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[Neu im Kino] März 2018

Eigentlich könnte ich jetzt schon meine Kinovorschau für April posten. Aber im März sind einige interessante Filme angelaufen, die ich euch noch zeigen möchte. Gesehen habe ich bisher nur Pacific Rim 2: Uprising, für mehr reichte die Zeit nicht. Aber das ist ja das Schöne an Filmen – sie sind geduldig. Ist für euch im März auch etwas Interessantes dabei?

08.03. | Trailer

Molly’s Game
15.03. | Trailer

Tomb Raider
15.03. | Trailer

The Florida Project

Von der wahren Geschichte um Molly Bloom, die hochkarätige Pokerturniere im Untergrund veranstaltete und deren Buch für Molly’s Game als Vorlage diente, habe ich noch nie gehört. Ich verspreche mir aber aufgrund der mitwirkenden Jessica Chastain und Idris Elba einen guten und spannenden Film.

Die Tomb Raider Filme von 2001 und 2003 habe ich damals gerne gesehen, die Spiele kenne ich nur vom Zugucken. Der Trailer sieht cool aus und ich freue mich darüber, dass Lara Croft nun nicht mehr als Sexbombe inszeniert werden muss. Im Kino sehen werde ich den Film wohl nicht, aber ich freue mich auf eine Gelegenheit, ihn von der Wohnzimmercouch aus sehen zu können.

In The Florida Project spielt die sechsjährige Moonee die Hauptrolle und der Trailer reichte schon, um sie als aufgewecktes und nicht auf den Mund gefallenes Mädchen zu präsentieren. Die Kleine war mir sofort sympathisch. So richtig weiß ich noch nicht worum es eigentlich geht, anscheinend um das Alltagsleben im Motel. Willem Dafoe erhielt für seine Rolle eine Oscarnominierung als bester Nebendarsteller.

22.03. | Trailer

Pacific Rim 2: Uprising
22.03. | Trailer

I, Tonya
22.03. | Trailer

Thelma

Was habe ich mich auf Pacific Rim 2: Uprising gefreut! Der erste Teil war mein persönlicher Ersatz für den nie realisierten Neon Genesis Evangelion Realfilm und war sichtlich von japanischen Mecha-Animes inspiriert. Auch der zweite Teil schreit „Hallo, das habt ihr bei NGE schon mal gesehen!“ Macht trotzdem Spaß. Der Film setzt 10 Jahre nach Teil 1 ein, bis auf Mako Mori und die zwei Wissenschaftler Dr. Newton Geiszler und Dr. Hermann Gottlieb kehrt keiner aus dem alten Cast zurück.

Parallen zu NGE? Welche? (Spoiler)

I, Tonya basiert auf der wahren Persönlichkeit Tonya Harding, die als Eisläuferin bekannt wurde. Der Clou an der Sache: der Drehbuchautor interviewte die Beteiligten und bekam so widersprüchliche Aussagen, dass er diese in den Film einbaute und eine Mockumentary daraus machte. Ich bin sehr gespannt auf den Film, werde ihn aber wahrscheinlich auch erst auf DVD sehen.

Thelma ist ein norwegischer Fantasyfilm über eine Studentin, die sich von ihrer religiösen Familie löst, um in Oslo zu studieren. Dort verliebt sie sich in eine Freundin. Ihre unterdrückten Gefühle entladen sich in übernatürlichen Fähigkeiten. Das klingt ziemlich cool und ich hoffe, dass der Film die Vorschusslorbeeren der guten Kritiken auch verdient hat.

29.03. | Trailer

Im Zweifel glücklich
29.03. | Trailer

Unsane: Ausgeliefert
29.03. | Trailer

Vor uns das Meer

Ich würde gerne sagen „Mir gefallen die ernsteren Filme, die Ben Stiller in den letzten Jahren macht.“ Weiß ich aber eigentlich gar nicht, denn ich habe nur Walter Mitty gesehen – den mochte ich. Daran sollte ich etwas ändern. Aber trotzdem: mir gefällt, was ich im Trailer zu Im Zweifel glücklich sehe und ich *glaube*, ich mag Ben Stiller in all seinen melancholischen Rollen. Hoffen wir mal, dass es auch ein guter Film ist ;-)

Die Hauptfigur in Unsane – Ausgeliefert sucht Hilfe im Kampf gegen einen Stalker und wird gegen ihren Willen in eine Psychiatrie eingewiesen. „The Crown“ Darstellerin Claire Foy spielt die Hauptrolle. Das und die Tatsache, dass der komplette Film auf/mit einem iPhone entstand, machen mich sehr neugierig.

