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Line

Die Schülerin Chiko findet auf dem Weg zum Unterricht am Bahnhof ein herrenloses Handy, das klingelt. Als sie abnimmt, legt die Person auf der anderen Seite der Leitung auf. Anstatt das Gerät sofort im Bahnhof an einem Schalter abzugeben, nimmt Chiko das Handy mit in die Schule, um dies später zu erledigen. Dazu kommt sie jedoch nicht mehr, denn das Telefon klingelt nach der Schule erneut und der mysteriöse Anrufer erklärt Chiko, dass er die Zukunft vorhersehen könne und sich im Bahnhof jemand umbringen wird, was sie verhindern soll. Im nächsten Moment stürzt auch schon ein Mädchen vom Dach. Mit ihrer Klassenkameradin Bando im Schlepptau begibt sich Chiko auf eine makabre Schnitzeljagd. Sobald sie eine Person erreicht oder gerettet hat, bekommt sie per Telefon den nächsten Ort und die Zeit durchgegeben. Während der Lauferei durch die Stadt hat Chiko die Gelegenheit darüber nachzudenken, was einen Menschen zum Selbstmord bewegen kann und wieso diese Personen nicht mehr leben wollen.

Der Zeichenstil ist hübsch und die Figur der Charaktere überraschend realistisch. Die Zeichnerin verzichtet hier auf die üblichen langen und schlanken Modelbeine und man kann sogar Ober- und Unterschenkel anhand ihrer Breite voneinander unterscheiden. Top! Die Proportionen, besonders die Köpfe, wirken an einigen Stellen allerdings noch etwas ungelenk. Die üppig ausfallende Oberweite von Chiko ist natürlich ein ganz anderes Thema, könnte aber dem Umstand geschuldet sein, dass der Manga in Japan in einem Magazin für jugendliche männliche Leser erschienen ist.

Titel:
Line
Line
Line
Erscheinungsjahr(e)
2003
2006
2005
Bände:
1
1
1

Charaktere

Line: Chiko Chiko ist eine beliebte Schülerin und eine Niete im Sport. Zumindest gibt sie vor, eine zu sein. Laut Aussage ihrer „Freunde“ sind Chikos beste und einzige Qualitäten ihre großen Brüste und ihr süßes Aussehen. Wirklich mehr erfährt man über ihren Charakter allerdings nicht, außer, dass sie nett sein kann, wenn sie will und die Selbstmörder nicht sterben lassen will.
Line: Bando Bando ist die klischeehafte Streberin. Brille im Gesicht, gut im Sport, immer ein Buch vor der Nase und still. Sie begleitet Chiko auf der Schnitzeljagd, weil sie von ihr darum gebeten wird. Nach Aussage von Chikos Freunden beobachtet Bando Chiko im Unterricht die ganze Zeit, was von der Gruppe deshalb so gedeutet wird, dass Bando lesbisch sein muss.
Die Geschichte erinnert mich an die Filme „Nicht auflegen“ und „Stirb langsam: Jetzt erst recht“, kommt aber bei weitem nicht an deren Spannung heran. Chiko folgt den Anweisungen von „Task“, wie sich der unbekannte Anrufer nennt, blind und hinterfragt seine Motive überhaupt nicht, auch wenn sie sich zwischendurch über ihn aufregt und ihn durchs Telefon anschreit. Außerdem scheint sie tatsächlich an die „Ich kann in die Zukunft sehen und noch mehr“ Erklärung zu glauben, denn sonst würde sie sich vielleicht mal fragen, wie Task erkennen kann, dass sie ihre Kleidung gewechselt hat. Der Sinn hinter Tasks Schnitzeljagd bleibt im Dunkeln. Da es sich bei Line um einen Einzelband handelt, bleibt die Charakterzeichnung leider sehr oberflächlich. Hier wäre etwas mehr Information als „beliebtes High-School Mädchen mit glitzernden Fingernägeln“ und „Streberin mit Buch und Brille“ wünschenswert gewesen

Hoshi wa Utau

Sakuyas 18. Geburtstag verläuft ganz anders als geplant. Untypisch für ihn schlägt ihr Cousin und Mitbewohner Kanade eine Feier vor und lädt dann auch noch einen Freund namens Chihiro ein, den Sakuya nicht kennt. Deshalb geht sie natürlich davon aus, dass er ein Bekannter von Kanade ist. Erst als er sich bereits verabschiedet hat erkennen die beiden, dass Chihiro ein Fremder war und sie ihn beide noch nie gesehen haben. Sakuya ist fasziniert von dem mysteriösen Fremden, der ihr Herz zum Klopfen bringt und beschließt, ihn zu suchen. Doch als sie ihn endlich findet, ist er charakterlich vollkommen verändert. Der liebenswerte junge Mann, als den sie ihn kennengelernt hat, sieht sie mit tieftraurigen Augen an, erklärt die Realität für bedeutungslos und wirft Sakuya an den Kopf, sie nicht ausstehen zu können. Sakuya nimmt diese Begegnung sehr mit, denn sie hat sich in Chihiro verliebt und versteht nicht, womit sie diese Ablehnung verdient hat. Und als wäre die Situation nicht schon vertrackt genug, taucht Chihiro ein paar Tage später als neuer Schüler in ihrer Klasse auf. Wie soll das gutgehen?

