Archiv der Kategorie: Filme

[Film] Die Bestimmung – Insurgent

Die Bestimmung – Insurgent ist der zweite Teil der Kino-Tetralogie um Tris und Four im dystopischen Chicago. Der Film startete in Deutschland am 11.03.2015. Für die Fortsetzung von Die Bestimmung konnten wieder einige bekannte Darsteller gewonnen werden, so spielt z. B. Oscar-Preisträgerin Octavia Spencer die Anführerin der Amite und auch die 2x für den Oscar nominierte Naomi Watts ist in einer größeren Nebenrolle zu sehen. Die Autorin Veronica Roth hat den Film mit produziert. Der dritte Teil Die Bestimmung – Allegiant (Teil 1) wird voraussichtlich am 17.03.2016 anlaufen.

Der Film setzt kurz nach Ende des ersten Teils ein: Tris, Four, Caleb, Peter und Marcus sind bei den Amite untergekommen. Besonders Tris fällt es schwer, die Auflage, keine Gewalt anzuwenden, zu beherzigen, denn sie gerät schnell mit Peter aneinander. Aber die friedliche Stimmung währt sowieso nicht lange, denn die abtrünnigen Ferox durchkämmen die Amite nach Unbestimmten, sodass die Gruppe um Tris fliehen muss. Die Ereignisse überschlagen sich, als Tris, Four und Caleb von Fraktionslosen gefangen genommen werden. Und währenddessen schmiedet Jeanine, die Anführerin der Ken, gefährliche Pläne, um die Unbestimmten loszuwerden.

Es ist mir noch nie passiert, dass ich gerne meine Bewertung eines Buches herunterstufen wollte, nachdem ich die dazugehörige Verfilmung gesehen hatte. Insurgent ist aber leider so ein Fall, denn er zeigt ganz deutlich die Schwächen der Vorlage auf.

Im Grunde genommen wurde für den Film nur eine große Sache verändert: es wurde eine Box eingeführt, die Jeanine um jeden Preis öffnen will (Dass sie eine Ken ist, hat das Drehbuch echt gut ignoriert, sonst wäre der Frau ja mal in den Sinn gekommen, wie unlogisch ihre Schlussfolgerungen dazu sind). Im Buch gibt es diese Box nicht, den Inhalt aber schon. Es waren kleine Anpassungen notwendig und ein Handlungsteil im letzten Drittel des Buches fällt aufgrund der Box komplett weg, aber ansonsten hält sich der Film recht eng an die Vorlage. Nur macht ihn das leider noch lange nicht gut. Was mir eigentlich erst im dritten Buch aufgestoßen ist, fiel mir in bewegten Bildern schon jetzt auf: Tris und Four nerven! Gefühlt besteht ein Großteil der Handlung daraus, dass Tris und Four irgendwohin laufen, Four Tris am Arm zieht, damit sie stehen bleibt und die beiden dann über irgendwas reden. Wenn nicht gerade herumgeballert wird und Menschen sinnlos ermordet werden.

Neben der dazugedichteten Box haben die Ken im Film außerdem ein Gerät entwickelt, mit dem sie die Unbestimmtheit einer Person ermitteln können. Genau genommen ist dies der größte Bullshit des ganzen Films. Wer das dritte Buch gelesen hat, weiß, dass es keine prozentuale Unbestimmtheit gibt. Erst wollte ich die Autorin für diese dumme Änderung bemitleiden, nur musste ich dann feststellen, dass die gute Frau den Film mit produziert hat. Verstehe das mal einer.

Lange Rede, kurzer Sinn: der gute und mehrfach preisgekrönte Cast hat in dieser Verfilmung eigentlich nichts verloren und tut mir sehr leid. Blöd, dass sie jetzt noch zwei Filme durchstehen müssen, denn diese werden garantiert auch nicht besser werden, bei der schlechten Vorlage. Die Einführung der Box ist eigentlich interessant und nachvollziehbar (sie gibt Kate Winslet mehr Szenen), nur leider sind die Erklärungen dazu wirr, unlogisch oder schlichtweg nicht vorhanden – woher z. B. weiß Jeanine von der Box? Warum hat sie ein komplett eingerichtetes Labor, dass auf die Arbeit mit der Box ausgerichtet ist?

Ich bleibe bei meinem finalen Urteil zur Buchvorlage: nach dem ersten Teil hätte Schluss sein sollen, das wäre besser gewesen. Aber immerhin die Filmindustrie freut sich.

Bilder © 2015 Concorde Filmverleih GmbH / Andrew Cooper

[Film] Still Alice – Mein Leben ohne gestern

Still Alice – Mein Leben ohne gestern ist die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Lisa Genova über eine Linguistikprofessorin, die mit 50 Jahren an einer früh einsetzenden Form von Alzheimer erkrankt. Der Film startete am 5. März 2015 in den deutschen Kinos. Hauptdarstellerin Julianne Moore gewann für ihre Darstellung den Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“. Still Alice ist der letzte Film des Regisseurs Richard Glatzer. Er starb am 10. März 2015 im Alter von 63 Jahren.

