Alle Beiträge von Anja

Lesestoff im August 2017


Im August war ich gleich zwei Mal unterwegs, um liebe Freundinnen zu besuchen. Reichlich Lesezeit, sollte man meinen. Auf meiner Zugfahrt nach Bielefeld zu Michelle hat das auch gut geklappt und ich konnte ein gutes Drittel von Winger weglesen. Auf dem Weg zu Dani ins schöne Mittelfranken versackte ich dafür vollständig bei Netflix. Diese Downloadfunktion ist Fluch und Segen zugleich!

Winger

Das Jugendbuch von Andrew Smith habe ich bereits hier rezensiert. Ein High School Roman mit rotziger Sprache aus der Perspektive eines männlichen 14-jährigen, der zwei Klassen übersprungen hat und mit seiner Pubertät kämpft.

Mit Staunen und Zittern

Unser Buchclubtitel im August erzählt die autobiographische Geschichte einer jungen Frau, die in einer japanischen Firma als Dolmetscherin anheuert und einen völlig anderen Karriereweg beschreitet, als sie selbst und der Leser es sich vorstellen konnten. Ein unverhüllter Blick auf die japanische Geschäftswelt der Neunziger, die mir ein bisschen den durch jahrelangen Manga- und Animekonsum verklärten Blick auf die japanische Kultur geraubt hat.

Dreckstück

Dieses schmale Büchlein von Clémentine Beauvais habe ich bei Dani aus dem Regal gezogen und in einem Rutsch durchgelesen. Eine Clique gelangweilter Jugendlicher schwänzt die Schule und läuft auf der Straße einer Gruppe kleiner Kinder über den Weg. Kurzerhand nehmen sie ein schwarzes Mädchen mit, um es in einer nahegelegenen Wohnung zu entlausen. Was sich dann auf den folgenden wenigen Seiten entfaltet, macht gleichermaßen sprachlos und wütend, das Ende ist schwierig zu ertragen. Ein unbequemes Buch mit einer wichtigen Botschaft.

Im August sind meine Buchneuzugänge ein bisschen eskaliert. Ich habe nicht nur acht Bücher gekauft, sondern bei Dani ein paar Romane in den Koffer gepackt, von denen sie sich trennen wollte. Außerdem erreichte mich ein Überraschungspaket von Blanvalet, in dem sich Vorwärts küssen, rückwärts lieben befand.

Ich weiß gar nicht, auf welches Buch ich mich am meisten freue. American War und Heimkehren lachten mich bei jedem Buchhandlungsbesuch an und sind definitiv keine leichte Lektüre zum Weglesen, hier werde ich mir Zeit nehmen müssen. Ebenso wie bei Der Report der Magd. Der Titel von Margaret Atwood ist durch die gleichnamige TV-Umsetzung von Hulu derzeit in aller Munde.

Viel Zeit werde ich auch bei Malorie Blackmans „Noughts and Crosses“ Reihe brauchen. Die ersten drei Bücher liegen auf deutsch vor, beim vierten und letzten Buch werde ich auf die englische Originalausgabe ausweichen.

Eine komplette Übersicht aller Titel habe ich euch bei Goodreads zusammengestellt. Gibt es ein Buch, das ihr mir empfehlen könnt und das ich auf jeden Fall zuerst lesen sollte?

Das Jahr der Königskinder: Abstimmung für Oktober

Hallo, liebe Königskinder! Nachdem es letzten Monat keine Abstimmung gab, weil wir im Juli gleich zwei Gewinner hatten, gehen wir nun voller Tatendrang in den Endspurt und suchen unser Königskind für den Oktober. Vom ersten bis zum neuesten Programm ist für jeden Geschmack etwas dabei und ich bin schon sehr gespannt darauf, welcher Titel am Ende das Rennen macht. Auf Instagram findet ihr wie gehabt zahlreiche Impressionen der Aktion.

Zur Erinnerung: Was ist #JdKöKi?

Jeden Monat möchten wir ein Buch aus dem Königskinder Imprint in „königlichem Glanz“ erstrahlen lassen. Wir werden das Buch lesen und über den Monat verteilt immer wieder über unsere sozialen Kanäle über das Buch sprechen und Fotos posten. Dadurch möchten wir euch zeigen, warum wir die Bücher so besonders finden und euch im Idealfall ebenso für die Geschichten begeistern.

