Schlagwort-Archive: Fillory

Grossman, Lev: Fillory – Die Zauberer

Originaltitel:
The Magicians
Autor:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
The Magicians 1
Seiten: 617
Preis: 19,95 €, Hardcover
ISBN: 9783841421005
Erscheinungsdatum: 08.09.2010
Bewertung:

Quentin Coldwater ist ein hochbegabter Jugendlicher, der furchtbar gelangweilt durch sein Leben geht. Deshalb flüchtet er sich so oft wie möglich in die Buchreihe um die magische Welt Fillory, die er seit seiner Kindheit abgöttisch liebt. Der Tag, der seine Welt verändert, beginnt für ihn genauso gleichgültig wie immer. Zusammen mit seinem besten Freund James wird er zu einem Vorstellungsgespräch für ein College erwartet. Doch ihr Termin fällt aus, weil sie den Prüfer tot in seinem Haus vorfinden. Stattdessen gelangt Quentin kurz darauf wie durch Zufall an das geheimnisvolle Brakebills College und nimmt dort an einer Prüfung teil, die er auch besteht. Ihm wird erklärt, dass Magie wirklich existiert und er in Brakebills zu einem Zauberer ausgebildet werden kann, wenn er dies möchte. Mangels interessanterer Alternativen entscheidet sich Quentin für das Studium der Magie, das bei weitem nicht so leicht ist, wie man vermutet. Statt einfacher Sprüche und Zauberstäben erwarten Quentin fünf harte Collegejahre, in denen die Studenten komplizierte Fingerübungen und unzählige Stunden stupiden Auswendiglernens über sich ergehen lassen müssen.

Das faszinierende Cover und die interessante Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches versprechen Spannung, Magie und Abenteuer. Leider hält das Innenleben diese Versprechungen nicht. Inhaltlich ist Fillory in drei Bücher gegliedert. Das erste Buch nimmt über die Hälfte der Seiten ein und lässt uns an Quentins quälend langweiligen Studienjahren teilhaben. Er trifft Freunde, er lernt auswendig, er gibt sich den Sauf- und Sexgelagen hin. Schon nach kurzer Zeit ist Quentin wieder genauso gelangweilt wie vor seinem Eintritt in Brakebills, was ihn sehr unsympathisch macht und es erschwert, sich in ihn hineinzuversetzen. Er ist der arme Hochbegabte, der niemals überfordert ist und anscheinend niemals glücklich werden kann.
Ach ja, und dann ist da noch Fillory. Bereits auf der Rückseite des Buches erfährt man, dass Fillory wirklich existiert und Quentin sich zusammen mit seinen Freunden auf eine gefährliche Reise begeben und einem Kampf stellen wird…leider kommt nichts davon im ersten Teil des Buches vor.

Nach 350 Seiten und der Beendigung des ersten Teils war es mir genug, denn am Anfang von Teil 2 zelebriert Quentin wieder einmal seine Lustlosigkeit, anstatt endlich etwas zu tun. Besonders „gefallen“ hat mir außerdem Lev Grossmans große Kreativität. Quentin berichtet dem geneigten Leser in aller Ausführlichkeit von den Fillorybüchern, die er so vergöttert. Kleine Kostprobe gefällig? In den Grundzügen geht die Geschichte so: fünf Geschwister werden zu ihren Verwandten aufs Land geschickt und entdecken einen geheimen Zugang zur magischen Welt Fillory. Jahr für Jahr schaffen sie es daraufhin, auf unterschiedlichen Wegen wieder nach Fillory zu gelangen. Quentin und seine Freunde erfahren später – selbst in Fillory angelangt – dass die Welt von zwei Königen und zwei Königinnen regiert werden muss. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich weder die Bücher gelesen, noch die Filme gesehen, und trotzdem waren selbst für mich die Ähnlichkeiten zu Narnia unübersehbar. Hätte Lev Grossman irgendwo einen Hinweis darauf hinzugefügt, dass es sich um eine Hommage an C.S. Lewis handelt, wäre es eine schöne Idee gewesen. So ist es einfach nur schamlos abgekupfert.