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Ein Blick zurück auf „Das Jahr der Königskinder“

Gemeinsam mit sechs anderen Bloggern habe ich 2017 Das Jahr der Königskinder gefeiert. Initiiert von Dani haben wir zwölf Monate lang unsere Liebe zum Königskinder Imprint mit euch geteilt. Jeden Monat stand nach einer öffentlichen Abstimmung ein Roman im Fokus.

Das sind unsere Top 12

Inzwischen sind nicht nur 2017 und die Aktion vorbei, auch das Imprint selbst steht kurz vor dem Abschied, denn das am 21. März 2018 erscheinende, vier Bücher umfassende Programm wird leider das letzte sein. Es bricht uns allen das Herz, hindert uns aber natürlich nicht daran, weiterhin eine Lanze für die KöKis zu brechen.

Mein liebstes Buch

Leider habe ich bisher von den zwölf Gewinnertiteln erst sieben gelesen. Von diesen sieben bot Salz für die See aber definitiv das intensivste und beeindruckenste Leseerlebnis. Die Geschichte um eine zusammengewürfelte Gruppe, die 1945 auf der Flucht vor der Roten Armee Schutz auf dem Schiff Wilhelm Gustloff sucht, geht einem fürchterlich nahe und lässt einen so schnell nicht mehr los.

Für historische Bücher kann ich mich ansonsten nicht begeistern und obwohl Sandy der Autorin Ruta Sepetys zum Start der Aktion bereits vollkommen verfallen war und von ihr schwärmte, hatte ich noch kein Buch von ihr gelesen. Wem es ähnlich geht, sollte daran schnellstens etwas ändern. Ihr werdet es nicht bereuen! Ich freue mich darüber, noch zwei andere Bücher der Autorin vor mir zu haben.

Dieses Buch hat mich am meisten überrascht

Als im März Das Schloss in den Wolken von Lucy Maud Montgomery gewann, war ich skeptisch. Wie modern kann ein Roman, der in den 20ern geschrieben wurde, schon sein? Ich befürchtete antiquierte Ansichten über Frauen und eine verstaubte Handlung. Stattdessen bekam ich mit Protagonistin Valancy eine selbstbewusste junge Frau, die sich gegen die traditionelle Frauenrolle auflehnt und rebelliert. Ich bin dem Carlsen Verlag dankbar, dass er dieses Buch neu aufgelegt hat und ich diese Geschichte so lesen durfte.

Danke!

Danke an meine Teamkollegen Anni, Ina, Nanni, Nils, Sandy und natürlich ganz besonders Dani, ohne die es diese Aktion nie gegeben hätte. Es hat mir großen Spaß gemacht mit euch die Königskinder zu feiern und besondere Geschichten zu entdecken.

Danke an den Carlsen und Königskinder Verlag für die Unterstützung und die Veröffentlichung der tollen Bücher, die wir lesen durften.

Danke an EUCH, die ihr die Aktion jeden Monat mit eurer Abstimmung unterstützt habt und dass ihr gemeinsam mit uns eure Leidenschaft auf Instagram geteilt habt. Einige von euch haben sich auch von unserer Begeisterung anstecken lassen und mit uns gemeinsam die Königskinder gelesen.

Euer Fazit würde uns natürlich auch interessiern: wie hat euch die Aktion gefallen? Habt ihr durch das #JdKöKi Bücher entdeckt, die euch ansonsten nicht aufgefallen wären? Und wenn ja, welche?

Das Jahr der Königskinder: Abstimmung für Dezember

Die letzte Abstimmung ist da! Im Dezember geht unser Jahr der Königskinder zuende. Schön wars, auch wenn wir natürlich traurig sind, wenn es vorbei ist. Aber das heißt ja nicht, dass es keine Königskinder mehr zu lesen gäbe. Ich werde die wundervollen Geschichten auf jeden Fall weiter sammeln und freue mich schon auf viele spannende und ergreifende Lesestunden.
Auf Instagram findet ihr unter dem Hashtag #JdKöKi alle Bilder zur Aktion.

Zur Erinnerung: Was ist #JdKöKi?

