Frankfurter Buchmesse 2015: Ein Rückblick

Die Buchmessenzeit bedeutet vor allem eins: Berge von Büchern! Und dann auch noch so schöne, hach. Ich habe leider viel zu wenig Impressionen eingefangen, so ist das ja immer. Aber seht nur, wie toll es war:

Nachdem ich letztes Jahr eher planlos war und ohne feste Begleitung über die Messe geschlendert bin, habe ich die Hallen dieses Jahr zusammen mit Bröselchen erobert. Liebe Dani, wir haben es zwar schon mehrfach gesagt, aber: es war toll!

Donnerstag und Freitag wurden uns von einigen Verlagen die Frühjahrsprogramme vorgestellt, leuchtende Augen inklusive. Mein Highlight dieser Gespräche war ein absoluter Fangirlmoment, den man mit Kamera hätte festhalten müssen. „Nur drei Worte“ von Becky Albertalli wurde gezeigt und ich starrte auf den Namen und fragte „OMG ist das Simon???“ Die arme Daniela sah ETWAS irritiert aus, als wir ihr zu zweit von dem Buch vorgeschwärmt haben, haha. Das Buch erscheint im Januar bei Carlsen und ihr solltet es alle so schnell wie möglich vorbestellen, sobald es gelistet ist!

Do/Fr fanden auch zwei Bloggertreffen statt, bei denen wir dabei waren. Einmal das von Papiergeflüster im Orbanism Space und einmal vom Verlag Hoffmann und Campe am Verlagsstand. Beide Treffen waren sehr entspannt und unaufgeregt. Und das Papiergeflüster Treffen bewies, dass solche Treffen auch wunderbar ohne Geschenkeversprechen funktionieren :) Oder wie Simone es ausdrückt „Unglaublich, weil es abgesehen von Essen und Getränken nichts umsonst gab, nur Umarmungen und gute Laune.“

Das Wochenende brachte dann natürlich weitere Besuchermassen mit sich und auch eine gewisse Messemüdigkeit stellte sich traditionell ein. Zu wenig Schlaf, zu viel Bewegung und schon läuft man wie ein Zombie herum. Beim Aufbau & dotbooks Frühstück konnte man dann aber langsam wieder wach und auch satt werden, bevor man sich in den Messetrubel stürzte. Wenn man die Schleichwege kennt (und die Rolltreppe außen vor Halle 3…) kommt man aber doch noch einigermaßen gut durch.

Mittags stand dann der Lovelybooks Lesertreff an…ein denkwürdiges Erlebnis. Gemeinsam mit ein paar anderen Bloggern war ich etwas früher am Orbanism Space. Es war schon recht voll, aber noch erträglich. Wir nutzten die Zeit, um ein wenig mit den Lovelybooks Mitarbeitern zu quatschen, die letzte Vorbereitungen trafen. Und schnell war es so voll, dass wir nicht mehr von der Stelle kamen. Wir hörten den offiziellen „Startschuss“ von Tina bzw. verfolgten ihn trotz der räumlichen Nähe teilweise auf Periscope, weil es so laut war. Aber ein wirkliches Miteinander war gar nicht möglich, weil es 1. viel zu viele Menschen waren, um sich fortzubewegen und 2. die große Gier um sich griff. Direkt hinter mir stand ein Mädel, das immer wieder seine Freunde(?) fragte, wann es denn nun endlich losginge und sie ja wohl nicht umsonst seit einer halben Stunde hier stehen würde. Als dann die Taschenausgabe begann, drehte sie völlig durch und sagte, dass es total unfair sein, wenn die Taschen jetzt nur „da hinten“ verteilt würden und sie gleich über die Standwand springen würde, wenn bei ihr keine Tasche ankäme. Und so dachten anscheinend alle.

