Gier, Kerstin: In Wahrheit wird viel mehr gelogen

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Seiten: 269
Preis: 12,99 €, Trade Paperback
ISBN: 9783785760147
Erscheinungsdatum: 10.12.2009
Bewertung:

Carolin ist 26 Jahre alt, hat einen überdurchschnittlich hohen IQ und ist gerade Witwe geworden. Als wäre der Tod ihres geliebten Ehemanns nicht schon schlimm genug, muss sie sich auch noch mit dessen Bruder herumschlagen, der mit allen Mitteln versucht, sich das nicht unerhebliche Erbe zu ergaunern. Zudem steht ihr unweigerlich die peinliche Begegnung mit Karls Sohn Leo bevor, der gleichzeitig auch ihr Ex-Freund ist. Verständlich, dass weder Karl noch Carolin in den fünf Jahren ihrer Ehe Kontakt zu Leo und dem Rest der Familie hatten. Die Situation ist also alles andere als einfach. Zum Glück ist Carolin nicht allein, denn sie kann auf die Unterstützung ihrer Familie zählen. Und dann ist da noch ihre Therapeutin, die, obwohl sie eher sich selbst therapiert als andere, Carolin dazu bewegt, ihr Leben wieder aufzunehmen und den Tod von Karl zu verarbeiten. Außerdem muss sie sich fragen, was sie in Zukunft mich sich anfangen will. Bisher hatte sie sich mit ihren Studien zufrieden gegeben, doch es wird Zeit, erwachsen zu werden, sich eine Arbeit und eine eigene Wohnung zu suchen. Ob der nette Apotheker von nebenan ihr dabei helfen kann?

So traurig die Geschichte auch klingt, sie ist es nicht. Wie schon in Für jede Lösung ein Problem nutzt Kerstin Gier ein ernstes Thema als Grundbaustein für einen wundervoll leichten und lustigen Roman. Viele Rezensionen, die ich gelesen habe, bemängeln, dass das Buch nicht so lustig ist wie die Mütter-Mafia-Trilogie, auf die auch in In Wahrheit wird viel mehr gelogen Bezug genommen wird. Ich kann nur sagen, dass ich die Trilogie nicht gelesen habe und deshalb diesen Vergleich nicht ziehen kann. Wenn man den Roman losgelöst von Kerstin Giers anderen Werken betrachtet, dann hat das Buch genau die richtige Prise Humor. Der Tod eines geliebten Menschen ist nunmal nicht ganz so lustig wie vielleicht eine Mütter-Mafia.
Carolin als Protagonistin hat mir auch sehr gut gefallen. Ich habe vielleicht nicht so einen hohen IQ wie sie, dennoch konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre bissigen Kommentare zu der Dummheit der Menschen sprachen mir aus der Seele.