Strobel, Arno: Der Trakt

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Seiten: 359
Preis: 8,95 €, Taschenbuch
ISBN: 9783596186310
Erscheinungsdatum: 01.04.2010
Bewertung:

Als Sibylle Aurich in einem schummrigen kleinen Kellerraum erwacht, hat sie Angst. Was tut sie dort? Wer hat sie dort hingebracht? Schnell erinnert Sibylle sich daran, wie sie nachts auf dem Weg durch einen Park überfallen und niedergeschlagen wurde. Doch was passierte danach? Ihr gelingt es zu fliehen. Sofort macht sie sich auf den Weg nach Hause zu ihrem Ehemann und ihrem Sohn Lukas. Doch als sie vor ihrem Mann steht, verleugnet dieser, sie zu kennen. Dies ist erst der Anfang eines unglaublichen Albtraums. Denn die ganze Welt scheint Sibylle vergessen zu haben, niemand erkennt sie und niemand hat je von Lukas gehört. Zudem wird sie nun auch noch von der Polizei gejagt. In all diesem Durcheinander steht ihr nur die lebenslustige ältere Rosie zur Seite, die ihr mehr als einmal aus der Patsche hilft und verspricht, ihr bei der Suche nach Lukas zu helfen. Doch kann sie Rosie wirklich vertrauen?

Ich bin keine große Krimileserin. Aber ich mag Psychothriller. Vor allem diese Identitätsschiene gefällt mir. Genau aus diesem Grund hat mir auch die Inhaltsangabe von Der Trakt sehr gefallen und dazu geführt, dass ich das Buch gelesen habe. Leider ist das Buch nicht halb so spannend, wie die kurze Beschreibung es vermuten lässt. Ich hatte schon nach kurzer Zeit halbwegs durchschaut, was wirklich mit Sibylle los ist, während sie immer noch Fotos anstarrte und nach ihrem Sohn Lukas schrie, der doch nur in ihrer Fantasie zu existieren schien. Sibylles Verhalten ist aber noch halbwegs logisch. Verloren in der Heimatstadt ohne vertraute Person würde ich auch verzweifeln. Aber wie glaubwürdig ist die Person der Rosemarie Wengler? Gabelt eine halb nackte fremde Frau auf der Straße auf, fährt sie nach Hause, gibt ihr ihre Nummer, nur um sie kurze Zeit später wieder mit dem Auto abzuholen und in ihr Haus zu lassen. Und dann glaubt sie dieser für Nichtwissende total verrückten Frau auch noch ihre Leidensgeschichte und verspricht, ihr bei der Suche nach Lukas zu helfen? Da fragt man sich, wer wirklich die verrückte Frau in diesem Buch ist.
Eins muss man Arno Strobel allerdings lassen: bis zum Ende wusste ich nicht, wer wirklich auf welcher Seite steht. Dies hat er geschickt konstruiert. Weniger gelungen war allerdings die Auflösung der Geschichte, die ich wie gesagt schon im Vorfeld mehr oder weniger durchschaut hatte. Besonders ein Detail war nicht wirklich überraschend, da die erste Szene des Buches zwar Spannung erzeugt, im weiteren Verlauf des Buches aber einige Gedankengänge völlig unnötig werden lässt. Wer während der Lektüre im Kopf behält, was er zu Anfang gelesen hat, der wird im Gegensatz zu Sibylle in Bezug auf dieses Detail immer wissen, was wirklich wahr ist. Der Autor scheint außerdem viel Wert darauf zu legen, dass man die Namen der Protagonisten nicht vergisst. Zu diesem Zweck redet Sibylle ihren späteren Begleiter in ihren Gedanken grundsätzlich mit seinem vollen Namen, „Christian Rössler“, an, was auf Dauer sehr nervt. Auch „Sibylle Aurich“ fällt sehr oft, was wirklich nicht nötig wäre, da man die Namen spätestens nach dem zehnten Mal sowieso im Gehirn eingebrannt hat.

Ich bin von Der Trakt leider enttäuscht, denn ich hatte mir ein spannenderes Buch erhofft. Nach der Hälfte des Textes habe ich mich auch ernsthaft gefragt, was der Titel des Buches überhaupt zu bedeuten hat. Der Trakt selbst spielt eher eine kleine Rolle in dem Ganzen, obwohl in ihm das Rätsel gelöst wird. Auch konnte ich mich nicht so ganz mit den deutschen Namen und Schauplätzen anfreunden, die in der großen Verschwörungsgeschichte irgendwie fehl am Platz wirken. Insgesamt in Ansätzen eine spannende Story mit Potential, das leider nicht ausgeschöpft wurde.


2 Gedanken zu „Strobel, Arno: Der Trakt

  1. Schade :/ Ich denke, ich werde es trotzdem lesen, aber eher nach hinten auf meine Wunschliste setzen und mir erstmal „wichtigere“ Lektüre zu Gemüte führen :)

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