Wir waren so an den Stand mit den Taschen gequetscht, dass wir beim Verteilen halfen. Zwischendurch mussten wir immer wieder aufhören, weil die Leute zu sehr drückten. Ich kam mir vor wie bei The Walking Dead, egal wohin ich mich drehte, überall streckten sich einem gierige Hände entgegen, sogar direkt neben meinem Gesicht tauchten aus meinem Rücken Hände auf. Ich würde übertreiben wenn ich jetzt sagen würde, dass ich Angst um mein Leben hatte. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass eine Massenpanik genau so beginnt. Und das wegen einer Tasche mit ein paar Büchern!! Ich kam mir richtig schmutzig vor, als ich dann zum Dank fürs Helfen auch eine bekam. Eigentlich wollte ich sie in dem Moment gar nicht mehr haben, aber ich hatte Daniela versprochen, dass sie den Beutel bekommt, weil sie nicht mehr dabei sein konnte. Zwei Bücher habe ich behalten, eins davon hat mir die anwesende Autorin signiert. Den Rest habe ich verschenkt. Ich hoffe die Irren sind alle damit glücklich geworden.

Wie passen diese beiden Fotos jetzt ins Bild? Ganz leicht: als alle Taschen verteilt waren und wir uns endlich in Richtung Orbanism Space Fläche bewegen konnten, waren die Geier verschwunden. Zurück blieben die, die wirklich für ein Treffen gekommen waren – und es war schön <3 Links sind Ramona und Sandra mit auf dem Foto, rechts macht Henrik die 3/4 unseres legendären Leserundenteams voll. Den roten Kopf verdanke ich übrigens den tierischen Kopfschmerzen, die der Wahnsinn ausgelöst hat. Aber dafür gibt es schließlich Tabletten.

Der Sonntag startete dann mit dem zweiten Bloggerfrühstück, diesmal ausgerichtet von buchhandel.de – wir saßen in einem abgesperrten Bereich und bekamen Kaffee, Orangensaft, belegte Laugenstangen und Müsli to go. Was will man mehr? Und unterhalten konnte man sich auch super. Danach machten wir noch ein wenig die internationalen Verlage unsicher, die aber größtenteils schon ihre Stände hochgeklappt hatten, standen bei einem Bookstagram Treffen auf der falschen Seite und hatten trotzdem viel Spaß und ließen nach einem traditionellen Messe Hotdog den Tag beim MVB Stand ausklingen.

Heil zuhause angekommen bin ich trotz gefühlt 20 Kilo schwereren Koffers dann auch wieder und habe es mir die letzten zwei Tage noch gut gehen lassen, bevor mich der Alltag wieder einholt. Vorsätze für die nächste Messe: ich brauche unbedingt Lesezeichen! Und ich gehe erst zum Lovelybooks Treffen, wenn die Taschen verteilt sind. Denn missen möchte ich die Treffen trotz allem nicht. Dafür sind immer viel zu viele nette Leute da. Also dann: bis nächstes Jahr!

17 Gedanken zu „Frankfurter Buchmesse 2015: Ein Rückblick

  1. Yeeees, DANKE, dass du mir jetzt verraten hast, dass tatsächlich Simon übersetzt wurde! Ich freue mich jetzt schon darauf, alle damit zu nerven, bis es alle lesen! :-D

  2. Liebe Anja,

    deine Beschreibung vom Lovelybooks-Treffen finde ich unheimlich passend – besonders der Zombie-Vergleich. Ich bin froh, dass das Ganze so glimpflich abgelaufen ist. Und bei der Tasche ging es mir ähnlich – es hatte einen Beigeschmack :(

    Liebste Grüße und ich vermisse euch jetzt schon!
    Mareike

  3. Toll! Die Beschreibung der Messe gefällt mir wirklich, denn man fühlt sich wie direkt hineingezaubert in die Menge mit deinen Worten. Ich liebe auch den Vergleich zu den Zombies. Wirklich passend und auch teilweise sehr gruselig. Ich glaube auch, das so Massenpanik usw. entstehen…Aber jetzt zum Positiven: Die Bilder sind wirklich gut gelungen und strahlen die positive Energie und Atmosphäre aus, die beim lovely Treffen geherrscht haben müssen. Vielen Dank für den Artikel. Da ich leider nicht dabei sein konnte, fühlt man sich doch als ob man es selber miterlebt hat nach deinem Bericht.