Jeden Monat möchten wir ein Buch aus dem Königskinder Imprint in „königlichem Glanz“ erstrahlen lassen. Wir werden das Buch lesen und über den Monat verteilt immer wieder über unsere sozialen Kanäle über das Buch sprechen und Fotos posten. Dadurch möchten wir euch zeigen, warum wir die Bücher so besonders finden und euch im Idealfall ebenso für die Geschichten begeistern.

Ihr sollt aber nicht nur passive Mitleser sein! Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr die Bücher mit uns gemeinsam lest und eure Liebe für die Königskinder unter dem Hashtag #JdKöKi mit uns teilt. Deshalb möchten wir euch gerne mit entscheiden lassen, welches Buch als nächstes königlich geehrt wird. Dazu hat sich jeder von uns einen Titel aus dem Königskinder Verlag ausgesucht und zur Wahl gestellt:

Anni (Bücherstapel)

Der 13. Stuhl von Dave Shelton ist mein Wunschkandidat für die letzte Abstimmungsrunde. 13 Stühle, 13 Gestalten, 13 Kerzen und 13 Geschichten. Was steckt dahinter? Ich erwarte Spannung und vielleicht auch ein bisschen Gänsehaut. Die perfekte Kombi bei verschneiten Tagen mit Tee und einer warmen Decke!

Dani (Brösels Bücherregal)

Lange habe ich überlegt, welcher mein letzter Kandidat beim Jahr der Königskinder sein soll. Es wurden quasi alle schon einmal nominiert und letztlich entschied ich mich für meinen persönlichen Liebling der Königskinder. Die wahre Geschichte von Regen und Sturm ist im Bereich Kinderbuch eingestuft, ich würde es jedoch als erwachsenes Kinderbuch bezeichnen. Ruth ist ein so bezaubernder Charakter, die Freundschaft zu ihrem Hund ist einfach ergreifend und dieses Drama hat mir glatt einige Tränen in die Augen geschossen. Mitten ins Herz und nie wieder raus.

Ina (Ina’s Little Bakery)

Damit mir die Entscheidung leichter fällt, hab ich mir ne Liste gemacht und alle Titel notiert, dann hab ich alle Titel gestrichen die wir schon nominiert haben und übrig geblieben sind: Sophie Soundso, Ein weiter Weg, Der 13. Stuhl. Letzteren hat Anni ja vorgeschlagen und deshalb entscheide ich mich jetzt einfach für Sophie Soundso, weils anders ist, hab ich mir sagen lassen und weils blau ist und weil das blaue Programm tatsächlich das einzige ist, das zwar komplett in meinem Regal steht, von dem ich aber bisher noch keinen einzigen Titel gelesen habe.

Nanni (Fantasie und Träumerei)

Ich nominiere Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans von Mackenzi Lee. Überall werden Rufe laut nach Diversity, Toleranz und den Blick über den Tellerrand im Jugendbuchgenre. Homosexuelle Paare sind gewünscht, starke Mädchenfiguren, die sich nichts gefallen lassen und ihren Weg gehen – genau das bietet „Cavaliersreise“. Gepaart mit wunderschöner Sprache ist es eins der besondersten besonderen Bücher des Königskinder Verlags.

Nils (Instagram @bunteschwarzweisswelt)

Ich nominiere Wörter auf Papier von Vince Vawter. Das Buch war das erste Buch, welches ich für #JdKöki nomiert habe und nun wird es das letzte sein. Nach wie vor bin ich sehr neugierig, was die Geschichte rund um den stotternden Victor für uns bereithält und was er für Menschen kennenlernt und was er von ihnen mitnehmen kann.

Sandy (Nightingale’s Blog)

Jenseits des Meeres von Jon Walter ist eine Geschichte, wie man sie leider genauso gut in der Tageszeitung lesen könnte. Die Flüchtlings- und Bürgerkriegsthematik ist immer wieder erschütternd und ich möchte unbedingt erfahren, wie der Autor diese verarbeitet hat.

Meine Wahl

Den letzten Monat möchte ich gerne wie den ersten beginnen: mit einem Buch von Ruta Sepetys. Deshalb nominiere ich Ein Glück für immer. Das Buch spielt im New Orleans der 50er Jahre und allein dieses Setting finde ich schon so spannend, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte.

Die Abstimmung

Wir würden uns wie immer sehr freuen, wenn ihr einem der Bücher eure Stimme gebt. Das Formular ist vom 17. November bis 21. November geöffnet.

Hier geht’s zur Abstimmung!

