Vaske, Claus: Nicht totzukriegen

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Reihe:
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Seiten: 256
Preis: 8,99 €, Taschenbuch
ISBN: 9783596189809
Erscheinungsdatum: 14.07.2011
Bewertung:

Nicole und Tom sind 12 Jahre verheiratet. Während ER immer öfter erst spät von der Arbeit nach Hause kommt, steckt SIE ihr Herzblut in die Begonien unter dem Küchenfenster oder jätet Unkraut. Bis ihre beste Freundin Maryam die Vermutung äußert, dass Toms Überstunden vorgetäuscht sein könnten und er in Wahrheit eine Affäre hat. Natürlich schärft Nicole ihre Sinne, erschnüffelt bei Tom andere Zahnpasta und Duschsachen und ist nach einer Handykontrolle, die den Namen Yvonne offenbart, am Boden zerstört.
Maryam schlägt Nicole die einfachste Lösung für ihr Problem vor: bring Tom um die Ecke! Gesagt getan. Nicole besorgt sich ein dürftiges Alibi und ermordet ihren Ehemann kaltblütig im Schlafzimmer. Kurz darauf steht ihr Göttergatte aber unversehrt und putzmunter wieder im Wohnzimmer, keine Spur einer Verletzung ist zu sehen. Und jetzt? Einfach nochmal versuchen!

„Für alle Fans von Mieses Karma“ titelt der Verlag. Und das Cover bestätigt den Eindruck, denn dieses wurde genau wie bei den Büchern von David Safier von Ulf K. gezeichnet. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon. Der Buchrückentext klang noch sehr verheißungsvoll, das Buch selbst kann da aber leider nicht mithalten. Nicole versucht zwar mehrmals, ihren Ehemann umzubringen, aber diese Mordversuche geraten irgendwie neben ihrer eigenen Affäre, die sie sich aus Trotz zulegt, und anderen Dingen in den Hintergrund. Auch die Logik hinter den Geschehnissen, besonders zum Ende hin, hat sich mir nicht erschlossen. Und was mich auch sehr geärgert hat: es gibt bis zum Schluss keine Erklärung für Toms mysteriöse Auferstehungen. Warum kann er denn nun nicht durch Nicoles Hand sterben? Hat er einen Schutzengel, oder sie vielleicht? Oder ist es Gottes verrücktes Spiel, Nicole in den Wahnsinn zu treiben? Dem Autor hätten so viele skurrile und amüsante Möglichkeiten offen gestanden und er nutzt sie einfach nicht.

Den Schreibstil empfand ich zusätzlich als gewöhnungsbedürftig und anstrengend. Nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, den frustrierten Blog einer Hausfrau zu lesen, statt das Buch eines professionellen Autors. Mit der Zeit kam ich mit Nicoles Erzählungsweise zwar besser zurecht, gut gefallen hat sie mir aber dennoch nicht.

Einen Troststern gibt es für die geniale Grundidee, auch wenn diese enttäuschend umgesetzt wurde. Bitte das nächste Mal nicht mit einem Vergleich zu anderen Büchern locken, wenn er diesen nicht halten kann!


2 Gedanken zu „Vaske, Claus: Nicht totzukriegen

  1. Ich fand „Mieses Karma“ schon schlecht, da hätte mich das Buch wahrscheinlich überhaupt nicht angesprochen. Nachdem das aber noch schlechter sein soll, werde ich es wahrscheinlich dennoch mal lesen ;-)

  2. Schade, die Inhaltsbeschreibung klang eigentlich sehr lustig!

    (Das mit den Vergleichen kenn ich nun übrigens von „If I Stay“. Dort steht, dass es für Fans von Twilight geeignet ist. Na ja, irgendwie nicht XD)

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