  4. Ein wirklich sehr schöner Bericht. Besonders Simones Zitat zum inoffiziellen Treffen am Freitag ist so passend. Denn es war wirklich sehr schön und für mich war das der perfekte Start für die Messe, da ich erst eine halbe Stunde vor diesem angekommen bin. ;)

    Ich bin übrigens vom LB-Treffen geflüchtet, weil es so voll und chaotisch war. Hätte aber auch nicht gedacht, dass sich die Masse anscheinend so schnell auflöst. Beim nächsten Mal bin ich dann nach der Taschenvergabe dabei. Denn die Zeit für Gespräche hätte ich sehr sehr gerne genutzt. Aber dafür durften wir uns dann ja beim Buchhandel.de Frühstück kennenlernen. Euch #Eliteblogger hätte ich nicht missen wollen. Beim nächsten Mal hat man dann vielleicht auch die Gelegenheit etwas länger zu quatschen. :D

    Liebe Grüße
    Patty

    1. Das nächste Mal dann auf dem ruhigen Teil des LB Treffens, da haben wir dann viel Zeit ;) Ich fand das buchhandel.de Frühstück richtig schön und hab gefreut, dich kennenzulernen ^^

  5. Hallo Anja!

    Jetzt will ich doch weinen, weil ich nicht dabei sein konnte.
    Beim LovelyBooks Treffen hätte ich allerdings Platzangst bekommen!
    Schöner Bericht, und ich habe jetzt Tränen in den Augen :'(

    Liebe Grüße
    Janice

  6. Liebe Anja,

    einen ganz tollen Bericht hast du da verfasst! Ich bin froh, dass wir uns doch so oft auf dieser Messe getroffen haben — beim nächsten Mal machen wir das einfach wieder. (:

    Viele Grüße, Ramona

  7. Hey,
    ich war zwar nicht beim LB-Treffen, aber das hört sich wirklich furchtbar an. Ich hab auch nur kopfschüttelnd all die Mädels beobachtet, die mit solchen Oma-Einkaufswagenrolldingern (weißt du, was ich meine?) über die Messe gezogen sind. Ich käme mir so schäbig dabei vor…

    Aber schön, dass du trotzdem so viele tolle Erlebnisse hattest. Ich war nur am Samstag da, aber habe den einen Tag auch sehr genossen.

    Und: „Simon“ sagt mir gar nichts. Ich sollte es mir wohl merken.

    1. Leute mit Trolleys habe ich glücklicherweise kaum welche gesehen. Wie bewegen die sich bloß durch die Hallen, die müssen doch ständig an Menschen hängen bleiben…

      Schön, dass es dir auf der Messe gefallen hat. Wenn es passt, solltest du dir nächstes Mal aber auf jeden Fall mehr Zeit nehmen, gerade an den Fachbesuchertagen ist es viel angenehmer, sich die Stände anzuschauen :)

      Und zu Simon: JA!!

  8. Ein schöner Bericht.

    Das LB Treffen sehe ich zwiegespalten. Nicht jeder der dort stand war ein Geier. Wir sind in einer kleinen 3er Gruppe ganz plötzlich mittendrin gewesen. Gedrückt wurde von hinten und vorne, Ellenbogen wurden ausgefahren und man hatte echt Angst. Das Verteilen von Vorne hat geholfen hinten den Druck rauszunehmen – das hätte viel schlimmer enden können, so blöd sich das auch anhört. Das LB Team hatte auch sichtlich Angst.

    Aber ich fand es am Samstag auch extrem auf der Messe, im letzten Jahr habe ich mich nicht so durch Halle 3 kämpfen müssen.

    LG
    Karin

    1. Natürlich waren es nicht alle. Aber leider die Mehrheit. Ich glaube auch, dass wir da echt mit einem blauen Auge davongekommen sind und es schlimmer hätte enden können. Umso mehr hoffe ich, dass das Team daraus lernt. In Leipzig gibt es ja anscheinend ein Programm und einen abgeschlossenen Raum, aber in Frankfurt muss dringend etwas geändert werden.

      Und das Gefühl, dass es letztes Jahr nicht so voll war, hat man glaube ich jedes Mal, aber wahrscheinlich ist es immer ungefähr gleich viel und man verdrängt die Masse nur *g*

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