[Rezension] Linkshänderland – Der Auftrag

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Seiten: 352
Preis: 12,99 €, Hardcover
ISBN: 9783833901171
Erscheinungsdatum: 15.08.2014
Bewertung:

Die Handlung

Das Linkshänderland, kurz LHL, ist eine virtuelle Welt, die nur Linkshänder betreten können. Erst mit 13 wird Trix als unentdeckte Linkshänderin gemeldet und wird Teil des LHL. Der 16-jährige Liam wird ihr Mentor und Freund in dieser neuen Welt. Zusammen bekommen sie den Auftrag, sich undercover bei den sogenannten Abtrünnigen einzuschleusen, um den Verbleib einer verschollenen Agentin aufzudecken.

Jannik gehört zu den Abtrünnigen und hat für die Gruppierung sein Medizinstudium aufgegeben. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern ist er auf der Suche nach der Bestimmung des LHL, die vor langer Zeit verschwunden ist.

Das war gut

Das Cover macht richtig neugierig, es verspricht Spannung und Abenteuer UND verzichtet auf Mädchengesichter. Top.

Den Golfclub würde ich gerne mal besichtigen, besonders die Bibliothek natürlich. Das ganze Gebäude besteht aus Holz und Papier, was ich mir sehr gemütlich vorstelle.

Es gibt keine erzwungene Liebesgeschichte. Trix und ihr Mentor Liam sind eher wie Geschwister. Trix und Jannik verstehen sich zwar sehr gut, aber es bleibt auch hier bei einer Freundschaft.

Das hat mir nicht gefallen

Das Linkshänderland entpuppt sich als ein Spiegelbild unserer Welt. Hier ist nichts besser oder schöner. Die Menschen sind genauso egoistisch, bösartig und korrupt wie in der richtigen Welt. Das fand ich beim Lesen sehr schade, denn man hätte so viel mehr aus der Idee herausholen können. Stattdessen bekommt man eine Welt, in der alles genauso ist wie immer, nur dass man sich zuerst einloggen muss, um dort hinzukommen und dass es dort keine Rechtshänder gibt (was aber nicht weiter auffällt, schließlich sieht man die Figuren nicht).

Davon ausgehend ist die Geschichte auch ganz anders gewesen, als ich gedacht hatte. Ich dachte, mich erwarten fantastische Abenteuer in einer Fantasiewelt nur für Linkshänder. Stattdessen bekam ich eine Mafia-Regierungsverschwörungs-Story, die auch genauso gut außerhalb des LHL funktioniert hätte, nur dass dafür die jugendlichen Protagonisten etwas zu jung gewesen wären.

Am Anfang der Geschichte gibt es mehrmals von einer auf die nächste Seite Zeitsprünge von teils mehreren Monaten, die so beiläufig erwähnt werden, dass man erst gar nicht wirklich realisiert, wie viel Zeit eigentlich vergangen ist. Das fand ich sehr unglücklich gelöst. Es wäre vielleicht besser gewesen, die Geschichte zu einem späteren Zeitpunkt starten zu lassen, statt die Anfänge der Figuren vorstellen zu wollen, da dies zeitlich nicht so ganz in die Handlung passte.

Und daraus folgt

Da ich selbst Linkshänderin bin, fand ich die Idee eines geheimen Linkshänderlandes natürlich richtig toll. Üblicherweise ist „links“ eher mit negativen Attributen behaftet, von daher war ich sehr gespannt darauf, wie die Linkshänder in diesem Buch im Vordergrund stehen. Leider habe ich dann nicht allzu viel positives gefunden. Die Linkshänder in ihrer virtuellen Welt sind auch nicht besser als der Rest in echt.

Gerade am Anfang fiel es mir sehr schwer, dem Verlauf der Geschichte zu folgen, da der Text oft zwischen Liams, Trix‘ und Jannicks Leben hin und her sprang. Es wurden viel zu viele Charaktere in zu kurzer Zeit eingeführt, die man kaum unterscheiden konnte.

Das Buch bekommt von mir trotz allem noch drei Sterne, da das Buch abzüglich des blass bleibenden LHL eine routinierte Agentengeschichte bietet, die einen ganz gut unterhält, wenn man auf die Ausarbeitung der virtuellen Welt verzichten kann. Es bleibt der fade Beigeschmack eines offenen Endes, denn dieses und auch der Untertitel lassen darauf schließen, dass hier noch eine Fortsetzung geplant ist. Da ich dazu aber noch keine Informationen gefunden habe, liste ich es vorerst als Einzelband.

Danke an Blogg dein Buch und Bastei Lübbe für dieses Rezensionsexemplar.


6 Gedanken zu „[Rezension] Linkshänderland – Der Auftrag

  1. Hallo :)

    Deine Rezi ist jetzt schon die zweite, die ich gelesen habe und die nicht so positiv war. Ich fand die Idee vom Klappentext her auch erst einmal ganz toll, aber nun werde ich das Buch wohl eher nicht lesen…

    Liebe Grüße
    Maura

    1. Ich hab jetzt aber auch schon eine total begeisterte Rezension gesehen, die überhaupt nichts davon kritisiert hat, was ich doof fand. Geschmäcker können halt sehr verschieden sein :D

  2. Ich frage mich, ob das Buch auf Anhieb nur Linkshänder anspricht. Ich bin auch so ein Exemplar und habe das Buch direkt auf meine Wunschliste gepackt, als ich den Titel gelesen habe. Danke für die Rezension! Wird jetzt erstmal hinten angeschoben.

    Liebe Grüße,
    Annika

    1. Gibt bestimmt auch Rechtshänder, die lesen. Aber klar, als Linkshänder springt es einem natürlich noch mehr ins Auge ^^

  3. Du zählst mal wieder genau die Punkte negativ auf, die ich auch so empfinde. Ich bin zwar noch nicht durch [lese schon seit einer Woche dran drum und komme nicht weiter], aber zum Beispiel diese vielen Sprünge – beispielsweise auch am Anfang der Freundschaft von Liam und Trix, wodurch man diese gar nicht nachvollziehen kann – stören auch mich sehr.
    Bei mir werden es wohl nur 2-2,5. Ich finde das Prinzip des LHLs sehr schlecht und unglaubwürdig ausgearbeitet, und wie du schon sagst ist die Story lange nicht so faszinierend wie man sich das ausgemalt hat…
    Kann dir nur zustimmen!

    1. Ich hab auch zwei Wochen gebraucht, bis ich das Buch gelesen hatte. Ich brauch mal wieder ein Buch, das mich so richtig gefangen nimmt und das ich nicht weglegen kann! Vielleicht sollte ich da bei dir mal Ausschau halten, wenn unsere Meinungen so ähnlich sind :D

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