Ihr sollt aber nicht nur passive Mitleser sein! Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr die Bücher mit uns gemeinsam lest und eure Liebe für die Königskinder unter dem Hashtag #JdKöKi mit uns teilt. Deshalb möchten wir euch gerne mit entscheiden lassen, welches Buch als nächstes königlich geehrt wird. Dazu hat sich jeder von uns einen Titel aus dem Königskinder Verlag ausgesucht und zur Wahl gestellt:

Anni (Bücherstapel)

Ich wünsche mir für den nächsten Monat Die Anatomie der Nacht von Jenn Bennett. Das Buch zieht schon seit Januar immer wieder meine Aufmerksamkeit auf sich und deshalb möchte ich es diesmal (endlich) ins Rennen schicken. Ich finde Titel und Cover toll und mag natürlich auch den Inhalt! Ich erhoffe mir eine schöne, tiefreichende Liebesgeschichte im (für mich bisher leider unbekannten) San Francisco. Ich freue mich auf die künstlerisch veranlagten Protagonisten und auf die Stadt, die hoffentlich auch eine Rolle spielt.

Dani (Brösels Bücherregal)

Mein Name ist nicht Freitag: Was bekam ich Gänsehaut, als ich den Klappentext dieses Titels gelesen habe. Die Stichworte Teufel, Gott, Sklavenhandel, Bürgerkrieg und Hoffnung sind mal wieder ein klassisches Beispiel für ein zu Herzen gehendes Buch aus dem Königskinder Verlag, dass garantiert wieder grandios erzählt wird. Es ist bestimmt dramatisch, bedrückend und gleichzeitig so schonungslos wie hoffnungsvoll erzählt, dass es schlichtweg wert ist, auch die dunklen Seiten des Buches auszuhalten.

Ina (Ina’s Little Bakery)

Die Wahl ist mir dieses Mal echt sehr schwer gefallen, aber letzten Endes auf Marcus von Simone Lia gefallen, denn ich vermute hinter dem Titel und der Beschreibung ein unterhaltsames Werk, das das Gemüt beim Lesen sicherlich ein wenig erhellen dürfte. Sowas brauche ich gerade, wo es doch jetzt in die trübe Jahreszeit (auch wenns meine Liebste ist) geht.

Nanni (Fantasie und Träumerei)

Meine Oktober Nominierung ist Wörter auf Papier von Vince Vawter. „Wörter auf Papier“ ist eins meiner Lieblingskönigskinder. Vince Vawter hat seine eigene Biografie, die sicher von vielen Ängsten und Hürden geprägt ist, zu einem Roman über Mut und Toleranz verarbeitet. Sein Protagonist stellt sich den eigenen Ängsten und zeigt, wie dumm es ist, Menschen auf oberflächliche Merkmale zu reduzieren. Ein toller Kerl, der mir sehr ans Herz gewachsen ist.

Nils (Instagram @bunteschwarzweisswelt)

Meine Nominierung ist Das Fieber von Makiia Lucier.
Ich finde, dass sich das Buch super spannend und gut anhört. Vor allem, weil es ein Thema behandelt, über welches ich noch nie zuvor in einem Buch gelesen habe- Seuche. Ich bin super gespannt, was die Protagonistin erlebt und wie sich das Leben durch die Seuche verändert.

Sandy (Nightingale’s Blog)

Meine Wahl fällt auf Café Morelli von G.R. Gemins. Bereits mit seinem Debüt zauberte mir der Autor ein entrücktes Lächeln ins Gesicht. Daher kann ich es kaum erwarten auf Joe zu treffen, der nicht nur das geliebte Café seines Großvaters retten will, sondern selbst die Liebe zu italienischem Essen und seine Wurzeln [neu] entdeckt. Damit sendet der Autor für mich eine tolle Message. Und so eine gute Portion Dolce Vita kann doch jeder von uns vertragen!

Meine Wahl

Für den Oktober möchte ich gerne Lieber Daddy-Long-Legs nominieren. Der Briefroman von Jean Webster hat bereits mehr als 100 Jahre auf dem Buckel, scheint aber trotzdem noch nicht verstaubt zu sein, warum sonst sollte der Königskinder Verlag das Buch in sein Programm aufnehmen? Ich hoffe, genauso positiv von dem Buch überrascht zu werden wie schon bei „Das Schloss in den Wolken“, dessen Autorin trotz der Entstehungszeit sehr fortschrittliche und feministische Ansichten hatte.

Die Abstimmung

Wir würden uns wie immer freuen, wenn ihr einem der Bücher eure Stimme gebt (und dann vielleicht auch mitlest). Das Formular ist vom 15. September bis 19. September geöffnet.

Hier geht’s zur Abstimmung!

