Schlagwort-Archive: Erschienen 2011

Forman, Gayle: Lovesong

Originaltitel:
Where She Went
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
If I Stay 2 von 2
Seiten: 272
Preis: 12,99 €, Trade Paperback
ISBN: 9783764504021
Erscheinungsdatum: 27.06.2011
Bewertung:

Die Handlung

Drei Jahre sind seit dem schrecklichen Unfall von Mia aus Wenn ich bleibe vergangen. Sie ist inzwischen eine gefeierte Cellistin, ihr Freund Adam ein bekannter Rockstar. Und doch ist Adam nicht glücklich. All die Zeit ist er nicht darüber hinweg gekommen, dass Mia ihn ohne ein Wort der Erklärung verlassen hat. Als er durch Zufall entdeckt, dass Mia ein Konzert in der Nähe gibt, kauft er sich ein Ticket, um sie noch einmal zu sehen. Aber so leicht kommt er nicht davon, denn Mia entdeckt ihn im Publikum und holt ihn zu sich. Zeit, sich endlich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen.

Das war gut

Die nächtlichen Spaziergänge durch New York, auf denen man Mia und Adam begleitet, nachdem sie sich wiedergetroffen haben. Die zwei gehen bowlen, setzen mit der Fähre nach Staten Island über und man hat als Leser auf jeder Seite das Gefühl, dabei zu sein.

Mia. Sie hat sich ein neues Leben in New York aufgebaut, ehrt dabei aber auch gleichzeitig ihre Familie und Vergangenheit. Ich würde zu gerne selbst einmal in ihrer Wohnung auf Entdeckungstour gehen, die Beschreibung hat mir sehr gefallen. Gemütliches Chaos! Trotz ihres unfassbar schweren Verlusts scheint sie glücklich und mit sich im Reinen zu sein.

Das hat mir nicht gefallen

Adam ist zu einem Rockstarklischee mutiert, inklusive Depressionen, Zigaretten und Beruhigungstabletten. Und das anscheinend alles nur wegen Mia (und zu einem Teil vielleicht wegen des Unfalls). Wenn die Trennung ihn so fertig gemacht hat, wieso hat er dann nicht die Initiative ergriffen und nach Mia gesucht, statt einfach nichts zu tun? Wäre zwar noch kitschiger, aber für mich nachvollziehbarer gewesen.

Vor Mia war Adam doch eine eigenständige Person, die Musik geliebt hat. Ich fand es schade, dass die Musik für ihn ohne Mia den „Funken“ verloren hat. Dass er die Liebe zur Musik nicht mehr spürt und an der Band zweifelt.

Und daraus folgt

Wenn ich das Buch als den zweiten Teil von Wenn ich bleibe betrachte, würde das Buch wohl nur drei Sterne bekommen, denn es macht das offene Ende des ersten Buches kaputt. Das ist voller Hoffnung und man kann sich für die Figuren alles frei ausmalen. Die Fortführung der Geschichte aus der Sicht der Autorin zerstört diese perfekte Illusion. Ich habe mir für Mia und Adam nur das Beste gewünscht und stattdessen Lovesong bekommen. Hmm.

Als eigenständige Geschichte funktioniert das Buch aber überraschend gut. Es werden vereinzelte Hinweise und Erklärungen zum ersten Teil geliefert, die ausreichen, um der Geschichte auch ohne Kenntnis des Vorgängers folgen zu können. Und von diesem Standpunkt aus betrachtet gefällt mir das Buch dann wieder sehr gut. Adams Suche, Mias Zweifel und Angst, ihre Gefühle und Beweggründe nach all der Zeit zu offenbaren und eine kleine Reise durch New York sind die Pluspunkte des Buches. Also: lesen, aber dabei nicht zu sehr an die Mia und Adam aus dem ersten Teil denken. Vielleicht eher an ein Paralleluniversum oder so ;)

Die Reihe

Wenn ich bleibe Lovesong


Ahern, Cecelia: Ein Moment fürs Leben

Originaltitel:
Time Of My Life
Autor:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
-
Seiten: 448
Preis: 16,95 €, Hardcover
ISBN: 9783810501479
Erscheinungsdatum: 21.10.2011
Bewertung:

Die Handlung

Lucy Silchester hat eine Verabredung mit ihrem Leben – und das im wörtlichen Sinn. Denn ihr Leben hat genug davon, dass Lucy es ignoriert und bittet sie um ein Treffen. Lucy ist das gar nicht recht: sie hat sich in ihrer winzigen Wohnung komplett eingeigelt, arbeitet in einem Job, den sie nicht leiden kann, lügt ihre Familie und Freunde an und ist trotz allem eigentlich ganz zufrieden damit. Doch ihr Leben hat nicht die Absicht, sich so leicht wieder verscheuchen zu lassen. Es wird Zeit, die Wahrheit ans Licht zu zerren!