Zu Vor uns das Meer habe ich im London die ersten Plakate gesehen. Rachel Weisz und Colin Firth reichten schon, um mein Interesse zu wecken. Ich bin so oberflächlich. Auch dieser Film basiert auf wahren Begebenheiten.

Weitere Buchverfilmungen

01. Call Me by Your Name
01. Red Sparrow
01. Das schweigende Klassenzimmer
08. Death Wish
08. Operation: 12 Strong
22. Peter Hase
29. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Oder werft einen Blick auf die Buchverfilmungen der kommenden Jahre.

DJLP18: Die Nominierungen im Jugendbuch


Heute wurden vom Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. auf der Leipziger Buchmesse die Nominierten des Deutschen Jugendliteraturpreises 2018 bekanntgegeben. Ich verfolge die Preisverleihung nun schon seit einigen Jahren und habe letztes Jahr zum ersten Mal bewusst versucht, die nominierten Titel zu lesen. Dieses Jahr bin ich etwas früher dran und freue mich schon darauf, die Romane zu entdecken.

Den Fokus möchte ich interessehalber und aus Zeitgründen auf Jugendbücher legen, die in zwei Kategorien vertreten sind. Die übrigen Kategorien verlinke ich an dieser Stelle für weiterführende Informationen:

Nominierungen Bilderbuch
Nominierungen Kinderbuch
Nominierungen Sachbuch

Die Sonderpreise Gesamtwerk und Neue Talente werden 2018 im Bereich Übersetzung vergeben.

Gelesen habe ich von den unten aufgeführten Büchern bisher nur The Hate U Give, das beide Preise mehr als verdient hätte. Fünf der Bücher hatte ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm, den Rest habe ich zumindest mal gesehen oder schon im heimischen Regal. Am meisten freue ich mich darauf, nun endlich Illuminae zu lesen, außerdem klingt Boy in a White Room verdammt spannend.

Was ist eure Meinung zu den nominierten Büchern? Habt ihr einige davon vielleicht schon gelesen?

Herzlichen Glückwunsch an alle nominierten Autoren, Übersetzer, Illustratoren und Verlage!

Nominierungen im Jugendbuch


Tanz der Tiefseequalle
Stefanie Höfler
Beltz & Gelberg
ISBN: 9783407822154

Manchmal ist es diese eine Sekunde, die alles entscheidet: Niko, der ziemlich dick ist und sich oft in Parallelwelten träumt, rettet die schöne Sera vor einer Grapschattacke. Sera fordert Niko daraufhin zum Tanzen auf, was verrückt ist und so aufregend anders, wie alles, was in den nächsten Tagen passiert. Vielleicht ist es der Beginn einer Freundschaft von zweien, die gegensätzlicher nicht sein könnten – aber im entscheidenden Moment mutig über ihren Schatten springen.


Pferd, Pferd, Tiger, Tiger
Mette Eike Neerlin
Aus dem Dänischen von Friederike Buchinger
Dressler Verlag
ISBN: 9783791500348

Lebe lieber ungewöhnlich! Das Leben der 15-jährigen Honey ist mit ihrer skurril-chaotischen Familie schon kompliziert genug. Daher bemüht sie sich, möglichst wenig aufzufallen und widerspricht so gut wie nie. Das führt zwar zu einigen Missverständnissen und Problemen, aber auch zu einer ganz besonderen Freundschaft mit dem krebskranken Marcel. Durch ihn findet Honey zu ihrer eigenen Stimme und ins Leben hinein.


