Niedlich, Sebastian: Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

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Reihe:
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Seiten: 372
Preis: 4,99 €, E-Book
ISBN: 9783955204501
Erscheinungsdatum: 01.03.2014
Bewertung:

Die Handlung

Als seine Oma im Krankenhaus stirbt, lernt Martin im zarten Alter von sieben Jahren nicht nur, was sterben ist, sondern gleich den Tod persönlich kennen. Dieser ist begeistert davon, dass ihn endlich jemand sehen kann, denn er wandelt schon viel zu lange einsam auf Erden. Dies könnte der Beginn einer wundervollen Freundschaft sein…wenn der Tod Martin nicht zu einem Sonderling machen würde. Schließlich wirkt es auf andere reichlich seltsam, wenn ein Kind und später Erwachsener mit sich selbst redet und sogar Schach spielt!

Das war gut

dotbooks hat es geschafft, ein perfektes Cover für das Buch zu entwerfen. Vielen Dank dafür, das ist so selten geworden! Der Tod mit seinem Kescher, die Schmetterlinge, die Bowlingkugel als Ö – herrlich!

Mir gefällt es sehr, wie hier mit dem „Tabuthema“ Tod umgegangen wird – nämlich locker, lustig und unverkrampft. Der Tod ist eigentlich ein echt netter Kerl, der einen unbeliebten Job erledigen muss. Dass er dabei nur das ausführende Organ ist und keinerlei Einfluss darauf hat, welche Seelen er holen muss, bringt einen dazu, fast schon Mitleid mit ihm zu haben. Nur dass er des öfteren Martins Leben sabotiert, um ihn zu „schützen“ (wie er selbst behauptet), kostet ihn wieder einige Sympathiepunkte.

Die Seelen sind Schmetterlinge, die vom Tod mit einem Kescher eingefangen werden. Was für eine nette Idee! Und so ein einfaches Sinnbild dafür, dass unsere Seelen schön sind, egal wie der Mensch außenrum aussehen oder sich verhalten mag.

Das hat mir nicht gefallen

Die Figuren rund um Martin und den Tod bleiben allesamt recht blass. Obwohl Martin z. B. viele Jahre seines Lebens mit Anja teilt, habe ich keinen Zugang zu diesem Charakter gefunden. Sie ist da, sie liebt Martin und sie lebt mit ihm zusammen. Das wars dann auch. Warum genau Martin sich so unsterblich in sie verliebt hat, wird leider nie ganz klar. „Er liebt sie schon seit der Schulzeit“ ist für mich kein Argument.

Und daraus folgt

Martin führt als Ich-Erzähler durch seine eigene Lebensgeschichte, die er dem Leser rückblickend berichtet. Dadurch bekommt man natürlich nur einen sehr subjektiven Blick auf die Geschehnisse, was aber für das Buch sehr gut passt. Ich hätte mir manchmal aber auch gerne ein Kapitel aus der Sicht des Todes gewünscht. Wäre bestimmt interessant und auch sehr lustig geworden, in seine Gedanken einzutauchen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Sebastian Niedlich hier ein guter erster Roman mit einem humorvollen Blick auf den Tod gelungen ist. Gerne mehr davon!


4 Gedanken zu „Niedlich, Sebastian: Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

  1. Über das Buch bin ich letztens auch gestolpert und habe mir überlegt, ob ich es kaufen soll. Allerdings hat mich die Leseprobe dann doch nicht so überzeugen können – es hat alles noch sehr steif gewirkt – aber deine Rezension macht mich wieder neugierig.

    1. Hmm also der Schreibstil ändert sich im Laufe des Buches nicht wirklich, wenn dir das nicht gefallen hat wär ich vorsichtig ^^

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