Das war gut

Die Idee, einen Menschen mit einer Personifikation seines Lebens zusammentreffen zu lassen, ist wirklich originell. Insgeheim habe ich mir gewünscht, das sowas auch in Wirklichkeit existiert, denn ich könnte einen gepflegten Arschtritt meines Lebens auch ganz gut gebrauchen. Zu Beginn des Buches ist Lucy innerlich leer. Sie merkt überhaupt nicht, dass ihr Leben auf dem Abstellgleis steht und sie eigentlich komplett unglücklich mit ihrer Situation ist. Der Mann, der sich als ihr Leben vorstellt, öffnet ihr Stück für die Stück die Augen und zeigt ihr, wie sie aus ihrem Lügengeflecht und der verfahrenen Situation wieder herauskommt.

Lucys Freundeskreis ist eine laute und lustige Runde, ungeachtet all ihrer Probleme. Bis auf Adam waren sie mir alle sympathisch und sie taten mir leid, dass Lucy sie so vernachlässigt. Trotzdem habe ich mich ein bisschen geärgert, dass die ganze Truppe so blauäugig ist und Lucy all die Lügen abkauft.

Das hat mir nicht gefallen

Der Anfang des Buches war etwas zäh und ich habe kurz überlegt, ob ich weiterlesen soll. Mein letzter Versuch mit Cecelia Ahern ist schon eine Weile her und da habe ich das Buch (Vermiss mein nicht) nach unter 100 Seiten abgebrochen. Ich bin allerdings froh, dass ich diesmal durchgehalten habe, denn nachdem Lucys Leben auftaucht und all die Probleme angesprochen sind, wird es sehr viel interessanter.

Lucys Nachbarin finde ich sehr irritierend. Sie taucht nur in einer kleinen Nebenrolle auf, aber für ihrer tragischen Geschichte hätte ich mir mehr Raum gewünscht, oder sie weggelassen. Ihr Geheimnis wird in einem Nebensatz aufgedeckt und einfach hingenommen, was ich sehr schade fand.

Und daraus folgt

Ich habe meine Cecelia Ahern Flaute wohl überwunden und werde möglichst bald wieder ein Buch von ihr aus dem Regal zupfen. Mit Ein Moment fürs Leben hat sie es wunderbar geschafft, eine Prise Magie mit einer ansonsten realistischen Geschichte über die Suche nach Glück und Zufriedenheit zu verknüpfen. Manchmal war es geradezu erschreckend, wie sehr ich mich mit Lucy identifizieren konnte. Das macht mich sehr nachdenklich, finde ich aber auch gut. So kann ich mir auf jeden Fall sicher sein, dass das Buch nicht innerhalb von zwei Tagen aus meinem Gedächtnis verpufft.


Kuipers, Alice: Vor meinen Augen

Originaltitel:
Lost for Words
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 220
Preis: 14,95 €, Hardcover
ISBN: 9783841421210
Erscheinungsdatum: 05.08.2011
Bewertung:

Es ist Januar, die Schule beginnt wieder und Sophie hat von ihrer Therapeutin ein Tagebuch bekommen, das ihr dabei helfen soll, „alles zu verarbeiten.“ Was „alles“ ist, erfährt der Leser erst im Laufe des Buches. Die Umstände bleiben zwar lange im Dunkeln, aber man erfährt schnell, dass Sophies ältere Schwester Emily auf irgendeine Weise ums Leben gekommen ist und ein großes Loch in der Familie hinterlassen hat. Sophies Mutter geht nicht mehr arbeiten und versteckt sich den ganzen Tag über in ihrem Büro, wo sie sich mit ihrer Sammlung verlorener Dinge beschäftigt. Sophie kapselt sich ein und lässt niemanden an sich heran. Nicht ihre Therapeutin, nicht ihre beste Freundin Annabel und erst recht nicht ihre Mutter, wenn diese doch einmal versucht mit ihrer Tochter zu reden.