Boy in a White Room
Karl Olsberg
Loewe Verlag
ISBN: 9783785587805

Eingesperrt, ohne Erinnerung, erwacht Manuel in einem weißen Raum. Er weiß weder, wer er ist, noch, wie er hierher kam. Sein einziger Kontakt ist eine computergenerierte Stimme namens Alice, durch die er Zugriff auf das Internet hat. Stück für Stück erschließt sich Manuel online, was mit ihm passiert ist: Bei einem Entführungsversuch wurde er lebensgefährlich verletzt. Doch wie konnte er diesen Anschlag überleben? Ist das tatsächlich die Wahrheit? Und wer ist Manuel wirklich?


The Hate U Give
Angie Thomas
Aus dem Englischen von Henriette Zeltner
cbt
ISBN: 9783570164822

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen…


Mehr Schwarz als Lila
Lena Gorelik
Rowohlt Berlin Verlag
ISBN: 9783871341755

Mit siebzehn ist das Leben kompliziert. Alex trägt lieber Schwarz als Lila, ihr Vater schweigt die meiste Zeit, und ein Papagei soll ihr die Mutter ersetzen. Die besondere Freundschaft mit Paul und Ratte ist das, was Alex an ihrem Leben liebt. Die gefühlte Eintönigkeit lassen die drei in Mutspielen hinter sich, bei denen es keine Grenzen gibt. Und dann taucht Johnny Spitzing auf, der junge Referendar, den sogar Alex gut findet. Auf der Klassenfahrt nach Polen jedoch macht Johnny ihr klar, dass sie nur seine Schülerin ist; Ratte, die sich verliebt hat, entfernt sich; und ihr bleibt nur noch Paul, den Alex, von tausend Gefühlen überrannt, küsst – am unpassendsten Ort der Welt, in Auschwitz. Jemand fotografiert, das Bild geistert durchs Netz, und plötzlich reden alle über Alex und die Jugend von heute, der Papagei entfliegt, Paul verschwindet, und Alex erkennt: «Das ist jetzt mein Film, und das Leben muss ich ganz alleine steuern.»


Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß
Manja Präkels
Verbrecher Verlag
ISBN: 9783957322722

Landleben zwischen Lethargie und Lebenslust. Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde in einer kleinen Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball miteinander, leisten den Pionierschwur und berauschen sich auf Familienfesten heimlich mit den Schnapskirschen der Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Mimi sieht sich als der letzte Pionier – Timur ohne Trupp.
Oliver wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem der Anführer marodierender Jugendbanden. In Windeseile bringen seine Leute Straßen und Plätze unter ihre Kontrolle. Dann eskaliert die Situation vollends …

Nominierungen der Jugendjury


Der Junge auf dem Berg
John Boyne
Aus dem Englischen von Ilse Layer
S. Fischer Verlag
ISBN: 9783737340625

Als Pierrot seine Eltern verliert, nimmt ihn seine Tante zu sich in den deutschen Haushalt, in dem sie Dienst tut. Aber dies ist keine gewöhnliche Zeit: Der zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor. Und es ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof – Adolf Hitlers Sommerresidenz.
Schnell gerät der Junge unter den direkten Einfluss des charismatischen Führers. Um ihm seine Treue zu beweisen, ist er zu allem bereit – auch zum Verrat.


Das Jahr, in dem ich lügen lernte
Lauren Wolk
Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann
Carl Hanser Verlag
ISBN: 9783446254947

Erst ist es ein Stock, der Annabelle trifft, dann die Hand, die sich um den Hals eines Vogels schließt, und schließlich der gespannte Draht, der für James lebensbedrohlich wird. Das ist Betty, das neue Mädchen in Annabelles Klasse, die letztendlich das ganze Dorf gegen den kauzigen Außenseiter Toby aufbringt. Doch Annabelle durchschaut ihre Lügen und falschen Anschuldigungen. Und sie kennt Toby, der ihr schon oft zur Seite gestanden hat. Als Betty plötzlich verschwindet und alle Finger auf Toby zeigen, nimmt Annabelle ihren ganzen Mut zusammen und versucht, seine Unschuld zu beweisen.


Den Mund voll ungesagter Dinge
Anne Freytag
Heyne fliegt
ISBN: 9783453271036

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.