Das Jahr der Königskinder: Abstimmung für November

Hallo, liebe Königskinder! Ende September erreichte uns leider die Nachricht, dass die Königskinder nach dem Frühjahrsprogramm 2018 nicht mehr weitergeführt werden. Wir sind sehr traurig darüber und werden die besonderen und wundervollen Bücher im Carlsenprogramm schmerzlich vermissen. Bis es soweit ist, wollen wir die Königskinder aber trotzdem weiterhin feiern, denn es sind und bleiben tolle Bücher, die mehr Aufmerksamkeit verdienen. Auf Instagram findet ihr wie gehabt zahlreiche Impressionen der Aktion.

Zur Erinnerung: Was ist #JdKöKi?

Jeden Monat möchten wir ein Buch aus dem Königskinder Imprint in „königlichem Glanz“ erstrahlen lassen. Wir werden das Buch lesen und über den Monat verteilt immer wieder über unsere sozialen Kanäle über das Buch sprechen und Fotos posten. Dadurch möchten wir euch zeigen, warum wir die Bücher so besonders finden und euch im Idealfall ebenso für die Geschichten begeistern.

Ihr sollt aber nicht nur passive Mitleser sein! Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr die Bücher mit uns gemeinsam lest und eure Liebe für die Königskinder unter dem Hashtag #JdKöKi mit uns teilt. Deshalb möchten wir euch gerne mit entscheiden lassen, welches Buch als nächstes königlich geehrt wird. Dazu hat sich jeder von uns einen Titel aus dem Königskinder Verlag ausgesucht und zur Wahl gestellt:

Anni (Bücherstapel)

Ich möchte im November gerne Nicht nur ein Liebesroman von Emma Mills lesen. Jane & Miss Tennyson hat mir schon wahnsinnig gut gefallen, daher freue mich darauf zu erfahren was in dem neuen Werk von Emma Mills so passiert (besonders da es ja mehr als „nur ein Liebesroman“ sein soll). Die Leseprobe macht Lust auf mehr und das Buch ist einfach mega schön!

Dani (Brösels Bücherregal)

Meine Nominierung geht an: Die Anarchie der Buchstaben von Kate de Goldi. Im letzten Monat war es „Die Anatomie der Nacht“, jetzt soll es „Die Anarchie der Buchstaben“ sein! Die Geschichte der kleinen Perry und dem Abc zusammen mit ihrer Oma klingt einfach zu witzig, um sie nicht zu lesen. Ich erhoffe mir damit eine charmante Story, die gern auch bewegend sein darf. Und vor allem: Würdest Du das hier nun lesen, wenn es keine Buchstaben gäbe?

Ina (Ina’s Little Bakery)

Ich entscheide mich für eine königliche Neuheit und mein aktuelles Lieblingskönigskind Der Gesang der Nachtigall. Warum? Weil es ganz großartig ist, weil Henry so eine starke, mutige Protagonistin ist, die mich sehr beeindrucken konnte und weil die Geschichte einfach superviele Facetten hat und immer wieder überraschen konnte.

Nanni (Fantasie und Träumerei)

„Fast jeder Mensch, da machte sie selber bestimmt keine Ausnahme, war in irgendwelche Zwänge eingebunden, wurde von inneren und äußeren Einflüssen bestimmt, die sich seinem Willen und seinem Zutun entzogen. Aber wer zwischen vollmundig und malzig lebte, der lebte unmöglich wirklich.“ Diese Worte sind aus dem Roman Anders von Andreas Steinhöfel. Ein Roman, dessen Thematik in jede Zeit passt, mich momentan aber mehr beschäftigt, als sonst. Es ist eins der Bücher, die zeigen wie besonders, wie anders und wertvoll die Geschichten aus dem Königskinder Verlag sind und deshalb ist das Buch meine Nominierung für den Monat November.

Nils (Instagram @bunteschwarzweisswelt)

Meine Nominierung ist Café Morelli von Giancarlo Gemin. Ich finde den Klappentext einfach nur toll! Das Buch hört sich so so schön an. Ich habe noch nie etwas in die Richtung gelesen und bin deshalb umso gespannter, was es mit dem Café und dem Protagonisten auf sich hat!

