Münk, Katharina: Die Eisläuferin

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Seiten: 256
Preis: 14,90 €, Trade Paperback
ISBN: 9783423248815
Erscheinungsdatum: 01.11.2011
Bewertung:

Der Regierungschefin einer westlichen Nation fällt bei ihrem heimlichen Sommerurlaub mit der Transsibirischen Eisenbahn in Omsk ein Bahnhofsschild auf den Kopf, welches sie nicht nur die letzten 20 Jahre vergessen lässt, sondern auch dafür sorgt, dass sie keine neuen Erinnerungen mehr bilden kann. Fortan wacht sie jeden Morgen auf und glaubt sich in einer Phase „demokratischen Aufbruchs“ zu befinden, in der gerade die Mauer gefallen ist. Ihren engsten Mitarbeiterstab stellt dies vor eine schwierige Herausforderung. Es steht kein geeigneter Ersatzkandidat für die Regierungsposition zur Verfügung und so entscheidet man sich notgedrungen, die Chefin jeden Morgen zu briefen und weiterhin als Kanzlerin auftreten zu lassen. Leider haben sie nicht damit gerechnet, das die erinnerungslose Frau ihre ganz eigenen Vorstellungen von Regierungsarbeit hat.

Vielleicht merkt man es schon an meiner Zusammenfassung. Es handelt sich um die „Regierungschefin einer westlichen Nation“. Der Autorin gelingt es dabei hervorragend klarzumachen, dass sie natürlich Deutschland meint, die Handlung in weiten Teilen in Berlin spielt und die Bundeskanzlerin wohl Angela Merkel sein soll, auch wenn sich die Figur teilweise sehr vom öffentlichen realen Bild unterscheidet. Dies geschieht aber alles nur aufgrund von Andeutungen, alles wird umschrieben. Die Regierungschefin bleibt ebenso wie das Land und ihre zahlreichen Mitarbeiter und Mitpolitiker namenlos, einzige Ausnahmen stellen hierbei ihr Leibwächter Herr Bodega und ihr aus Russland eingeschiffter Therapeut Dimitrij dar. Dadurch entsteht leider eine große Distanz zu den Figuren und ihrer Geschichte, man fühlt sich als weit entfernter Beobachter statt mittendrin zu sein. Die Sprache tut ihr übriges dazu. Sie war mir zu sperrig und gewollt gehoben ausgedrückt, als das sie mich hätte mitreißen können.

Gelesen habe ich das Buch aufgrund des verheißungsvoll klingenden Klappentextes. Mit Gedächtnisverlusten kann man mich sowieso immer locken und dann auch noch bei einer Regierungschefin? Klingt lustig, war für mich im Endeffekt aber genauso interessant wie die Debatte um Wulffs diverse Affären. Nämlich gar nicht. Die Rettungsversuche des Beraterstabs sind unlustig und die Verkettung der Umstände, die zu den positiven Schlagzeilen führt, hat mir nur ein Augenrollen entlockt. Das Traurige an der Sache ist, dass ich es mir absolut vorstellen kann, dass die Regierungs“arbeit“ in Wirklichkeit genauso unkoordiniert abläuft, wie sie hier persifliert wird.


2 Gedanken zu „Münk, Katharina: Die Eisläuferin

  1. kenne den Klappentext jetzt nicht aber so oder so klingt es nicht anch einem buch was mich ansprechen würde. manchmal bin ich doch ganz dankbar, das ich automatisch einen großen abstand halte, wnen ich politik lese :3

    ja, los, lass uns sie sachen packen und ab in die welt ziehen. bin dafür aber auch nicht mutig genug. andere stadt ja, aber keine satdt die weit weg liegt.. dabei würd ich als erzieherin sogar eigentlich überall stellen finden.. :/

    LG

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