Lane, Andrew: Young Sherlock Holmes – Der Tod liegt in der Luft

Originaltitel:
Young Sherlock Holmes 1 - Death Cloud
Autor:

Verlag:

Themen:
, ,
Reihe:
Young Sherlock Holmes
Seiten: 416
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783596193004
Erscheinungsdatum: 17.02.2012
Bewertung:

Der jugendliche Sherlock Holmes soll seine Sommerferien überraschend bei Verwandten auf dem Land verbringen, statt zu seiner Familie nach London zu fahren. Sherlock ist nicht sehr angetan von der Vorstellung, sich den ganzen Sommer zu langweilen. Doch schnell findet er einen Freund, mit dem er durch die Stadt ziehen kann. Nach kurzer Zeit wird Sherlock auf Wunsch seines Bruders Mycroft außerdem noch ein Hauslehrer zur Seite gestellt. In ihrer ersten Unterrichtsstunde entdecken sie im Wald eine Leiche und plötzlich ist es auf dem Land doch gar nicht mehr so langweilig, wie Sherlock befürchtet hatte, denn er steckt mitten in einer Verschwörung, die ganz England zu Fall bringen könnte.

Sherlock Holmes ist durch die zahlreichen aktuellen Umsetzungen in aller Munde und begeistert mich sehr, sodass ich mir natürlich auch Sherlocks ersten Fall nicht entgehen lassen wollte. Bereits als Jugendlicher soll er also seine geniale Kombinationsfähigkeit unter Beweis gestellt haben. Leider nicht. Viel mehr scheint der Autor Sherlocks Mentor Amyus Crowe an der erwachsenen Sherlock Holmes Figur orientiert zu haben, denn der Hauslehrer verfügt über bemerkenswerte Ermittlungsfähigkeiten und leitet Sherlock an. Natürlich ist klar, dass Sherlock nicht als herausragender „Consulting Detective“ geboren wurde und sich seine Fähigkeiten irgendwann im Laufe seines Lebens angeeignet haben muss, aber es entzaubert den Mythos Sherlock Holmes doch ziemlich, wenn man einen Jungen vor sich sieht, der dumme Fragen stellt und wichtige Details vergisst. Könnten natürlich auch Logikfehler im Manuskript sein. So erzählt Virginia Sherlock z. B., welcher Arbeit Amyus vor seiner Tätigkeit als Hauslehrer nachging. Später deutet Amyus dies selber an, was ihm nur verwunderte Blicke von Sherlock und Matty einbringt, die sich keinen Reim auf seine Anspielung machen können?! Auch erkennt Sherlock im entscheidenden Moment ein Tablett nicht wieder, welches er zu einem früheren Zeitpunkt allerdings sogar in verhülltem Zustand identifizieren konnte. Ganz schön launenhaftes Gedächtnis hat der Junge.
Er wirkt sowieso eher wie ein typischer Jugendlicher mit erhöhtem IQ, da er sich auch auf den ersten Blick in Amyus Tochter Virginia verguckt und ihr Anblick reicht, um sein Herz rasen zu lassen und ihm schwitzige Hände zu bescheren.

Handwerklich betrachtet liefert Andrew Lane aber solide Krimikost für Jugendliche ab, auch wenn sich – gerade im Hinblick auf Sherlocks Konfrontation mit den Gegnern – leider einiges wiederholt. Das Setting im viktorianischen England wird durch die Beschreibungen gut vermittelt, ich konnte die stinkenden Kanäle beinahe selbst riechen. Mit Sherlocks Charakterisierung konnte ich mich aber wie gesagt nicht anfreunden. Für meinen Geschmack war zudem Sherlocks Freund Matty viel zu abgebrüht. Gleich zwei Mal ermordert er ohne mit der Wimper zu zucken Handlanger des Barons, der der große Gegenspieler im Buch ist.

Fans von Sherlock Holmes sollten Andrew Lanes Buch mit Vorsicht genießen, da der 14-jährige Junge nicht viel mit seinem zukünftigen genialen Ich gemeinsam hat. Wer darüber hinwegsehen kann, wird vielleicht seinen Spaß mit dem Buch haben.

Die Serie


3 Gedanken zu „Lane, Andrew: Young Sherlock Holmes – Der Tod liegt in der Luft

  1. Schade. Hab die direkt auf die Wunschliste gekloppt, als ich die gesehen hab, aber wenn die so anders sind, interessiert die mich nicht wirklich^^

  2. Danke für die Rezension. Jetzt weiß ich, dass das Buch nicht auf meinem Wunschzettel landen wird.

  3. Oh wie schade. Ich habe mit dem Buch auch schon häuiger geliebäugelt, aber wenn es so ist, werde ich wohl doch lieber beim Original bleiben ;-)
    Liebe Grüße,
    Mondscheinblume

Kommentare sind geschlossen.