Schlagwort-Archive: Erschienen 2010

McEuen, Paul: Spiral

Originaltitel:
Spiral
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 448
Preis: 18,95 €, Hardcover
ISBN: 9783502102182
Erscheinungsdatum: 29.10.2010
Bewertung:

Nach Ende des zweiten Weltkriegs wird der Mykologe Liam Connor Zeuge, wie ein Pilz namens Uzumaki (jap. für Spirale) die Besatzung eines Schiffs erst komplett wahnsinnig macht und dann tötet. Der hochgefährliche Pilz wird unschädlich gemacht, doch Liam nimmt heimlich eine Probe davon an sich, ohne es jemandem zu sagen.
60 Jahre später ist Liam ein weltweit anerkannter und mehrfach geehrter Wissenschaftler, der in seinem Labor immer noch Pilze erforscht. Bis er von einer mysteriösen Asiatin grausam gefoltert und kurze Zeit später tot aufgefunden wird. Alle Indizien deuten darauf hin, dass die Asiatin auf der Suche nach dem Uzumaki ist. Sollte der Pilz in ihre Hände gelangen, wäre die Bedrohung für die Welt unbeschreiblich.
Verschiedene Behörden, das Militär, Liams Assistent Jake und seine Enkelin Maggie setzen alles daran, den Vorfall aufzuklären und den Uzumaki zu finden.

Soweit zur Geschichte des Buches. So interessant die Idee eines Killerpilzes, der die gesamte Menschheit in Windeseile auslöschen könnte, auch sein mag, die Umsetzung war mir zu kompliziert. Die Geschichte springt ständig zwischen den verschiedensten Orten und Personen hin und her, regelmäßig werden außerdem neue Charaktere eingeführt, die nach kurzer Zeit für mich alle zu einem „US-Behörden“ Einheitsbrei verschwammen. Ich konnte die Leute und wer nun über wen Befehlsgewalt hat beim besten Willen nicht unterscheiden. Die einzigen, die sich aus der Masse abheben, sind Jack, Maggie und Orchid, die böse Asiatin. Aber auch zu ihnen kann man schwierig eine Beziehung aufbauen, da man nie lange bei ihnen bleibt und stattdessen im nächsten Kapitel bei einer der gefühlten 50 Behörden „nach dem Rechten sehen“ muss.

Der Autor Paul McEuen ist selbst einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Nanotechnologie, was man dem Buch auch anmerkt. Die vielen wissenschaftlichen Begriffe und Erklärungen verkomplizieren die Lektüre zusätzlich. Ich war dankbar, zumindest einige der angewandten Methoden bereits vorher einmal gehört zu haben. Trotzdem habe ich nach einer Weile die Erklärungen mehr oder weniger überflogen.

Fazit: ein Killerpilz und viele US-Behörden machen noch keinen guten Thriller. Die Filmrechte hat der Autor laut Wikipedia trotzdem schon verkauft. Und das vor Erscheinen des Buches in den USA. Na dann.


Oliver, Lauren: Wenn du stirbst…

Originaltitel:
Before I Fall
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 448
Preis: 19,90 €, Hardcover
ISBN: 9783551582317
Erscheinungsdatum: September 2010
Bewertung:

Der 12. Februar sollte ein ganz besonderer Tag für Sam werden: in der Schule so viele Rosen wie möglich zum Valentinstag einsammeln, mit ihren drei Freundinnen Lindsay, Elody und Ally auf einer großen Party feiern und danach das erste Mal mit ihrem Freund Rob schlafen. Stattdessen endet der Tag mit einem furchtbaren Autounfall, bei dem Sam ums Leben kommt. Doch Sams Leben ist damit nicht beendet. Stattdessen erwacht sie am nächsten Morgen schweißgebadet in ihrem Bett und es ist wieder der 12. Februar. Erst spät erkennt Sam, dass sie kein extralanges Déjà-vu erlebt, sondern in einer Zeitschleife gefangen ist. Somit bemüht sie sich erst ab Tag 3 aktiv den Verlauf der Geschichte zu verändern und herauszufinden, wie sie die Schleife durchbrechen kann. Nach und nach bröckelt die Fassade ihrer perfekten Welt und Sam beginnt ihre Situation zu hinterfragen.