Bis die Sterne zittern
Johannes Herwig
Gerstenberg Verlag
ISBN: 9783836959551

Leipzig, 1936. Am ersten Tag der Sommerferien wird der 16-jährige Harro in eine Prügelei mit Hitlerjungs verwickelt. Unverhofft bekommt er Hilfe von Gleichgesinnten, die wie er nichts mit der Nazi-Ideologie zu tun haben wollen. In dem Jahr, das folgt, ändert sich für Harro alles. Reibereien mit den Eltern und Ärger in der Schule, Nächte am Lagerfeuer, politische Aktionen, erste Liebe. Und über allem die bange Ahnung, dass sein wildes Treiben gefährliche Konsequenzen haben kann.


Illuminae. Die Illuminae-Akten_01
Amie Kaufman und Jay Kristoff
Aus dem Englischen von Gerald Jung und Katharina Orgaß
dtv
ISBN: 9783423761833

Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando.


The Hate U Give
Angie Thomas
Aus dem Englischen von Henriette Zeltner
cbt
ISBN: 9783570164822

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen…

Drei Theater in London

Mitte Februar ging es für mich eine Woche nach London. Über ein Jahr zuvor hatte ich Tickets für Harry Potter and the Cursed Child und Hamilton gekauft. Statt eines gewöhnlichen Urlaubsrückblicks möchte ich euch ein bisschen über die drei Theater und Shows erzählen, die ich besucht habe. Los geht es mit dem:

Bridge Theatre


Links: Ben Whishaw als Brutus – Rechts: David Calder als Julius Caesar | Fotos © Manuel Harlan

Das Bridge Theatre wurde erst im Oktober 2017 eröffnet und kommt entsprechend modern daher. Besonders beeindruckt hat mich die Bühnenflexibilität, die in dem Theater möglich ist und für jedes Stück anders sein kann. Aktuell wird eine zeitgenössische Produktion von Shakespeares Julius Caesar gezeigt. In den Hauptrollen sind David Calder als Julius Caesar, Ben Whishaw als Marcus Brutus, Michelle Fairley als Caius Cassius und David Morrissey als Mark Antony zu sehen.

Shakespeare. Puh. Nicht unbedingt die Literatur, die ich zu meinen Interessen zählen würde. Die begeisterte Beschreibung des Stücks durch Bloggerkollegen führte dazu, dass wir uns trotzdem spontan „Mob Tickets“ kauften. Das besondere an der Produktion ist nämlich, dass man mit einem Stehticket aufs Parkett geht – zusammen mit den Schauspielern. Der Boden besteht aus Rechtecken, die flexibel hoch- und runtergefahren werden können und auf diese Weise eine erhöhte Bühne bilden (auf dem zweiten Bild sieht man das gut). Und so passierte es mehr als einmal, dass die Schauspieler sich plötzlich hinter mir nach vorne drängten und mich dabei zur Seite schoben. Oder dass die Crew einen Tisch direkt vor meiner Nase abstellte und ich in der nächsten Szene Ben Whishaw direkt gegenüberstand.

Mein Highlight: wie sich Mark Antony (David Morrissey) „im Krieg“ schützend vor mich stellte und (als die Luft rein war) dazu aufrief, ihm zu folgen. Nieder mit den Rebellen XD

Auch wenn ich Shakespeare weiterhin sehr anstrengend finden werde, war Julius Caesar sehr beeindruckend. So kreativ in ein Theaterstück eingebunden zu werden und den Schauspielern so nah sein zu können fand ich viel spannender, als oben in der Galerie zu sitzen und nur auf das Geschehen hinabblicken zu können. Das Bridge Theatre werde ich im Auge behalten. Vielleicht gibt es ja bei meinem nächsten Londonbesuch (wann auch immer der sein wird) wieder eine interessante Produktion, die man sich ansehen könnte.