Wer Natsuki Takayas Serie Fruits Basket bereits kennt weiß, dass die Mangaka in ihren Geschichten eher leise Töne anschlägt und keine actionreichen Manga zeichnet. Und so ist auch Hoshi wa Utau eine Geschichte, die sich Zeit lässt, langsam entwickelt und von ihrer träumerischen Atmosphäre lebt.

Titel:
Hoshi wa Utau

Twinkle Stars
Erscheinungsjahr(e)
2007 – 2011

seit 2010
Bände:
11

bisher 3

Charaktere

Hoshi wa Utau: Shiina Sakuya Sakuya Shiina feiert im ersten Kapitel ihren 18. Geburtstag und bekommt Besuch von Chihiro, den sie aber gar nicht kennt. Sie verliebt sich in den mysteriösen Jugendlichen, doch er macht ihr unmissverständlich klar, dass er er sie nicht leiden kann, sodass Sakuya nicht weiß wie sie mit ihm umgehen soll. Sakuya liebt die Sterne und hat mit Hijiri und Yuri den „Freundeskreis zur Förderung der Sternguckkunst“ gegründet. Sie wohnt bei ihrem Cousin Kanade, weil ihr Vater sie aus dem Haus geworfen hat.
Hoshi wa Utau: Aoi Chihiro Chihiro Aoi taucht ganz unvermittelt an Sakuyas Geburtstag auf und schenkt ihr ein Kleid, obwohl Sakuya keine Ahnung hat, wer er überhaupt ist. Später verhält er sich Sakuya gegenüber sehr abweisend und behauptet, sie nicht leiden zu können. Kurz darauf kommt er als neuer Schüler an Sakuyas Klasse, was es für sie natürlich schwierig macht, sich von ihm fernzuhalten, besonders nachdem er eher unfreiwillig Mitglied ihres Sternenclubs wird.
Hoshi wa Utau: Honjo Hijiri Hijiri Honjo, Spitzname Sei-chan, ist die beste Freundin von Sakuya und stammt aus einem reichen Haushalt. Gemeinsam mit Sakuya und Yuri hat sie den Freundeskreis zur Förderung der Sternguckkunst gegründet. Sie gilt zusammen mit der Schülersprecherin als Schulschönheit. Ihr hübsches Äußeres täuscht aber nicht über ihre sarkastische und gifte Art hinweg, die sie allen außer Sakuya gegenüber an den Tag legt.
Hoshi wa Utau: Murakami Yuri Yuri Murakami ist der dritte im Bunde der Sternenclubgründer. Für sein Alter ist er recht klein geraten und kann Kommentare, die auf seine Größe abzielen, nicht leiden. Insgesamt ist er ein eher aufbrausender Charakter, der sich schnell angegriffen fühlt, sich andererseits wenn nötig aber auch mit Worten und Fäusten für seine Freunde einsetzt. Er ist ganz offensichtlich in Sakuya verliebt, traut sich aber nicht, ihr seine Gefühle zu gestehen.
Hoshi wa Utau: Miyako Kanade Kanade Miyako ist Sakuyas Cousin. Sie wohnt bei ihm, weil ihr Vater sie vor die Tür gesetzt hat. Kanade verlässt das Haus nicht und hat keinen Job, stattdessen beschäftigt er sich mit Töpfern und kümmert sich einigermaßen um den Haushalt. Er lässt Sakuya für sich schuften, was bei den Leuten für Gerede sorgt. Yuri kann ihn nicht leiden und bezeichnet ihn als Nulpe.
Hoshi wa Utau oder Twinkle Stars, wie die Serie in Deutschland heißt, kann definitiv nicht mit Natsuki Takayas vorheriger Serie Fruits Basket mithalten, bietet Fans der Mangaka aber trotzdem gewohnt solide Unterhaltung. Leider wirken einige der Charaktere wie Abklatsche aus eben jenem Fruits Basket. Sakuya scheint Toru mit kurzen Haaren zu sein, während Yuri ähnlich gestrickt ist wie Kyo. Und Hijiri könnte mit ihrer sarkastischen Art durchaus als Hanajimas dunkle Schwester durchgehen. Mir gefällt Twinkle Stars trotzdem bisher ganz gut und ich bin gespannt darauf, wieso Chihiro anfangs zu Sakuyas Geburtstag gekommen ist und wieso er sich ihr gegenüber so abweisend verhält.