Sam und ihre drei Freundinnen sind die beliebtesten Mädchen der Schule und sehr einflussreich. Das Mobbing jüngerer Schüler und gleichaltriger „schwacher“ Mitschüler gehört genauso zur Tagesordnung wie Sams Flirtversuche mit ihrem Mathelehrer. Die vier können sich fast alles erlauben und kommen damit durch, gelten durch ihre Aktionen sogar als cool und werden angehimmelt. Lindsay als Anführerin der Clique hat es speziell auf ein Mädchen abgesehen, Juliet Sykes. Sie scheint Juliet regelrecht zu hassen und denkt sich immer neue Gemeinheiten für sie aus. Durch die Zeitschleife ist es Sam möglich, alle Vorkommnisse des Tages aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und sich die Zeit zu nehmen, über ihr Handeln nachzudenken: Warum genau liebt sie Rob eigentlich? Warum hasst Lindsay Juliet so?
Sam entwickelt sich im Laufe des Buches sehr stark weiter. Sie erkennt, dass Beliebtheit nicht alles ist und sie einige Dinge in ihrem Verhalten ändern muss. Gleichzeitig hofft sie aber auch, durch das Ausbügeln ihrer Fehler ihr Leben retten zu können. Ob ihr dies gelingt, sei an dieser Stelle nicht verraten.

Mich hat das Buch vor allem wegen seiner „Und täglich grüßt das Murmeltier“ Thematik angesprochen, die mir sehr gut gefällt. Wie so oft inzwischen wird die Geschichte aus Sams Perspektive erzählt und sie spricht den Leser auch ab und zu direkt an. Ein neuer Trend?
Sams Entwicklung im Laufe der Geschichte macht die Figur sympathischer als sie zu Beginn des Buches dargestellt wird. Trotzdem bleibt Sam glaubwürdig. So wandelt sie sich nicht von einem Tag zum anderen und ist plötzlich zu allen nett, die sie vorher ignoriert hat, aber sie hinterfragt ihr Verhalten und ändert es Stück für Stück. Der Schreibstil ist angenehm und verzichtet auf allzuviel Jugendsprache wie es z. B. in Numbers der Fall war. Ich weiß allerdings noch nicht so ganz, was ich vom deutschen Titel halten soll. Einerseits ist es schon eine coole Idee und die Covergestaltung damit ist super, andererseits…wer soll sich diesen Titel merken?
Von Cover und Titel abgesehen kann ich das Buch aber nur jedem empfehlen. Mir hat es sehr gut gefallen!


Ephron, Hallie: Never tell a lie – Lügen können töten

Originaltitel:
Never tell a lie
Autor/in:

Verlag:

Themen:
,
Reihe:
-
Seiten: 352
Preis: 8,95 €, Taschenbuch
ISBN: 9783453354562
Erscheinungsdatum: 08.06.2010
Bewertung:

Ivy Rose und ihr Ehemann David scheinen das perfekte Leben zu führen: ein wunderschönes Haus, erfolgreich im Beruf und das erste Kind ist unterwegs. Doch dann ändert sich alles. Auf ihrem privat veranstalteten Flohmarkt taucht ihre ehemalige Klassenkameradin Melinda White auf. Sie lässt sich von David durchs Haus führen…und ist danach spurlos verschwunden. Niemand kann bezeugen, dass sie das Haus jemals wieder verlassen hat und so wird David zum Hauptverdächtigen. Schnell deuten die Indizien auf einen Mord hin. Für Ivy unfassbar, glaubt sie doch, ihren Ehemann in- und auswendig zu kennen. Bis die Polizei die ersten Lügen aufdeckt. David ließ Beweismittel verschwinden. Er hat ein Flugticket gebucht, ohne ihr davon zu erzählen. Und scheinbar ohne die Absicht, zurückzukehren. Ivy kommen Zweifel an dem Mann, mit dem sie seit der High School das Leben geteilt hat. Sollte David tatsächlich dazu in der Lage sein, einen Menschen zu töten? Und welche Beziehung verband ihn überhaupt mit Melinda, die in ihrer Schulzeit eine unbeliebte Außenseiterin war?

Schon wieder ein Thriller, ich bin selbst von mir überrascht. Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und hat mich bis zum Schluss gefesselt, auch wenn ich recht schnell vorhergesehen habe, wie die ganze Sache ausgeht. Es ist unglaublich, was Ivy alles durchmacht, während ihr Baby praktisch jeden Tag zur Welt kommen kann. Allerdings nicht gerade ein guter Start für das Kind, wenn die Mutter permanent unter Stress steht und um ihr Leben fürchten muss! Definitiv lesenswert.


