Mlynowski, Sarah: Zehn Dinge, die wir lieber nicht getan hätten

Originaltitel:
Ten things we did (and probably shouldn't have)
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Themen:
, ,
Reihe:
-
Seiten: 410
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783453314238
Erscheinungsdatum: 08.10.2012
Bewertung:

Als Aprils Vater kurzfristig verkündet, dass sie aufgrund seines neuen Jobs in wenigen Tagen quer durch die USA umziehen werden, weigert sich April mitzukommen. Mit Hilfe ihrer besten Freundin Vi und viel Schummelei schafft April es, in der Stadt bleiben zu dürfen. Offiziell wohnt sie für das nächste Schulhalbjahr bei Vi und deren Mutter Suzanne. In Wirklichkeit ist Suzanne überhaupt anwesend und die beiden Jugendlichen leben ohne jegliche Aufsicht. Zwei gefälschte E-Mail Konten und nicht sehr misstrauische Eltern garantieren den beiden ein entspanntes Leben. Keine Lust in die Schule zu gehen? Macht nichts, der unechte Daddy-Mail-Account schreibt eine Entschuldigung an die Schule. Die Nachbarn haben einen schicken Whirlpool? Von dem monatlichen Haushaltsgeld, das Daddy überweist, können wir uns auch einen kaufen!

Zehn Dinge, die wir lieber nicht getan hätten hat mir leider wieder unmissverständlich aufgezeigt, dass ich typische Teenager nicht leiden kann. Ich war keiner, wollte keiner sein und verstehe sie nicht. April ist egoistisch und in vielen Bereichen dumm und naiv. Weil sie keine Lust hat, mit ihrem Vater nach Cleveland zu ziehen, belügt sie ihn nach Strich und Faden, um bei ihrer Freundin Vi einziehen zu können. Die ist zwar ein Jahr älter als April, hat dafür aber auch eine Klatsche weg. Alleine in einem großen Haus machen die beiden dann, was Teenager so tun: sie trinken, sie schwänzen die Schule (glücklicherweise aber nicht ständig – und ihre Hausaufgaben erledigt April auch vorbildlich), schmeißen Geld zum Fenster raus, laden Jungs ein und planen ihr erstes Mal. Das muss ich Sarah Mlynowski allerdings hoch anrechnen: sie geht für eine US-Autorin sehr unverkrampft mit dem Thema Sex um. Dankenswerterweise bleibt es hier nicht bei keuschen Küssen und schüchternen Blicken, wie es in amerikanischen Jugendbüchern ja oft der Fall ist. Sogar Verhütung und Geschlechtskrankheiten werden thematisiert.

Auch die Textgestaltung hat mir gut gefallen. Die einzelnen Kapitel sind in viele Abschnitte mit Teilüberschriften gegliedert, die entweder Erklärungen einschieben oder Rückblenden aus Aprils Vergangenheit sind. Wie inzwischen so oft erlebt der Leser die Geschichte aus Aprils Perspektive und ist so hautnah mit dabei. Dies war allerdings auch einer der Gründe, warum ich dem Mädchen gerne des öfteren links und rechts ein paar gescheuert hätte (Keine Sorge, ich bin nur in Gedanken gewalttätig).

Ich möchte meine Bewertung etwas differenzieren: wer pubertierende Jugendliche genauso hasst wie ich, kann getrost die Finger von diesem Buch lassen. Wer sich aber gut vorstellen kann, dass er mit den Figuren sympathisiert (wie z. B. crini), für den bietet dieses Buch sicherlich amüsante Lesestunden. Und für „typische“ Teenager ist das Buch bestimmt genau das Richtige ;-)


5 Gedanken zu „Mlynowski, Sarah: Zehn Dinge, die wir lieber nicht getan hätten

  1. Alles in allem klingt es für mich nach einem sehr lesenswerten Buch, auch wenn du zu pubertierenden Jugendlichen nicht sonderlich viele Sympathien aufweist.
    Es ist aber schön, das du deine Meinung über das Buch so ehrlich ausdrückst.

    In diesem Sinne liebe Grüße

    P.S.: Deinen Schreibstil finde ich klasse ;-)

  2. Abgesehen davon, dass sich das Buch entsetzlich klischeehaft anhört: Ich hasse es, wenn jemand „typische Teenager“ beschreibt, weil ich mich damit noch nie identifizieren konnte. Und ich habe in meinem ganzen Leben auch nur sehr wenige solcher Teenager kennengelernt (und wenn, dann zusammen mit meinen Freunden einen großen Bogen darum gemacht). ;)

    Das ärgert mich genauso wie all die Filme und Bücher, die mir erzählen wollen, dass absolut jede Frau einen Schuh- und Handtaschenfimmel hat! Ich kaufe so ungern Schuhe ein, dass ich gerade (inklusive des Paars für den Garten!) genau zwei Paar besitze … *grummel*

  3. Ich bin durch Lena richtig neugierig geworden auf das Buch.
    Ein typischer Teenager war ich wohl auch nie. Dazu haben mich meine Eltern viel zu gut erzogen (und entschuldigen sich heute oftmals dafür o.O ). Aber spannend finde ich es schon zu lesen, wie andere mehr ausbrechen und sich richtig blöd verhalten.
    I

  4. Ich habe das Buch gelesen.
    Fuer mich hat es 5 Sterne verdient. Ich find es super geschrieben und total realitaetsnah gestalten.
    Hoffe das Buch bekommt Filmrecht.

    Vlg, Miriam.

  5. Ich habe es in tschechisch und in deutsch gelesen. Es war schon etwas in meinem gedachnis erleben! Sie hatte es wirklich gut geschrieben. Ich war so nicht, aber warum sollte ich so sein? Es ist auch nur ein Buch, villeicht passiert es jemanden, villeicht nicht. Denkt daruber nach! Alles was Euch nicht gefallt muss nicht schlecht sein.

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