Ward, Rachel: Numbers: Den Tod im Blick

Originaltitel:
Numbers
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Reihe:
Numbers 1 von 3
Seiten: 368
Preis: 13,95 €, Trade Paperback
ISBN: 9783551520074
Erscheinungsdatum: 01.04.2010
Bewertung:

Die 15-jährige Jem hat ein Geheimnis, das sie niemandem erzählen kann: wenn sie einem Menschen in die Augen sieht, offenbart sich ihr das Todesdatum der Person. Seit ihre Mutter an genau dem Datum, das sie gesehen hatte, an einer Überdosis Drogen starb, weiß sie, dass die Zahlen nicht lügen. Um der Last dieses Wissens zu entgehen, hat sich Jem im Laufe der Zeit mehr und mehr von ihrer Umwelt abgekapselt. Vom Sozialamt von einer Pflegefamilie zur anderen weitergereicht, fasst sie zu niemandem Vertrauen und hält so viel Abstand, wie es nur geht, um die Zahlen nicht zu sehen und keine Beziehungen aufzubauen. Bis zu dem Tag, an dem sie mit Spinne konfrontiert wird, einem schlaksigen, unhygienischen farbigen Jungen aus ihrer Klasse. Ohne es zu wollen, beginnt sie sich mit ihm anzufreunden.

Als sie beide das Londoner Riesenrad besuchen wollen, passiert es. In der Schlange der Wartenden haben alle dieselbe Zahl. Instinktiv bringt Jem sich und Spinne in Sicherheit, gerade rechtzeitig, bevor das Riesenrad explodiert und die Menschen in den Tod reißt. Doch jemand hat sie gesehen und verrät sie an die Polizei. Spinne und Jem beschließen zu fliehen und werden schon bald von ganz England gejagt…

Ich stehe diesem Buch etwas zwiespältig gegenüber: einerseits fand ich die Geschichte spannend, andererseits gibt es viele „aber“s, die ich nicht ignorieren kann. Erstens wäre da die Sprache. Jem und Spinne würde ich eher am unteren Bildungsrand ansiedeln und dementsprechend reden die zwei auch. Klar, auch bei Gezeichnet hat es mich genervt und ich habe letztendlich darüber hinweg gesehen, aber Jem erzählt die komplette Geschichte und redet mit dem Leser nicht anders. Und sie redet wirklich mit dem Leser, fragt einen z. B. zwischendurch, ob man verstanden hat was sie meint. Zweitens finde ich die Ausgangssituation des Buches unlogisch. Zwei Jugendliche rennen weg, kurz bevor ein Riesenrad explodiert und die zwei gehen davon aus, dass die Polizei sie als Terroristen sucht? Überzeugungsarbeit seitens Erwachsenen, dass sie nur als Zeugen gesucht werden, blocken Jem und Spinne damit ab, dass die Polizei sich die Arbeit einfach machen wolle und sie ins Gefängnis stecken würde. Als ob die Polizei nicht dazu in der Lage wäre herauszufinden, dass der Attentäter bei der Explosion selber umgekommen ist. Und das Ende hat mich auch gestört. Plötzlich ist das Thema Riesenradexplosion vollkommen unerheblich, die landesweite Verfolgung von Jem und Spinne nebensächlich und die Autorin eröffnet einen Nebenplot mit Jem als Messias. Wie schon gesagt, zwiespältig. Trotz all der negativen Punkte hat mich das Buch durchaus gefesselt. Den zweiten Teil (musste das schon wieder sein?) werde ich aber wohl nicht mehr lesen.


2 Gedanken zu „Ward, Rachel: Numbers: Den Tod im Blick

  1. Also EIGENTLICH klingt der Plot ja ganz gut Aber wenn du das nochmal resümierst, klingt es nicht mehr so, als würde ich es lesen wollen. Schade, die Story scheint Potential zu haben…

  2. Die Sprache war auch etwas, das mich an dem Buch genervt hat. Ich glaube, da geht aber auch einiges durch die Übersetzung verloren, obwohl man natürlich nicht bestreiten kann, dass die Art wie Jem mit dem Leser redet etwas nervt.
    Und in Sachen Logik stimme ich dir auch zu, der Beweggrund war sehr an den Haaren herbeigezogen.
    Das Ende war für mich aber so reizvoll angedeutet, dass ich nicht umhin kommen werde, Teil 2 doch zu lesen. Ich hoffe da wird dann mal mehr auf die Gabe an sich eingegangen.

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