Alice Howland ist eine angesehene Linguistikprofessorin, ihr Lehrbuch ist DAS Standardwerk an den Unis. Kurz nach ihrem fünfzigsten Geburtstag bemerkt Alice, dass sie immer öfter Wörter vergisst oder Dinge verlegt. Beim Joggen verliert sie kurzzeitig die Orientierung. Die furchtbare Diagnose: Alice leidet an einer genetisch bedingten, früh einsetzenden Form von Alzheimer. Der Schock sitzt tief. Alice definiert sich hauptsächlich über ihren Intellekt und die Fähigkeit, sich auszudrücken. Nun müssen sie und ihre Familie verarbeiten, dass sie sich selbst Stück für Stück verlieren wird.

Julianne Moore hat ihren Oscar mehr als verdient. Sie spielt Alice sehr eindringlich und jede Gefühlsregung ist ihr im Gesicht sofort ablesbar. Auch die ständig fortschreitende Erkrankung empfand ich als sehr gut dargestellt. Es ist schon furchtbar, dabei zusehen zu müssen. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, selbst Alzheimer zu haben.

Was den Film so besonders macht, ist, dass mit Alice die an Alzheimer erkrankte Person in den Fokus gerückt wird. Der Zuschauer erfährt aus ihrer – teils unscharfen – Perspektive, wie neben ihr selbst auch ihre Umwelt mit der Krankheit umgeht. In mehreren Szenen ist Alice z. B. im Raum anwesend, trotzdem redet ihre Familie über sie, als wäre sie nicht da. Dies empfand ich fast noch deprimierender als die Krankheit selbst.

Bei Kristen Stewart in der Rolle von Alice‘ jüngeren Tochter Lydia gibt es keine Überraschungen. Sie bleibt ihrem Casting-Typ der unangepassten, burschikosen jungen Frau anscheinend treu. Auch das Erscheinungsbild ist wie gewohnt: die Haare verwuschelt auf einer Seite, wenig Make-Up, oft steht ihr Mund leicht offen (I blame Honest Trailers for this one!). Trotzdem zeigt sie in dieser Rolle wieder einmal, dass sie mehr kann, als nur Vampire anzuschmachten. Für sie ist es wohl die beste Entscheidung, sich von popcornlastigen Blockbustern fernzuhalten und auf Produktionen zu konzentrieren, die abseits von Spezialeffekten eine gute Geschichte zu erzählen haben.

Von mir gibt es für Still Alice – Mein Leben ohne gestern eine uneingeschränkte Empfehlung. Schaut euch den Film an, solange er noch im Kino läuft!

[Film] Guardians of the Galaxy


Mit Guardians of the Galaxy führt Marvel eine Vielzahl neuer Charaktere ins Marvel Cinematic Universe ein. Der Film basiert auf den gleichnamigen Comics und lief am 28. August 2014 in Deutschland an. Die deutsche DVD Veröffentlichung ist für den 8. Januar 2015 geplant. Eine Fortsetzung wurde bereits vor dem Kinostart angekündigt, Teil 2 soll am 5. Mai 2017 in den USA starten.

Peter Quill, der sich selbst Star Lord nennt, hat den Auftrag, eine mysteriöse Metallkugel aus einer Ruinenstadt zu beschaffen. Kaum hat er diese gefunden, wird er von den Gefolgsleuten eines gewissen Ronan angegriffen und kann nur knapp entkommen. Die Freude währt jedoch nur kurz, denn der Deal mit dem Auftraggeber platzt, als dieser erfährt, dass Ronan ebenfalls hinter der Metallkugel her ist. Beim Verlassen des Gebäudes wird Peter gleich von drei Personen angegriffen: Gamora versucht ihm im Auftrag von Ronan die Kugel abzuluchsen und der gewalttätige Waschbär Rocket will zusammen mit seinem Partner Groot, einem lebenden Baum, die Belohnung einheimsen, die auf Peter ausgesetzt ist. Alle vier werden schließlich nach ihrer Verfolgungsjagd durch die Stadt festgenommen und landen im Gefängnis. Dort treffen sie auf ihren fünften „Mitstreiter“ Drax. Der Beginn einer wundervollen Freundschaft ;)

Ich war im Vorfeld sehr gespannt auf Guardians of the Galaxy, da der letzte Film mit völlig neuen Charakteren im Marvel Cinematic Universe inzwischen schon eine Weile her ist. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Der Film hatte mich schon nach der Eröffnungsszene nach dem Prolog, die einfach so herrlich bescheuert ist und direkt zeigt, was einen die nächsten zwei Stunden erwartet.

