラッド
Blood Lad
Blood Lad
Erscheinungsjahr(e)
seit 2009
seit 2012
seit 2012
Bände:
bisher 7
bisher 1
bisher 5

Charaktere

Blood Lad: Staz Staz ist ein Vampir und Territorialboss in der Dämonenwelt. Er war noch nie in der Menschenwelt und hat auch noch keinen Menschen ausgesaugt. Wenn er nicht gerade sein Territorium verteidigt, ist er der absolute Japan Fanboy und hängt vor seiner Spielekonsole. Sein Zimmer ist mit Manga und Videospielen vollgestopft. Deswegen ist er auch total begeistert, als sich Fuyumi in die Dämonenwelt verirrt. Nach ihrem unfreiwilligen Tod beschließt er, sie wiederzubeleben.
Blood Lad: Fuyumi Fuyumi ist ein schüchternes japanisches Schulmädchen, das sich versehentlich in die Dämonenwelt verirrt, weil sich in ihrem Zimmer ein Portal geöffnet hat. Bevor sie wieder zurück nach Hause gehen kann, wird sie von einer Monsterpflanze gefressen und kehrt als Geist ins „Leben“ zurück. Staz will sie wiederbeleben, um ihr Blut saugen zu können. Fuyumi arrangiert sich recht schnell mit ihrer neuen Situation, auch wenn sie natürlich schnellstmöglich wieder ein normaler Mensch sein will.
Der erste Band entlockte mir durch Staz‘ „Fangirling“ in der Menschenwelt und die Andeutungen bezüglich Dragon Ball und Final Fantasy den ein oder anderen Schmunzler, für Begeisterung reicht es aber noch nicht. Die gewollt jugendliche Sprache ließ mich auf den ersten Seiten ein wenig zusammenzucken (Staz fragt sich z. B. „Welche Mucke wäre fett?“), vielleicht bin ich dafür inzwischen aber auch einfach zu alt geworden ;-) Die Klappentexte der folgenden Bände lassen mich auf jeden Fall neugierig werden, wie es mit dem japanverrückten Vampir und dem Geistermädchen weitergeht. Und für die äußerliche Gestaltung der Reihe hat Tokyopop definitiv die volle Punktzahl verdient! In der ersten Auflage glänzen die einzelnen Bände nämlich mit einem dem Cover angepassten neonfarbigen Schnitt. Ein echter Hingucker!

Line

Die Schülerin Chiko findet auf dem Weg zum Unterricht am Bahnhof ein herrenloses Handy, das klingelt. Als sie abnimmt, legt die Person auf der anderen Seite der Leitung auf. Anstatt das Gerät sofort im Bahnhof an einem Schalter abzugeben, nimmt Chiko das Handy mit in die Schule, um dies später zu erledigen. Dazu kommt sie jedoch nicht mehr, denn das Telefon klingelt nach der Schule erneut und der mysteriöse Anrufer erklärt Chiko, dass er die Zukunft vorhersehen könne und sich im Bahnhof jemand umbringen wird, was sie verhindern soll. Im nächsten Moment stürzt auch schon ein Mädchen vom Dach. Mit ihrer Klassenkameradin Bando im Schlepptau begibt sich Chiko auf eine makabre Schnitzeljagd. Sobald sie eine Person erreicht oder gerettet hat, bekommt sie per Telefon den nächsten Ort und die Zeit durchgegeben. Während der Lauferei durch die Stadt hat Chiko die Gelegenheit darüber nachzudenken, was einen Menschen zum Selbstmord bewegen kann und wieso diese Personen nicht mehr leben wollen.

Der Zeichenstil ist hübsch und die Figur der Charaktere überraschend realistisch. Die Zeichnerin verzichtet hier auf die üblichen langen und schlanken Modelbeine und man kann sogar Ober- und Unterschenkel anhand ihrer Breite voneinander unterscheiden. Top! Die Proportionen, besonders die Köpfe, wirken an einigen Stellen allerdings noch etwas ungelenk. Die üppig ausfallende Oberweite von Chiko ist natürlich ein ganz anderes Thema, könnte aber dem Umstand geschuldet sein, dass der Manga in Japan in einem Magazin für jugendliche männliche Leser erschienen ist.

Titel:
Line
Line
Line
Erscheinungsjahr(e)
2003
2006
2005
Bände:
1
1
1

Charaktere

Line: Chiko Chiko ist eine beliebte Schülerin und eine Niete im Sport. Zumindest gibt sie vor, eine zu sein. Laut Aussage ihrer „Freunde“ sind Chikos beste und einzige Qualitäten ihre großen Brüste und ihr süßes Aussehen. Wirklich mehr erfährt man über ihren Charakter allerdings nicht, außer, dass sie nett sein kann, wenn sie will und die Selbstmörder nicht sterben lassen will.
Line: Bando Bando ist die klischeehafte Streberin. Brille im Gesicht, gut im Sport, immer ein Buch vor der Nase und still. Sie begleitet Chiko auf der Schnitzeljagd, weil sie von ihr darum gebeten wird. Nach Aussage von Chikos Freunden beobachtet Bando Chiko im Unterricht die ganze Zeit, was von der Gruppe deshalb so gedeutet wird, dass Bando lesbisch sein muss.
Die Geschichte erinnert mich an die Filme „Nicht auflegen“ und „Stirb langsam: Jetzt erst recht“, kommt aber bei weitem nicht an deren Spannung heran. Chiko folgt den Anweisungen von „Task“, wie sich der unbekannte Anrufer nennt, blind und hinterfragt seine Motive überhaupt nicht, auch wenn sie sich zwischendurch über ihn aufregt und ihn durchs Telefon anschreit. Außerdem scheint sie tatsächlich an die „Ich kann in die Zukunft sehen und noch mehr“ Erklärung zu glauben, denn sonst würde sie sich vielleicht mal fragen, wie Task erkennen kann, dass sie ihre Kleidung gewechselt hat. Der Sinn hinter Tasks Schnitzeljagd bleibt im Dunkeln. Da es sich bei Line um einen Einzelband handelt, bleibt die Charakterzeichnung leider sehr oberflächlich. Hier wäre etwas mehr Information als „beliebtes High-School Mädchen mit glitzernden Fingernägeln“ und „Streberin mit Buch und Brille“ wünschenswert gewesen