Palace Theatre


Links: Der Cast in der ersten Szene am Gleis 9 3/4 – Rechts: Scorpius, Rose und Albus treffen sich im Hogwarts Express | Fotos © Manuel Harlan

Das Palace Theatre wurde 1891 eröffnet, bietet Platz für 1.400 Besucher und sieht von innen so aus, wie ich mir ein edles Theater vorgestellt habe (ein Klick auf den Link zeigt euch ein paar Impressionen). Hier sieht man einfach, dass das Haus Geschichte hat. Seit Mitte 2016 beherbergt das Palace Theatre Harry Potter and the Cursed Child. Es hat nur drei Ticketrunden bis zum Kauf und dann noch ein Jahr Wartezeit gedauert, um das Stück live erleben zu können…

War es so gut wie Harry Potter 1 – 7? Nein, dafür war es einfach zu anders. Theater „fühlt“ sich nicht wie Buch oder Film an und damit bin ich nun mal aufgewachsen.
Albus mochte ich sehr, Scorpius war mir zu überdreht. Von den Erwachsenen war mir lustigerweise AUSGERECHNET Draco am sympathischsten. Wie konnte das passieren? Haha. Harry, Ron und Hermine sind in der Geschichte offensichtlich keine Kinder mehr und wirken dadurch ganz anders – weniger naiv und idealistisch, dafür mehr in der Realität angekommen. Am Ende musste ich weinen, wie es sich für eine gute Geschichte gehört bzw. war das Ende natürlich auch ein trauriger Blick zurück auf Harrys Vergangenheit, was gleich für noch mehr Emotionen sorgte.

Es war eine tolle Erfahrung, die Fortsetzung zu Harry Potter im Theater sehen zu können. Die Zauberei haben sie auch gut auf die Bühne gebracht, wobei ich mit mehr Effekten gerechnet hatte. Am meisten beeindruckt hat mich der Zauber, mit dem Harry seinen Schreibtisch aufräumt. Enttäuscht war ich von Feuerzaubern, die so unflexibel waren, dass man gleich sah, dass sie in der Bühne eingebaut waren. Ein zweites Mal muss ich das Stück nicht unbedingt sehen. Sollte aber der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass ich in London bin und es sehr günstige Tickets gibt, würde ich es mir vielleicht nochmal überlegen.

Victoria Palace Theatre


Links: Alexander Hamilton (Jamael Westman) – Rechts: Die Schuyler Schwestern | Fotos © Matthew Murphy

Das Victoria Palace Theatre wurde 1910 gebaut und hat um die 1.550 Sitze. Von innen sieht es ähnlich pompös aus wie das Palace Theatre, mit der Beinfreiheit bei den Sitzen kann es aber leider bei weitem nicht mithalten. Im Flugzeug sitzt man dagegen geradezu luxuriös.

Wenn ich zwischen den drei Vorstellungen wählen müsste, würde Hamilton haushoch gewinnen. Ich bekam nur am Rande mit, welchen Hype das Musical in den USA ausgelöst hatte und als es dann die Ankündigung für London gab, habe ich mich gleich für den Newsletter registriert, um beim ersten Kartenverkauf dabei sein zu können. Ich lasse mich leicht von Begeisterung anstecken! Bis zur Show wusste ich nur grob, dass es um einen der Gründerväter der USA geht. Den Soundtrack kannte ich auch nicht, mit Ausnahme von dieser „leicht“ abgewandelten Version des ersten Songs bei den Tony Awards und der Saturday Night Live Version von „My Shot“.

Knapp einen Monat später könnt ihr mir ein Foto des Original Broadway Casts vorlegen und ich benenne euch jeden Darsteller und seine Rolle. Der Soundtrack läuft auf dem Weg zur Arbeit in Dauerschleife und auf YouTube habe ich fast alle Castinterviews und Ham4Hams gesehen, die ich finden konnte (meine Favoriten sind die Schuyler Georges. WORK!). Nur mit dem Mitsingen klappt es nicht so, rappen ist nicht gerade meine Stärke.