Choi, Angela S.: Hello Kitty muss sterben

Originaltitel:
Hello Kitty Must Die
Autor/in:

Verlag:

Themen:
, , ,
Reihe:
-
Seiten: 288
Preis: 14,99 €, Trade Paperback
ISBN: 9783630873398
Erscheinungsdatum: 25.10.2010
Bewertung:

Fiona Yu ist eine junge, amerikanische Chinesin. Sie ist Firmenanwältin in einer großen Anwaltskanzlei und verdient einen Haufen Geld, wohnt aber – auch aus Bequemlichkeit – noch immer bei ihren Eltern. Die sähen es gern, wenn Fiona mit ihren 28 Jahren endlich heiraten würde. Einen chinesischen Mann, versteht sich. Fiona allerdings hat kein Interesse daran, eine brave Hello Kitty Hausfrau zu werden und entschließt sich, die Familienehre zu zerstören, indem sie sich mit einem pinken Silikondildo selbst entjungfert. Letztendlich führt sie dies in die Praxis von Sean Killroy, denn wie sich herausstellt besitzt sie kein Jungfernhäutchen. Was also tut man mit all dem hart verdienten Anwaltsgeld? Richtig: man kauft sich einfach eins. Sean entpuppt sich allerdings als Fionas ehemaliger Schulfreund, den sie aus den Augen verloren hat, als er als Jugendlicher einer Klassenkameradin die Haare anzündete und in den Knast wanderte.
Nun also ist er „Hochqualifiziert in Hymenalchirurgie“ und verdient sich damit dumm und dämlich. Er überzeugt Fiona, dass sie kein Jungfernhäutchen braucht, um glücklich zu werden. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Oder eher: die Wiederaufnahme einer wunderbaren Freundschaft.

Soviel zur Grundgeschichte des Buches. Ich hatte vorher überhaupt keine Ahnung, worum es bei „Hello Kitty muss sterben“ geht, die Coverfarbe war einfach so verlockend. Hätte ich den Klappentext gelesen, hätte ich gewusst, dass Sean ein Serienkiller ist. So aber musste ich selbst erkennen, dass mit diesem Mann etwas nicht stimmt und war natürlich ziemlich überrascht. Fiona scheint schnell dahinter zu kommen, dass Sean reihenweise Leute umbringt, nur stört es sie nicht im Geringsten. Im Gegenteil: sie hilft im sogar dabei, sich die Opfer auszusuchen. Denn schließlich verrichtet Sean mit seinen Morden Gottes Werk. Getreu seinem Motto „Jeder muss einmal sterben.“ wählt er Personen aus, die es seiner Meinung nach verdient haben, um die Ecke gebracht zu werden. Dabei geht er so geschickt vor, dass die Behörden nie von einer Straftat ausgehen.

Die Beziehung zwischen Fiona und Sean ist schwer zu beschreiben. Fiona hat keinerlei sexuelle Interessen an Männern (oder Frauen) und auch Sean versucht nicht, Fiona körperlich näher zu kommen. Stattdessen treffen sie sich zum Reden und Trinken und natürlich, um Seans Zielpersonen in Bars zu finden. Währenddessen arrangiert Fionas Vater Dates mit chinesischen Männern und weist seine Tochter an, Lippenstift zu tragen. Als ob Lippenstift alle Probleme dieser Welt lösen könnte.
Auch außerhalb von Seans Aktivitäten stapeln sich zudem in Fionas Umfeld die Leichen. Da stirbt die Cousine im entfernten New York, weil sie ihrem Mann kein Kind gebären will oder der Freund eines von Fionas Dates ertrinkt beim Krabbenfischen. Chinesen leben offenbar gefährlich.

Was soll ich sagen? Dreist, schnell, rotzig und brilliante Bösartigkeit steht hinten auf dem Buch. Definitiv. Sehr, sehr böse. Aber auf jeden Fall unterhaltsam. Ich wusste wie gesagt am Anfang gar nicht, was mich da erwartet und nach der ersten Seite war ich auch nicht überzeugt davon, ob ich wirklich wissen will wie es weitergeht, aber ich würde sagen das Lesen hat sich gelohnt. Und gelernt habe ich auch etwas: Anwälte sind Arschlöcher und Chinesen ganz schön stur.
Hier kann man übrigens passend zum Buch für eine Menge toter Hello Kittys sorgen. Aber nicht das Buch abschießen, das gibt Minuspunkte.
PS: Meine Besucherzahlen wurden durch die Nennung des Spielzeugs nicht sonderlich beeinflusst. Allerdings scheinen einige Leute bei Google nach dem Buchtitel zu suchen, was mir ja dann auch zugute kommt ;-)