Bei den Charakteren passt der Stempel Antihelden wie die Faust aufs Auge. Peter mag auf den ersten Blick wie der nette Kerl von nebenan wirken, aber er hat keine weiße Weste und in brenzligen Situationen ist er auch schon mal mehr auf den eigenen Vorteil bedacht als auf die Rettung der Welt. Drax redet wie ein Gentleman aus vorherigen Jahrhunderten, plant dabei aber gleichzeitig seine Rachefeldzüge. Rocket hat ein klitzekleines Aggressionsproblem und ist zusammen mit Groot der nicht ganz so heimliche Star des Films. Er hat die coolsten Sprüche, seine Zimmerpflanze die coolsten Aktionen und Gesichtsausdrücke drauf. Wobei ich immer noch überlege, ob Groots Verhalten nicht ganz schön psychopathisch und gruselig ist :D Nur Gamora war nicht ganz das, was ich erwartet hatte. Unter einer tödlichen Amazone habe ich mir was anderes vorgestellt als diese Person, die zwar im Kampf eine ganz gute Figur macht, ansonsten aber trotzdem eher einen Beschützerinstinkt weckt und gleich zwei Mal gerettet werden muss.

Der Film ist auf jeden Fall mein Kinojahreshighlight und der lustigste Marvel Film der bisherigen Reihe. Bonuspunkte: grellbunte Weltraumschlachten, Lee Pace als Ronan und Karen Gillan als Nebula. Kann die Blu-Ray bitte bald erscheinen? So am besten…jetzt?

[Film] Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth


Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth ist eine Buchverfilmung und basiert auf der gleichnamigen Reihe des Autors James Dashner. Der Film startete am 17. Oktober 2014 in Deutschland, eine Fortsetzung befindet sich bereits in Produktion und wird voraussichtlich am 24. September 2015 bei uns anlaufen. U. a. mit dabei sind der aus Teen Wolf bekannte Dylan O’Brien, Kaya Scodelario (Skins), Thomas Brodie-Sangster (Game of Thrones) und Will Poulter (Wir sind die Millers).

Orientierungslos und ohne jegliche Erinnerung landet Thomas auf einer mysteriösen Lichtung, die von einer Gruppe männlicher Jugendlicher bevölkert wird. Die Lichtung wird von einem unheimlichen Labyrinth eingerahmt. Teil der Gruppe sind u. a. der Anführer Alby, sein Stellvertreter Newt und der Läufer Minho. Thomas erfährt, dass die Jungs teilweise seit drei Jahren auf der Lichtung leben und die Läufer im Labyrinth vergeblich nach einem Ausgang suchen. Doch Thomas Ankunft verändert etwas. Plötzlich werden die Läufer am hellichten Tag von furchtbaren Monstern, Griewer genannt, angegriffen und nur kurz darauf wird ein Mädchen auf die Lichtung geschickt, das Thomas zu kennen scheint. Eine Notiz verkündet, sie sei für immer die letzte. Der Gruppe bleibt nicht mehr viel Zeit, dem Labyrinth zu entkommen.

Nach den tollen Trailern war die Vorfreude auf Maze Runner riesig. Aber ein bisschen Angst hatte ich auch, denn oft genug entpuppt sich eine Buchverfilmung als Flop, bei dem man vor Grauen kaum hinsehen kann.

Glücklicherweise waren alle Sorgen unbegründet. Regisseur und Drehbuchautoren liefern hier einen unglaublich spannenden und weitestgehend der Buchvorlage treuen Film ab. Ein Besuch im Kino lohnt sich also! Gespannt war ich natürlich auf Dylan O’Brien, den ich vor allem als liebenswerten Trottel aus Teen Wolf kenne. Der Schauspieler beweist hier aber, wie bereits in seiner TV Serien Hauptrolle, dass er glaubwürdig in unterschiedliche Rollen schlüpfen kann. Besonders positiv aufgefallen ist mir allerdings Thomas Brodie-Sangster als Newt, der es mühelos schafft, trotz seines fast schon kindlichen Aussehens Autorität und Erfahrung auszustrahlen, sodass man ihm die Rolle des Stellvertreters bzw. Anführers abkauft. Ich freue mich schon sehr darauf, in den folgenden Filmen mehr von ihm zu sehen.

Auch die Effekte sind für das vergleichsweise winzige Budget von 34 Mio US-Dollar gelungen. Das Labyrinth erfüllt die Erwartungen und die animierten Griewer sind furchterregend und eklig, genau wie sie sein sollen.

Maze Runner ist auf jeden Fall eines der Buchverfilmungs-Highlights 2014 und wird für mich wahrscheinlich nur noch vom dritten Tribute von Panem Film übertroffen werden. Unbedingt ansehen!

Bilder © 2014 Twentieth Century Fox