Sandy (Nightingale’s Blog)

Ich möchte gerne Die wirkliche Wahrheit, das Debüt von Dan Gemeinhart nominieren. Eine Geschichte über Stärke, Mut & Freundschaft. In Zeiten wie diesen brauchen wir solche Bücher mehr denn je.

Meine Wahl

Ich nominiere diesen Monat Mein Name ist nicht Freitag, das ich mir gerade gekauft habe. Der Klappentext zeigt bereits, dass diese Geschichte keine leichte Kost wird, aber trotzdem bin ich schon sehr gespannt auf das Buch, vor allem darauf, wie und ob der Autor den Bürgerkrieg in Samuels Erlebnisse mit einbringt.

Die Abstimmung

Wir würden uns wie immer freuen, wenn ihr einem der Bücher eure Stimme gebt (und dann vielleicht auch mitlest). Das Formular ist vom 20. Oktober bis 24. Oktober geöffnet.

Hier geht’s zur Abstimmung!

DJLP17: Von Bananen und Wächterlöwen

Originaltitel:
-
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 288
Preis: 16,99 €, Hardcover
ISBN: 9783551560193
Erscheinungsdatum: 18.03.2016
Bewertung:

Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam.

Quelle: Carlsen

Auf den ersten Seiten beginnt Im Jahr des Affen fast wie ein typischer Jugendbuch-Liebesroman. Protagonistin Mini trifft sich mit ihren Freundinnen, man geht feiern, lernt interessante Jungs kennen. Doch schon nach ca. 30 Seiten wendet sich das Blatt, als Minis Vater einen Herzinfarkt erleidet und Mini den Familienbetrieb übernehmen muss.

Mini, eigentlich Minh Thi oder auf kantonesisch Mäi Yü, stammt aus Vietnam, ist aber Chinesin. Ihr Vater flüchtete 1976 mit ihr erst nach Thailand, dann nach Deutschland. An diese Zeit kann sie sich nicht erinnern, für sie ist Deutschland ihre Heimat und kantonesisch spricht sie mehr schlecht als recht. So richtig gehört sie deshalb nirgendwo dazu: die Nachbarn und Mitschüler starren sie misstrauisch an, weil sie so anders aussieht, ihrer Verwandtschaft und den Mitarbeitern des Restaurants ist sie nicht chinesisch genug, weil sie die Sprache nicht fließend spricht, mit der Gabel isst und sich Männern gegenüber „frech“ verhält.

Que Du Luus Buch ist mindestens teilweise autobiographisch, wie die Autorenvita der Klappe verrät. Mir hat es sehr gefallen, das Deutschland der 90er aus einer völlig neuen Perspektive zu entdecken. Da alle vier Chinesen um Minh Thi herum kaum bis gar kein Deutsch sprechen, werden immer wieder kantonesische Ausrufe und Sätze eingestreut, die auch nicht immer übersetzt werden. Beim Lesen stolpert man über die Passagen genau wie Minh Thi selbst, die oft Schwierigkeiten hat, die richtigen Worte zu finden oder Sätze zu verstehen.

Als ihr Onkel aus Australien zu Besuch kommt, erfährt Min Thi einiges über ihre Vergangenheit und Herkunft. Koch Bao war seinerzeit mit auf dem Flüchtlingsboot, das Vietnam verließ, und erzählt von dramatischen Ereignissen auf See. Der Ablehnung in Singapur, als die Schiffsinsassen einfach wieder aufs Meer hinausgeschleudert wurden, und von ihrem Jahr in Thailand im Flüchtlingslager, in dem sie unter Plastikplanen leben mussten. Unweigerlich muss man dabei an die derzeitige Flüchtlingssituation denken, ein hochaktuelles Thema. Der Autorin gelingt es, die innere Zerrissenheit von Bao hervorragend darzustellen. Mit ihm habe ich am meisten gelitten, da er seine Mutter in Vietnam zurücklassen musste.

Im Jahr des Affen ist in der Kategorie „Jugendbuch“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert. Que Du Luu wirft in ihrem Jugendbuchdebüt interessante Fragen nach Heimat und kultureller Zugehörigkeit auf und appelliert an Toleranz und Offenheit auf allen Seiten. Schade fand ich, das so viele Punkte offen bleiben und nicht alle Fragen beantwortet bleiben. Aber so ist das nun mal im echten Leben: es gibt nicht für alles eine Lösung.