Es hat übrigens Vor- und Nachteile, den Soundtrack vorher nicht zu kennen: von Vorteil ist, dass man so völlig unvoreingenommen an die Sache herangehen und die Casts nicht vergleichen kann. Deshalb kann ich auch nicht sagen, wer nun besser oder schlechter ist. Ich finde z. B. Daveed Diggs, der auf dem Broadway Lafayette und Jefferson war, auf CD grandios. Aber Jason Pennycooke hat die Rolle in London auch genial gespielt. Ich bin ein bisschen verliebt in den amerikanischen Aaron Burr, gespielt von Leslie Odom Jr. – aber Giles Terera hat mir auf der Bühne auch richtig gut gefallen, usw.
Nachteil: ich habe den Großteil des Inhalts erst auf CD kapiert. Es ist alles so laut und schnell und die Eindrücke sind so überwältigend, dass ich die meiste Zeit gar nicht im Detail verstanden habe, worüber gerade gesungen wurde. Und der Text Erzählt. Verdammt. Viel. Aber trotzdem war ich ziemlich begeistert. Genau wie bei Harry Potter flossen am Ende reichlich Tränen. Hach.

Kurz gesagt: es ist das beste verdammte Musical, das ich bisher gesehen habe und ich will nochmal!

Also: wenn ihr in London seid, schaut euch auf jeden Fall Hamilton an. You wanna be in the room where it happens! Wenn ihr Harry Potter Fans seid und Tickets ergattern könnt, besucht auch Cursed Child. Und experimentiert ein bisschen: London hat so viele Theater, da ist sicherlich immer irgendein Star auf der Bühne oder der nächste Geheimtipp wartet hinter der nächsten Ecke <3

Lesestoff im Februar 2018


Wie war das noch mit den Vorsätzen? Im neuen Jahr wollte ich mehr Bücher vom SuB lesen. Tausend kleine Lügen und Unter Weißen waren ausgeliehen, Hörbücher zähle ich nicht. Bleibt…ein Buch vom SuB. Haha.

Wunder

Mein Weihnachtsgeschenk von Sandy – lustigerweise habe ich ihr die englische Ausgabe geschenkt. Sowohl Buch als auch Film haben mir sehr gefallen und vielleicht musste ich sogar weinen.

Tausend kleine Lügen

Die Miniserie mit Reese Witherspoon, Nicole Kidman und Shailene Woodley in den Hauptrollen (unter dem Titel Big Little Lies) hat bereits einige Preise gewonnen, eine Fortsetzung wurde angekündigt. Ich wollte vor der Serie noch schnell das Buch lesen. Der Roman strotzt nur so vor Intrigen und dunklen Geheimnissen, was ich sehr unterhaltsam fand. Nun bin ich gespannt darauf, wie nah die Serie der Vorlage kommt.

Bad Feminist

Das Buch ist eine Essaysammlung der Autorin und Professorin Roxane Gay, die sich in ihren Texten u. a. mit Feminismus, Rassismus, Politik und Popkultur beschäftigt. Die Essays werden im Englischen hervorragend von Bahni Turpin vertont, Hörempfehlung!

Unter Weißen: Was es heißt, privilegiert zu sein

Das Buch hatte ich schon länger auf dem Schirm, den Black History Month im Februar habe ich dann zum Anlass genommen, es endlich zu lesen. Und es ist nicht untertrieben wenn ich sage, dass ich zwischendurch heulend auf der Couch saß. Ich dachte eigentlich zu wissen, wie schlimm Rassismus ist, aber dann vor Augen geführt zu bekommen, was einer nicht-weißen Person in Deutschland tagtäglich passieren kann, ist nochmal ein anderes Level. Mir war außerdem nicht bewusst, was für ein Privileg es ist, in einem Land mit der richtigen Passfarbe zu leben. Dieses Buch sollte JEDER lesen.

Neuzugänge


Im Februar war ich in London und man höre und staune: ich habe kein Buch gekauft. Drei Neuzugänge sind es aber trotzdem geworden. Vom Königskinder Verlag bekamen wir als Dankeschön für unsere Aktion letztes Jahr zwei Bücher nach Wahl geschenkt. Ich habe mich für Barney Kettles bewegte Bilder von Kate De Goldi und Lieber Daddy-Long-Legs von Jean Webster entschieden.

Alte Freunde von John Niven habe ich für unseren Buchclub gekauft, dann aber feststellen müssen, dass wir ihn doch erst im Juni lesen. Na, glücklicherweise werden Bücher nicht schlecht.