[Rezension] Winger

Originaltitel:
Winger
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
Winger 1 von 3
Seiten: 464
Preis: 19,99 €, Hardcover
ISBN: 9783551560278
Erscheinungsdatum: 29.09.2016
Bewertung:

Winger, das ist eine Spielposition im Rugby und gleichzeitig der Spitzname des Hauptcharakters Ryan Dean West. Ryan Dean ist 14 Jahre alt und hat zwei Klassen übersprungen, wodurch er der Jüngste in seiner Stufe ist. Dass er aufgrund seiner Intelligenz und seines Alters von seinen Klassenkameraden getriezt wird, ist allerdings nicht sein größtes Problem. Zum Start des neuen Schuljahres wird er in die O-Hall für auffällig gewordene Schüler versetzt und muss zwischen all den verrückten Mitschülern um sein Leben fürchten (nicht wirklich, aber Jugendliche übertreiben gerne mal). Außerdem ist er bis über beide Ohren in seine beste Freundin verliebt, die in ihm aber nur einen kleinen Jungen zu sehen scheint.

Wie in einem klassischen High School Roman üblich, begleiten wir die Figuren durch ihren gesamten Schulalltag, erzählt aus Ryan Deans Sicht. Und der junge Mann hat es wirklich nicht leicht, überall lauern Stolperfallen und Versuchungen in Form von gruseligen Lehrern, pokerbedingten Mutproben oder „heißen“ Mädchen und Frauen in der näheren Umgebung. Ryan Deans lebhafte Fantasie hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Die Attraktivität seiner weiblichen Gegenüber bewertet er mit je nach Situation individualisierter Skala, zwischendurch werden gezeichnete Diagramme eingestreut, die seine Hirnfunktionen oder deren Ausfall erläutern sollen und manchmal verwandelt Ryan Dean Dialoge, die sich in seinem Kopf abspielen, in Comicstrips. Er schreckt allerdings auch nicht davor zurück, so manche Peinlichkeit laut auszusprechen, bei der man unwillkürlich denkt „Echt jetzt?“

Aus feministischer Sicht gibt es in diesem Buch über weite Strecken nichts zu lachen. Der männliche Protagonist pubertiert ausgiebig und objektifiziert jedes weibliche Wesen, das nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Seine beste Freundin Annie ist der kleine Gegenpol, kann aber in den meisten Kapiteln auch nicht viel ausrichten. Gegen Ende merkt man, dass Ryan Dean so langsam etwas reifer wird und erkennt, dass man nicht alle Frauen nach der „Heißheit“ beurteilen sollte, aber es ist ein langer und steiniger Weg dorthin. Auf der einen Seite finde ich es sehr schade, dass das Buch so tief in diese Klischeekiste greift, statt den männlichen Lesern zu zeigen, dass Frauen nicht nur Lustobjekte sind. Auf der anderen Seite denke ich, dass Ryan Deans Gefühlswelt wahrscheinlich ein verdammt realistischer Einblick in die Gedankenwelt eines 14-jährigen Jungen ist und damit sehr viel Identifikationspotenzial für die Zielgruppe bietet (die ich nun mal nicht bin).

Als sehr positiv empfand ich dagegen die Einbindung eines schwulen Nebencharakters, bei dem sich die Handlung nicht um seine sexuelle Selbstfindung oder das Outing der Figur dreht. Joey ist schwul und so ist das, Punkt. Selbst ebenfalls Bewohner der O-Hall und Teil des Rugbyteams, entwickelt er sich im Verlauf des Buches zu Ryan Deans bestem männlichen Freund, der immer ein Ohr für seinen jüngeren Kumpel hat und allgemein die gute Seele des Teams darstellt. Aber auch hier der Zwiespalt: es ist wahrscheinlich (leider) immer noch sehr realistisch, dass Ryan Dean sich ständig genötigt fühlt, sein „unschwules“ Verhältnis zu seinem besten Freund zu betonen, aber auf der anderen Seite hätte ich mir gewünscht, dass der Autor nicht bei jeder Gelegenheit darauf herumreitet, wie unschwul das doch alles ist.

Auch wenn hier jetzt zwei große „Ja aber!“ stehen: das Buch hat mich sehr gut unterhalten. Schon lange habe ich nicht mehr so viele Seiten am Stück gelesen. Ryan Dean ist nervig, kann ein ziemliches Arschloch sein und ist kindisch (hihi, Brüste!), aber Autor Andrew Smith schafft es trotz allem, ihn als halbwegs liebenswert darzustellen. Ich bin ja immer der Meinung, dass man die Figuren in einem Buch nicht sympathisch finden muss, um das Buch zu mögen. Ryan Deans High School wird von einer Menge Umsympathen bevölkert, aber gerade das macht das Buch so besonders. Von mir gibt es eine Leseempfehlung mit Anmerkung: über Ryan Deans Vorstellung von Frauen und Homosexuellen sollte man beim Lesen etwas kritischer nachdenken.

