DJLP17: Onkel Oz erzählt eine Geschichte

Originaltitel:
Waiting for Gonzo
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 304
Preis: 19,90 €, Hardcover
ISBN: 9783772527791
Erscheinungsdatum: 24.02.2016
Bewertung:

Gerade erst ist Oz mit seiner Familie von London in ein von der Zivilisation abgeschnittenes Kaff umgezogen, schon macht er sich in der Schule die erste Feindin: um ein Fettnäpfchen zu überspielen und lustig zu wirken, malt er ausgerechnet „Schulpsycho“ Isobel einen Schnurrbart aufs Vitrinenfoto. Dies ist nur der Beginn einer Kette von Ereignissen, die Oz‘ Leben gehörig aufmischen. Und je mehr er sich bemüht, seine Fehler wieder auszubügeln, desto schlimmer wird es.

Oz, der eigentlich Marcus heißt, schreibt das Buch als eine Art langen Brief an den titelgebenden Gonzo. Wer Gonzo ist, erfährt man recht schnell bzw. aufmerksame Leser werden es bereits aus dem Klappentext herleiten können: Oz‘ 17-jährige Schwester ist schwanger. Oz findet sich sehr schnell mit dieser Neuigkeit ab, tauft das ungeborene Baby und unterhält sich in Gedanken mit ihm.

Autor Dave Cousins hat sich für sein Buch eine interessante Perspektive ausgesucht: statt ein „typisches“ Teenieschwangerschaftsdrama zu schreiben, lässt er die Geschichte aus der Sicht des pubertierenden Bruders erzählen, der so seine ganz eigenen Ansichten zum Thema hat, zeitweise aber sehr viel erwachsenere Entscheidungen zu treffen scheint, als seine ältere Schwester oder seine Eltern. Von allen Beteiligten freut sich Oz am meisten auf den Familienzuwachs und hat sogar elementaren Einfluss darauf, ob seine Nichte oder sein Neffe überhaupt das Licht der Welt erblickt. Wirklich sympathisch wurde mir Oz trotzdem nicht. Das hängt vor allem damit zusammen, dass er seine Mitschülerin und Nachbarin durchgehend als „Psycho“ betitelt, ohne die Bezeichnung an sich und den Grund dafür kritisch zu hinterfragen. Man muss ja nicht immer gleich den mahnenden Zeigefinger auspacken, aber ich würde mir sehr wünschen, wenn Autoren sowas kritischer beleuchten und nicht einfach als „coole Jugendsprache“ hinnehmen würden. Die Veränderung liegt schließlich bei jedem Einzelnen.

Gefallen hat mir wiederum Oz‘ Liebe zur Musik. Sein Handy ist sein heiliger Gral, da es seine Lieblingsmusik enthält und als Entschuldigung für eines seiner zahlreichen Fettnäpfchen stellt Oz einem Freund eine Playlist zusammen. Tatsächlich wurde für das Buch ein Soundtrack mit den im Buch erwähnten Stücken produziert, den man sich hier anhören kann – im Buch ist der Link durch einen QR Code hinterlegt.

Wie die vorangegangenen Bücher ist auch Warten auf Gonzo in der Kategorie „Jugendbuch“ des Jugendliteraturpreises nominiert. Für mich persönlich allerdings der schwächste Kandidat und es würde mich wundern, wenn der Autor mit der Auszeichnung nach Hause geht.


Ein Gedanke zu „DJLP17: Onkel Oz erzählt eine Geschichte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *
Bitte missbrauche die Kommentarfunktion nicht als Werbeplattform für deinen eigenen Blog. Reine Werbekommentare werden gelöscht.