Schon gehört?

Zu sagen, ich hätte meine Leidenschaft für Hörbücher entdeckt, ist vielleicht etwas übertrieben. Aber inzwischen habe ich dank Audible regelmäßig, wenn ich unterwegs bin, einen Erzähler im Ohr und fahre damit bisher ganz gut. Vor gut zwei Jahren habe ich diesen Beitrag begonnen, wird also Zeit, dass er endlich online kommt XD

All The Bright Places

664 Min | gesprochen von Kirby Heyborne & Ariadne Meyers | ungekürzt |

Zwei selbstmordgefährdete Jugendliche begegnen sich auf dem schuleigenen Glockenturm: auf der einen Seite Violet, ein beliebtes Mädchen, dessen Schwester bei einem Autounfall ums Leben kam und das die Tage bis zum Schulabschluss auf einem Kalender abstreicht. Auf der anderen Seite Theodor, von allen Finch genannt, der von fast allen gemiedene Freak, seit er mit einem Stuhl eine Tafel demoliert hat und der die Tage seit dem „Erwachen“ zählt. Finch wird auf Violet aufmerksam und wählt sie spontan als Partnerin für ein Schulprojekt. Während die beiden bekannte und unbekannte Schauplätze ihrer Gegend entdecken und dokumentieren, kommen sie sich langsam näher. Vor allem Violet, die sich von allem zurückgezogen hat, blüht unter der Freundschaft mit Finch wieder auf.

Nach dem kurzen Hörvergnügen mit Mitosis, einer Steelheart-Kurzgeschichte, hatte ich große Lust darauf, mir ein englisches Hörbuch in voller Länge bei Audible herunterzuladen. All The Bright Places war dafür eine sehr gute Wahl, auch wenn die englischen Sprecher aufgrund ihrer Betonung zunächst gewöhnungsbedürftig waren. Aber im Nachhinein betrachtet passt vor allem Violets Stimme perfekt, denn sie bringt genau das richtige Maß an Verletzlichkeit für die Rolle mit. Durch die wechselnde Ich-Erzähler Perspektive erscheinen beide Figuren sehr plastisch und realistisch, der Autorin und den Sprechern gelingt es in jeder Situation, die Gefühle von Violet und Finch greifbar zu machen. Wer es gerne etwas ernster mag, statt nur von Schmetterlingen im Bauch zu lesen, der ist bei diesem Buch genau richtig.

Die Bibel nach Biff

4 CDs | 305 Min | gesprochen von Simon Jäger | gekürzt |

Das Buch wollte ich sowieso irgendwann mal lesen, also habe ich zugegriffen, als ich vor vier Jahren(!) auf der Bücherbörse war. Auch da habe ich schon gesagt, dass mir Simon Jäger als Sprecher gut gefällt, damals hörte ich allerdings Das Vermächtnis des Will Wolfkin, welches nicht mal die erste CD überlebt hat. An Simon Jäger kann es kaum gelegen haben, denn er macht seine Sache sehr gut (Heath Ledgers deutscher Sprecher, hallohooo!). Er spricht die Figuren mit unterschiedlichen Stimmen, sodass man sie perfekt unterscheiden kann.

Die Bibel nach Biff ist genau das, was der Titel verspricht: Biff ist in diesem Buch Jesus‘ engster Freund und wurde bei den Evangelien schändlicherweise verschwiegen. Nach 2000 Jahren wird Biff von den Toten zurückgeholt und soll sein eigenes Evangelium schreiben. Also erzählt er dem geneigten Zuhörer, wie sich das Leben Jesu wirklich zugetragen hat. Klingt lustig, war es aber nur halb. Spätestens in der Szene, in der Biff und Maggie sich sehr intim voneinander verabschieden, wurde mir der Autor etwas unsympathisch. Wie alt waren die beiden da? 10? 12? Musste das wirklich sein?

Eine wie Alaska

4 CDs | 312 Min | gesprochen von Andreas Fröhlich | ungekürzt |

Inzwischen habe ich alle Bücher von John Green gelesen. Und es steht fest: er wird nicht mehr auf der Liste meiner Lieblingsautoren landen, auch wenn ich Das Schicksal ist ein mieser Verräter mit fünf Sternen bewertet habe. Genau wie bei fast allen seiner anderen Bücher ist auch bei Eine wie Alaska der Funke nicht richtig übergesprungen. Ich mag Andreas Fröhlichs Stimme sehr gerne, aber auch er konnte es für mich nicht herausreißen.

Worum es geht? Um einen männlichen, jugendlichen Protagonisten, der einem geheimnisvollen Mädchen hinterhersabbert. Also ungefähr so wie bei Margos Spuren und Die erste Liebe…. Vielleicht hat mir Das Schicksal ist ein mieser Verräter auch deshalb besser gefallen, weil die Geschichte da aus der weiblichen Perspektive erzählt wird? Wer weiß.

6 Gedanken zu „Schon gehört?

  1. Hör doch mal „Die Stadt der träumenden Bücher“. Ein völlig irres Werk von Walter Moers, ein Buch für Buch-Fans! Sofern du dem Genre gegenüber nicht abgeneigt bist kann ich dir hier stundenlange Spannung versprechen. Gelesen wurde es von Dirk Bach (zugegeben meist ein recht nerviger Zeitgenosse aber ein Gott unter den Vorlesern), der tausende Stimmen zu beherrschen scheint. Er bringt die Stimmung der Szenen gut zur Geltung und sorgt durch seine Vielfalt dafür, dass du jeden Charakter sofort erkennst. Ein wirklich tolles Buch und mein Einstieg in’s Hören…seit nunmehr 8 Jahren.

    1. Dirk Bach ist/war ein göttlicher Vorleser. Mein Einstieg ins Hörbuchören war Rumo (die ungeschnittene Fassung – 21 CD) und jede Sekunde habe ich gefesselt vor dem Player gesessen. Franziska Pigulla finde ich im Thriller-Bereich super.

    2. Ja, das ist echt ne gute Idee, an die Bücher habe ich gar nicht gedacht, danke für den Tipp! Kenne davon nur den „Brummli brummli brummli brummli…“ Ausschnitt *g*

  2. Ich mochte „Eine wie Alaska“ als Hörbuch sehr, sehr gern. Vielleicht weil es meine erste John-Green-Geschichte und damit nicht so vorhersehbar war. Und Andreas Fröhlich hat die Geschichte toll gelesen.

    „All the bright places“ klingt gut, das halte ich mal im Hinterkopf. :)

  3. Ich kann ohne Hörbücher mittlerweile gar nicht mehr! Höre sie beim Putzen, Kochen, Backen und kurz vorm Einschlafen!
    Deswegen habe ich dieses Jahr vor, diese auch stärker in meine Rezensionen einzubauen!
    “All the bright places” hört sich gut an, da werd ich gleich mal schauen gehen.

    Liebste Grüße,
    Kasia

    1. Ich weiß auch gar nicht, wieso ich die Hörbücher nicht auch beim Putzen und Kochen anschmeiße, bisher höre ich sie nur, wenn ich unterwegs bin. Da geht noch was :D

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