Weitere Meinungen

Bücherwanderin mit 5 von 5 Punkten
Stellette Reads mit 4 von 5 Stellettes
Nightingale’s Blog

Die Reihe

Winger (Winger, #1) Stand-Off (Winger, #2) Untitled (Winger, #3)


All die neuen Kinofilme im August, von denen ich euch erzählen wollte

Jetzt ist der August schon wieder vorbei, ohne dass ich einen Beitrag zu den Kinoneustarts geschrieben hätte. Wie ist das wieder passiert? Da inzwischen natürlich alle Starttermine bereits vergangen sind, ich aber auch keine Lücke in meiner „Kinochronik“ haben möchte, möchte ich euch an dieser Stelle in einer abgespeckten Version zeigen, welche Kinoneustarts im August ich interessant fand:

Atomic Blonde
Es handelt sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Comics. Charlize Theron spielt die Hauptrolle der toughen Spionin, die im 1989er Berlin eine Liste von Geheimagenten wiederbeschaffen soll. Gabs so einen Plot nicht auch schon mal bei Mission Impossible? Ich freue mich auf einen grandiosen Soundtrack und viel Action. Außerdem auf James McAvoy.

Bullyparade – Der Film
Gefühlt kommt der Film 10 Jahre zu spät, aber ich hoffe, dass ich ihn trotzdem noch lustig finden werde. Die Kritiken waren erwartungsgemäß schlecht, aber ich habe mich damals beim Schuh des Manitu und Traumschiff Surprise kaputtgelacht, was interessieren mich da Kritiker? Wird aber eher was fürs Heimkino.

Der dunkle Turm
Bereits gesehen und als unterhaltsam, aber nicht besonders erinnerungswürdig empfunden. Ich kenne die Vorlage von Stephen King nicht und kann deshalb nicht vergleichen. Ich mochte Idris Elba und Matthew McConaugheys Auftritte und das wenige, was von der anderen Welt gezeigt wurde. Ich glaube allerdings nicht, dass wir eine Fortsetzung bekommen werden.

Hampstead Park: Aussicht auf Liebe
Gerade noch kurzfristig entdeckt und den Trailer gemocht. Diane Keaton in der Rolle einer Witwe, die sich in den von Brendan Gleeson gespielten kauzigen Einsiedler verliebt und ihm hilft, seine Hütte zu retten. Was fürs Herz.

Killer’s Bodyguard
Habt ihr den Trailer zu diesem Film gesehen? Ich habe mich schlapp gelacht, als plötzlich „I Will Always Love You“ losplärrte – genau mein Humor. Ein Bodyguard und ein Profikiller, gespielt von Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson, müssen unfreiwillig zusammenarbeiten. Es wird geflucht was das Zeug hält, während der Bodyguard versucht, den Profikiller unbeschadet zu einer Gerichtsverhandlung zu bringen.

Planet der Affen 3: Survival
Teil 1 und 2 der Trilogie(?) fand ich super, nun möchte ich natürlich auch sehen, wie die Geschichte endet – auch wenn wir das eigentlich bereits wissen, schließlich regieren in der ursprünglichen Vorlage die Affen, nicht wahr? Die Filme schaffen es hervorragend, dass man seiner eigenen Art das Verderben wünscht und den Affen die Daumen drückt. Go, Caesar!

Der Stern von Indien
Der Film dreht sich um die Teilung und Unabhängigkeit Indiens und Pakistans 1947. Dass ich nicht wusste, dass Indien und Pakistan mal ein Land waren, ist mir so peinlich, dass ich den Film allein deswegen sehen muss. Man lernt eben nie aus!

Table 19 – Liebe ist fehl am Platz
Anna Kendrick, Anna Kendrick! Die von ihr gespielte Hauptfigur wird kurz vor einer bevorstehenden Hochzeit von ihrem Freund verlassen und landet deshalb an Tisch 19: dem Tisch, an dem die Außenseiter und ungeliebten Gäste der Feier geparkt werden. Die kleine Gesellschaft verbündet sich, um das Beste aus der Situation zu machen.

Alle Buchverfilmungen im August

01. Jessica Darling’s It List (Netflix)
03. Grießnockerlaffäre
10. City of Tiny Lights (Netflix)
10. Der dunkle Turm
17. Ein Sack voll Murmeln
17. Tigermilch
24. Atomic Blonde
24. Happy Family
24. Tulpenfieber
31. Jugend ohne Gott
31. The Limehouse Golem
31. Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt

Oder werft einen Blick auf die Buchverfilmungen der kommenden Jahre.