Koepcke, Juliane: Als ich vom Himmel fiel

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Seiten: 304
Preis: 19,95 €, Hardcover
ISBN: 9783890293899
Erscheinungsdatum: März 2011
Bewertung:

Der Stein des Anstoßes für dieses Buch ist schnell erzählt: am 24. Dezember 1971 stürzt Juliane Koepcke über dem peruanischen Regenwald ab und überlebt als Einzige. 11 Tage lang folgt sie einem Flusslauf, bevor sie von Waldarbeitern gefunden und gerettet wird. Die Geschichte geht damals um die ganze Welt und bis heute ist Juliane Koepcke in Peru eine Berühmtheit. Nach fast 30 Jahren fühlt sie sich bereit, ihre Geschichte zu Papier zu bringen. Herausgekommen ist dabei ein faszinierender Bericht einer Kindheit und Jugend in Peru, der so viel mehr erzählt als nur die Geschichte eines Flugzeugabsturzes.

Bevor meine Oma mich auf dieses Buch ansprach, hatte ich den Namen Juliane Koepcke noch nie gehört. Kein Wunder, da ihre Geschichte inzwischen ja auch bereits 30 Jahre zurückliegt und das Medieninteresse nicht so lange anhält. Auch der 1998 entstandene Dokumentarfilm „Julianes Sturz in den Dschungel“ (oder „Schwingen der Hoffnung“) von Werner Herzog, der im Buch Erwähnung findet, war mir bis dato unbekannt.

Als ich vom Himmel fiel fand ich ähnlich faszinierend wie Dschungelkind. Die Beschreibungen des Lebens in Peru und im Regenwald fand ich sehr spannend. Sehr beeindruckt hat mich auch, mit welcher Beharrlichkeit Julianes Eltern ihre Ziele durchgesetzt haben. So war Hans-Wilhelm Koepcke, Julianes Vater, z. B. zwei Jahre lang unterwegs, um von Deutschland nach Peru zu gelangen, einen großen Teil davon zu Fuß. Sehr schade, dass er das im Buch erwähnte Manuskript seiner Biographie nie fertiggestellt hat.

Die Kapitel über den Flugzeugabsturz sind teilweise sehr verstörend, besonders die Beschreibung der Leichen war für mich etwas zuviel des Guten, führt einem aber sehr bildlich vor Augen, welch ernormen Kräfte bei so einem Unfall wirken. Julianes Überleben und ihre Rettung scheinen an ein Wunder zu grenzen. Ich kann mir trotz des Gelesenen nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie die Tage im Dschungel gewesen sein müssen.

Wer abseits der Fiktion mal eine faszinierende Lebensgeschichte lesen möchte, der sollte sich dieses Buch definitiv näher ansehen.
Die Rahmenhandlung des Buches „spielt“ übrigens in der Gegenwart und begleitet Juliane Koepcke bei ihrem Versuch, die Forschungsstation Panguana, die ihre Eltern gegründet haben, als Naturschutzgebiet anerkennen zu lassen. Laut Wikipedia ist dies im Dezember 2011 gelungen :-)