Sophie weigert sich, sich mit der Situation und dem Verlust ihrer Schwester auseinanderzusetzen. Der Autorin gelingt es, Sophies Hilflosigkeit und innere Taubheit durch die Tagebucheinträge nachvollziehbar darzustellen. Die Monate rauschen nur so vorbei und währenddessen blitzen die Schulkameraden nur ab und zu auf. Nur Annabels Charakter bekommt zum Ende hin ein wenig Tiefe spendiert, was leider sehr aufgesetzt wirkt. So als hätte sie unbedingt noch irgendeine Eigenschaft bekommen müssen, damit sie nicht ganz wie die gemeine Freundin, die die trauernde Sophie im Stich lässt, wirkt. Leider wird Annabels „Problem“ innerhalb weniger Seiten abgehakt und ohne Sophies Zutun gelöst, womit der gesamte Einschub sinnlos wird.

Mehr Raum bekommt dafür Sophies neue Mitschülerin Rosa-Leigh, die aus Kanada hergezogen ist. Rosa-Leigh ist anders als die anderen, hat eine riesige, laute Familie und schreibt gerne Gedichte. Durch sie entdeckt Sophie nicht nur ihre eigene poetische Ader, sondern die neue Freundin in ihrem Leben hilft ihr auch die Lücke zu schließen, die Annabel mehr und mehr hinterlässt und ist damit das erste Symbol dafür, dass das Leben weitergeht, auch wenn wir einige Personen freiwillig oder unfreiwillig hinter uns lassen.

Dass Sophie erst gegen Ende des Buches dazu bereit ist, über das Geschehene zu reden bzw. zu schreiben, macht die Tagebuchform sehr authentisch. Vor meinen Augen ist trotz einiger Schwächen definitiv ein lesenswertes und berührendes Buch.


Völler, Eva: Zeitenzauber – Die magische Gondel

Originaltitel:
-
Autor:

Verlag:

Themen:
, , ,
Reihe:
Zeitenzauber 1 von 3
Seiten: 333
Preis: 14,99 €, Hardcover
ISBN: 9783833900266
Erscheinungsdatum: 19.08.2011
Bewertung:

Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Da ihre Eltern mit zahlreichen beruflichen Terminen ausgelastet sind, hat sie viel Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Dabei entdeckt sie eine rote Gondel auf dem Wasser. Und dass, obwohl eigentlich alle Gondeln in Venedig schwarz sein müssten!
Bei einer historischen Bootsparade erweckt dieselbe Gondel erneut Annas Aufmerksamkeit. Im Gedränge fällt sie ins Wasser und wird von einem attraktiven jungen Mann in ihrem Alter ausgerechnet in die rote Gondel gezogen. Bevor sie jedoch wieder aussteigen kann, erscheint plötzlich ein Flimmern, das sich zu einem gleißenden Licht ausbreitet. Anna wird ohnmächtig und erwacht unbekleidet in einer kleinen Gasse. Schnell erfährt sie, dass sie sich in der Vergangenheit, genauer gesagt im Jahr 1499, befindet. Ein Bekannter ihres Retters bringt sie in einem Kräuterladen unter, in dem Anna eine Leidensgenossin namens Clarissa trifft. Anna will natürlich nur eins: so schnell wie möglich in ihre eigene Zeit zurück. Doch dies stellt sich als schwieriges Unterfangen heraus.

Mit dem alten Venedig kennt sich die Autorin Eva Völler bestens aus. Denn unter dem Pseudonym Charlotte Thomas hat sie bereits vier historische Romane veröffentlicht, die in Venedig spielen. Diese Erfahrung merkt man Zeitenzauber an. Ich konnte die stinkenden Kanäle Venedigs praktisch selbst riechen und mir die mittelalterliche Stadt vor meinem geistigen Auge gut vorstellen.

Ich war von dem Buch sehr begeistert. Die Geschichte ist durchweg spannend und die Charaktere waren mir fast alle sehr sympathisch. Besonders gefallen hat mir, dass Anna nicht das mittlerweile schon fast typische naive Dummchen ist, das sich von dem mysteriösen, gutaussehenden Jungen an der Nase herumführen lässt. Sie bleibt hartnäckig und nervt Sebastiano so lange mit ihrer Fragerei, bis er ihr erklärt, was vor sich geht. Sehr lustig wird es, wenn die zwei dabei von einem Venezianer belauscht werden. Denn dann können sie keine zeituntypischen Wörter aussprechen. „iPod“ wird deshalb kurzerhand zu „Spiegel“ und „Film“ zu „Kostümstück“ ungedichtet, ob Anna will oder nicht.

Sebastiano kann sich zwischen den Zeiten frei hin und her bewegen und arbeitet als Beschützer. Wer diese „Organisation“ gegründet hat und wie genau die Zeitreisen eigentlich funktionieren, wird leider nicht erklärt. Genug Raum für einen zweiten Teil also, den ich definitiv auch lesen werde!

Die Serie