[Rezension] Eve sieht es anders

Originaltitel:
This Girl Is Different
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 316
Preis: 16,95 €, Hardcover
ISBN: 9783868738193
Erscheinungsdatum: 20.08.2015
Bewertung:

Die Handlung

Evie hat ihre bisherige Schulzeit zuhause verbracht und wurde von ihrer Mutter unterrichtet. Diese hat sie liberal, feministisch und zu eigenständigem Denken erzogen. Ihr letztes Schuljahr will Evie nun die Institution Schule kennen lernen. Doch dort ist alles ganz anders, als sie erwartet hat, die Regeln gehen ihr zu weit und die Schüler werden ihr zu sehr unterdrückt. Evie versucht, daran etwas zu ändern und zettelt eine Revolution an, die nur leider schnell außer Kontrolle gerät.

Das war gut

Wow, was für eine Hauptfigur! Evie ist eine starke Persönlichkeit, die zu ihrer Meinung steht und sich durch nichts und niemanden verbiegen lässt. Gerechtigkeit und Wahrheit sind für Evie oberstes Gut und sie setzt sich in der Schule vom ersten Tag an dafür ein.

Vom Hausunterricht selbst bekommt man zwar nichts mit, da Evie zu Beginn des Buches auf die öffentliche Schule wechselt, aber es wird ein interessantes Bild von Evie und ihrer Mutter gezeichnet. Ich glaube, Hausunterricht ist sonst eher negativ behaftet, aber Evies Mutter hat auf jeden Fall einen guten Job gemacht. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass Evie gebildeter als ihre Mitschüler ist. Auch Evies ungetrübter Blick auf das Schulsystem ist faszinierend und lädt zum Nachdenken ein.

Das hat mir nicht gefallen

Mir fehlte eine erwachsene Figur, die als Vorbild fungieren könnte. Die Lehrer scheinen allesamt Dreck am Stecken zu haben und der Direktor unterstützt Evie auch nicht gerade.

Evies Freunde Rajas und Jacinda hatten viel Potenzial, doch als es ernst wird, stellen sie sich gegen Evie, das fand ich sehr schade. Evie hätte starke Mitstreiter an ihrer Seite gebrauchen können.

Und daraus folgt

Der englische Buchtitel bringt es auf den Punkt: dieses Mädchen ist anders! Und das ist genau richtig. In vielen von Evies Gedanken habe ich mich wiedergefunden und ich wünschte, ich wäre auch so mutig wie sie, entschieden etwas gegen Ungerechtigkeiten zu unternehmen. Gerade jetzt ist das Thema Zivilcourage und Widerstand gegen Unterdrückung aktueller den je. Eve sieht es anders ist dafür genau das richtige Buch zur richtigen Zeit – auch wenn es hier „nur“ um Unterdrückung an der Schule und nicht um Flüchtlinge geht.


5 Gedanken zu „[Rezension] Eve sieht es anders

  1. Ich fand das Buch auch toll :D Vor allem eben Eve und wie selbstsicher sie zu ihren Ansichten steht. Dass ihre Freunde da nicht immer mitziehen, fand ich ziemlich realistisch und in dem Moment natürlich nicht schön, aber eine ehrliche Erfahrung… am Ende geben sie sich ja noch nen Ruck oder?

    Ich finde das Buch hat auch super verdeutlicht was an den meisten Schulsystemen schiefläuft. USA und Deutschland sind da zwar schon noch mal ein Unterschied, aber ich finde schon, dass diese 0-Bock-Mentalität vorherrscht. Sowohl von Seiten der Lehrer als auch der Schüler. Das ist meistens nur noch berieseln lassen und für den nächsten Test alles auswendig können, kaum noch richtiger Wissensdurst leider.

    1. Oh ja, das kann ich definitiv bestätigen. Gefühlsmäßig ist es in der Berufsschule, in der die Leute ja freiwillig sein sollten, noch schlimmer!

      1. In der Berufsschule hab ich mich selbst aber auch ziemlich unterfordert gefühlt (wobei das auch aufs Fach ankam), das war meistens nur Kopien austeilen und idiotensichere Fragen/Probleme durchsprechen.

  2. Ich habe das Buch zwar nicht gelesen aber deine Rezension hat auf jeden Fall mein Interesse geweckt. Etwas schade finde ich allerdings, dass das Buch erst zum Eintritt in der öffentlichen Schule beginnt. Ich liebe Bücher, in denen gerade das Leben vor (hier z.B. der Hausunterricht und das Leben in Ihrer Familie) dem entscheidenden Ereignis/der Änderung auch ausführlich beleuchtet wird. Da nehme ich mir auch gerne einen Wälzer von 1000 Seiten vor. Jetzt bin ich unschlüssig, ob ich meinen SUB damit erhöhen soll oder besser verzichte. ;-)

    Zu eurer Schuldiskussion: Unser Schulsystem gibt leider keine wirklich gezielte Förderung her. Wenn ich an mich zu Schulzeiten zurückdenke war ich wohl auch aus der 0-Bock-Schiene, zumindest in Fächern, die mich nicht interessiert haben. Warum muss ich beispielsweise als 19-jährige Berufsschülerin noch immer Religion gelehrt kriegen? Wo ich doch lieber berufsspezifisch mehr ins Detail gegangen wäre?

    Trotzdem: nochmal die Schulbank drücken, mit dem Verstand von heute wäre ein Traum! :-)

  3. Interessant mal eine andere Meinung zu dem Buch zu lesen. Ich mochte Eve auch unheimlich gerne, aber mir war die Handlung zu extrem (das Abrücken von Raja und Jacinda), aber auch das Ende der Geschichte.

    Liebe Grüße, Tine

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