In der Kürze liegt die Würze: Teil 5

Wer kennt das nicht? Der Autor kündigt eine Trilogie an, braucht ewig um die zu schreiben, dann fällt ihm plötzlich noch Stoff für einen vierten Teil ein und dann…ja dann schreibt er auch noch einen fünften Teil, den doch eigentlich eh kein Schwein mehr lesen will. Willkommen also zu einer neuen Ausgabe von „Ich war zu faul Rezensionen zu schreiben“ „In der Kürze liegt die Würze“!

Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner war damals das aktuelle Buch von Kerstin Gier und damit natürlich Pflichtlektüre direkt nach Erscheinen! Ich habe noch lange nicht alle ihre Bücher gelesen, aber bisher wurde ich immer wunderbar unterhalten. Auch dieses Buch ist da glücklicherweise keine Ausnahme. Ich finde es einfach toll, wie Kerstin Gier es schafft, an und für sich ernste Themen wie hier die Zweifel am bisherigen Lebensweg und der eigentlich glücklichen Partnerschaft so unglaublich lustig und fantasievoll (Yay, Zeitreise!) zu verpacken. Und genau deswegen habe ich ihre Bücher auch so gerne Kundinnen empfohlen, die eine leichte und witzige Lektüre z. B. für den Urlaub brauchten :-)
Barfuß in Manhattan von Colin Beavan hat mich erst mit der Covergestaltung neugierig gemacht und nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, musste ich dieses Buch unbedingt haben. Ich gestehe, beendet habe ich das Buch bis heute nicht. Auf den letzten Seiten waren irgendwie ständig andere Bücher anziehender – ich vermute, ich wollte mich so (erfolgreich) vor dem Schreiben der Rezension drücken *lach*
Ein Jahr lebt der Autor mit seiner Familie klimaneutral und beschreibt dieses faszinierende Experiment in seinem Buch. Allein die Unterschiede zwischen USA und Deutschland (selbst die Umstellung von Aufzug auf Treppe ist eine Herausforderung!) machen es lesenswert. Inzwischen gibt es auch eine im Titel und Cover veränderte Taschenbuchausgabe namens „Alles öko! Ein Jahr im Selbstversuch“.
Belladonna von Karin Slaughter war mein erster Versuch, mich mal in eine der bekannten Krimireihen einzulesen. Tascha hatte einige Bücher aus der Grant County Serie aussortiert, was mir gerade recht kam. Wie ich schon mehrmals betont habe, lese ich nicht gerne Krimis. Eigentlich komisch, wo ich doch einige TV-Serien aus der gleichen Ecke total gerne gucke. Jedenfalls war das Buch erwartungsgemäß sehr eklig, aber spannend. Nur die Übersetzung ist grauenvoll, ich bin sehr froh, dass der Übersetzer in den späteren Bänden gewechselt wurde. Außerdem gibt es eine Täterandeutung, die ins Leere läuft, was mich sehr geärgert hat. Lektoratsfehler oder beabsichtigt? Zumindest den zweiten Band werde ich aber noch lesen. Irgendwann. Haha.
Ewig dein von Daniel Glattauer erschien perfekt, um mir endlich ein Bild des Autors machen zu können, denn ich hatte sein hochgelobtes „Gut gegen Nordwind“ noch nicht gelesen. Was für ein Reinfall. Nicht nur hat mir die Inhaltsangabe des Buches ein völlig falsches Bild über die zu erwartende Handlung vermittelt (ich dachte nämlich, ich bekomme hier eine herzzerreissende und romantische Liebesgeschichte zu lesen – stattdessen ging es um einen verrückten Stalker o_O), noch dazu konnte ich mich auch überhaupt nicht mit dem für mich viel zu nüchternden Schreibstil anfreunden. Leider nichts für mich. Gut gegen Nordwind fand ich dann auch doof.

5 Gedanken zu „In der Kürze liegt die Würze: Teil 5

  1. „Barfuß in Manhattan“ kenne ich nicht, aber ich habe andere Bücher aus Amerika und Großbritannien zu dem Thema gelesen. Für mich war das Interessanteste auch häufig der Unterschied zwischen hier und dort. Allein die Themen Klimaanlage und Mülltrennung zeigen schon wie unterschiedlich der Alltag so sein kann …

    Die Grant-County-Serie gehört für mich zu den „kann man aus der Bibliothek ausleihen, muss man aber nicht“-Reihen. ;) Ich mag Krimis ja, aber ich mag keine Autoren, die unappetitliche Stellen um des Effekts willen einbauen und je mehr ich von Karin Slaughter lese, desto mehr habe ich den Eindruck, dass sie dazu gehört. Was stört dich denn am Lesen von Krimis?

    1. Oh, hast du da ein paar Titel für mich? Würde mich ja interessieren :)
      Wenn man so ein Buch liest ist es auch kein Wunder mehr, wieso sich die USA gegen ein neues Klimaprotokoll sträuben…

      Ich kann dir gar nicht sagen, was mich an Krimis stört. Was ich ganz gerne lese, sind Psychothriller, z. B. Im Koma von Joy Fielding oder Ich. Darf. Nicht. Schlafen. von S.J. Watson. Bei TV Serien langweilen mich diese Case of the Week Ermittlungen ja auch spätestens nach ein paar Staffeln, vielleicht ist es diese Vorhersehbarkeit von Krimis, die mich nervt.

      1. Ich muss mal überlegen, was mir spontan einfällt. „Fast nackt – Mein abenteuerlicher Versuch ethisch korrekt zu leben“ fand ich recht interessant und hab da sogar ein paar Dinge für mich rausziehen können. „Meine kleine Cityfarm“ dreht sich eigentlich nur um die Selbstversorgung mit Lebensmitteln, gibt aber auch ganz interessante Einblicke, und „Nackt schlafen ist bio“ habe ich auch vor einiger Zeit erst gelesen. Wenn dich der Lebensmittelkram grundsätzlich interessiert, dann bieten sich auch noch „Die Stadtbienen“ an – ich glaube, das ist das einzige Buch von einer deutschen Autorin, das ich gelesen habe. *g* Wenn mir noch mehr einfällt (oder ich beim Wühlen mal wieder einen der anderen Titel in die Finger bekomme), dann ergänze ich. ;)

        Ah, okay – das kann ich verstehen. Wobei ich oft gerade dann eine Krimiphase habe, wenn ich entweder die besondere Atmosphäre eines Cozy genießen oder eben genau diese Vorhersagbarkeit haben möchte, um mich beim Lesen zu entspannten. :D

        Hm, vielleicht würden dir die Monkeywrench-Krimis von P.J. Tracy gefallen. Hast du die schon mal angetestet?

  2. Oh Gott, du fandst „Gut gegen Nordwind“ doof??? Von „Ewig dein2 hab ich schon oft gehört, dass es nicht so begeistert, aber Emmi und Leo sind doch ♥♥♥

  3. Oh ja, die Übersetzung von Slaughters Büchern war bis zum Verlagswechsel tatsächlich verdammt schlecht!
    Und dieses Ende von Belladonna hat mich schier wahnsinnig gemacht, weil dann eben dieser eine Satz gefallen ist und ich die ganzen letzten Sieten dachte: „Da muss doch jetzt noch was kommen!“

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